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Markus Loosen (ma), Peter Schipfmann (ps), Peter Tigmann (pt), Martin Weinrich (wc)16.12.06

"Märtyrer"

Peter David

Inhalt

Auf dem Planeten Zondar herrscht seit Jahrtausenden ein verheerender Bürgerkrieg. Nur einer kann den Zondarianer den Frieden bringen: der erwartete und von ihrem Prophet Ontear angekündigte Messias.

Die Nachricht des großen Vogels der Galaxis, welcher ja am Ende des letzen Buches in Erscheinung getreten ist, verbreitet sich durch den ganzen Sektor 221-G. Dabei wird nicht nur jenes kosmische Wesen durch Mundpropaganda in den Zustand eines Beinahe-Gottes erhoben, sondern auch die Crew der Excalibur. Die Zondarianer sehen nun in Captain Mackenzie Calhoun jenen lang erwarteten Messias. Calhoun stimmt indirekt zu, da er helfen möchte, den Konflikt auf Zondar beizulegen. Leider weiß Mackenzie nicht die ganze Wahrheit über die Prophezeiung des Messias und kann so auch nicht ahnen, auf was für eine Gefahr er sich einlässt.

Doch die Zondarianer sind nicht das einzige Problem der Excalibur-Besatzung: Die Redeemer (teilweise im Buch mit Erlöser übersetzt), welche ein sehr radikal gläubiges Volk sind, hören ebenfalls von der Nachricht des Feuervogels. Sie werten dies als baldige Ankunft ihres Gottes Xant. Diese Nachricht verbreitet sich auch auf den Welten, auf denen die Erlöser mit brutalster Gewalt den Glauben an Xant durchgesetzt haben. Doch dort glaubt man eher, dass ein gewisser Calhoun als neuer Gott in Erscheinung getreten ist.

Und für die Redeemer steht natürlich außer Frage, dass es nur einen Gott gibt, und dass dieser Xants heißt ...

Kritik

Die ersten drei Kritiken beziehen sich auf die Erstausgabe aus dem Hause Heyne, die 2001 in Deutschland erschien.

Calhoun wird für den Messias gehalten, weiß aber nicht, dass er in große Gefahr gerät ...
1. Markus Loosen

Märtyrer" ist ein geniales Buch. Das mag zwar nach dem ersten Lesen der obigen Inhaltsangabe anders aussehen, da die Story nur schwer wiederzugeben ist, da alles sehr eng miteinander verflochten ist. Aber die Geschichte, welche David hier erzählt, ist einfach nur spannend und knüpft ohne Verluste direkt an die beiden vorherigen Romane an.

Dabei kommen natürlich auch gewohnte David-Dialoge und Humor nicht zu kurz. Interessant war vor allem auch das Volk der Erlöser. Hier wird sehr gut sichtbar, wie gefährlich das Denken solcher Glaubensgruppen für Andersgläubige ist. Ich persönlich hoffe, dass man von den Redeemern in zukünftigen Romanen von "New Frontier" noch Einiges hört, was ja im Comic "Spiel auf Zeit" bereits der Fall ist.

Allerdings ist das Buch an einigen Stellen etwas brutal, und es wird auch sehr offen mit dem Thema Liebe und Sex umgegangen (also nichts für Fans von eher friedvollen Trek-Romanen).Letzteres trifft vor allem auf die B-Handlung mit der Ärztin Selar zu, welche sich im Pon Farr befindet. Aber wir erfahren zum Beispiel auch noch, wie das erste Mal von Calhoun war.

Am Ende des Romans leitet David auch schon wieder erste Handlungsfäden für den nächsten Roman ein.

