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Spoiler-Review: “Starfleet Academy 1×06 – Komm fort”

Endspurt auf der ersten Staffel. Was bei Folge 6 so unter der Haube steckt, klärt Tom Götz in seiner Spoiler-Review.

Grund zum Feiern für Buchfans

Gleich vorneweg: Es gibt Grund zum Feiern bei dieser Episode. Und das in mehrfacher Hinsicht. Denn nach den doch gewaltigen Durchhänger in den beiden letzten Wochen, ist es schön zu sehen, dass es wieder bergauf geht.

Warum dem so ist? Weil die neuen Serien halt zumeist dann am besten sind, wenn sie mal etwas Eigenes versuchen, und nicht zu sehr auf Nostalgie setzen (wie in der letzten Folge). Ja, auch hier gibt es Ausnahmen, das ist ganz klar, die vorliegende Folge gehört aber eher nicht dazu.

Doch beginnen wir doch gleich mit dem Hauptgrund, warum die Folge Bonuspunkte kassiert: Das Buchuniversum und der Trek-Kanon werden erneut besser verzahnt, was mir als Buchfan natürlich außerordentlich gut gefällt. Denn mit den Furien kehrt ein Volk aus den Büchern zurück, das bereits Ende der 90er dort für Furore sorgte. In den Büchern sind die Furien ein Spezies-Konglomerat aus dem Delta-Quadranten, bestehend aus 666 Spezies. Die hatten vor Urzeiten mal den Alpha-Quadranten erobert. Und weil sie so grausig aussehen, haben sie die Mythen von Dämonen bei ganz vielen Spezies befeuert.

Dementsprechend lösen sie bei den meisten Spezies (Vulkanier können dank ihrer Disziplin z.B. widerstehen), allein durch ihren Anblick Angstzustände aus. In den Büchern verstärken sie die noch zusätzlich durch Angststrahlen. Und natürlich wollen die Furien ihre alte Heimat, aus der sie einst vertrieben wurden, zurückerobern, was ihnen aber nicht gelingt, denn in einem großen Crossover aller vier (damals aktuellen) Trek-Serien, wird das verhindert.

Die Buchreihe war stellenweise etwas durchwachsen, die Spezies aber durchaus mehr als interessant (und durfte auch in unserem Rollenspiel-Ableger bei Starfleet Universe für eine große Kamapagne herhalten). Insofern ist ihre Rückkehr hier also durchaus ein besonderes Zuckerbrot.

Okay, über die Hintergründe der Furien erfahren wir, von ihrer Abstammung abgesehen (was aber auch gelogen sein könnte) eher weniger. Offensichtlich haben sie es nach 800 Jahren in den Alpha-Quadranten zurückgeschafft. Oder ist es doch eine andere Spezies (was aber eher unwahrscheinlich ist)? Das grausige Aussehen, das auch bei jedem unterschiedlich ist, spricht aber durchaus dafür, dass sie die Rasse aus den Büchern sein soll, kannibalistischen Tendenzen inklusive.

Insgesamt ist ihr Auftritt hier, der eher für ein Horrorszenario sorgen soll, zwar nicht ganz so ausführlich geraten, wie es hätte sein können, trotzdem gefällt die Verwendung hier. Doch darüber, was auf der Miyasaki so abgeht, dazu kommen wir gleich noch. Widmen wir uns hier dem Rest, und da beginnt die Folge ebenso gleich mit einem Novum.

Nackedei und Popperei

Denn die Folge beginnt mit einer Sexszene zwischen Caleb und Tarima. Nein, man sieht hier zwar außer nackten Rücken nichts, trotzdem ist eine derart offenherzige Szene ein Novum für Star Trek (sehen wir mal vom Klingonen-Sex aus Discoverys Season 1 ab). Intimität endete bei Star Trek meist mit einem Kuss, dann wurde zu der Szene danach übergeblendet, wenn alles schon vorbei war. Hier geht man nun einen moderneren Weg und zeigt auch mal eben dies bzw. etwas mehr.

Das nicht unbedingt aus Effekthascherei, sondern einem anderen Grund, der die beiden Charaktere weiter voranbringt. Denn die beiden erforschen dabei den inneren Kosmos des anderen. Und ja, das ist etwas, das man sich durchaus als Fan mal fragen kann, ob es bei Betazoiden auch sowas gibt, um eben die Erfahrung zu erhöhen, insofern finde ich das sogar ganz gut. Natürlich dient das nur zur Vorbereitung des späteren Finales, denn wie wir erfahren werden, war es Tarima, deretwegen ihr Vater stumm geworden ist, weil sie seine Stimmbänder zerstört hat, weswegen sie auch den Blocker trägt.

Ein paar Klischees muss man an der Stelle freilich auch schlucken. So liest Tarima versehentlich Calebs Gedanken, aber statt dass die zwei sich aussprechen, kommt es zu einem Riesenkrach. Das hätte man sich sparen können und ist inzwischen so ausgelutscht… vor allem, da die große Versöhnung logischerweise am Ende erfolgt.

Ach ja, und natürlich hatten die beiden Sex und steigen mit Unterwäsche aus dem Bett… Aber da kann man der Serie keinen Vorwurf machen, das ist in allen gängigen Serien so und sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Am Ende liegt Tarima, nachdem sie ihre Fähigkeiten gezeigt hat, im Koma und wir dürfen gespannt sein, wie die Geschichte um die beiden weitergeht. Die Fähigkeiten, die Tarima demonstriert, sind zudem auch interessant, auch wenn hier sicher einige meckern würden, es wäre für Star Trek wieder zu blutig. Weitere Fußnote: So erfahren die anderen, dass Tarima und Caleb nun zusammen sind.

