Tom macht weiter mit dem W40K-Marathon. Hier kommt Teil 2.
Fürst des Exzesses
Weiter gehts mit dem Fürsten, der ebenso wie “Todeswelt” an das Ende der Nahrungs- (bzw. Storykette) gehört, immerhin sind hier auch Tyraniden am Werk. Und dann ist da noch Xantine (gabs eigentlich zu dem in einem vorherigen Roman schon was? Klingt zumindest hier so). Zugegeben, bei dem denke ich immer an Xanten von den Nibelungen…
…aber das hier ist eh ein Emperor’s Children, als ein Chaos Space Marines-Roman, und da geht es immer sehr blutig und eklig zu und auch diesmal wird das Blutfest wieder zu einem großen Bestandteil der Geschichte erhoben. Das sollte man vielleicht wissen, denn das ist eigentlich bei jedem Roman mit lila Space Marines auf dem Cover so.
Dabei beginnt die Story auch noch recht interessant, denn die falschen Space Marines lassen sich auf einer Welt als Erlöser feiern, werden sie ihren hedonistischen Trieben freien Lauf lassen (und vor allem Xantine nahe am Wahnsinn entlang schrammt). Gegen Ende verliert sich die Story aber dann doch etwas zu sehr an dem blutigen Gemetzel, und gewisse Sachen, wie die Story um Rebellen oder Cecily, kann man als versierter Leser schon nach wenigen Seiten vorhersagen (kleiner Spoiler: es kommt exakt so, wie man denkt).
Sieht man über das schwache (und auch etwas abrupte und schnell abgehandelte) Ende hinweg, gibt es aber auch hier wieder Charaktere, die extrem schwanken und nicht wissen, wo sie eigentlich hingehören. Chaos also, und das ist ja das, wofür die Geschichte steht.
Lelith Hesperax – Die Königin der Messer
Wieder ein Charakterroman in der Ära Indomitus (wobei er genau genommen auch irgendwann anders spielen könnte). Wie immer ist auch dieses Buch recht dünn.
Schön ist, dass die Drukhari, also die Dark Eldar, mal im Mittelpunkt stehen, aber da gibt es auch andere Romane. Hier darf man sich an wilden Gelagen und blutigen Kämpfen ergötzen (was sicher nicht von ungefähr an die Dunkelelfen aus “Warhammer Fantasy” erinnert, sind doch die Eldar quasi die spiegelbildlichen Elfen von 40K).
Und ja, trotz allem macht es irgendwie schon Spaß, Lelith und Morghana um sich herumtänzeln zu sehen, auch wenn dem Leser schnell klar ist, dass es sich hier um ein billiges “Kriegen sie sich oder nicht?”-Spiel handelt.
Und das ist dann auch das Manko des Buches. Mag man dem Setting noch was abgewinnen, wird in der Kürze der Geschichte einfach zu wenig draus gemacht, um vollends mit schönen emotionalen Charaktermomenten zu überzeugen. Klar, man könnte jetzt sicher zu anderen Geschichten von Lelith greifen, hier bleibt zwar nette, aber kurzweilige Unterhaltung unterm Strich stehen.
Eidolon – Der goldene Hammer
Der goldene Hammer bezieht sich eigentlich auf Eidolons Waffe, die auf dem Cover abgebildet ist (und technologisch durchaus was her macht). Das Schöne an diesen Charakterromanen ist ja, dass sie nicht wirklich lang sind und daher fix gelesen sind.
Denn zugegeben, ein bisschen nervig ist es schon, schon wieder von den Emperor’s Children zu lesen, da gab es in der letzten Zeit ein paar Roman zu viel zu diesen Chaos Marines. Zudem ist es halt erst mein zweites Buch aus der Heresy, so dass mir der Name Eidolon überhaupt nichts sagt.
Immerhin, er erinnert sich zurück an die Zeit des Weltenbrandes und ist anscheinend einer der ersten Space Marines. Da liegt also sehr viel Potential. Das wird hier in diesem Buch nicht angekratzt, aber vielleicht ja in der Heresy-Hauptreihe?
Auch hier befinden wir uns kurz vor der Schlacht um Terra – die Eidolon durch einen Navigationsfehler leider verpasst – oder auch nicht, am Ende bleibt offen, ob er noch rechtzeitig eintrifft. Andererseits macht er aus der Not halt eine Tugend und erobert eine der Welten aus seiner “Jugend”. Dabei gibts auch Scharmützel mit Horus’ Truppen und es wird deutlich, dass die Chaos Marines auch untereinander zerstritten sind. Bis zur aktuellen Zeitlinie wird das noch deutlicher werden.
Auch Dämonen tauchen auf und am Ende gibts sogar einen Gastauftritt des frisch zum Dämonen gekürten Fulgrim. Das allein macht durchaus Spaß (auch wenn am Ende auch hier offen bleibt, ob es ein Fiebertraum ist – ich würde jetzt aber mal “Nein” sagen).
