Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Peter Tigmann (pt), Peter Schipfmann (ps), Martin Weinrich (wc)16.12.06

"Zweifrontenkrieg"

Peter David

Inhalt

Achtung: Wer den ersten Band gelesen hat und jetzt nicht wissen will, wie es weitergeht, der sollte jetzt nicht den Inhalt lesen und direkt zur Kritik weitergehen, da diese nicht allzu massive Spoiler enthält.

Captain Calhoun und seine Crew sind am Ende des letzten Bandes von einem Schiff angegriffen worden. Nach kurzem Feuergefecht ist die Kommandantin des Schiffes bereit, mit Calhoun zu reden. Er erklärt ihr, dass sie gerade Flüchtlingen das Leben gerettet haben und diese nun in Sicherheit bringen wollen. Die Kommandantin des Schiffes bietet an, den Flüchtlingen Zuflucht auf ihrer Heimatwelt zu gewähren. Calhoun ist von diesem Vorschlag nicht sonderlich begeistert, muss aber schließlich auf die Wünsche der Flüchtlinge eingehen, die unbedingt wieder auf einen Planeten wollen. Calhoun behält aber weiterhin ein schlechtes Gefühl ...

Zak Kebron fliegt unterdessen zusammen mit Botschafter Si Cwan zu dem zweiten Notruf, den die Excalibur aufgefangen hatte. Bald stellt sich heraus, dass die beiden in eine Falle gelockt worden sind. Sie werden gefangen genommen und nach Thallon, der ehemaligen Herrscherwelt, gebracht.

Unterdessen ist Calhoun mit den Flüchtlingen auf dem Heimatplaneten der Nelkar eingetroffen und hat die Flüchtlinge auf dem Planeten abgesetzt. Leider bestätigt sich sein schlechtes Gefühl, denn Laheera, die Führerin der Nelkar, verlangt auf einmal eine Bezahlung für die Aufnahme der Flüchtlinge, die sich jetzt zu Geiseln entwickelt haben. Calhoun lässt sich auf ein sehr gefährliches Spiel ein.

Hier schließe ich die Inhaltsangabe des ersten Bandes ab, da ich Ihnen nicht die gesamte Spannung nehmen will, kommen wir also zum zweiten Band: "Endspiel".

Kebron und Si Cwan werden noch immer auf Thallon festgehalten. Als man kommt, um Si Cwan hinzurichten, kommt Kebron auf eine Idee, die Si Cwan das Leben zumindest so lange rettet, bis die Excalibur zur Verhandlung eintrifft, die abgehalten werden soll. Auf der Excalibur bemerkt Doktor Selar währenddessen, dass sie offensichtlich wieder in ihr Pon Farr eintritt, dies ist allerdings sehr ungewöhnlich, da sie erst vor zwei Jahren in diesem Zustand gewesen ist und er normalerweise nur alle sieben Jahre eintritt. Sie bittet Soleta, mit ihr eine Gedankenverschmelzung durchzuführen, um Informationen zu erhalten, hierbei erfährt sie die erschreckende Geschichte von Soleta.

Als Calhoun und seine Leute Thallon erreichen, wird Si Cwan wegen Mordes vor Gericht gestellt, den Mord, der ihm angelastet wird, hat aber nicht er, sondern Calhoun ausgeführt! Allerdings nur zur Verteidigung. Als der Sohn des Toten davon erfährt, will er den Tod Calhouns.

Während die Welt Thallon aufgrund noch ungeklärter Ursachen um sie herum auseinanderbricht, liefern sich Calhoun und sein Gegner einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod ...

Kritik

Die ersten zwei Kritiken beziehen sich auf die Erstausgabe aus dem Hause Heyne, die 2001 in Deutschland erschien.

Si Cwan und Kebron geraten in eine Falle, während Calhoun ganz andere Sorgen hat...
1. Peter Tigmann

Ich persönlich habe die Tage gezählt, bis die Fortsetzung zu "Captain Calhoun" erschienen ist, glücklicherweise ist dies mal wieder zwei Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin geschehen, weshalb sich alle auf eine mehr als gelungene Fortsetzung des ersten Teil freuen können.

