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Martin Weinrich (wc)16.02.11

Mein (englisches) "Star Trek"-Romanjahr 2010

Jedes Jahr erscheinen in Amerika ungefähr zwölf neue "Star Trek"-Romane, pro Monat also ein Buch. Es ist löblich, dass der amerikanische Verlag diesen Veröffentlichungsrhythmus relativ gut einhält. Lesen Sie hier eine persönliche Sicht auf das "Star Trek"-Romanjahr 2010 von Martin Weinrich.

Destiny war ein Highlight 2009
2009 war für mich ein außerordentlich gelungenes Jahr für "Star Trek"-Bücher. Es gab den Abschluss der "Destiny"-Trilogie, der "Voyager"-Relaunch wurde neu belebt, "Losing the Peace" und "The Never-Ending Sacrifice" waren zwei sehr gelungene Romane. Hinzu kamen zwei neue "Vanguard"-Bücher, zwei weitere "Titan"-Romane und der erste Teil der romulanischen Kriege im "Enterprise"-Relaunch. Nicht jeder Roman war ein Highlight, aber alle waren gut und gut miteinander verknüpft. Die paar Spiegeluniversums- und Classic-Romane ließen sich bei der Fülle der Romane gut verkraften.

Auch 2010 erschienen in Amerika 13 Romane. Vier davon waren Nachdrucke, die hier nicht extra erwähnt werden sollten. Positiv zu vermerken ist, dass zumindest zwei davon bisher noch nicht auf Papier erschienen sind, da es sich um die E-Book Reihe S.C.E. handelt. Dem Spiegeluniversum wurden in diesem Jahr zwei Bücher gewidmet: "The Sorrows of Empire" im Januar als Roman und "Shattered Light" im Dezember als Anthologie.

Überraschend großes Gewicht kam dieses Jahr der Classic-Reihe bei. Im Februar erschien "Inception", im April "Unspoken Truth" und im Mai "Children of Kings". Im April erschienen ebenfalls der Roman zu "Star Trek Online", "The Needs of the Many". In den folgenden Monaten folgten die Nachdrucke. Im November erschienen dann der erste Teil der "Typhon Pact"-Reihe "Zero Sum Game" und der erste Band der neuen "Starfleet Academy"-Reihe, die sich in erster Linie an jüngere Leser richtet und im alternativen Universum des neuen Kinofilms spielt. Im Dezember erschienen dann "Seize the Fire", der zweite Band der "Typhon Pact"-Reihe und die bereits erwähnte Spiegeluniversums-Anthologie. In den letzten Tagen des Jahres erschien dann auch bereits der dritte Roman der "Typhon Pact"-Reihe "Rough Beasts of Empire", der eigentlich nicht mehr zu 2010 zählt. Und da Ende Januar bereits der abschließende Teil der Reihe "Paths of Disharmony" erschien, sollen diese beide Bücher auch noch in diesen Kommentar eingehen.

Schwerpunkt Classic

Ich persönlich interessiere mich wenig für Nachdrucke, Spiegeluniversums-Geschichten und Anthologien. Auch die "Verschriftlichung" eines Computerspiels reizte mich nur mäßig. Insofern fielen im vergangenen Jahr acht von 15 Romanen aus dem Raster. Das Jahr teilte sich somit "Star Trek"-mäßig in zwei Teile ein: die Classic-Serie im ersten halben Jahr und der "Typhon Pact" zum Ende des Jahres. Kein Wunder, dass sich nach den - in meinen Augen sehr gelungenen - Romanen aus der Post-"Nemesis"-Ära 2009 meine Hoffnungen eher auf die "Typhon Pact"-Reihe konzentrierten als auf die "Classic"-Bücher.

Inception
Und tatsächlich waren die ersten drei Bücher des Jahres auch nicht wirklich überzeugend. "Inception" von S.D. Perry versprach auf dem Buchcover weltbewegende Informationen über Kirk und Spock vor ihrer ersten Fünfjahresmission. Das Ergebnis war leider nur ein krudes Attentat einer Öko-Gruppe und zwei Frauen, die sich in Kirk und Spock verlieben. Das las sich zwar ganz nett, und die Ökoterroristen waren eine ganz gute Idee. Aber die Ausführung war letztendlich wenig spannend und innovativ.