Insgesamt liest sich das Buch doch recht flott und stellenweise interessant, am Ende verliert man sich vielleicht ein wenig zu sehr im Gemetzel. Aber es kommt gut rüber, wie der Verfall beginnt, als eine strahlende blühende Welt von den Chaos Marines eingenommen und zerstört wird. Da kann man mit den Leuten mitfühlen. Von daher auch gar nicht so schlecht.
Ferren Areios – Meister der Riten
Und wieder ein titelgebender Charakter, um den es in diesem Band geht. Nun sind wir aber wieder in der Ära Indomitus und das zu Beginn, nämlich in den Seuchenkriegen (eine Art Unterkrieg).
Wieder geht es um die Befreiung von Welten, diesmal geht es gegen die Death Guard, die Planeten verseucht haben. Auch das schafft von vornherein eine gute Atmosphäre. Auch ein paar nette Nebencharaktere werden eingeführt – und am Ende leider fast alle in kurzen Nebensätzen verbraten, was etwas schade ist.
Auch verliert man sich gegen Ende in den Metzelorgien bzw. Schlachten, statt sich etwa auf Areios Konflikt zu konzentrieren. Da wäre deutlich mehr drin gewesen. Immerhin ist der Servitor-Schädel auf dem Cover auch Programm in der Geschichte.
Wie ich gesehen habe, stammt der Roman auch von Rob Young, der ja bereits “Leontus” verbrochen hat, der auch recht langweilig war. Was man aber zugute halten muss ist, dass die Schlachtszenen einigermaßen spannend rübergebracht werden. Hier gibt es Taktieren und Winkelzüge und Raumkämpfe – auch eher selten bei solchen Geschichten.
Das hilft aber am Ende auch nur bedingt, denn das große Finale wirkt zu abgewürgt und überhastet (und wie es mit den Helden weitergeht bleibt auch offen). Der Bösewicht, der auch eine Geschichte bis zur Heresy zurück hat – mal wieder – entkommt am Ende (obwohl er eigentlich kein Landungsschiff mehr hat)…
Das wirkt fast so, als hätte sich der Autor auf eine bestimmte Seitenzahl beschränken müssen, und das merkt man halt deutlich.
Der Fall von Cadia (1&2)
Eigentlich ein Zweiteiler, ist jüngst ein Sammelband erschienen, und bei Black Library sind Sammelbände immer in völlig kleiner Schrift gehalten (wieso?). Erwähnt werden sollte an der Stelle vielleicht noch, dass das englische Original schon immer ein kompletter Band war… hier wollte man wieder zweimal abkassieren… oder dreimal mit Sammelband? Generell sind in den Sammelbänden noch exklusive Kurzgeschichten enthalten. Okay, in diesem Fall nicht…
Der erste Teil zum Fall von Cadia sticht vor allem dadurch hervor, dass man Abaddon, also dem Bösewicht, Entfaltungsspielraum gibt. Der ist hier sehr fähig und seine Szenen sind interessanter, als alles, was sich auf Cadia abspielt.
Das liegt vor allem daran, dass die Szenen auf dem Planeten zu schnell von einer Lokation zur anderen wechseln und Charaktere einführen, die wenig später wieder hopps gehen. So bleibt hier eher ein Gefühl der Austauschbarkeit, dass sich nach einem starken Start schnell abnutzt und langweilig wird.
Im zweiten Teil wird das gleich zu Beginn in einem Bericht “witzig” thematisiert, als es heißt, man hat verschiedene Schlachtfelder, die man halt nicht alle in eine Reihenfolge bringen kann. Ob es im zweiten Teil dann besser wird?
Nunja, zumindest ein wenig. Es ist immer noch ein großes Schlachtfest (sprich: Gemetzel) aber die Geschichten werden hier besser zusammengeführt und greifen ineinander. Leider werden die meisten Kampfszenen immer nur etwas halbgar aufgelöst. Zum Beispiel werden Celestine und Abaddon verletzt, sind aber in der nächsten Szene wieder geheilt und agieren wie zuvor. Solche Szenen gibt es immer wieder, so dass der Anschluss mitunter etwas schwer ist. Da hätten es durchaus bessere Übergänge sein dürfen, denn so hat man das Gefühl, etwas verpasst zu haben.
Die letzten ca. 150 Seiten ziehen dann nochmal gewaltig an und mit dem Auftauchen der Necrons und Celestines werden neue, interessante Aspekte eingestreut. Allein Celestines Auftauchen ist bildlich gut (sprich: episch) umgesetzt. Man könnte sagen, der Schluss war das Warten wert, allerdings, wer hat schon Muse 400 Seiten Gemetzel mit halbgaren Szenen durchzuhalten, bis man zum Highlight kommt?
