Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)06.03.15

"Verleugnet"

David Mack

Inhalt

Nach seiner illegalen Hilfe für die Andorianer hat Julian Bashir seine medizinische Zulassung in der Föderation verloren. Zwar wurde seine unehrenhafte Entlassung aus der Sternenflotte in der Zwischenzeit auf ehrenhaft geändert, weiterhin darf er aber nur auf Andor praktizieren. Aus Solidarität quittiert seine Freundin Sarina Douglas ebenfalls den Dienst. Gemeinsam haben sie nun Zeit, sich wieder einem alten Ziel zuzuwenden: Der Zerstörung der Sektion 31.

Bashir ist die Sektion bereits seit langem ein Dorn im Auge. Bereits zu Beginn des Deep Space Nine Relaunches wurde die Zerstörung der Sektion zum Ziel erklärt. Nach einer ethisch katastrophalen Geheimaktion, steht Bashir mit Douglas eine Partnerin im Kampf gegen die Sektion zur Verfügung. Nach seiner Entlassung haben sie die notwendige Zeit, um gegen die Sektion vorzugehen.

Douglas hat ihren Agentenstatus innerhalb der Sektion niemals aufgegeben. Nun setzt sie ihn ein, um ihr und Bashir wieder Zugang zu Missionen zu verschaffen. Der Plan ist, Zwietracht innerhalb der Organisation zu sähen und sie damit von innen zu destabilisieren und letztlich zu zerstören. Auf ihrer ersten Mission, sollen sie einem Breen-Schiff in das Spiegeluniversum folgen. Dort hat der "Commonwealth" aus Menschen und anderer Völker zwar ein rechtstaatliches und demokratisches Gemeinwesen errichtet. Es basiert jedoch auf einem militärischen Sieg über die kliongonisch-cardassianische Allianz. Dieser Sieg war nur durch einen entscheidenden technischen Vorsprung möglich: Die Commonwealth-Schiffe können Wurmlöcher zu jeder beliebigen Stelle öffnen und dorthin reisen oder zuvor Ziele aus sicherer Distanz beschießen. Die Breen wollen mithilfe dieser Technologie zur dominierenden Kraft im Alpha-Quadranten aufsteigen.

Bashir und Douglas sollen dies dadurch verhindern, dass sie mit einer Sektionseingreiftruppe in das Spiegeluniversum reisen. Auf ihrer Mission müssen sie sich nicht nur mit der politischen Situation vor Ort arrangieren – es finden gerade die ersten Verhandlungen zwischen dem Commonwealth und dem Dominion statt – sondern auch gegen ihre eigenen Begleiter arbeiten.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Julian Bachir beginnt seinen Feldzug gegen die Sektion 31 - mit einer Mission für die Sektion.
"Disavowed" ist in erster Linie eine gut erzählte, spannende und actionreiche Geschichte. Dabei vermeidet Autor David Mack unnötige Schlachten unter den verschiedenen Fraktionen im Spiegeluniversum. Stattdessen arbeitet er die benötigten Action-Sequenzen ausschließlich aus der Konfrontation zwischen der Sektion 31 und dem Breen-Schiff heraus. Dies bietet sowohl beim Eintritt in das Spiegeluniversum als auch beim Finale des Romans eine ordentliche Prise an Raum- und Nahkämpfen.

Die Sektion 31-Handlung dient hauptsächlich dazu, Spannung zu erzeugen. Dieser geheime Zusammenschluss ist ein integraler Bestandteil der Deep Space Nine Handlung und war daher nie ganz aus dem Relaunch der Serie wegzudenken. Allerdings hatten die Autoren nie den Mut, Bashirs Kampf gegen die Sektion wirklich konsequent zu verfolgen. Dies ändert sich nun. Leider wirkt der Plan der beiden ehemaligen Sternenflottenoffiziere Bashir und Douglas wenig überzeugend. Sie glauben nach einem langatmig inszenierten Beziehungskrach tatsächlich, dass die Sektion ihnen ihren Gesinnungswandel abnimmt. Das Gegenteil ist selbstverständlich der Fall. Die Mitglieder der Sektion durchschauen die Scharade. Es wird gar angedeutet, dass die beiden, nachdem sie ihren Teil bei der Mission geleistet haben, "aussortiert" werden sollen. Nur ein Zufall, namentlich die gute Arbeit des Commonwealth Geheimdienstes, verhindert Schlimmeres. Es ist daher nicht abzusehen, wie Douglas und Bashir mit ihrer naiven Herangehensweise ihren Kampf gegen die Sektion fortsetzen wollen. Immerhin signalisiert Mack am Ende des Romans mit einem mysteriösen Chef der Sektion, dass die Handlung um den Geheimbund durchaus noch Fahrt aufnehmen könnte. Dann bräuchten die Gegner der Sektion jedoch einen koordinierteren Schlachtplan.