"Unspoken Truth" (Margret Wander Bonanno) war dann ein großes Ärgernis: Die Autorin versucht mit einer unkonventionellen Erzählweise, die immer wieder zwischen den Zeiten hin und her springt, sowohl den Geisteszustand Saaviks zwischen dem dritten und vierten Kinofilm näherzubringen als auch eine romulanische Intrige zu beschreiben. Damit scheitert sie gänzlich und legt den langweiligsten Roman des Jahres vor.

The Children of Kings
"The Children of Kings" von David Stern spielt einige Jahre bevor Kirk das Kommando über die Enterprise übernimmt. Captain Pike und Spock geraten in Probleme mit dem Orion-Syndikat, das scheinbar den Kalten Krieg zwischen Klingonen und der Föderation ausnutzen möchte, um sich im Grenzland breitzumachen. Letztendlich stellt sich heraus, dass alles nur ein böser Plan von Sternenflotten-Offiziellen ist, um einen Krieg mit den Klingonen vom Zaun zu brechen. Das ist tendenziell eine gute Idee, schließlich gab es ja auch in "Das unentdeckte Land" Sternenflotten-Offiziere, die sich mit einem Frieden mit den Klingonen nicht abfinden konnten. Leider wird die Intrige erst zum Schluss enthüllt und kaum ausgeführt. Die Hintergründe bleiben relativ vage. Das ist - verbunden mit einer durchschnittlichen Entführungsgeschichte - zu wenig.

Der Typhon-Pakt

Insgesamt erreicht in meinen Augen keiner der neuen Classic-Romane ein gutes Niveau, zwei sind durchschnittlich unterhaltsam, einer ein Totalabsturz. Dementsprechend groß war meine Hoffnung, dass die "Typhon Pact"-Reihe an die gelungenen Post-"Nemesis"-Bücher des vorherigen Jahres anknüpft. Und vielleicht war ich gerade deswegen von einem Großteil der Reihe sehr enttäuscht.

Auftakt des Typhon-Pakts
Der Auftakt "Zero Sum Game" aus der Feder von David Mack war ein interessanter, kurzweiliger und spannender Stand-Alone-Thriller, in dem zwar durch die Verwendung von "Deep Space Nine"-Akteuren viele Möglichkeiten für eine Fortsetzung des DS9-Relaunchs zerstört wurden, aber eben auch eine spannende Geschichte erzählt wurde. Außerdem bekam man als Leser Einblicke in das Volk der Breen, das ganz anders ist, als man es bisher vermutet hat. Das alles sorgte für einen guten Roman. Stutzig wurde ich aber schon da, denn "Zero Sum Game" bot kaum Möglichkeiten, an die ein weiterer Roman anschließen konnte.

Die Titan-Crew lädt ein.
Und so war es dann auch nicht. "Seize the Fire", die Fortsetzung (dieses Mal von Michael A. Martin), ist ein typischer "Titan"-Roman, der nichts mit dem Vorgänger zu tun hat. Die Handlung schleppt sich viel zu lange hin, die Erklärungen sind oft viel zu technisch, und mit dem Typhon-Pakt hat das Ganze meist nichts zu tun. Gelungen waren lediglich die Einblicke in die Gedankenwelt der Gorn, auch wenn vieles den Breen glich, und die Tatsache, dass die Titan-Crew ganz gut dargestellt war. Trotzdem blieb der Roman durchschnittlich. Auswirkungen auf die politische Lage der Galaxis hatte er keine, obwohl man durch den Einsatz der Titan durchaus diplomatische Kontakte zu den Gorn hätte herstellen können und den Typhon-Pakt so hätte schwächen können.

