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StartDaily TrekZweitrezension: "Strange New Worlds 4x03 - Menschlicher bester Freund"

Zweitrezension: “Strange New Worlds 4×03 – Menschlicher bester Freund”

Folge Drei der neuen Staffel führt…. Auf einen Drogentrip? Was da dahinter steckt, klärt Tom in seiner Spoiler-Review.

Es ist ja nichts Neues…

Gleich zu Beginn sehen wir die Rivalitäten zwischen Ortegas und Scotty, welche sich ja genau genommen schon die letzte Folge zumindest ein klein wenig angedeutet haben. Kenner der Materie werden an der Stelle schon wissen: am Ende sind die beiden Freunde (und werden künftig vielleicht sogar mehr) – und genauso kommt es auch. Scotty erzählt von seinen Geschwistern und auch Ortegas darf ihre Flugsehnsucht erklären. Man könnte also sagen es gibt eine Charakterentwicklung (Sort of) welche die Folge… nun ja, aufwertet ist wohl zuviel gesagt, da es sich halt nach einem obligatorischen Standard-Baustein anfühlt. Fast könnte man meinen, man wollte den beiden Charakteren mal etwas mehr zu tun geben, ein Schelm wer Böses dabei denkt. Dennoch, irgendwie passt das schon und geht in Ordnung.

Allerdings, mit der letzten Szene  als eine der Besseren in dieser Review anzufangen, sagt schon einiges über die Folge aus bzw. über das, was da noch kommen wird. Denn die Crew begibt sich, kurz vor diplomatischen Verhandlungen, nach Cesnar, einem Urlaubsplaneten in der Tradition von Risa und anderen. Der ist dann auch bunt und schrill und ganz im Widerspruch zu besagten anderen Welten (und wird denen daher kaum den Rang ablaufen können). Der Aufhänger mag ja noch okay sein, aber spätestens mit der Ankunft dort gehen die Probleme los.

Denn auf dem Planeten herrscht ein Nebel vor, der einen sofort high macht. Urlaub auf Drogen, ganz legal. Das ist also die Quintessenz der Folge. Wenn man ganz böse ist also sogar „Drogen sind gar nicht so übel“, und das ist eine Botschaft, die eigentlich eklatant der Message von Star Trek widerspricht. Hinzu kommen natürlich die Kontrollverluste, die den Crewmitgliedern hier widerfahren. Klar, das ist dazu gedacht, dass es witzig ist, ist aber mindestens so problematisch, wie die Message mit den Drogen. Da bekommt Pike Tattoos, die er eigentlich nicht will und andere hampeln in aufgetakelten Kleidern herum. Es wird zwar nicht explizit erwähnt oder gezeigt, aber was ist denn, wenn es mal feucht-fröhlicher wird? Selbstbestimmung am eigenen Körper und so. Okay, man könnte jetzt sagen in den 80ern hat das auch keinen interessiert, da war das gang und gäbe. Stimmt natürlich, es ist aber gefährlich, das in der heutigen Zeit auf eine „ist halt wie in den 80ern“ herunterzubrechen und schulterzuckend weiterzumachen. Wie erwähnt ist das nicht die Botschaft, die man in Star Trek gezeigt haben will.

Von diesen Punkten abgesehen gibt es aber auch einen sicherheitsrelevanten Aspekt. Denn wie deutlich wird (später auch durch die Bombe) könnten unsere Helden ja quasi Sternenflottengeheimnisse ausplaudern. Dass das alles so lapidar mit „nach ner Stunde ists wieder vorbei“ abgetan wird, trägt nicht gerade positiv zur Folge bei. Das Ganze gipfelt dann in einer Szene um einen abgetrennten Finger. Was wohl als Hommage an James Doohan gedacht ist (dem ja ein Finger fehlte, auch wenn es wohl nicht der Daumen war) ist an der Stelle aber leider so absolut drüber, dass es halt bei allem Witz, auf dem die Folge aufgebaut ist, absolut unpassend daherkommt. Derart derber Humor passt halt einfach nicht zu Star Trek.

Nun hat Strange New Worlds natürlich nie einen Hehl daraus gemacht, dass man hier experimentieren will, und die Folge gehört eindeutig zu dieser Kategorie, aber wie schon in der Vorwoche so muss man auch hier sagen: das war wohl leider nichts. Und das liegt auch daran, dass viele der Gags nicht unbedingt zünden wollen und zudem wie altbekannte Versatzstücke wirken. Zugegeben, das mag nicht bei jedem der Fall sein und ist in gewisser Weise subjektiv. Aber vom Humor abgesehen, hat die Folge noch ein paar andere Probleme.

