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StartStrange New WorldsStrange New Worlds - Season 4Kurzrezension: "Star Trek: Strange New Worlds" - 4x05 "Level-Five Transporter Accident"

Kurzrezension: “Star Trek: Strange New Worlds” – 4×05 “Level-Five Transporter Accident”

Die Enterprise befindet sich auf Kurs nach Vulkan. Nachdem La’An Noonien-Singh Spock das Ende ihrer romantischen Beziehung erklärt, sucht dieser Unterstützung bei T’Pring, um wieder verstärkt den Weg der Logik zu beschreiten. Während er ihre Ankunft erwartet, hilft Spock Chefingenieur Scott bei der Durchführung eines Experiments, um die Reichweite des Transporters zu erhöhen. Durch eine Fehlfunktion wird mit Ausnahme von Spock dabei die gesamte Besatzung in Puppen verwandelt.

Was meinen wir mit “spoilerfrei”?

Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen dazu, was “spoilerfrei” bedeutet. Damit ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr die Rezension vorab lesen möchtet, machen wir hier transparent, was wir darunter verstehen:

  • Wir verraten keine wichtigen und unerwarteten Wendungen der Handlung bzw. Informationen über die fiktiven Welt und ihre Figuren.
  • Was im Vorfeld durch Vorschauclips und Trailer gezeigt wird, ist kein Spoiler.
  • Was im Cold Open (vor dem Vorspann) bzw. im ersten Akt (bei Episoden ohne Cold Open) passiert, ist kein Spoiler.
  • Handwerklichen Aspekte (Schauspiel, Drehbuch, Bühnenbild, Soundtrack, Spezialeffekte) sind keine Spoiler, sofern sie nichts Wichtiges über die Handlung verraten.

Level-Five Transporter Accident

Nun ist sie da: die Muppet-Folge. Es fällt zunehmend schwer, „Level-Five Transporter Accident“ noch als bloße Gimmick-Episode zu beschreiben, da die vierte Staffel von „Star Trek: Strange New Worlds“ fast ausschließlich aus solchen Episoden zu bestehen scheint.
Das Drehbuch für den Klamauk stammt von Henry Alonso Myers und Dana Horgan, die Regie führte Jordan Canning.

M'Benga und Chapel in "Level-Five Transporter Accident" (Photo: Jan Thijs/Paramount+)
M’Benga und Chapel in “Level-Five Transporter Accident” (Photo: Jan Thijs/Paramount+)

Im Großen und Ganzen handelt es sich bei „Level-Five Transporter Accident“ um ein Remake der „The Next Generation“-Folge „Rascals“. Statt jedoch vier Crewmitglieder in Kinder zu verwandeln, ist diesmal fast die gesamte Besatzung betroffen. Anstelle von Ferengi wird die Enterprise von deren TOS-Äquivalent in die Zange genommen. Der A-Plot dreht sich darum, wie die Crew die Kontrolle über ihr Schiff zurückerlangen kann – insbesondere, da nun die Touchscreens ausschließlich von Spock bedient werden können, was diesen mächtig unter Multi-Tasking-Druck setzt. Der B-Plot widmet sich der Frage, wie der vulkanische Offizier mit seinen jüngsten privaten und beruflichen Herausforderungen umgeht.

Schatz, ich habe die Crew geschrumpft

Die Puppen der Besatzung sind zweifellos das absolute Highlight der Folge – niedlich und zum Niederknien knuffig. Hergestellt wurden sie vom legendären Jim Henson’s Creature Shop, aus dem auch die “richtigen” Muppets stammen. Positiv fällt auf, dass sich „Level-Five Transporter Accident“ im Gegensatz zu anderen Episoden wie „Human Best Friend“ tatsächlich Gedanken über die praktischen Konsequenzen des absurden Settings macht und diese konsequent für die humorvolle Handlung nutzt.

Spock und Ortegas in "Level-Five Transporter Accident" (Photo: Jan Thijs/Paramount+)
Spock und Ortegas in “Level-Five Transporter Accident” (Photo: Jan Thijs/Paramount+)

Allerdings bleibt die Story so dünn wie möglich: Die Crew wird durch einen Unfall nahezu handlungsunfähig, das Schiff wird gekapert, und die Handpuppen schlagen zurück. Das „Erobert das Schiff zurück“-Motiv wird mit witzigen Details angereichert, die das Puppenkonzept immer wieder aufgreifen, sodass es nicht beliebig wirkt. Im Gegensatz zum aufgesetzt wirkenden Farb-Versprecher Uhuras in der Schwarz-Weiß-Folge der Vorwoche gelingt es „Level-Five Transporter Accident“, tatsächlich etwas aus der Prämisse für den Plot herauszuholen.

