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Henning Koonert (hk), Peter Glotz (pg)02.09.09

Hinter den Kulissen von "Star Trek"

Netters Filmwelt-Center: Ein Stück Hollywood bei Hannover

Wer einmal hinter das Trek'sche Sperrholz schauen möchte, hat dazu noch bis Ende September in Launau bei Hannover Gelegenheit. Einen Großteil der erhalten gebliebenen Originalrequisiten aus "Star Trek" befindet sich nämlich im Besitz des Deutschen Martin Netter. Eine weltweit einzigartige Auswahl beeindruckender Sammlerstücke stellt er derzeit zur Schau.

Vor einiger Zeit hatten zwei TZN-Redakteure Gelegenheit zu einem Besuch in Netters Filmwelt-Center, in dem er neben zahlreichen "Star Trek"-Stücken auch Requisiten aus "Battlestar Galactica" zeigt. Lesen Sie im Folgenden unseren Bericht:

Plötzlich - fast unerwartet - ist man im "Star Trek"-Schlaraffenland, wenn man durch die Tür des Gebäudes im Gewerbegebiet Lauenau schreitet. Denn das Filmwelt-Center, direkt an der Autobahn A2 gelegen, ist unscheinbar. Zunächst weisen uns nur ein paar kleine Schilder darauf hin, dass hier eine umfangreiche Sammlung an Originalrequisiten zu sehen ist. Ein paar Meter weiter, ein Blick nach oben: Ja, hier sind wir richtig! Wo sonst würde eine Klingonenfahne im Wind flattern, wenn nicht über der von Martin Netter gemieteten Lagerhalle?

Wer also durch besagte Tür tritt, findet sich gleich im gut bestückten Merchandise-Shop des Filmwelt-Centers wieder. Man fühlt sich ein wenig in die 90er-Jahre zurückversetzt: Zum einen, weil Merchandise- und Comicläden damals eben genauso vollgestopft waren mit allerlei "Star Trek"-Artikeln. Zum anderen, weil ein guter Teil des Angebots an Tassen und T-Shirts, Poster und Plastikfiguren, Uhren und Uniformen tatsächlich noch aus dieser Hochphase des Trek-Booms in Deutschland stammt. Damals betrieb Netter einen Laden auf dem Ku'damm in Berlin, belieferte Dutzende Läden in ganz Deutschland und hatte sogar eigene Merchandise-Lizenzen.

Doch auch aktuelles Merchandise ist im Angebot: Actionfiguren zum neuen "Star Trek"-Kinofilm lassen das Sammlerherz höher schlagen, ebenso wie einige Artikel zur Neuauflage von "Battlestar Galactica", darunter Patches, Pins und Figuren.

Neben all dem Merchandise erwartet uns im Shop auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf die eigentliche Ausstellung. Einige Sternenflotten-Uniformen hängen im Raum - und zwar vor dem Sternenhimmel aus bedrucktem Stoff, den man vom Blick aus dem Fenster eines jeden "Star Trek"-Raumschiffs kennt. Genau, der! Der echte, der auch auf dem Bildschirm zu sehen ist. Denn das ist ja der Punkt der Ausstellung: Nachbildungen sind hier die Ausnahme, stattdessen werden seltene Originale gezeigt. In einer mit Konsolen im futuristischen Starfleet-Look ausgestatteten Ecke des Shops entdeckt man die Anfänge eines kleinen Cafés. Wer also demnächst hier die Bausteine der Zukunft betrachten möchte, wird sich mit einem Getränk in passendem Ambiente darauf einstimmen können.

In der Masse der Trek-Artikel in alten Erinnerungen schwelgend, waren wir im Grunde schon längst glückselig gestimmt, dabei stand uns die eigentliche Führung durch die Ausstellung - sie kostet 10 Euro - noch bevor.