2. Peter Schipfmann

Während manche "Star Trek"-Fans begierig nach Spoilern aus der letzten "Voyager"-Staffel sind und insbesondere wissen wollen, ob (oder wie) das Raumschiff im "großen" Finale nach Hause kommt, oder sie, meist fassungslos, die neuesten Gerüchte (mittlerweile gibt es ja sogar offizielle Meldungen) über die so genannte "Series V" lesen, ist das alles für mich eher zweitrangig. Denn seit einem Jahr erscheint auch bei uns eine neue "Star Trek"-Buchreihe namens "Die Neue Grenze", die das alles hat, was man sich von "Voyager" oder der neuen Fernsehserie wünschen würde:

  • kein andauerndes Auftreten alter "The Next Generation"-Feinde wie den Borg, sondern neue Spezies in einem neuen Raumsektor
  • interessante Handlungsbögen, die sich über mehrere Romane erstrecken
  • keine unnötigen Widersprüche zu vorherigen Bänden beziehungsweise Folgen
  • ein richtiger Commander, kein überflüssiges Weichei wie Chakotay
  • kein überflüssiger Blick zurück in Prä-Classic-Zeiten mit altertümlichen Raumschiffen, sondern ein neues Schiff mit einer neuen Crew und einer neuen Mission.

Deshalb habe ich der Veröffentlichung des dritten Bandes der "Die Neue Grenze"-Reihe mehr entgegen gefiebert als einem eventuellem Spoiler zu "Star Trek: Voyager - Endspiel" oder dem ersten offiziellen Statement von Paramount zur "Serie V". Und ich wurde nicht enttäuscht. "Märtyrer" ist ein spannender, aber auch sehr humoristischer Roman, der mir noch besser gefällt als seine beiden Vorgänger (Band 1: "Captain Calhoun"; Band 2: "U.S.S. Excalibur").

Wie schon in der alten Classic-Folge "Bele jagt Lokai" werden im Haupthandlungsstrang menschliche Fehler und Unzulänglichkeiten (ein ewiger, sinnloser Bürgerkrieg, religiöser Erlöserwahn) auf außerirdische Spezies übertragen, auf die Spitze getrieben und ad absurdum geführt. Und wie in seinen vorherigen Romanen versteht es Peter David geschickt, die Geschichte durch überraschende Wendungen für den Leser immer interessant zu halten.

Neben der eigentlichen Handlung werden natürlich auch die Charaktere weiterentwickelt. Dabei geht es bisweilen brüllend komisch zu. Die Schiffsärztin Dr. Selar hatte im vorherigen Band so ihre Probleme mit dem vulkanischem Pon Farr. Hier führt dieser Punkt zu seltsam lustigen Dialogen und zwingt Captain Calhoun zu einem Versprechen, das er zum Schluss des Romanes doch nicht einhalten muss.

Überhaupt hat das Buch noch mehr witzige Stellen als bei Peter David ohnehin schon üblich: Wenn Calhoun sich vor Admiral Jellico wegen seines Berichtes über das eigenartige Ende des Planeten Thallon rechtfertigen muss (Jellico als dümmlicher Gegner der Classic-Serie) oder wenn der Chefingenieur Burgoyne eine höchst eigenartige Suche nach dem verschollenen Captain beginnt, kommt man als Leser nicht mehr aus dem Lachen heraus, ohne dass die Figuren dabei der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Ein Buch, das zwischen atemloser Spannung und genialer Komik oszilliert. Davids bisher bester "Star Trek"-Roman. Für Freunde von langen Handlungsbögen sei noch gesagt, dass die Abschluss-Szene Auswirkungen bis in die Handlung des zehnten "Die Neue Grenze"-Romans hat.

3. Peter Tigmann

So, da ist er also, der dritte in Deutschland erschienene "Die Neue Grenze"-Roman, und wer denkt, dass auch dieser Roman hier so gut wie seine Vorgänger wird ... hat vollkommen recht.

Mit "Märtyrer" beweist Peter David mal wieder sein außerordentliches Talent beim Schreiben von "Star Trek"-Büchern. Die ersten 150 Seiten des Romans sind die reinsten Zwerchfell-Angriffe, nur wenige Romane konnten bisher in Sachen Komik so überzeugen. Einige Kommentare der Charaktere sind einfach zum Totlachen.

Die restlichen knapp 160 Seiten sind dann aber der reinste Angriff auf die Nerven, da man ein überaus spannenden und actionreichen zweiten Buchteil geboten bekommt, der den Leser oft im Ungewissen lässt, was gerade in einer Situation genau geschehen ist. Daher entstehen sehr spannende Momente. Auch lockt David den Leser in diesem Teil des Romans auf falsche Fährten.

