|
Seitenoptionen
|





|
|
Markus Loosen (ma), Peter Tigmann (pt), Stefan Menz (mz) "Dunkle Verbündete" Peter David Inhalt Auch dieser "Die Neue Grenze"-Roman beginnt mal wieder in der Vergangenheit. Hier frisst die "Schwarze Masse", eine Weltraumlebensform, den Planeten Rolisa auf. Der junge Si Cwan erlebt dies auf dem Schlachtschiff seines Onkels. Dabei sieht er auch, dass die thallonianische Flotte der Schwarzen Masse nichts entgegenzusetzen hat und die seit langen schwerste militärische Niederlage erleidet. Dies trifft seinen Onkel, welcher der Oberkommandierende der Flotte ist, so hart, dass der sich nach der Schlacht in seinem Quartier erhängt. In der Gegenwart auf der Excalibur geht zunächst erst einmal eine Willkommensparty für Xyon und Kallinda alles andere als friedlich über die Bühne. Aber das sind schon bald nicht die einzigen Sorgen, welche die Crew hat. Denn die Schwarze Masse bewegt sich auf Tulaan IV, der Heimatwelt der Erlöser, zu. Die Erlöser zwingen daher Calhoun, mit ihnen eine Allianz einzugehen und die Schwarze Masse aufzuhalten, andernfalls würden die Erlöser nämlich die Bevölkerung eines Planeten mit einem Virus auslöschen. Doch schon bald muss Calhoun, welcher diesem Deal natürlich nur widerwillig zustimmt, erkennen, dass es auch für ein Starfleet-Schiff alles andere als einfach ist, die Schwarze Masse aufzuhalten. Denn schon bald droht diese, das Schiff zu vernichten...
Wow, dachte ich, als ich dieses Buch durchhatte. Denn David schafft es hier wieder exzellent, die Charakterentwicklungen in die Erzählung einzubinden. Und nicht nur die bestehenden Konflikte innerhalb der Crew werden fortgesetzt, wie zum Beispiel Selars Schwangerschaft. Nein, dem Autor gelingt es auch noch neue Konflikte aufzubauen. Hier stehen dann natürlich Xyon und Kallinda im Mittelpunkt. Der übliche Humor des Autors kommt dabei selbstverständlich nicht zu kurz. Dazu kommt noch, dass mit diesem Buch auch bei uns in Deutschland Davids deutsche Offizierin Katerina Mueller ihren ersten Auftritt in einem "Die Neue Grenze"-Buch hat. Und diese Frau vertritt recht interessante Ansichten. So erfährt man zum Beispiel auf Seite 94 von ihr, dass Sex gleich Sport, Entspannung und Stressabbau sei. Genauso gelungen ist der Haupthandlungsstrang. Denn David versteht es sehr gut, die Situation darzustellen, warum Calhoun eine Allianz mit den Erlösern eingeht. Dass sich in diesem Bündnis natürlich beide Seiten immer wieder zu hintergehen versuchen, versteht sich von selbst. Allerdings spielt der Autor diese Trümpfe immer so geschickt aus, dass dadurch interessante Wendungen entstehen. Ein Nachtteil an diesem Roman ist der, dass hier Handlungen aus den englischen "Die Neue Grenze"-Büchern der Subserien "The Captain's Table" und "Double Helix" aufgegriffen werden. Dies führt dazu, dass man an einigen Stellen beim Lesen dann doch das Gefühl hat, nicht alle Fakten zu kennen. Hierfür kann man allerdings nicht den Autor verantwortlich machen, da dieser keinen Einfluss auf den deutschen Verlag hat. Vielmehr ist hier die Veröffentlichungspolitik von Heyne zu kritisieren, da man dort eigentlich wohl ein bisschen auf die Kontinuität achten sollte. Leider hat dieser Roman auch wieder ein sehr offenes Ende, dabei ist dieses noch so spannend, dass man gleich den nächsten Band lesen möchte. Doch auch hier enttäuscht der Heyne-Verlag seine Leser wieder auf der ganzen Linie. Denn wie ich vor einigen Tagen aus einer E-Mail dieses Verlages erfahren musste, sind für das nächste halbe Jahr keine neuen Bücher der "Neuen Grenze" geplant. Die ersten "Enterprise"-Romane und die Subserie "Sektion 31" sind dem Verlag erst einmal wichtiger. Aber wenn sich vielleicht genügend Leser bei Heyne melden, überdenken sie dies vielleicht ja noch einmal. Fazit: Wieder mal ein sehr guter Roman von Peter David. Zwar wird das Lesevergnügen durch die Veröffentlichungspolitik des Verlages etwas getrübt, aber da für mich beim Lesen daraus keine erkennbaren negativen Auswirkungen auf die Geschichte vorhanden waren, kann ich immer noch mit gutem Gewissen die Bestnote vergeben. 