Die Handlung im Spiegeluniversum ist hingegen sehr gut erzählt. Mack versteht es, die verschiedenen politischen Fraktionen und Interessen zu skizzieren. Der Commonwealth hat gerade Kontakt mit dem Dominion hergestellt und verhandelt über ein Friedensabkommen. Im Hintergrund arbeiten die Cardassianer und Klingonen daran, ihre alte Macht wiederherzustellen. In diese Kulisse platzt das Sektion 31-Team, das rasch von Commonwealth-Truppen gefangen genommen wird. Neben der gelungenen Beschreibung politischer Vorgänge, versteht es Mack zudem mit dem Leser zu spielen. Aufgrund der militärischeren Ausprägung des Spiegeluniversum erwartet man ein noch aggressiveres Dominion. Einer der Höhepunkte des Romans ist ein relativ unnötiges Gerichtsverfahren, indem sich Bashir für die Tötung des Spiegeluniversums-Odo verantworten muss. Grandios ist es dadurch, dass es nach wenigen Seiten vorbei ist: Das Dominion untersucht den Fall äußerst neutral, stellt Bashir einen fähigen Vorta-Anwalt zur Seite und entlässt den ehemaligen Doktor nach wenigen Verhandlungsstunden. Überraschungen dieser Art gibt es im Spiegeluniversum an einigen Stellen.

Trotz der überzeugenden Handlung im Spiegeluniversum, verwundert es etwas wie fortschrittlich diese alternative zum bekannten "Star Trek"-Universum ist. Denn der Commonwealth besitzt nicht nur unglaublich mächtige und quasi-unbesiegbare Raumschiffe. Der Geheimdienst des Bundes verfügt zudem über die Möglichkeit, andere Universen zu überwachen und mit Individuen dort zu kommunizieren. Wie ein sehr junger Staatenbund in so kurzer Zeit so viele Fortschritte erreichen konnte, bleibt unerklärlich. Unerklärlich ist auch, warum Bashir und Douglas dem Geheimdienst des Commonwealth so blind vertrauen. Zwar betonen die zuständigen Akteure immer wieder ihre demokratischen und moralischen Grundwerte, alle Details über die Aktionen des Bundes und seines Geheimdienst können Bashir und Douglas jedoch nicht wissen. Aus diesem Grund erscheint es undifferenziert, sich im Kampf gegen eine intransparente Geheimorganisation mit einer Geheimorganisation zu setzen, deren Rechenschaftspflicht ähnlich unbekannt ist.

Charakterarbeit ist in diesem Roman ein schwieriges Unterfangen. Im Spiegeluniversum lebt die Handlung davon, dass die bekannten Personen anders als gewöhnlich agieren. Dazu müssen gewisse Stereotypen herausgearbeitet und ausgenutzt werden. Mack gelingt es nicht wirklich, Bashir und Douglas über eine typische Verhaltensweise hinaus zu skizzieren. Zwar werden ihre Zweifel überzeugend dargestellt, doch bereits ihr "Bewerbungsstreit" für die Sektion ist alles andere als glaubwürdig. Immerhin streut Mack einige Breen-Szenen ein, in denen bekannte Charaktere aus Nullsummenspiel auftreten und den Roman dadurch etwas beleben. Dadurch wird das blasse Duo Douglas-Bashir mit interessanten Spiegeluniversums- und Breen-Figuren flankiert.

Fazit: Insgesamt ist "Disavowed" ein gelungener Auftakt für eine intensivere Auseinandersetzung mit der Sektion 31. Zwar sind weder Bashir und Douglas Handlungen noch ihr Plan sonderlich überzeugend, die aus ihrem Infiltrationsversuch folgenden Ereignisse sind jedoch spannend, temporeich erzählt und an einigen Stellen überraschend.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

David Mack kam im Star Trek-Romanuniversum ja bereits die große Ehre zuteil, die Destiny-Trilogie schreiben und die Galaxis auf den Kopf stellen zu dürfen. Auch „Kalte Berechnung“ stammt aus seiner Feder und von einigen kleineren Ausrutschern abgesehen waren seine Bücher eigentlich nie wirklich schlecht. Auch der vorliegende Roman hält dieses Niveau – soviel kann vorab verraten werden.

Das Bashir nach seiner Suspendierung einen Sinn im Leben sucht ist mehr als verständlich und was liegt näher, als Sektion 31 zu infiltrieren? Als alter Kenner der Materie trifft Mack hier natürlich Bashir (und auch Sarina) recht gut und auch die Verwicklungen innerhalb der Sektion 31 werden treffend dargestellt. Dabei verpasst der Autor es aber, die „Schattenabteilung“ etwas sympathischer darzustellen.

