Auch She-Hulk hat es nach Sakaar verschlagen.
Inhalt (Klappentext)
Jennifer Walters alias She-Hulk hat ihrem Cousin Bruce Banner versprochen, für fünf Tage auf dem fernen Planeten Sakaar En Nevo den Frieden zu wahren. Doch jetzt sitzt sie leider dort fest, wo das Recht des Stärkeren gilt. Und dann eskaliert der Machtkampf um den Thron endgültig. Die sensationelle Anwältin und Superheldin von der Erde hat alle Hände voll zu tun, für Gerechtigkeit zu sorgen und ein Blutbad zu verhindern.
Kritik
Auch auf der großen Kinoleinwand verschlug es den Hulk (inklusive späterer Söhne) nach Sakaar. Die Saga aus den frühen 2000er-Jahren hat aber natürlich auch als Comic ordentlich Eindruck hinterlassen. Im vorliegenden Band tritt nun She-Hulk in die Fußstapfen ihres Cousins und muss auf dem Planeten für Recht und Ordnung sorgen.

Zeichnungstechnisch ist das natürlich eine Wucht. Die Figuren sind detailliert und plastisch und selbiges gilt auch für die Hintergründe. Nein, hier kann man wirklich nicht meckern, auch was die Details bei den Actionszenen oder die emotionalen Gesichtsausdrücke angeht. Hier macht es einfach Spaß, den Panels zu folgen.
Auch handlungstechnisch liefert der Band. Okay, eine Verschwörung im Königspalast mag jetzt nichts Neues sein, die entscheidende Frage ist hier aber, neben dem “Wer war’s?” wie man einen Tyrannen absetzt. Gut, bei She-Hulk (oder bei Hulk allgemein) könnte man darauf sicherlich antworten: mit viel Gekloppe. Und ja, es gibt hier auch gute Actionszenen, die niemals überbordend sind und sich ganz gut ins Gesamtbild einfügen. Hauptaugenmerk bleibt aber die besagte Verschwörung um den Thron.
Hier treffen eben zum einen She-Hulks Gerechtigkeitssinn und die brutale Realität aufeinander. She-Hulk will sogar einem (vermeintlichen) Mörder helfen, fairer Prozess und so (ein Schelm, wer daran denkt, dass das später noch wichtig wird). Demgegenüber steht natürlich der brutale neue König Stahlkiefer, der vor Mord nicht zurückschreckt. Jens Gratwanderung in dieser Welt ist das erste Highlight der Folge.
Allerdings wird man auch immer wieder von der brutalen Realität eingeholt. Immer wenn man denkt, Jen macht Boden gut, passiert etwas, manchmal sogar überraschend (das zu spoilern wäre an sich schon ein Verbrechen). So bleibt die Geschichte spannend und unvorhersehbar und punktet auch an dieser Stelle. Insgesamt ergibt sich so ein recht rundes Bild.
Lediglich der Schluss wirkt etwas überhastet, fast so, als wären die Seiten der Story ausgegangen. Eben noch Königin ist Jen wieder auf der Erde und erhält quasi von einer Kollegin erzählt, was weiter passiert ist. Das ist ziemlich unbefriedigend und nimmt deutlich Tempo aus der zuvor recht spannungsgeladenen Geschichte. Dies wirkt umso enttäuschender, weil halt auch viele Nebencharaktere, die teils interessant aufgebaut wurden, bei dieser Erzählweise untergehen. Okay, das könnte jetzt ein Trick bzw. eine Halluzination sein (auch wenn es nicht danach aussieht), und das Ende deutet darauf hin, dass es wohl (irgendwie) weitergeht, aber das sind natürlich Themen für die Zukunft.



