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Markus Loosen (ma), Peter Tigmann (pt), Peter Schipfmann (ps)03.01.07

"Die Hunde des Krieges"

Peter David

Inhalt

Im Mittelpunkt dieses fünften "Die Neue Grenze"-Romans steht das Mädchen Riella, welches auf dem Planeten Montos lebt. Ihr Leben gestaltet sich sehr schwierig. Sie ist eine Außenseiterin, wird von den Montosianern wie ein exotisches Tier angestarrt und behandelt. Schreckliche Albträume suchen sie heim, in denen sie unter anderem einen bösen, roten Mann sieht. Ihre Mutter scheint irgendetwas vor ihr zu verheimlichen.

Als verschiedene Personen ihrem Planeten einen Besuch abstatten, beginnt sich das Geheimnis ihrer Existenz langsam zu lüften. Zum einen ist da eine Delegation der Excalibur, bestehend aus Si Cwan, Soleta und Zak Kebron. Sie wollen nur eine neue Allianz gründen, die aus den alten Welten des Thallonianischen Imperiums bestehen soll. Weniger altruistisch sind die Motive der "Hunde des Krieges" (von den Thallonianern durch genetische Manipulation erschaffene Kampfmaschinen).

Sie wollen Riella gefangen nehmen, denn sie kennt den "Ort der Stille", welcher angeblich ungeahnte Reichtümer birgt. Sie können das Mädchen auch beinahe kidnappen, wenn da ihnen nicht jemand in die Quere gekommen wäre: Der Weltraumabenteurer Xyon hat zufälligerweise von den Plänen der Hunde erfahren und beschlossen, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Er kann Riella aus den Händen zweier Hunde retten und mit seinem Raumschiff fliehen. Die kleine Delegation der Excalibur vertreibt unterdessen die anderen Hunde vom Planeten.

Xyon und Riella machen sich nun nach einigem hin und her auf nach dem sagenumwobenen "Ort der Stille". Doch sie werden von einem Schiff der Erlöser gestoppt, die ihrerseits ein starkes Interesse am "Ort der Stille" haben. Die Verwirrung während eines überraschenden Angriffes der zähen Hunde können sie zur Flucht nutzen. Als sie auf das kleine Shuttle der Excalibur treffen, macht Si Cwan eine überraschende Entdeckung...

Kritik

Jeder sucht den "Ort der Stille". Auch die gefährlichen Hunde des Krieges...
1. Markus Loosen

In diesem Roman führt David wieder gekonnt eine neue Rasse ein, die "Hunde des Krieges". Dabei versteht es David gut, die Kultur der Hunde darzulegen, ohne dass die Gesamthandlung langweilig wird. Die Hunde sind eine kriegerische Spezies. Nur sind sie längst nicht so ehrenhaft wie die Klingonen.

Außerdem führt der Autor noch weitere Kulturen ein, beziehungsweise man erfährt mehr über vorhandene Kulturen. So bekommt man zum Beispiel weitere Einblicke in die Gesellschaft der Erlöser.

Auch sonst findet man in dem Buch den gewohnt guten David-Schreibstil. Denn auch hier schafft es der Autor, seine eigene Art von Situationskomik in die Geschichte einzubringen. Auch schafft es der Autor wieder einmal, durch überraschende Wendungen in der Geschichte, die Spannung durchweg aufrechtzuerhalten, beziehungsweise sogar auszubauen.

Sowieso greift dieses Buch auch noch schon fast vergessene Handlungen aus den vorherigen Büchern auf und bringt diese teilweise sogar in eine völlig neue Richtung. Natürlich leitet David am Ende des Buches auch wieder Handlungen für den nächsten Roman ein, aber dies ist man ja von der "Neuen Grenze" schon gewohnt.

