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StartNews & StoriesSpoiler-Review: "Starfleet Academy 1x08 - Das Leben der Sterne"

Spoiler-Review: “Starfleet Academy 1×08 – Das Leben der Sterne”

Kurz vor Schluss wird es nochmal ruhiger. Tom wirft in seiner SPoiler-Kritik einen Blick darauf.

Charakterstudien

Zunächst einmal muss ich meinen Eingangssatz von letzter Woche revidieren, denn die Sternzeit in dieser Folge zeigt auf Ende Mai 3192, oder anders ausgedrückt, es sind wirklich über 6 Monate vergangen und wir sind wirklich im Sommersemester.

Nach den Ereignissen von Folge 6 haben unsere Kadetten ihre Traumata noch nicht wirklich verarbeitet, daher muss Hilfe her. Das mag in der Tat nicht ganz mit Folge 7 zusammenpassen, wie Kollege Christopher rezensiert, und ja, vielleicht hätte man die auslassen können. So oder so ist das hier quasi die eigentliche Fortsetzung der Geschichte auf der Miyazaki.

Und die Trailer (bzw. Vorabinfos) hatten es ja schon von der Decke geplärrt: Auch Tilly ist, zumindest in einer Folge, dabei und dies ist nun die Folge. Denn Tilly soll das Trauma der Kadetten lösen. Eigentlich wäre sie ja erst für Kadetten im dritten Jahr zuständig – ein subtiler Hinweis, das sie in einer möglichen Staffel 3 (die wohl nicht kommen wird?) eine größere Rolle einnehmen würde?

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Ich weiß, Tilly ist genauso umstritten wie damals Burnham, was nicht unbedingt an ihrer Körperfülle sondern an ihrem anfangs doch etwas naivem Gehabe lag (an Sam kommt sie aber bei weitem noch nicht ran). Ich persönlich gehöre zu denjenigen, die den Charakter mögen und gern mehr von ihr sehen würden, insofern ist es schön zu sehen, dass sie inzwischen sattelfester ist und in ihrem Ausbildungsjob wohl aufgegangen ist.

Nicht nur das, entwickelt sich zwischen den drei alten Professoren (Nahla, Reno, und eben Tilly) eine ganz eigene Dynamik, die rundum zu gefallen weiß. Da ist zwischen leichten Stichelein halt voll eine Freundschaft spürbar  – okay, bei Reno und Tilly sowieso aber auch Nahla fügt sich da gut ein. Da hätte es durchaus gern mehr davon sein dürfen.

Allerdings lässt sich freilich auch darüber streiten, ob Theater nun das richtige Mittel ist, ein Trauma zu bewältigen oder nicht, aber darum soll es hier nicht gehen. Tilly schustert in jedem Fall allen eine gewisse Rolle zu, was aber nur Mittel zum Zweck ist, aber dazu kommen wir noch.

Plot A: Sam

Beginnen wir mit dem (zumindest in meinen Augen) schwächeren Plot der Folge, und das ist der um Sam.

Der Urlaub im Spa hat nämlich nichts gebracht und sie leidet immer noch unter Ausfällen. Wie wir später erfahren muss auch sie ein Trauma überwinden, sie ist damit also das erste Hologramm mit einem Knacks. Und selbstredend sagt sie davon den anderen nichts, bis sie umkippt – das übliche Klischee bei Serien mit jugendlichen Themen halt. Gerade hier hätte ich mir vielleicht mal etwas Abwechslung gewünscht, aber sei es drum. Leider reagiert sie gerade auch wieder zu Beginn in der Theatertruppe absolut “drüber” und wird daher ihrem nervigen Image mehr als gerecht.