B-Plots

Im Grunde ist die Folge ja eine Charakterstudie für Scotty und Ortegas, die mehr schlecht als recht funktioniert. Dementsprechend handeln die beiden quasi nacheinander einzelne Stationen, in Neudeutsch, Quests, ab. Das fängt nach der durchzechten Nacht mit dem Aufwachen an und das man nach einem Brief den Captain suchen muss. In gewisser Weise also, wie wir später erfahren, von den beiden selber ein wenig orchestriert. Uhura mit ihrem Kleid mag ja noch okay sein, was aber wohl mehr daran liegt, dass man von ihrer Party eher etwas wenig erfährt (und gar nicht mehr erfahren will).

Dann haben wir Una, welche hier singen darf – wie ich inzwischen erfahren habe wohl auf Klingonisch (statt Illyrianisch) und M’Benga, der an der Bar bedient, wobei der „Es ist Grün“-Witz nicht fehlen darf. La’an darf etwas von ihrer brutalen Seite zeigen und Chapel pokert mit..äh, Vampiren aus Buffy? Joa, kann man machen, ist jetzt vielleicht nicht unbedingt ein Highlight, stört jetzt aber auch nicht unbedingt. Okay, zumindest abgesehen von La’ans und Chapels Einlagen, die halt ein wenig drüber sind und damit unpassend. Pike verpasst sich wie gesagt Tattoos, was wie eingangs erwähnt auf mehreren Ebenen problematisch ist (was ist eigentlich, wenn das im Gesicht eine Beleidigung für die Diplomaten gewesen wäre?).

Und dann sind da noch Kirk und Spock. Spock hilft den beiden (Haupt-)Protagonisten in der Folge desöfteren, wobei es vor allem diese Einlagen sind, die für mich am besten funktionieren. Sei es von der Pflanzenverschmelzung, hin zu Ortegas und Scotty als eben diese Pflanzen (sogar recht witzig) bis hin zum Schluss auf der Enterprise, wo er mit seiner Expertise zur Seite steht. Also ja, der Logik-Kontrast-Humor ist eines der wenigen Dinge, die hier funktionieren. Kirks Auftauchen wird hingegen lange Zeit „versteckt“ gehalten, um zu suggerieren, dass es sich wirklich um eine Halluzination handelt. Erst später, beim Zurückbeamen, wird Kirk neben Spock gezeigt (auch erst am Schluss), um deutlich zu machen, dass er wirklich da war. Bei den vielen Dialogen der beiden, vor allem zum Ende, hatte selbst ich mir gedacht, das es eigentlich schade wäre, wenn Kirk nicht wirklich da wäre. Ich hatte den Autoren sogar zugetraut, Kirk und Spocks Freundschaft auf dieser Halluzination basieren zu lassen.

Ganz so schlimm kommt es dann zwar nicht, die letztlich Lösung ist nur leidlich besser. Denn Kirk war wirklich da und Spock hat ihm im Drogenrausch seine ganzen Geheimnisse erzählt. Warum kann sich Kirk eigentlich so klar daran erinnern? Er scheint recht immun gegen den Drogeneinfluss zu sein. Und hat Spock dann auch von Sybok erzählt? Oder Michael? Und warum weiß Kirk später nichts mehr davon?

Viel problematischer als diese Ungereimtheiten ist aber der Fakt, dass Spock hier sagt, er hatte noch nie einen menschlichen Freund. Was ist dann etwa mit Chapel oder La’an, mit der er eine Beziehung hat? Und vor allem hat er in einer der letzten Staffeln selbst Pike als Freund betrachtet. Warum sollte Kirk dann plötzlich einen höheren Stellenwert einnehmen bzw. sich Spock danach sehnen? Viel fataler ist jedoch, dass hier quasi Kirks und Spocks Freundschaft begründet wird/werden soll – und das am Ende alles auf einem Drogenrausch basiert. Warum nur wird die Entwicklung dieser Freundschaft, die ja immerhin später galaxisweite Bedeutung durch ihre Taten erhält, so lapidar abgehandelt, statt sie natürlich zu entwickeln? Fairerweise könnte das in den nächsten Folgen ja noch passieren, irgendwie will ich daran aber nicht so recht glauben.

Was also sicher gut gemeint war und eigentlich ein kleiner Höhepunkt sein sollte, verpufft damit ein wenig in der Bedeutungslosigkeit. Schade.