Der Roman "U.S.S. Excalibur" beinhaltet, wie auch schon der Vorgänger "Captain Calhoun", zwei Bände in einem, was damit zu erklären ist, dass die Bücher in den USA sehr dünn waren. Trotzdem kommt man aber auch hier auf eine beachtliche Seitenzahl von fast 350.

Und damit auch zur eigentlichen Kritik: Wieder einmal ist es Peter David gelungen, eine Charakterstory mit sehr viel Spannung und Action zu schreiben. Wie auch schon im ersten Teil fasziniert es mich einfach, einmal einen Captain zu haben, den man getrost als "Raubein" ansehen kann, er ist bereit, sehr kontroverse Entscheidungen zu treffen, die nur knapp mit den Bestimmungen der Föderation zu akzeptieren sind. Dies macht einen beträchtlichen Teil der Spannung aus, ich wusste nie, wie Calhoun reagieren würde, was einem vor allem an der Stelle den Angstschweiß auf die Stirn treibt, als Calhoun zwei Torpedos auf einen Planeten abfeuert. Was er tut, verrate ich hier natürlich nicht, das müssen Sie selbst lesen.

Aber nicht nur Calhoun wird sehr gut dargestellt, auch für die restliche Crew nimmt sich David viel Zeit, vor allem für Doktor Selar und Wissenschaftsoffizierin Soleta. Wir erfahren hier sehr viel Neues über Soleta, was ihrem Charakter noch mehr Glaubwürdigkeit verleiht, und auch Selar wird hier mit einer neuen Situation konfrontiert, dem Pon Farr. Wen sucht sie sich wohl aus?

Ebenfalls sehr ausführlich wird das Verhältnis zwischen Kebron und Si Cwan behandelt, die sich aus ihrer Gefangenschaft befreien wollen. Hierdurch kommen auch ein paar komische Momente in den Roman ein, die allerdings nie übertrieben wirken und genau die richtige Wirkung beim Leser erzielen. Der Weg, den Calhouns Bruder eingeschlagen hat, bringt ebenfalls wieder Spannung mit sich, auch wenn hierauf hoffentlich in den nächsten Teilen etwas mehr eingegangen wird.

Kommen wir zu den negativen Punkten: Hier gibt es nicht sehr viele; von der Logik her fallen manchmal ein paar Fehler auf, nur um gleich darauf aufgeklärt zu werden. Seltsam erscheint es mir nur, dass man innerhalb kürzester Zeit fast 1000 Personen beamen kann, na ja bei dem Rest lassen wir diese kleine Ungereimtheit mal gerne außer Acht.

Zwar noch nicht richtig als Kritikpunkt, aber etwas verwunderlich, war für mich der Schluss, ich sage nur "Vogel", um nicht zu viel zu verraten. Ich hoffe, dass hierauf in der Fortsetzung noch näher eingegangen wird. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die zartbesaiteten Leser der Trek-Bücher lieber mit Vorsicht an dieses Buch herantreten, da vor allem die Zweikämpfe sehr blutig und realistisch beschrieben werden.

Glücklicherweise endet der Roman nicht mit einem so riesigen Cliffhanger wie der letzte, bis jetzt ist nämlich noch kein Veröffentlichungstermin für die Fortsetzung mit dem Namen "Märtyrer" festgelegt. Hoffen wir nur, dass Heyne sich nicht zu lange Zeit lässt.

Das abschließende Fazit kann nur lauten: spannende, actionreiche Charakterstory, die man einfach lesen muss!

2. Peter Schifpmann

Auch ich habe dem Erscheinen des zweiten Bandes entgegen gefiebert und wurde gleichfalls nicht enttäuscht.

Nur handelt es sich bei den beiden in Deutsch vorliegenden Bänden nicht, wie der Verlag auf dem Umschlag behauptet, um je zwei Romane in einem Band. Die vier Bände der US-Ausgabe sind in Wahrheit ein Roman, der eher willkürlich, wohl aus kommerziellen Erwägungen (vier Bücher bringen mehr Profit als eines, sagten sich die Ferengi von Simon & Schuster), in mehrere Bücher aufgespaltet wurde.

Nachdem in der ersten Hälfte dieses Romans die Mission der Excalibur und ihre Besatzung vorgestellt wurde, muss sich das Schiff nun während seiner ersten Mission bewähren.Es gibt jetzt erheblich mehr dramatische Spannung und Action, die aber nie plumper Selbstzweck ist, sondern immer im Dienste der Handlung steht.