Die Charaktere werden selbstverständlich teilweise auch weiter ausgebaut, wobei das in diesem Roman längst nicht so stark der Fall ist wie im letzten Band. Denn ein Großteil der Handlung spielt nämlich nicht mit der Crew der Excalibur. An diesen Stellen sind es praktisch nämlich einzig die Gast-Charaktere, insbesondere Xyon und Riella, welche die Handlung voranbringen. Teilweise tritt die Crew der Excalibur sogar vollkommen in den Hintergrund. Dies ist dem Autor aber längst nicht schlecht gelungen, da man so fast eine völlig neue Art von "Star Trek" erlebt.

Allerdings ist auch dieses Buch, so wie eigentlich alle anderen Bücher diese Reihe, doch recht brutal im Vergleich mit anderen Trek-Romanen. So wird in diesem Roman zum Beispiel sehr genau die Grausamkeit dargestellt, mit der die Hunde des Krieges einen Planeten überfallen oder die Erlöser Personen foltern, um an Informationen zu gelangen.

Fazit: Wieder mal ein gelungenes Buch von Peter David in seiner eigenen Buchreihe.

2. Peter Tigmann

Der fünfte Roman ist anders als die vorhergehenden. Dies liegt vor allem daran, dass sich die ersten vier Romane größtenteils auf Mackenzie Calhoun konzentrierten. Hier sind es aber die Nebencharaktere, die im Vordergrund stehen. Das Beachtliche: Nur drei uns schon bekannte Charaktere von der Excalibur spielen eine größere Rolle, die aber immer noch vergleichsweise klein ist.

Hauptsächlich geht es nämlich um einen Mann namens Xyon und dessen Abenteuer. Xyon kennen wir aus den vorhergehenden Bänden noch nicht. Auch die junge Dame, die er zu retten versucht, scheint zunächst unbekannt. Die Geschichte um Xyon und Riella mag jemandem, der "Die Neue Grenze" und insbesondere Peter David noch nicht kennt, zunächst etwas merkwürdig vorkommen, weil wirklich ein Großteil der Geschichte eben nichts mir der Excalibur und ihrer Crew zu tun hat. Wenn man sich aber erst einmal mit den Charakteren vertraut gemacht hat, ist die Geschichte mehr als spannend.

Die Hunde des Krieges sind ein interessanter neuer Gegner im Universum von "Die Neue Grenze", ihr Ausgang lässt vermuten, dass man wieder etwas von ihnen hören wird. Auch wird der Handlungsstrang um die Erlöser fortgeführt, über die man hier weitere kleine Details erfährt.

Ein Handlungsstrang, der schon im ersten Band von "Die Neue Grenze" begonnen hat, wurde auch hier weitergeführt und fürs Erste beendet; die Suche Si Cwans nach seiner Schwester. Die Auflösung kam in meinen Augen sehr unerwartet, wenn ich auch in der Mitte des Romans schon eine kleine Vorahnung hatte.

Die einzigen drei Mitglieder der Excalibur-Crew, die in dem Roman etwas mehr zu tun hatten, waren Soleta, Kebron und Si Cwan. Die Charaktere werden sehr gut getroffen, auch erfährt man über Kebron einige neue Details, wie etwa, dass er sich selbst heilen kann. Die nicht gerade freundschaftliche Beziehung zwischen Cwan und Kebron entlockt dem Leser auch wieder einige Lacher. Der Humor ist zwar nicht mehr so ausgeprägt wie noch in den ersten Romanen, aber wenn man lachen muss, dann richtig. Zu Anfang des Romans erfährt man noch etwas von Robin Leflers Schwärmerei für Si Cwan, auf die in den nächsten Bänden wohl noch genauer eingegangen wird.

Wie schon gesagt: Calhoun, Shelby und einige andere Mitglieder der Excalibur-Crew treten in diesem Roman kaum in Aktion. Wenn man sich an diese Tatsache erst einmal gewöhnt hat, ist "Die Hunde des Krieges" ein sehr spannender, actionreicher, stellenweise recht brutaler Roman, dessen Schluss einem mal wieder die Schuhe ausziehen und dem nächsten Teil entgegen fiebern lässt.

