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Martin Weinrich (wc) Mein (englisches) "Star Trek"-Romanjahr 2010 Jedes Jahr erscheinen in Amerika ungefähr zwölf neue "Star Trek"-Romane, pro Monat also ein Buch. Es ist löblich, dass der amerikanische Verlag diesen Veröffentlichungsrhythmus relativ gut einhält. Lesen Sie hier eine persönliche Sicht auf das "Star Trek"-Romanjahr 2010 von Martin Weinrich.
Auch 2010 erschienen in Amerika 13 Romane. Vier davon waren Nachdrucke, die hier nicht extra erwähnt werden sollten. Positiv zu vermerken ist, dass zumindest zwei davon bisher noch nicht auf Papier erschienen sind, da es sich um die E-Book Reihe S.C.E. handelt. Dem Spiegeluniversum wurden in diesem Jahr zwei Bücher gewidmet: "The Sorrows of Empire" im Januar als Roman und "Shattered Light" im Dezember als Anthologie. Überraschend großes Gewicht kam dieses Jahr der Classic-Reihe bei. Im Februar erschien "Inception", im April "Unspoken Truth" und im Mai "Children of Kings". Im April erschienen ebenfalls der Roman zu "Star Trek Online", "The Needs of the Many". In den folgenden Monaten folgten die Nachdrucke. Im November erschienen dann der erste Teil der "Typhon Pact"-Reihe "Zero Sum Game" und der erste Band der neuen "Starfleet Academy"-Reihe, die sich in erster Linie an jüngere Leser richtet und im alternativen Universum des neuen Kinofilms spielt. Im Dezember erschienen dann "Seize the Fire", der zweite Band der "Typhon Pact"-Reihe und die bereits erwähnte Spiegeluniversums-Anthologie. In den letzten Tagen des Jahres erschien dann auch bereits der dritte Roman der "Typhon Pact"-Reihe "Rough Beasts of Empire", der eigentlich nicht mehr zu 2010 zählt. Und da Ende Januar bereits der abschließende Teil der Reihe "Paths of Disharmony" erschien, sollen diese beide Bücher auch noch in diesen Kommentar eingehen. Schwerpunkt Classic Ich persönlich interessiere mich wenig für Nachdrucke, Spiegeluniversums-Geschichten und Anthologien. Auch die "Verschriftlichung" eines Computerspiels reizte mich nur mäßig. Insofern fielen im vergangenen Jahr acht von 15 Romanen aus dem Raster. Das Jahr teilte sich somit "Star Trek"-mäßig in zwei Teile ein: die Classic-Serie im ersten halben Jahr und der "Typhon Pact" zum Ende des Jahres. Kein Wunder, dass sich nach den - in meinen Augen sehr gelungenen - Romanen aus der Post-"Nemesis"-Ära 2009 meine Hoffnungen eher auf die "Typhon Pact"-Reihe konzentrierten als auf die "Classic"-Bücher.
"Unspoken Truth" (Margret Wander Bonanno) war dann ein großes Ärgernis: Die Autorin versucht mit einer unkonventionellen Erzählweise, die immer wieder zwischen den Zeiten hin und her springt, sowohl den Geisteszustand Saaviks zwischen dem dritten und vierten Kinofilm näherzubringen als auch eine romulanische Intrige zu beschreiben. Damit scheitert sie gänzlich und legt den langweiligsten Roman des Jahres vor.
Der Typhon-Pakt Insgesamt erreicht in meinen Augen keiner der neuen Classic-Romane ein gutes Niveau, zwei sind durchschnittlich unterhaltsam, einer ein Totalabsturz. Dementsprechend groß war meine Hoffnung, dass die "Typhon Pact"-Reihe an die gelungenen Post-"Nemesis"-Bücher des vorherigen Jahres anknüpft. Und vielleicht war ich gerade deswegen von einem Großteil der Reihe sehr enttäuscht.
Obwohl "Rough Beasts of Empire" mit dem Wiedervereinigungsthema der Romulaner viel Potential hätte, kommt auch dieser Roman nicht über die Durchschnittlichkeit heraus. Es wäre allerdings schon eine große Hilfe gewesen, hätte man den Roman an den Anfang der Reihe gestellt und die Sisko-Handlung daraus entfernt.
Daher fragt man sich, was die "Typhon Pact"-Reihe eigentlich sollte? Die ersten zwei Bände verfolgten das Konzept, die Völker des Typhon-Pakts näher zu beleuchten und machten unter dem Aspekt ihre Sache ganz gut. Sie erzählten zwar keine überragenden Geschichten, aber man konnte sich danach gut in Breen und Gorn einfühlen. Die letzten beiden Bände wirken wie der Auftakt zu einer anderen Reihe. Denn hier kommt Bewegung in den galaktischen Status Quo. In ihnen wendet sich das Blatt aber gegen die Föderation. Das Fazit der Serie ist somit, dass sich die Romulaner wieder zum Nachteil der Föderation vereinigt haben und die Föderation ein Gründungsmitglied verloren hat. Das ist viel zu wenig für eine vierbändige Serie mit Romanen, die sich in keiner Weise aufeinander beziehen und für die es nicht einmal eine angekündigte Fortsetzung gibt. In meinen Augen ist "Zero Sum Game" von den "Star Trek"-Romanen, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe, der gelungenste Roman. Und das ist bei einer (subjektiven) Bewertung von drei Sternen recht schwach. Rezensionen, gerade von Unterhaltungsliteratur, sind immer sehr subjektiv. Aber ich muss dieses Jahr leider das Fazit ziehen, dass Pocket Books sich nach den Highlights 2009 dieses Jahr hinsichtlich "Star Trek" nicht mit Ruhm bekleckert hat. Meine durchschnittliche Bewertung der sieben vorgestellten Romane liegt bei 2,2 Sternen, ein mageres Ergebnis. Es bleibt zu hoffen, dass 2011 trotz des Verzichts auf Post-"Nemesis"-Bücher ein gelungeneres Jahr wird. (wc - 17.02.11) |
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