Main-Plot und Finale

Zurück zur Quest von Ortegas und Scotty, die halt leider ebenfalls mit einigen Hürden gespickt ist. Das „verlorene“ Shuttle und das Spiel des Resortleiters sind ja noch okay, bei dem Chip im Gips muss man aber das erstemal mit dem Kopf schütteln, auch wenn sich, wie sich später herausstellt, das alles ein „toller“ Plan war. Ein paar andere Einlagen (Una, Spock) auf dem Weg dahin sind ja noch ganz witzig, ein paar andere (La’an, Chapel) eben nicht.

Und dann bringen sie irgendwann das Shuttle zurück aufs Schiff (wo ist eigentlich Nicht-Hallu-Kirk in der Szene?), weil ja die Verhandlungen anstehen. Nun mag es ja sein, dass Pike wirklich die Diplomaten im Drogenrausch früher eingeladen hat, wobei man sich fragen kann, warum die restliche Crew das durchgewunken hat. Und genau genommen hätte man dann die Stunde auch noch warten können, bis der Drogenrausch komplett abgeklungen ist. Es ist einfach unverantwortlich, dass sich eine „highe“ Crew derart aufs diplomatische Parkett begibt. Hier wurde das Drehbuch schon arg zurechtgebogen… und das leider auch nach der Entdeckung der Bombe. Statt Ortegas, die erstaunlich schnell wieder einigermaßen „nüchtern“ wirkt im Vergleich zu den anderen, zu irgendjemand (!) anderem der 400 Mann starken Crew rennen zu lassen, platzt sie natürlich in die Verhandlungen und kann den highen Leuten nicht klar machen, worum es geht, logo. Zwar funktioniert es dann doch irgendwie mit Spock als Retter in der Not, aber auch hier hat man Entwicklungen wieder ohne Sinn und Verstand ins Drehbuch geklatscht. Nach den vielen Fehlern bis zu dieser Stelle kann ich auch ein „aber das machen andere Serien doch auch so“ leider nicht mehr gelten lassen.

Übrigens sind irgendwelche Extremisten für die Bombe verantwortlich, die aber nicht gezeigt werden und auch nicht weiter von Belang sind. Auch hier: die Bombe ist nur ein Plot-Device, Sinn und Zweck hinterfragt man nicht. Vor allem dann nicht, wenn das Schiff in bunten Feuerwerksfarben explodiert, was zufälligerweise die gerade eben gescheiterten Verhandlungen doch noch rettet. Wie schön wäre es gewesen, die Crew mal scheitern zu sehen? Aber nein, das ist ja eine Quatsch-Folge, also muss der Quatsch auch zum Ende hin nochmal… nunja, krachen. Mag man vielleicht noch die Feuerwerksexplosion (im All (!)) akzeptieren, vielleicht weil es auf Cesnar eben nix anderes gab, womit man die Bombe hat basteln können, die Rettung der Verhandlungen eben genau dadurch in diesem Moment ist dann an der Stelle halt zu sehr konstruiert.

Bewertung

Ein Gag-Feuerwerk (im wahrsten Sinne), das aber zumeist nur aus bekannten Versatzstücken besteht und dessen Gags nur stellenweise zünden. Charakterentwicklungen, die nicht natürlich, sondern konstruiert wirken. Und eine Message über Drogen, die man so nicht gutheißen kann. Experimente bei den Folgen schön und gut, aber irgendwann ist es halt zuviel. Wie sagt Chapel am Ende? Man könnte da doch jedes Jahr hin. Jede Season eine derartige folge? Nein danke. Nun gut, durch das aus nach Season 5 wird es zumindest dazu nicht kommen). Unter Strich: Das war leider wieder nicht wirklich was herausragendes. Wer dem Humor etwas abgewinnen kann, darf aber gerne einen Stern drauflegen.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Ein Gag-Feuerwerk (im wahrsten Sinne), das aber zumeist nur aus bekannten Versatzstücken besteht und dessen Gags nur stellenweise zünden. Charakterentwicklungen, die nicht natürlich, sondern konstruiert wirken. Und eine Message über Drogen, die man so nicht gutheißen kann. Experimente bei den Folgen schön und gut, aber irgendwann ist es halt zuviel. Wie sagt Chapel am Ende? Man könnte da doch jedes Jahr hin. Jede Season eine derartige folge? Nein danke. Nun gut, durch das aus nach Season 5 wird es zumindest dazu nicht kommen). Unter Strich: Das war leider wieder nicht wirklich was herausragendes. Wer dem Humor etwas abgewinnen kann, darf aber gerne einen Stern drauflegen.Zweitrezension: "Strange New Worlds 4x03 - Menschlicher bester Freund"
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