Gleich zu Beginn wird deutlich: Das Schlagwort für Netters Sammlung ist "Originalrequisiten". Und doch wird dieses Wort der beeindruckenden Bandbreite der Exponate keineswegs gerecht. Denn nicht nur Requisiten sind in der Lagerhalle zu sehen. Hier stehen Ausstellungsstücke aus fast allen künstlerischen Abteilungen, die dafür sorgten, dass "Star Trek" oder "Battlestar Galactica" am Ende optisch einen guten Eindruck machten.

Netter zeigt in seinem Filmwelt-Center Kulissenteile, Requisiten, Masken, Kostüme, Pappmodelle, Filmmodelle, Mannequins - ja sogar einen Make-up-Stuhl, auf dem jahrzehntelang die Hollywood-Stars Platz nahmen, hat der deutsche Sammler aus dem Besitz von Maskenbildner Michael Westmore ergattert. Auch der Neuauflage von "Battlestar Galactica" hat Netter eine eigene Ecke gewidmet. Sämtliche seiner BSG-Exponate gehören zu den rund 800 Props, die im Januar bei der ersten Live-Auktion unter den Hammer kamen. Damals war Netter einer der ganz wenigen Sammler, die nicht bloß im Internet ihre Gebote abgaben. Stattdessen reiste er zur Auktion nach Kalifornien, traf Mitglieder der Produktionscrew, und überzeugte sich persönlich von der Qualität der Gegenstände und Kostüme.

Größtes Ausstellungsstück ist ein oft gezeigter Teil der Offiziersquartiere - die Original-Koje von Kara Thrace, komplett mit Bettwäsche, Vorhang, Leiter, einigen Hygiene-Artikeln und Pilotenhelm. Spätestens jetzt weiß der BSG-Fan: Das Filmwelt-Center ist etwas Besonderes, denn es macht langgehegte Geek-Träume wahr. Gleich neben der berühmten Koje steht eine der charakteristischen, achteckigen Luken aus den Korridoren der Galactica. Ob sie wirklich so schwer ist, wie es in der Serie immer den Anschein hat, konnten wir leider nicht überprüfen. Das macht auch nichts, denn sogleich fällt der Blick auf das Präsidenten-Rednerpult von der Colonial One, und auf eines der typischen, freistehend-schlanken Konsolen-Elemente von der Pegasus. (Dieses Prop stammt übrigens noch aus dem Bühnenbild der nie auf Sendung gegangenen Neuauflage von "Lost in Space".) All diese Requisiten sind an sich von eher schlichter Natur, jedenfallsim Vergleich zu den futuristischen und oft farbenfrohen "Star Trek"-Designs. Dennoch kommt man als Fan der Serie heftig ins Schwärmen und würde am liebsten minutenlang alles ganz genau betrachten oder gar erfühlen.

Das Glanzstück der BSG-Ecke dürfte für viele Besucher die kleine, aber sehr feine Auswahl an Kostümen sein. Netter hat Helme und Overalls der Deckcrew ergattert, die teils noch aus der Miniserie stammen. Ebenfalls ausgestellt sind eine Uniform von Louis Hoshi, eine Uniform von Saul Tigh mit offenbar sehr unbequemen Gummistiefeln - und nicht zuletzt eine prächtige Admiralsuniform. Da kann man es als Besucher glatt verschmerzen, dass der eigentlich ebenfalls geplante Kauf des einzigen kompletten Raptors dann doch nicht zustande kam. Kurz: Allein diese "Battlestar"-Ecke ist für leidenschaftliche Fans der Serie schon den Besuch im Filmwelt-Center wert.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen freilich "Star Trek" und seine mehr als 40-jährige Geschichte: Ein bat'leth und mehr als 100 Kostüme sind ebenso zu sehen wie eine Brücke der Classic-Enterprise (ein detaillierter Nachbau; das Original ist nicht mehr erhalten). Also alles Dinge, die man sonst nur auf der Mattscheibe oder Kinoleinwand zu Gesicht bekommt; diese Ausstellungsstücke einmal ganz nah und "in echt" zu sehen, das war unsere Reise nach Lauenau in jedem Fall wert.