Auch die (erwartete) Zerstörung Cadias wird eher im Nebensatz erwähnt und reiht sich damit in die Auflösung der Schlachtszenen ein (siehe oben). Klar, möglicherweise war die Seitenzahl beschränkt, aber bei so einem epischen Szenario erwartet man halt epischere Szenen.
Wie gesagt, alles um den Bösewicht ist gut, der Rest hangelt sich bis zum Ende leider nur so durch. Das Ende selbst ist zwar großartig, fällt dann aber gerade auf der letzten Seite mit der Zerstörung wieder in alte Muster zurück. Als Auftakt der neuen Warhammer-Ära hätte der Roman einfach epischer sein müssen.
Sternwund
Es gab ja früher schon Eldar-Geschichten, auch wenn diese, wie heute, rar gesät waren. Wobei sich das ja angeblich in den letzten Jahren etwas geändert hat. Aber neben Menschen und Chaos waren es ja sonst eher die Orks, die eigene Romane bekamen, inzwischen sollen auch die Necrons gut dabei sein (und auch die Eldar haben mehr Raum bekommen).
Insofern ist “Sternwund” also wieder eine Eldar-Geschichte (und ja, genau genommen im großen galaktischen Kontext eher bedeutungslos). Trotzdem sind ein paar gute Ansätze vorhanden, wobei die Story schon eine Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen (und auch die homosexuelle Komponente teilweise etwas zu aufgesetzt wirkt).
Dann aber nimmt die Geschichte durchaus etwas an Fahrt auf und vermag zu gefallen, auch wenn es im Grunde auf ein Orkgeschnetzel hinausläuft. Aber die Verschwörungen unter den Eldar machen schon Spaß und sind auch gut umgesetzt.
Das Ende kommt wieder etwas abrupt daher, es wird sich also zeigen müssen, ob man von der Truppe um Myrin in Zukunft nochmal hört.
Erzmagos
Zeitreisen und Necrons.. da kommen ja gleich meine Lieblingsmotive in einem Buch zusammen. Und ja, das ist so spannend, wie man sich nur denken kann.

Was vor allem an Cawl liegt, der einfach eine coole Socke ist und hier alle Register zieht. Wenn seine anderen Romane auch so sind, dann können die nur gut sein (auch wenn sie vorher spielen). Und vielleicht erfährt man ja auch, wie er zu seinem Necron-Kopf kam.
Etwas störend ist hier lediglich die B-Handlung um die Chaisangriffe auf Ulvheim. Klar, die werden am Ende schön mit der Story um Cawl verbunden und ein bisschen Krachen muss es ja, sie fühlen sich trotzdem wie ein Störfaktor an.
Aber sei es drum, wir erhalten hier Einblicke in die Necrons, die sich von tumben Eroberern auch weiterentwickelt haben. Und wenn man, wie ich, kurz vorher den Fall von Cadia gelesen hat, werden hier schöne Verbindungen gezogen. Eindeutig ein Must-Read.
Die Geisterlegion
Wieder einmal geht es um die “bösen” Chaos-Marines, diesesmal um die Alpha-Legion. Die sind insofern interessant, da sie zwar Verräter sind, sich aber keinem Chaosgott unterordnen. Sprich: Sie sehen noch normal aus und haben keine Mutationen. Und sie setzen auf Intrigen denn stumpfe Kämpfe, was ihnen nochmal besondere Würze verleiht.
Etwas schade ist, dass die Primaris-Marines – das Buch spielt kurz nach deren erstem Auftreten, also kurz nach dem Fall Cadias – hier auf die Fresse kriegen und eindeutig unterlegen erscheinen, obwohl sie eigentlich die Krone der Space Marines sein sollen. Hier hat man eindeutig zugunsten der Protagonisten in diesem Buch gedreht, was vielleicht eine übliche Vorgehensweise ist, trotzdem aber nicht unbedingt gefallen muss.
Davon aber abgesehen gefällt das Intrigenspiel in der Geisterlegion und auch das zwischen den Inquisitoren. Hier zeigt sich, das man, auf beiden Seiten, mehr erreichen könnte, wenn man zusammenarbeitet, aber das hat in der dunklen Zukunft leider kaum noch Platz.
Und Anführer Solomon muss sich auch gleich mit einem “Putschversuch” auseinandersetzen, dafür punktet er aber auch mit einem vor Jahren platzierten Verräter, was durchaus etwas unerwartet kam. Klar, am Ende driftet auch dieser Band wieder in Massenschießereien bzw. Schlachtszenen ab (das scheint bei Warhammer fast schon obligatorisch), trotzdem gefällt die Story bis dahin und der Band reiht sich durchaus in den besseren Warhammer-Stories ein.











