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StartSerienRezension: "Doctor Who 1x07 - Die Legende von Ruby Sunday"

Rezension: “Doctor Who 1×07 – Die Legende von Ruby Sunday”

Fast vorbei: Tom wirft einen Blick auf Folge 7 der aktuellen Who-Staffel, in der ein alter Gegner aus der Versenkung auftaucht. Das Ganze, wie immer, mit Spoilern!

Explosive Landung

Die Folge beginnt mit der Landung der TARDIS bei UNIT – und das ziemlich spektakulär. Hat der Doctor einen solchen Auftritt nötig oder war hier nur Effekthascherei am Werk? Zumal die TARDIS natürlich genau da stehen bleibt, wo sie im Special auch stehen blieb. Oder anders ausgedrückt: die Szenen wurden (hoffentlich) Back-to-Back gedreht, wofür auch die Anwesenheit von Rose spricht.

Die hat zwar im weiteren Verlauf nur wenig zu tun, was etwas schade ist, aber dafür werden die anderen Charaktere hier gleich vorgestellt, die erneut eine gute Figur machen. Doch zu den Charakteren kommen wir gleich, jetzt sehen wir uns erstmal den Grund für des Doctors hiersein an.

Denn eine „Frau“ verfolgt ihn und ist in den vergangenen Folgen aufgetaucht. Mal auf einem Gemälde im Hintergrund, mal als alternative Version (an einige, bis auf die Borg-Version vielleicht, konnte ich mich sogar erinnern).

Damit sind wir aber gleich bei einem ersten Wermutstropfen, denn richtiges Foreshadowing geht anders. Der Doctor ist aus heiterem Himmel bei UNIT und berichtet von dieser Frau – es gab nicht einen Hinweis in früheren Folgen darauf, dass der Doctor das merkwürdig findet und dem nachgehen muss. Das wird in dieser Folge einfach aus dem Hut gezaubert und funktioniert daher leider überhaupt nicht richtig.

Da ist die dunkle Wolke um die ominöse Nachbarin, die uns ebenfalls seit dem Special begleitet, viel interessanter. Vor allem, da die schon desöfteren aufgetaucht ist und man einen Bezug zu ihr hat. Was es mit der auf sich hat, werden wir aber hier (noch) nicht erfahren.

Doch zurück zu „Susan“: Man mag nun einwenden, dass es mit Rose und dem Bad Wolf anno 2005 so ähnlich war, aber das ist nicht ganz korrekt. Dort gab es ein Storykorsett, das komplett auf diese Stelle hinarbeitete, es ergab sich im Laufe der Handlung und die eingestreuten Hinweise waren nur Bonus. Ein etwas deutlicheres, wie der Doctor darauf kommt, wäre an der Stelle also hilfreich gewesen (oder wird das für die Comics aufgehoben?).

Dahingegen etwas besser funktioniert die falsche Fährte mit Susan Triad und die Frage, ob sie „die“ Susan ist. Könnte sein, immerhin ist/war Susan ja auch eine Time Lady und allein das Gedankenspiel hat etwas für sich. Natürlich auch die Anagramm-Spielerei. Sehr schön auch, dass UNIT hier nicht mehr als die Trottel von früher dargestellt werden, sondern richtig kompetent. Denn die wissen das, was der Doctor ihnen hier vorzukauen versucht, schon längst. Sehr schön!

Der Zahn mit der Enkelin wird dann aber nach knapp 15 Minuten schon gezogen, als Mel herausfindet, dass Susan menschlich ist. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, ich rechne es der Folge aber durchaus an, dass sie hier nicht mit den Erwartungen der alten Fans – und nur denen sagt Susan was bzw. würden sich wohl nur die auf ein Wiedersehen freuen – spielt, sondern ziemlich schnell klarmacht, sie ist es nicht. So kann später, als sich herausstellt, sie ist es wirklich nicht, keine allzu große Enttäuschung aufkommen.

Bezüglich Susan darf der Doctor auch ein Gespräch führen, und zwar mit Kate, was zu einer ersten Charakterszene führt. Es wird in dieser Folge nicht die letzte bleiben.

Ein paar schöne Charakterszenen

Vor allem ist dies die zweite Folge in der aktuellen Staffel, in der der Doctor mal nicht weint. Eigentlich steht die hier gezeigte Charakterentwicklung in der Tradition des alten Doctors. Klar, er ist nicht seine Vorgänger, aber auf der einen Seite ist er hart, aber auch etwas verletzlich, wie sich hier zeigt. So sieht eine eigene Interpretation des Doctors aus und nicht das weichgespülte Crybaby der letzten Folgen!