Dabei ist das, was Netter hier auf über 1000 Quadratmetern ausgestellt hat, nur ein kleiner Bruchteil seiner kompletten Sammlung, wie er uns während der nostalgischen und spannenden Führung erklärte. Einzelne Gegenstände aus 35 Jahren "Star Trek" hat er zwar schon lange gesammelt, doch der Großteil seines Schatzes ist - überraschend - noch gar nicht so lange in seinem Besitz. Richtig los ging es nämlich erst mit der "Star Trek"-Auktion bei Christie's ab Oktober 2006.

20-mal mehr als das, was man in der Ausstellung bewundern kann, hat Netter zwischen 2006 und 2008 in mehreren Frachtcontainern von Los Angeles nach Niedersachsen verschiffen lassen, darunter rund 600 Kostüme aus allen "Star Trek"-Serien und -Filmen, die fast komplette Brücke der NX-01 - und das wohl größte Einzelstück und auch das Glanzstück seiner Sammlung, wie Netter sagt: eine Raumfähre aus "Enterprise". Original, natürlich.

Sehenswertes gibt es auch in der zur Schau gestellten Auswahl genug: Neben der Classic-Brücke hat sich ein kleines Borg-Kollektiv eingenistet, komplett mit Alkoven und Königin. In einer anderen Ecke stehen Teile der romulanischen Senatskammer aus "Nemesis", in der Mitte des Ausstellungsraums prunkt ein Teil einer klingonischen Brücke nebst einem entkleideten Xindi-Waffenschiff.

Zwischen all den Kulissenteilen, Kostümen und Requisiten läuft man beinahe Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Aber nur beinahe, denn den rechten Weg weist das eigentliche Highlight der Ausstellung, Martin Netter selbst. Unterhaltsam führt er durch seine Exponate und versorgt die Besucher mit zahlreichen Informationen und Anekdoten, die er bei Besuchen auf dem Paramount-Gelände, der BSG-Auktion und in Gesprächen mit den Arbeitern hinter den Kulissen gesammelt hat.

Im Gespräch mit dem leidenschaftlichen Sammler wird auch klar, dass es ihm nicht in erster Linie darum geht, die Requisiten selbst zu besitzen. Wichtiger ist ihm vielmehr, die Exponate schlicht zu erhalten und seine Besucher mit der Kunstfertigkeit hinter den Kulissen vertraut zu machen. Netter würde sogar einen Großteil wieder hergeben - wenn er wüsste, dass die Requisiten in der zusammengestellten Form in gute Hände kämen.

Aber noch steht die Ausstellung im Filmwelt-Center. Bei unserem Besuch haben wir so sehr gestaunt, so gern in alten Erinnerungen geschwelgt und so viel über die Hintergründe der Produktion erfahren, dass wir alle Fans von "Star Trek" und "Battlestar" sehr gern dazu aufrufen, auch einmal nach Lauenau zu kommen. Die Mühe wird mit einem einzigartigen Nachmittag belohnt.

Wenn Sie diese weltweit einzigartige Ausstellung von Originalen aus "Star Trek" und "Battlestar Galactica" besuchen möchten, dann haben Sie noch bis zum 27. September 2009 die Chance dazu. Das Filmwelt-Center direkt an der A2 in Lauenau (bei Hannover) ist täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet, bei Besuchen am Wochenende wird um vorherige Anmeldung gebeten. Weitere Informationen findet man auf Martin Netters offizieller Website.

Und wer weiß, vielleicht darf, wer ganz lieb fragt, ja sogar mal auf Kirks Sessel, Archers Couch oder in Starbucks Koje platznehmen...

Fotos: 24u Media / TrekZone Network

Dieser Artikel ist auch zusammen mit weiteren Texten rund um "Star Trek" in der September-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(hk, pg - 02.09.09)

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