Angst auf dem Schiff

Der weitere Plot funktioniert zwar, aber auch hier muss man leider das ein oder andere Auge zudrücken. Okay, eine Übung am “echten” Objekt kann man ja noch durchgehen lassen, sowas erhöht immerhin den Lerneffekt und die letzten Jahre scheint ja nichts passiert zu sein.

Dass dann natürlich ausgerechnet dann was passiert, wenn unsere Helden an Bord sind, ist dem Seriengesetz geschuldet… Oder in dem Fall eher dem Plan von Braka. Ebenso kann man schon an einer Hand abzählen, wann das obligatorische Redshirt (in dem Fall Cmdr. Timov, der Kadettentrainer) das Zeitliche segnet, damit auch ja die Helden allein in der Misere hocken. Und am Ende darf sich dann einer noch für das große Ganze opfern, in dem Fall der Vulkanier des War College. Das verpufft immerhin nicht komplett emotionslos, da man ihn die Folgen vorher schon kennengelernt hat, ist aber dennoch weit von einer tiefgehenderen Reaktion entfernt. Aber immerhin, zumindest an der Stelle ein Impact.

Und ja, der Rest der Jagd auf dem Schiff ist so aus diversen Horrorklassikern bekannt, aber auch die laufen halt immer nach einem Schema ab, und so auch hier. Witzig ist allenthalben noch, den Bordcomputer zu überzeugen, dass man die neue Crew ist, wobei eine Comicserie eine Rolle spielt. Comics im 32.Jahrhundert, nunja. Vielleicht ein bisschen “drüber”, aber man kann damit leben.

Insgesamt macht unsere Kadettenriege durchaus eine gute (Teamwork)-Figur und auch bei Jay’Den scheint sich eine Beziehung anzubahnen. Auch das war aber über die letzten Folgen vorbereitet worden.

Und auch hier noch eine Anmerkung: Es gibt Waffen, die photonische Lebensformen beschädigen können, wie man hier sieht, denn Sam geht es am Ende der Folge noch richtig mies.

Brakas Plan

Bleibt unterm Strich nur noch Brakas Plan. Eigentlich hatte ich mich ja gewundert, warum der Kerl so schnell da ist, oder sich, ähnlich wie Vance, nicht einfach als Hologramm “dazu beamt”, am Ende gehört das aber alles zu seinem Plan und er hasst Nahla richtig gehend, von daher nimmt man es ihm ab, dass er hier wirklich live vor Ort ist.

Bevor wir uns aber Braka weiter anschauen, sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass man immer noch nicht weiter nach Calebs Mutter sucht, was ja eigentlich einer der Hauptmotivatoren war. Klar, man kann sicher nicht jede Woche in der Richtung ermitteln, man ist ja ein Akademieschiff, aber angeblich ist das doch auch Nahlas Hauptaugenmerk, da hätte sie ruhig etwas stärker dahinter sein können. Hoffentlich wird das nicht alles ad hoc in der letzten Folge aufgelöst.

Aber wieder zu Braka, der hier, nicht nur mit Nahla sodern auch mit Vance, ein schönes Katz- und Mausspiel spielt. Die Dialoge und Szenen gefallen durchaus, auch weil alle recht verschlagen um den anderen herumtänzeln. Am Ende war alles nur ein Trick, um eine Geheimwaffe aus dem Labor zu stehlen – durchaus gut inszeniert.

Allerdings kann mir keiner erzählen, dass man nicht, in dem man einfach in jedes Lagerregal schaut, schnell findet, was er geklaut hat. Mit Roboterhilfe und allem drum und drsan sollte man das doch physikalisch schnell orten können, zumal im 32.Jahrhundert. Aber vielleicht ist es ja wirklich etwas so Banales, das es untergeht, das werden wohl die nächsten Folgen zeigen müssen.

Hoffentlich ist es nicht die nächste, Galaxie-zerstörende Waffe. Denn wenn doch, wäre das in der Tat ein Armutszeugnis und eine ständige Wiederholung der gleichen (Kurtzman-)Tropen. Aber soweit sind wir noch nicht.

Bewertung

Für den Augenblick bleibt eine durchaus unterhaltsame Folge übrig. Ja, an ein paar Stellen muss man wohlwollend ein paar Augen zudrücken, das stört an dieser Stelle aber weniger, da es sich eben nicht zu sehr häuft. Giamatti und Hunter spielen diesmal auf jeden fall gut gegeneinander auf und auch die Story um Tarima und Caleb überzeugt. Hinzu kommt, das mit den Furien eine weitere Rasse aus den Büchern in den Kanon überführt wird - da kann man auch verzeihen, dass das Horrorszenario auf der Miyasaki in gewohnten (Horrorfilm)-Bahnen verläuft.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Für den Augenblick bleibt eine durchaus unterhaltsame Folge übrig. Ja, an ein paar Stellen muss man wohlwollend ein paar Augen zudrücken, das stört an dieser Stelle aber weniger, da es sich eben nicht zu sehr häuft. Giamatti und Hunter spielen diesmal auf jeden fall gut gegeneinander auf und auch die Story um Tarima und Caleb überzeugt. Hinzu kommt, das mit den Furien eine weitere Rasse aus den Büchern in den Kanon überführt wird - da kann man auch verzeihen, dass das Horrorszenario auf der Miyasaki in gewohnten (Horrorfilm)-Bahnen verläuft.Spoiler-Review: "Starfleet Academy 1x06 - Komm fort"
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