Aber zurück zur Szene mit Kate, die ein erstes Highlight ist, denn hier ist es eben nicht Ruby als Companion, die den Doctor auf den Boden der Tatsachen zurückholt, sondern eben Kate. Die Szene funktioniert auf so vielen Ebenen, dass es einfach eine Freude ist, zuzuschauen. Und da es in dieser Folge um Familien geht, ist das nur die Spitze des Eisbergs.

Denn wie der Titel schon andeutet, geht es hier auch noch darum, Rubys Mum zu finden. Dass sie eine alte, nunja, Gottheit zu sein scheint, hat sich ja bereits seit Folge 2 angedeutet und bekommt durch die Ereignisse hier weiter Nahrung.

Der Ausflug ins Zeitfenster erweist sich aber als sehr spannendes Stück der Episode, und die Frage nach der Identität von Rubys Mum wird hoffentlich in der nachfolgenden Episode noch geklärt. Die Szene ist jedenfalls ebenso mysteriös wie emotional und funktioniert daher ebenso gut, wie der Rest der Folge.

Ein Negativ-Punkt an der Stelle wäre Colonel Chidozi gewesen. Wie Kate nämlich später zurecht durch einen bösen Blick zeigt, ist es des Doctors Schuld, dass der Mann hier stirbt. Der typische Red Shirt-Tod halt, erwartbar und leider auch so eingebaut… Könnte man meinen. Dann aber nimmt man sich die Zeit, und zeigt später den Doctor, wie er sich die Schuld daran gibt.

Ja, die Szene ist kurz – und vielleicht auch etwas zu kurz – aber man hat daran gedacht und das wertet sie sichtlich auf. Was ebenfalls hier aufwertend dazu kommt, ist der Konter von Mel. Die hatte man zwar schon kurz in den Specials zurückgebracht, sie darf hier aber nochmal so richtig aufspielen und zeigen, was in ihr steckt. Persönlich war ich nie ein Fan von Mel (Bonnie Langford spielt ihre Rolle hier übrigens fast 40 Jahre später erneut!), aber hier liefert sie eine echt starke Performance ab. So wünscht man sich die Verquickung aus Classic und neuem Who. Gerne mehr davon.

Der Bossgegner im Raum

Und dann fehlt eigentlich nur noch der Big Bad, der hier, wie erwähnt, langsam und mysteriös aufgebaut wird. Ich hatte zwar schon vorher gelesen, wer es ist, fand den Aufbau aber trotzdem sehr spannend.

Und ja, an der Stelle nennen wir das Kind beim Namen: Es ist Sutekh. Fans kennen ihn noch aus dem Abenteuer „Pyramids of Mars“ des vierten Doctors, das sich in die Reihe guter Folgen stellen darf. Es gab sogar eine Comicserie (auf Deutsch bei Panini), welche den 10.Doctor erneut mit Sutekh zusammenbringt. Ich bin mir hier nicht mehr sicher (die Story war etwas wirr), aber wurde da nicht die Vorgeschichte erzählt? Jedenfalls wurde der Kerl am Ende glaub ich auch wieder eingesperrt, Status quo und so. Ob es noch weitere Comics oder Romane mit ihm gibt, weiß ich indes nicht, da ich eben nur die deutschen kenne.

So oder so darf der altägyptische Gott hier zurückkehren und Terror machen. Ob man seine „Zombie-Helfer“ jetzt unbedingt gebraucht hätte, ist natürlich ein anderes Blatt . Allein aus Nostalgiegründen wirkt sein Auftritt hier ganz gut. So verbindet man Nostalgie mit neuen Geschichten.  

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Rezension habe ich den zweiten Teil noch nicht gesehen, daher bin ich gespannt, wie die Sache aufgelöst wird.

Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Eine mysteriöse Story, deren Spannung sich kontinuierlich steigert. Ein paar Nostalgiemomente für ganz alte Fans sowie starke Charakterszenen – da kann man auch über die kleineren Fehler hinwegsehen. Vor allem sieht man hier mal wieder einen Doctor, bei dem man das Gefühl hat, er wird endlich ein eigener starker Charakter. Von derartigen Folgen hätten es in dieser Staffel gern mehr sein dürfen, denn die ist echt stark!
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Eine mysteriöse Story, deren Spannung sich kontinuierlich steigert. Ein paar Nostalgiemomente für ganz alte Fans sowie starke Charakterszenen – da kann man auch über die kleineren Fehler hinwegsehen. Vor allem sieht man hier mal wieder einen Doctor, bei dem man das Gefühl hat, er wird endlich ein eigener starker Charakter. Von derartigen Folgen hätten es in dieser Staffel gern mehr sein dürfen, denn die ist echt stark!Rezension: "Doctor Who 1x07 - Die Legende von Ruby Sunday"
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