Auch dieses Buch zeigt wieder, dass es Peter David sehr gut versteht, seine Geschichten aufzubauen und zu konstruieren. Das Szenario des untergehenden Thallonischen Reiches hat mich doch stark an die Vorgänge im zerfallenden Ostblock der 90er-Jahre erinnert. Sicherlich kein Zufall, sondern vom Autor durchaus beabsichtigt: Wurde in "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" noch das Ende des Ost-West-Konfliktes bejubelt, so sieht man hier die negativen Auswirkungen bei der Auflösung und Auslöschung eines ehemals großen Reiches.

Höchst interessant ist der Konflikt zwischen Elisabeth Shelby und M'k'n'zy Calhoun. Sie denkt bei jeder Entscheidung immer zuerst an die Vorschriften der Sternenflotte, während Calhoun intuitiv, auf Grundlage seiner persönlichen Erfahrungen handelt - und damit meistens richtiger liegt. Die "ideale Disziplinargesellschaft" der Sternenflotte wird damit doch ein wenig in Frage gestellt. Aus diesem Grund und wegen einiger exzessiver Gewaltszenen ist der Roman nichts für "Star Trek: New Frontier"-Fans, denen schon DS9 zu düster und pessimistisch war.

Aber das Buch bietet nicht nur Action und Gewalt. In einer Nebenhandlung geht es um die verwirrte Gefühlslage der vulkanischen Ärztin Selar, die den Tod ihres Mannes nicht verarbeitet hat und bei der deshalb verfrüht das Pon Far ausbricht. Der Leser kommt hier in den Genuss der Schilderung einer Gedankenverschmelzung. Peter David ist also auch ein Experte für außerirdische Psychologie.

Nicht gefallen hat mir, dass er drei Protagonisten (Calhoun, McHenry und Kebron) mit übermenschlichen psychischen und physischen Fähigkeiten ausstattet. Vor allen Dingen, was Zak Kebron in einer thallonischen Gefängniszelle leistet, wirkt auf mich übertrieben und ein wenig lächerlich. Allerdings legt David mehr Wert auf wissenschaftliche Korrektheit als so manch andere "Star Trek"-Romanautoren.

"Begriffe wie 'oben' und 'unten' oder 'auf der Seite' besaßen in der Tiefe des Weltraums , wo keine Planeten oder andere Körper als Bezugssysteme vorhanden waren, keine Bedeutung."

Seite 13

oder

"Bereits nach wenigen Sekunden war die Flamme erloschen, da es im Vakuum des Alls keine Luft gab, sie zu nähren."

Seite 47

Der Schluss des Romans ist wirklich sehr verwunderlich. Das passt doch besser zu einem billigen Fantasy-Roman, war mein erster Gedanke. Aber dann fiel mir ein, dass einige amerikanische "Star Trek"-Fans irgendwann begonnen haben, Gene Roddenberry als "The Great Bird of the Galaxy" zu bezeichnen. Herr David, Sie haben einen bizarren Humor!

Wie 99,5 Prozent aller Menschen, die im deutschen Sprachraum leben, beherrsche ich weder die alten noch die neuen Rechtschreibregeln. Mir ist trotzdem aufgefallen, dass "New Frontier" im Gegensatz zu "Imzadi II" noch nach den alten Regeln übersetzt wurde. Da scheint das Lektorat vom Heyne-Verlag seinen Übersetzern freie Hand zu lassen. Oder ist die Übersetzung einfach schon etwas älter?

3. Martin Weinrich

Diese Kritik bezieht sich auf die Ausgabe aus dem Hause Cross Cult, die 2011 erschien.

"Zweifrontenkrieg" kann an die beiden sehr gelungenen Cliffhanger aus dem vorherigen "New Frontier"-Band "Kartenhaus" anschließen. Das sorgt für viel Tempo von Beginn an, das Peter David auch den ganzen Roman über hält.