Gleichwohl bietet die Handlung unter der plüschigen Oberfläche wenig Substanz. Die Antagonist:innen bleiben weitgehend farblos, und die wenigen Wendungen der Haupthandlung wirken uninteressant. Spannung kommt gar nicht erst auf – was bei einem Puppenspiel jedoch vertretbar sein mag. Dennoch wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Folge über die launigen Zugeständnisse an das Puppen-Format hinaus etwas Herausforderndes oder Inspirierendes zu sagen gehabt hätte.

Schatz, unser Vulkanier ist ein Riesenbaby

Der B-Plot von „Level-Five Transporter Accident“ konzentriert sich auf Spock, der in seiner nicht enden wollenden Pendelbewegung zwischen menschlichem und vulkanischem Erbe erneut den Weg der Logik für sich entdeckt zu haben scheint.

Spock in "Level-Five Transporter Accident" (Photo: Jan Thijs/Paramount+)
Spock in “Level-Five Transporter Accident” (Photo: Jan Thijs/Paramount+)

Spock wurde vor 60 Jahren zum absoluten Publikumsliebling, weil sich sein innerer Zwiespalt meist unter der Oberfläche und im Subtext von Leonard Nimoys Schauspiel offenbarte. Zwar thematisierten einzelne Episoden Spocks duale Natur, doch mit Ausnahme von Einzelfällen wie „Amok Time“ motivierte dies nicht das Narrativ ganzer Folgen. Vielmehr trat es als nuancierte Facette eines meist größeren Plots zutage (z. B. in „The Naked Time“).

Vor allem war Spock dank Nimoys Darstellung und zunehmend konsistenter Drehbücher nach wenigen Folgen so etabliert, dass seine Natur zu einer Säule der Kontinuität der jungen Science-Fiction-Serie wurde. Wohldosiert erwies sie sich als natürliche Quelle von Konflikten in „The Original Series“.

Die Entwicklung von Ethan Pecks Spock ist meines Erachtens jedoch schon seit einiger Zeit in eine Sackgasse geraten. Eine Mischung aus Prequel-Fluch, schwachen Drehbüchern und einer überzeichneten Performance (die entweder auf Pecks Schauspiel oder die Regie zurückzuführen ist) hat die Figur für mich inzwischen weitgehend demontiert. Ein wesentlicher Reiz Spocks lag in seiner Unnahbarkeit und seiner Rolle als Außenseiter als Halbvulkanier. Durch routinemäßig zelebrierte Gefühlsausbrüche und wechselnde Liebschaften sind seine Alleinstellungsmerkmale jedoch stark geschwunden. Zudem verschwendet die Serie keine Zeit damit, Spocks intellektuelle Fähigkeiten herauszustellen, die ihn in der Originalserie regelmäßig zu scharfsinnigen, für den Rest der Crew unintuitiven oder gar provokanten Thesen befähigten.

Spock sollte der heimliche Star dieser Serie sein, doch ich empfinde die Beschäftigung mit seinem Liebes- und Gefühlsleben inzwischen als anstrengend und für das Publikum wenig ergiebig. Es ist dramaturgisch fragwürdig, die Figur beständig und ohne Katharsis im Kreis laufen zu lassen. Sicherlich ist der jüngste Schwenk in Richtung Logik der Tatsache geschuldet, dass sich „Strange New Worlds“ dem Ende nähert und an „The Original Series“ anschlussfähig sein möchte. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich der „Entwicklung“ der Figur inzwischen überdrüssig geworden bin.

Es wirkt unfreiwillig selbstironisch, dass diese vermeintliche Charakterfolge im Wesentlichen von Puppen bestritten wird, deren wolliges Innenleben sich durch Gleichförmigkeit und Sterilität auszeichnet. Wie die Puppen selbst, so lässt sich auch über „Level-Five Transporter Accident“ sagen: Große Klappe, nichts dahinter.

Mit Rücksicht auf die Leser:innen, die die Episoden noch nicht gesehen haben, bitten wir in den Kommentaren zu diesem Beitrag auf Spoiler zu verzichten. Danke!

Bewertung

Toll produzierter, harmloser und vorhersehbarer Puppenspaß, der konsequent auf sein Gimmick setzt. Spocks Eskapaden der Selbstfindung wirken inzwischen dennoch sehr ermüdend.

Bewertungsübersicht

Gesamt
Seriestrange-new-worlds
Christopher Kurtz
Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

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