So viel zum Storyaufbau. Die Geschichte an sich ist auch sehr gelungen. Wie in den anderen "Die Neue Grenze"-Büchern beginnt David den Roman in anderen Zeitzonen und verbindet diese dann im weiteren Geschehen miteinander, was zum Glück sehr gelungen ist. Im Vergleich zu den ersten beiden Büchern fällt auf, dass bei diesem Roman nicht nur die Figur des Captain Calhoun im Mittelpunkt steht, sondern auch die restlichen Charaktere. So wird der Pon-Farr-Handlungsbogen um Selar weiter verfolgt. Hierbei lernen wir auch endlich einmal den Charakter von Burgoyne näher kennen, einem Wesen, welches von einem Volk mit zwei Geschlechtern pro Person abstammt.

Und auch die schon aus der "The Next Generation"-Episode "Gefährliche Spielsucht" bekannte Robin Lefler bekommt hier etwas mehr Handlung als in den Vorgängern. Das Ende des Romans deutet darauf hin, dass wir von ihr im nächsten Roman noch weitaus mehr hören werden.

Aber nicht nur die Crew der Excalibur bekam im Roman ausgiebig Platz. Auch die Planetenvölker, um die sich die Geschichte dreht, werden glaubhaft dargestellt, wobei vor allem die so genannten Erlöser uns an unsere eigene Geschichte erinnern. Dennoch ist dieses Volk sehr interessant beschrieben, auch wenn es letzten Endes einfach Massenmörder sind.

Der Schluss des Buches bietet keinen großartigen Cliffhanger, was aber auch nicht weiter schlimm ist, da für den Nachfolger mit dem Namen "Die Waffe" noch kein Veröffentlichungstermin bekannt gegeben worden ist und man so die Zeit etwas leichter herumkriegen kann.

Dieses Buch kann man wirklich nur empfehlen, auch wenn einem die Umstellung zwischen Humor in der ersten Hälfte und teilweiser Massenvernichtung in der zweiten Romanhälfte vielleicht etwas schwer fallen wird.

4. Martin Weinrich

Diese Rezension bezieht sich auf die 2011-Ausgabe des Cross Cult Verlags.

"Märtyrer" setzt den frischen Ton der ersten beiden "New Frontier"-Bände fort. Die Crew der Exalibur hat gerade den Untergang der Thallonianischen Heimatwelt erlebt und die Freisetzung des "großen Vogels der Galaxis" überstanden. Nun wird die Excalibur und vor allem ihr Captain Calhoun auf vielen Welten in dem Raumsektor als Gott verehrt.

Leider wird auf den besagten Vogel kaum eingegangen. Dieser hatte das Ende des vorherigen Romans "Zweifrontenkrieg" etwas ins Negative gezogen. Die Idee eines Vogels, der in einem Planeten schlummert, passt einfach nicht in das betont realistische Konzept der Serie. In diesem Band hätte man eine vernünftige Erklärung für das Phänomen nachliefern können; das geschieht nicht. Dafür wird der Leser mit einer sehr gelungenen religiösen Handlung entschädigt, deren einzige negative Eigenschaft darin besteht, dass sie auf dem Ereignis um den Vogel basiert.

Die Handlung des Romans lässt sich in drei Handlungsebenen einteilen. Der erste Teil beschreibt die Reise der Excalibur zu dem Planeten Zonder. Dort herrschte jahrelang ein Bürgerkrieg. In Calhoun sehen alle Bewohner einen religiösen Messias, daher haben sie sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Doch der Frieden ist noch unsicher, und die Bewohner beauftragen Calhoun damit, einen nachhaltigen Frieden auszuhandeln. Dafür muss er sich jedoch tatsächlich als Messias ausgeben. Peter David unterstreicht wieder einmal, dass Calhoun kein typischer Sternenflotten-Captain ist, indem er Calhoun tatsächlich als Messias auftreten lässt. Natürlich sorgt das wieder einmal für hitzige Diskussionen mit Shelby, die sich strikt an die oberste Direktive und die Vorschriften der Sternenflotte halten möchte.

Die Zondar-Handlung nimmt den größten Teil des Romans ein und wirkt vor allem durch die authentische Darstellung der Bewohner des Planeten sehr gelungen. Aus dieser Handlung leitet sich auch der Titel des Romans ab. Letztendlich sehen natürlich nicht alle Bewohner Calhoun als den Messias, der die Friedensverhandlungen führen soll. Stattdessen gibt es einen Abweichler, der plant, ihn zu töten. Peter David gelingt es dabei sehr gut, den religiösen Fanatiker als differenziertes Wesen darzustellen. Das war sicherlich auch vor den Ereignissen des 11. Septembers eine gelungene Leistung.