Nachdem es dann aber soweit ist, und alles enthüllt wurde, reist sie mit Nahla und dem Doktor – nicht in der TARDIS sondern einem Shuttle – zu ihrer Heimatwelt (deren Pyramide im All frappierend an etwas ähnliches aus Star Wars erinnert). Und ja, natürlich wird die folgende Szenerie in einer Art Traumsequenz nur in den Kulissen der Akademie abgehalten, weil sich die photonischen weigern, jemanden auf ihrer Welt zu dulden. Sparen pur, insofern muss ich Kollege Christopher wieder recht geben. Es ist schon auffällig, dass nahezu alle Folgen bislang im gleichen Saal des Akademiesets stattfinden, aber gut, das soll jetzt nicht hier Thema sein.

Wie ich ja bereits in Folge 1 angedeutet hatte, wird nun Thema, warum der Doktor so abweisend ist, auch und gerade zu Sam. Auch Robert Picardo hatte es in diversen Interviews vorab ja schon gesagt: Der Doktor ist ein gezeichneter Mann, der nicht verwinden kann, dass er seine Freunde um sich herum in 800 Jahren hat sterben sehen….

Aber halt, es geht ihm hier nicht darum, dass andere gestorben sind, etwa Janeway, Seven oder Harry. Nein, er trauert seiner holographischen Familie aus der Voyager-Folge hinterher (welche Staffel weiß ich jetzt nicht mehr). Dabei hat er die gar nicht so intensiv kennengelernt wie die „Organischen“, mit denen er jahrelang gedient hatte. Ich verstehe natürlich die Intention, denn man muss an der Stelle Sams Schöpfer überzeugen und da wäre es doof gekommen, wenn er gesagt hätte, er trauere nur um Organische, so ein bisschen ist das aber schon ein Schlag ins Gesicht für die Fans. Das war an der Stelle nämlich schon etwas zurechtgebogen.

Ansonsten ist seine Argumentation sicherlich nachvollziehbar und es ist schön, dass Sams Schöpfer hier sofort offen sind und sagen, sie wollen ihr helfen und sie auch zurückschicken. Kein „wir löschen sie, sie muss hierbleiben“ oder ähnliches, Hier erreichen die Argumente von Nahla und Co. noch was – ein Ausbruch aus den üblichen Klischees, der an der Stelle zu erwarten gewesen wäre und der gerade deswegen gut gefällt.

Ob man jetzt die Heimatwelt ebenfalls auf einem zeitlichen Differential hätte setzen müssen (wie die ebenfalls erwähnte Welt aus „Es geschah in einem Augenblick“ aus Staffel 6 von Voyager, nicht ohne Grund auch eine meiner Top-Folgen) sei an der Stelle mal dahingestellt. Denn Sam ist ein Hologramm, man hätte es auch einfach mit einem „Fast Forward“-Knopf innerhalb einer Simulation laufen lassen können, das wäre eine ebenso gute Erklärung gewesen, als wieder so eine Kamelle auspacken zu müssen. Es spielt aber letztlich nur eine kleine Rolle, daher, wie gesagt, sehen wir mal darüber hinweg.

Der Doktor wird am Ende jedenfalls Sams neuer (Adoptiv-)Vater und wir dürfen sicher gespannt sein, wie es hier weitergeht.

Plot B: Tarima

Der zweite Plot der Folge ist deutlich interessanter und stellt Tarima in den Mittelpunkt. Zu ihr stoßen dann später noch Caleb und Genesis und hier stimmt einfach viel mehr, als im Plot um Sam. Hinzu kommt, dass die drei sowieso zu meinen Lieblingsfiguren zählen, von daher kann da nicht mehr viel schief gehen, oder?

Erfreulicherweise tut es das auch nicht. Und während die drei im Vordergrund stehen, kommen zumindest Jay-den und Darem auch noch kurz zur Geltung (Erkältung/Gefasster sein). Ja, sie werden hier quasi nur etwas im Vorbeigehen gestreift, so dass sie eben auch von Tillys „Therapie“ profitieren, es gefällt aber trotzdem, dass sie hier nicht völlig vergessen wurden. Aber zurück zu unseren Big Three.