Dieses Mal mit Spock und Sisko
"Rough Beasts of Empire" von David R. George III lieferte dann endlich eine Geschichte, die einer vierbändigen Serie, die sich mit dem Typhon-Pakt beschäftigt, eigentlich würdig ist. Doch auch hier verschenkte man Potential. Es wurde zum Beispiel nicht darauf hingewiesen, dass der dritte(!) Band der Reihe ein Jahr(!) vor den anderen beiden Bänden spielt. Was angesichts der schnellen Ereignisse der interstellaren Diplomatie doch eine ganz schön lange Zeitspanne ist. Außerdem gönnte man sich eine völlig enttäuschende Sisko-Handlung. Zum ersten Mal nach "Unity" taucht Sisko wieder richtig auf und versteckt sich nicht nur hinter Andeutungen - und das Ergebnis ist ein unausgegorenes Fliehen vor einer merkwürdigen Prophezeiung, der Sisko sogar seine Familie opfert. Zu diesem Ärgernis kommt noch hinzu, dass die Romulaner-Handlung des Buches an einigen Stellen doch etwas schlicht ist.

Obwohl "Rough Beasts of Empire" mit dem Wiedervereinigungsthema der Romulaner viel Potential hätte, kommt auch dieser Roman nicht über die Durchschnittlichkeit heraus. Es wäre allerdings schon eine große Hilfe gewesen, hätte man den Roman an den Anfang der Reihe gestellt und die Sisko-Handlung daraus entfernt.

Der Abschluss des Typhon-Pakts
"Paths of Disharmony" von Dayton Ward ist sowohl Abschluss als auch der schlechteste Band der Mini-Serie. Die Enterprise-Crew soll hier dafür sorgen, dass die Föderation Präsenz auf Andor zeigt und separatistische Bestrebungen keinen Erfolg erzielen. Die Enterprise kommt aber nie in die Offensive. Dem Leser wird alles doppelt erzählt. Zunächst wird beschrieben, wie die Föderation Sicherheitsmaßnahmen ergreift, dann wie die Terroristen diese umgehen und letztendlich wie die Terroristen - Überraschung - dann Erfolg haben. Das bedeutet 200 langweilige Seiten - die Hälfte des Buches! In der zweiten Hälfte wird es zwar spannender, aber Andors Austritt aus der Föderation wird nur mit halbgaren Argumenten gerechtfertigt. So kommt es dann zum finalen GAU für die Föderation: Andor, ein Gründungsmitglied, tritt aus. Die "Typhon Pact"-Serie ist damit zu Ende, eine Fortsetzung ist bisher nicht angekündigt, 2011 wird sie auf jeden Fall nicht kommen - so wie 2011 in der Post-TNG-Ära neben einem "Voyager"-Band wahrscheinlich gar nichts mehr passiert.

Daher fragt man sich, was die "Typhon Pact"-Reihe eigentlich sollte? Die ersten zwei Bände verfolgten das Konzept, die Völker des Typhon-Pakts näher zu beleuchten und machten unter dem Aspekt ihre Sache ganz gut. Sie erzählten zwar keine überragenden Geschichten, aber man konnte sich danach gut in Breen und Gorn einfühlen. Die letzten beiden Bände wirken wie der Auftakt zu einer anderen Reihe. Denn hier kommt Bewegung in den galaktischen Status Quo. In ihnen wendet sich das Blatt aber gegen die Föderation.

Das Fazit der Serie ist somit, dass sich die Romulaner wieder zum Nachteil der Föderation vereinigt haben und die Föderation ein Gründungsmitglied verloren hat. Das ist viel zu wenig für eine vierbändige Serie mit Romanen, die sich in keiner Weise aufeinander beziehen und für die es nicht einmal eine angekündigte Fortsetzung gibt.

In meinen Augen ist "Zero Sum Game" von den "Star Trek"-Romanen, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe, der gelungenste Roman. Und das ist bei einer (subjektiven) Bewertung von drei Sternen recht schwach. Rezensionen, gerade von Unterhaltungsliteratur, sind immer sehr subjektiv. Aber ich muss dieses Jahr leider das Fazit ziehen, dass Pocket Books sich nach den Highlights 2009 dieses Jahr hinsichtlich "Star Trek" nicht mit Ruhm bekleckert hat. Meine durchschnittliche Bewertung der sieben vorgestellten Romane liegt bei 2,2 Sternen, ein mageres Ergebnis.

Es bleibt zu hoffen, dass 2011 trotz des Verzichts auf Post-"Nemesis"-Bücher ein gelungeneres Jahr wird.

(wc - 17.02.11)


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