In einer Nebenhandlung wird das Schicksal eines weiteren Volkes erzählt, das beginnt, Calhoun zu verehren. Das Problem dabei ist, dass das Volk vorher einem fremden Glauben angehörte, den sie nicht freiwillig angenommen haben. Denn mit diesem Roman wird ein weiteres Reich des Sektors eingeführt. Hierbei handelt es sich um ein Volk, das sich Redeemer nennt und bedingungslos an den Gott Xant glaubt. Regelmäßig erobert dieses Volk andere Planeten und zwingt die Bewohner dazu, ebenfalls Xant zu verehren. Anhand dieser Nebenhandlung, in der die Excalibur kaum eine Rolle spielt, erkennt man auf welch grauenvolle Art und Weise Völker bestraft werden, die sich vom "wahren" Glauben abwenden. Dieser Teil war für damalige "Star Trek"-Verhältnisse vermutlich relativ hart. Im Vergleich zu den Zerstörungen, die David Mack mittlerweile in "Destiny" anrichtet, ist die Härte aber vertretbar. Eine gute Idee Davids ist dabei, dass er die Geschehnisse nicht aus der Perspektive des aufrührerischen Volkes erzählt, sondern aus der der gläubigen Besatzer. Diese können sich überhaupt nicht vorstellen, dass sich jemand von Xant abwendet.

Natürlich muss zum Schluss noch eine Brücke zu der Haupthandlung geschlagen werden. Natürlich können die Anhänger Xants es nicht auf sich beruhen lassen, dass immer mehr Völker Calhoun verehren. Die Lösung ist recht einfach: Calhoun muss vernichtet werden. Daraus entwickelt sich zum Schluss noch ein recht spannendes Raumgefecht. Es bleibt zu hoffen, dass die Anhänger Xants auch in einem der nächsten Romane wieder eine Rolle spielen werden.

Der dritte und beinahe wichtigste Teil des Romans sind weiterhin die Charaktere. Denn Peter David bemüht sich, dass auf der Excalibur mit den Vertretern vieler verschiedener Spezies besonders viel "gemenschelt" wird. Neben den ewigen Streitigkeiten zwischen Calhoun und Shelby steht diesmal der Chefingenieur Burgoyne im Mittelpunkt vieler Szenen. Er ist ein Hermaphrodit und weder weiblich noch männlich. Außerdem hat er eine sehr freizügige Sexualmoral und möchte unbedingt die vulkanische Ärztin erobern. Dem Autor gelingt es dabei relativ unverkrampft mit der Thematik umzugehen, was für "Star Trek" ebenfalls nicht unbedingt üblich ist. Im Laufe des Romans übertreibt er es zwar ein wenig mit dem Pon Farr der Ärztin, dennoch bleiben die Charakterszenen authentisch und unterhaltsam - zumal auch die anderen Brückenoffiziere alle ein- bis zwei gelungene Auftritte haben.

Fazit: "Märtyrer" kann das Niveau der beiden Vorgängerbände halten und sogar noch ein wenig steigern. Der Roman hat eigentlich nur zwei Schwächen: Die erste offenbart sich gleich zu Beginn, da der "große Vogel der Galaxis" zwar noch einmal erwähnt, aber nicht erklärt wird. Die zweite ist, dass der Roman so schnell schon vorbei ist und man eigentlich gerne noch länger auf der Excalibur verweilen würde. Der Autor hinterlässt dem Leser wieder einen Cliffhanger, sodass man sich auf den nächsten Roman schon vorfreuen kann.

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Bewertung

1. Markus Loosen
2. Peter Schipfmann
3. Peter Tigmann
4. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Märtyrer"

Originaltitel "Martyr"

Buchreihe Die Neue Grenze

Autor Peter David

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,80 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 - 6 Euro

Umfang 302 Seiten

Verlag Cross Cult

Bestellnummer 06/6553

ISBN 3-9426-4903-9

(ma, ps, pt, wc - 14.04.11)


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