Die Excalibur ist im Sektor 221-G angekommen und muss feststellen, dass nicht überall Freunde auf die Föderation warten. Die Crew hat einen Frachter mit Flüchtlingen gerettet, nun bietet ein Volk des Sektors den Flüchtlingen an, sie auf ihrem Planeten aufzunehmen. Calhoun ahnt Böses, der Leser auch, und kurz darauf bekommt man ein weiteres, spannendes Beispiel geliefert, dass Captain Calhoun sich sehr von anderen Sternenflotten-Captains unterscheidet. Der Cliffhanger um Si Cwan und Kebron bietet dann die Grundlage für den ersten (und wahrscheinlich) letzten Besuch der Excalibur auf Thallon.

Mit diesen beiden Handlungssträngen schafft Peter David eine reiche Handlung. Ein neues Volk, ein terroristischer Angriff, ein Hinterhalt, die politische Verschwörung gegen Si Cwan und Calhoun und das Schicksal der Heimatwelt der Thallonianer - all das präsentiert David auf gerade einmal 310 Seiten, ohne dass man das Gefühl hat, er fasse sich kurz. Außerdem gelingt es ihm, auf seine im ersten Teil eingeführten Charaktere näher einzugehen. Calhouns Verhältnis zu seinem Bruder wird dabei genauso thematisiert wie Selars Bewältigung eines besonders unangenehmen Pon Farrs. Schon nach zwei Bänden hat David dafür gesorgt, dass auf der Excalibur nicht nur Namen dienen, sondern Charaktere mit etwas Hintergrund.

Auch in "Zweifrontenkrieg" wirken Davids Charaktere sehr authentisch, und die Dialoge sind gelungen. Vor allem die Reibereien zwischen Calhoun und seinem Ersten Offizier Shelby sorgen für peppige Unterhaltung. Calhouns draufgängerische Art passt zu seinem Charakter, dürfte aber auf Dauer gefährlich sein. Zurzeit hat er enorm viel Glück, jede seiner Aktionen klappt. Es bleibt abzusehen, ob David eine von Calhouns riskanten Aktionen auch mal Scheitern lässt. Das wäre sehr realistisch und würde in die realistische Darstellung der "New Frontier"-Reihe passen.

Jedes Kapitel wird wieder mit der Nennung des "Hauptakteurs" eingeleitet. Das stört im zweiten Teil aber schon weniger als im ersten und nimmt einem diesmal auch kaum Spannung. Dennoch hätte man sich die Extraseiten auch sparen können.

Immer noch unklar ist die Rolle der Danteri. Sie wurden im ersten Teil als Mitglied der Föderation mit eigener Agenda beschrieben. Das wirkte schon merkwürdig. Hier lässt David einen Repräsentanten der Danteri "Wir haben hier wirklich eine reizende Allianz aufgebaut, Yoz. Die Danteri und Thallonianer arbeiten Hand in Hand und bilden eine Koalition, die es vielleicht sogar mit der Föderation aufnehmen könnte" (S.226) sagen. Das klingt nun beinahe schon nach offener Feindschaft. Die Rolle der Danteri sollte in einem der nächsten Romane unbedingt geklärt werden.

Ansonsten ist "Zweifrontenkrieg" ein in sich stimmiger, schneller und spannender Roman, mit authentischen Charakteren und einer gelungenen Handlung, wenn man denn das Ende ausblendet. Da einer der Vorrezensenten nur das Wort "Vogel" verrät, möchte ich dem nur den Satz "Peter David hat den großen Vogel der Galaxis" hinzufügen. Das Ende passt in keiner Weise zu der eigentlich bodenständigen Reihe. Da hätte sich Peter David wirklich etwas Besseres ausdenken können.

Fazit: "Zweifrontenkrieg" unterhält auf hohem Niveau, beinahe ohne an Tempo und ohne die Charaktere aus dem Auge zu verlieren. Das hätte eigentlich die Höchstwertung verdient. Ein abgedrehtes Ende, das nicht wirklich zu der realistischen Konzeption der Serie passt, verhindert das jedoch.

"Zweifrontenkrieg" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Peter Schipfmann
3. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Zweifrontenkrieg"

Originaltitel "The Two-Front War/End Game"

Buchreihe Die Neue Grenze

Autor Peter David

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,80 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 - 6 Euro

Umfang 314 Seiten

Verlag Cross Cult

Bestellnummer 06/6552

ISBN 3-94264-902-0

(pt, ps, wc - 26.03.11)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2014