3. Peter Schipfmann

Mir hat der fünfte Roman der "Die Neue Grenze"-Bücher anfangs nicht so gut gefallen. Das lag nicht an einem schlimmen Qualitätseinbruch im nun vorliegenden Buch. Es bot am Anfang einfach leider nur Altbekanntes:

  • Zunächst ist jemand auf einem fremden Planeten, der in heftigen Schwierigkeiten steckt (hier Riella).
  • Anschließend erfolgt ein abrupter Szenenwechsel, und es geht auf humoristische Weise um die Probleme, oder besser Problemchen, eines Besatzungsmitgliedes (hier Robin Lefler)

Das war schon in "Märtyrer" und "Die Waffe" so, ein bisschen mehr Abwechselung hätte nicht geschadet. Dann aber verlässt Peter David die ausgetretenen Pfade. Als Xyon und die Spezies, welche der deutschen Ausgabe ihren Titel verdankt, auftreten, kommt Schwung in die Geschichte. Da meint man fast keinen "Die Neue Grenze"-Roman mehr zu lesen. Die Excalibur spielt nur eine untergeordnete Rolle, "Xyon, der große Weltraumheld" wäre da ein besserer Titel. Xyon hat nichts von einem ordentlichen Starfleet-Offizier, er ist ein Typ wie Han Solo. Ein einsamer Held, der mit seinem Raumschiff durchs All fliegt, durch eigenes Verschulden in brenzliche Situationen gerät, sich aber immer gerade noch so eben retten kann (sein Schiff ist übrigens eine gutartige Version von "Alice" aus der gleichnamigen "Voyager"-Folge). Eine comicartige Figur, die, da sie von Peter David stammt, doch nicht zu schablonenhaft geraten ist, wie es sich hier vielleicht anhört. Sehr unterhaltsam und auch mit einem Augenzwinkern schildert David die Abenteuer seines neuen Helden.

Eine spannende Lektüre, aber was hat das mit "Die Neue Grenze" zu tun? Wo bleibt die Aufklärung noch offener Fragen? Ist Burgoyne 172 wirklich schwanger oder spinnt er nur eine Intrige? Doch als die Erlöser auftauchen, wird die Handlung langsam aber sicher wieder in den bekannten Kosmos des Sektors 221-G integriert. Xyon und Riella erhalten ihren Platz, alte fast schon vergessene Geschehnisse werden für die vorliegende Geschichte wieder wichtig, und eine überraschende Wendung am Schluss verspricht angesichts des Titels des sechsten Romanes ("Dunkle Verbündete") so einiges. Also doch ein sehr guter Roman mit zwei neuen Figuren, die sicherlich in den folgenden Büchern noch eine Rolle spielen werden. Mit den Hunden des Krieges gibt es eine interessante Spezies, deren bösartiger Charakter zu einigen äußerst brutalen Szenen im Buch führt. Sie erinnern mich stark an die Jem'Hadar, sind aber keine platte Kopie.

Da das Buch nicht wie "Die Waffe" direkt an seinen Vorgänger anknüpft, ist es diesmal nicht so wichtig, Vorkenntnisse aus den ersten vier Romanen zu haben. Wenn auf ältere Geschehnisse Bezug genommen wird, erklärt es sich meist von selbst. Man muss deshalb nicht unbedingt alle anderen Romane gelesen haben, wenngleich es selbstverständlich von Vorteil ist.

Fazit: Wieder ein gelungenes Stück Trek-Literatur. Im Moment scheint es so, dass, wenn man nur die deutschen Ausgaben der "Star Trek"-Romane kennt, die Bücher von Peter David die einzigen sind, die zu lesen es sich wirklich lohnt.

Bewertung

1. Markus Loosen
2. Peter Tigmann
3. Peter Schipfmann

Weitere Infos


Titel "Die Hunde des Krieges"

Originaltitel "The Quiet Place"

Buchreihe Die Neue Grenze

Autor Peter David

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
7,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 - 6 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 266 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/6555

ISBN 3-453-19675-9

(ma, pt, ps - 13.03.07)


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