Tarima ist nun in der Akademie (was sie eigentlich von vorneherein schon hätte sein müssen, man hat also nur einen längeren Umweg gewählt, über den man sich vortrefflich streiten lassen kann). Dies nicht einfach so, immerhin bemüht man sich hier um eine Erklärung, denn nach ihrem „Superkräfte-Ausbruch“ soll sie mehr der Wissenschaft dienen, und solche Kurse kann das Kriegscollege nicht bedienen. Kann man machen, wirkt aber unterm Strich genauso fadenscheinig wie die Erklärung des Doktors, dass er nur seiner Holofamilie nachtrauert und nicht den anderen. Aber gut, darum geht es ja auch nicht vordergründig.

Tarima wird mit einigen merkwürdigen Blicken bedacht, was verständlich ist, nachdem nun eben alle wissen, was es mit ihr auf sich hat. Stark ist an der Stelle, das vor allem Caleb offen auf sie zugeht, um ihr klar zu machen, dass er weiter mit ihr zusammen sein will, trotz ihrer Kräfte. Das gipfelt in einer schönen Szene, in der Tarima zwar betrunken ist, aber klar macht, dass sie ihm nicht glaubt und auf Distanz halten will.

Das ist durchaus stark gespielt und man merkt die Chemie den beiden Darstellern an. Auf der anderen Seite ist es halt wieder das übliche (und eingangs erwähnte) Teenager-Klischee. Ich stoße erstmal jeden Weg, damit es mir noch schlechter gehen kann. Tarima wird es noch auf die Spitze treiben, etwas später, als sie bei dem Gespräch mit Tilly einfach davon stürmt. Da hat man eigentlich den Eindruck, es kippt langsam und macht bei ihr Klick, auch weil natürlich alle die Dialoge des Theaterstücks so spielen, dass sie auf die aktuellen Probleme der Teenager gerichtet sind, was sowohl der Zuschauer, als auch Tilly kapieren. Nur Tarima braucht etwas länger.

Und daran hat auch Genesis einen erheblichen Anteil. Die war ja in gewisser Weise auch schon von Beginn in an Caleb interessiert, etwas, das hier thematisiert wird und von Tarima auch offen angesprochen wird. Die wird nämlich, ähnlich wie Darem in Folge 1 zu Caleb, prompt mit ins Zimmer zu Genesis einquartiert (kann man wieder als Klischee abtun, aber auch das sei nun mal egal).

Denn die beiden sprechen sich aus und auch das ist eine sehr starke Szene, wenn Genesis beteuert, sie und Caleb sind nur Freunde und beide sich dann auch der Freundschaft versichern und Hand in Hand nebeneinander einschlafen (vielleicht hat man ja den Mut und geht hier Beziehungstechnisch weiter? Es würde in jedem Fall passen).

So oder so sind das natürlich starke Szenen, die die Charaktere voran bringen und Tarima später umdenken lassen. Da die Szene mit Genesis nach der Betrunken-Szene kommt aber noch bevor Tarima bei Tilly rausstürmt, hat man als Zuschauer eben schon im Kopf, dass es bei Tarima klick gemacht hätte und sie eben nicht rausstürmt. Da hätte es andersrum vielleicht besser gepasst und man hätte die Weglaufszene eher bringen können (dann wäre Tarima aber nicht betrunken gewesen und hätte sich Genesis gegenüber nicht geöffnet). Aber gut, da meckern wir hier eher Banalitäten an.

Insgesamt bleibt am Ende eine wieder geeinte Kadettenfront, mit der man in die beiden Finalfolgen gehen kann.

Bewertung

Wer Action sucht, sucht hier vergebens, denn diese Folge ist eine ruhige Charaktergeschichte, die viele der Helden voranbringt und mit einem Gastauftritt von Tilly punktet. An ein paar Details in der B-Note (Klischees!) kann man zwar rummäkeln, unterm Strich ist die Folge aber durchaus gut.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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