Ganz klischeehaft ahnen die Sektion 31-Agenten die Infiltration und gehen dagegen vor. Julian quasi umzubringen bzw. ihn in eine entsprechende Lage zu bringen, die voraussichtlich so endet, passt nämlich hervorragend zu den Winkelzügen, die die Sektion tätigen würde. Allerdings wird, auch durch den wahren Auftrag der Agenten, die Sektion weiterhin als Bösewicht dargestellt. Hier wäre es interessanter gewesen, wirklich darzustellen, das man manchmal keine Wahl hat und manchmal eben Dinge getan werden müssen – ein wirklich moralisches Dilemma zu schaffen, das Star Trek-typischer gewesen wäre.

Aber gut, das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau und sicher auch etwas Geschmackssache. Der Hauptteil der Mission dreht sich um einen Sprungantrieb aus einem Paralleluniversum, wobei am Ende geschickt der Bogen zu besagtem ersten Band von „Kalte Berechnung“ geschlagen wird (hier unterläuft Mack aber ein Fehler, denn die Handlung von „Kalte Berechnung“ spielt im Jahr 2384 und nicht 2385, wie er hier suggeriert. Aber auch das dürfte nur hartgesottenen Fans auffallen).

Im Paralleluniversum treten natürlich sogleich ein paar alte Bekannte auf, wie etwa Troi, Picard und Weyoun. So ist es schön zu sehen, das sich einerseits die Charaktere unterscheiden, sie aber andererseits auch in diversen anderen Rollen zu sehen sind. Troi ist etwa Sicherheitsoffizier der Enterprise und wie Fans wissen ist das eine nette kleine Anspielung darauf, das man Marina Sirtis zunächst eben so besetzen wollte.

Trotzdem hat die Sache mit dem Paralleluniversum einen Haken: Wer ist etwa Omega Prime? Wie kam es zum Commonwealth? Oder dem Taurus-Pakt? Wieso sind die im Spiegeluniversum plötzlich besser ausgerüstet als das Prime-Universum? Kurz gesagt: Hier fehlt etwas, nämlich die Romane zum Paralleluniversum, die bislang noch nicht auf Deutsch erschienen sind, zeitlich aber vor diesem Buch spielen. Zugegeben, im Großen und Ganzen kommt man auch so mit der Geschichte zurecht, ein bisschen befremdlich wirken manche der Orte bei ihrem „ersten“ Auftritt aber schon.

Neben der sehr gut inszenierten Haupthandlung gibt es noch ein paar nicht ganz so gelungene Nebenschauplätze. Zum einen ist da der Taurus-Pakt zu erwähnen. Deren Mitglieder werden kurz angeteasert (offenbar spielten sie in den Spiegeluniversumsromanen eine größere Story) nur um am Ende in der Versenkung zu verschwinden. Im Grunde war der ganze Story-Arc überflüssig und trug nicht viel zur Handlung bei. Immerhin beläuft sich dieser Abschnitt aber nur auf ein paar wenige Buchseiten und stört daher nicht ganz so.

Die zweite Nebenhandlung ist die um Bashirs Verhandlung wegen des Mordes an Odo (wir erinnern uns an die Deep Space Nine-Folge). Hier muss man zugeben, ist das moralische Dilemma, in dem sich Bashir befindet, ziemlich gut umgesetzt und auch die Gerichtsverhandlung hätte mit Sicherheit auch Raum für eine etwas ausgedehntere Story bieten können. Immerhin wird nicht nur Bashir sondern auch der Leser vom Ausgang eben jener überrascht und muss sich ins Gedächtnis rufen, das man hier eben nicht im Prime-Universum ist.

Leider geht die Haupthandlung während dieser Verhandlung etwas unter und irgendwie drängt sich hier der Gedanke eines kleinen Lückenfüllers auf. Aber obwohl das alles wie große Kritik klingen mag, sind es eher Kleinigkeiten in der B-Note, die den Gesamteindruck des Romans nicht schmälern. Er mag zwar nicht der große Wurf sein wie einige andere von Macks Romanen, er bleibt aber bis zum Ende durchaus spannend zu lesen.

Fazit: Eine durchaus spannende Story, die sich manchmal vielleicht etwas zu sehr in Nebenhandlungen verfängt. Dem Gesamtlesevergnügen des Buches tut das aber keinen Abbruch, denn auch wenn es an etwas Feinschliff fehlen mag, ist Mack hier wieder ein guter Roman gelungen.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Disavowed"

Originaltitel "Disavowed"

Buchreihe Deep Space Nine

Autor David Mack

Übersetzer Christian Humberg

Preis 14 Euro

Umfang 356 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-174-3

(wc, tg - 19.02.17)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017