2. Peter Tigmann Da ist er also, der nächste "Die Neue Grenze"-Roman. "Dunkle Verbündete" schafft es dann auch wieder, mit einer spannenden Geschichte zu überzeugen. Was gleich positiv zu vermerken ist, ist dass der Roman sich diesmal wieder größtenteils um die Crew der U.S.S. Excalibur dreht und keine neuen Charaktere einführt, die dann entwickelt werden. Dies war bei den letzten beiden Abenteuern sehr stark im Vordergrund. Teilweise etwas zuviel. Anderseits sind damit jetzt auch neue Charaktere an Bord: Robin Leflers Mutter Morgan, Si Cwans Schwester Kalinda und Calhouns Sohn Xyon. Die letzten beiden bekommen in diesem Roman viel Platz eingeräumt, was aber nicht schlecht ist. Das Verhältnis von Calhoun zu seinem Sohn ist interessant, und die Dialoge sind hervorragend geschrieben. Generell kann man die Dialoge als sehr gelungen betrachten. Peter David hat es wieder einmal geschafft, den Charakteren, auf wunderbare Weise, Leben einzuhauchen und den typischen "Die Neue Grenze"-Charme aufblühen zu lassen. Das Feinbild in diesem Roman ist mal wieder nicht eindeutig. Zunächst wäre da die Schwarze Masse, die wir schon kennen gelernt haben. Sie droht, den Planeten der Erlöser zu zerstören. Den Erlöser sind wir ebenfalls schon einige Male im "Die Neue Grenze"-Universum begegnet. Auch sie gehören zu den Feinden der Excalibur-Crew. Diesmal wollen sie allerdings die Hilfe unserer Gefährten, um ihren Planeten vor der Zerstörung zu bewahren. Was mir hier nicht so sehr gefallen hat, war, dass Calhoun doch relativ schnell mit dem Boss der Erlöser zusammengearbeitet hat. Zugegeben, beide hatten jeweils noch das eine oder andere Ass im Ärmel, aber wenn man Calhoun kennt, hätte man doch etwas mehr Arglistigkeit erwartet. Dennoch macht es dann im Folgenden Spaß, den Kampf gegen die Schwarze Masse zu lesen. Wie dieser ausgeht, wird natürlich nicht verraten. Neben dem Kampf gegen die Schwarze Masse haben auch noch einige Charaktere der Excalibur-Crew "Kämpfe" untereinander auszustehen. Neben Calhouns Sohn, muss Mackenzie sich auch noch seinen Gefühlen für Shelby klar werden. Gleiches gilt für sie. Auch Burgoyne und Selar müssen miteinander auskommen, was gegen Ende des Buches auch recht dramatisch bewiesen wird. Einen neuen Charakter lernen wir dann aber doch kennen: Executive-Offizier Mueller, die sowie Shelby wohl die zweite rechte Hand für Calhoun ist. Das bemerkenswerte an ihr ist, dass sie wohl der erste deutsche Offizier der Sternenflotte ist, den wir bisher kennen gelernt haben. Abschließend kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen. Waren die letzten beiden Romane etwas abschweifend, so bekommen wir hier wieder ein typisches "Die Neue Grenze"-Abenteur geboten. Der Cliffhanger am Ende des Buches ist aber wohl der gemeinste, den Peter David uns bisher aufgezwungen hat. Um so ärgerlicher, dass Heyne plant, die Reihe erst einmal nicht vorzusetzen. Da bleibt wohl nur der Griff zu der US-Ausgabe... 3. Stefan Menz Nun, der Roman "Dunkle Verbündete" lässt sich wohl am besten beschreiben mit "'Star Trek' meets 'Gute Zeiten Schlechte Zeiten'": Der Captain liebt seinen Ersten Offizier, mit der er früher mal verlobt war. Außerdem hatte er auch mal was mit seinem Ausführenden Offizier, in deren Bett er am Ende wieder landet. Zudem hat er einen Sohn mit einer Frau, die er aus Tradition schwängern musste. Dieser hat sich nun aber in die thallonianische Prinzessin verliebt, deren Bruder als Botschafter zur Crew der Excalibur gehört und der den Sohn des Captains als nicht standesgemäß ansieht. In ihn (den Botschafter) ist aber gleichzeitig die Einsatzoffizierin verliebt, deren todgeglaubte Mutter sich mittlerweile auch an Bord befindet. Außerdem ist die vulkanische Ärztin, die im Dauer-Pon-Farr steckte, nachdem ihr Mann den Sex mit ihr nicht überlebt hat, vom zweigeschlechtlichen Chefingenieur schwanger, der/die gleichzeitig was mit dem (männlichen) Navigator hatte. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, denn dieser Schwachsinn füllt mindestens die Hälfte des Buches aus. Einige dieser Handlungsstränge mögen ja mal ganz unterhaltsam sein, man kann es aber auch übertreiben. Und dieser Punkt ist spätestens dann erreicht, wenn die Geschichte weniger mit "Star Trek" als mit einer schlechten Soap gemeinsam hat. Eines muss man Peter David natürlich wie in allen seinen Büchern zugute halten: Er schreibt extrem unterhaltsam, sodass es schwer fällt, das Buch wegzulegen, da es ja immer mal wieder ziemlich interessant wird und man wissen will, wie es weitergeht. Dabei sind vor allem auch die Erlöser ziemlich interessant, die - wenn auch auf ziemlich alberne Art - mal wieder deutlich machen, wie idiotisch manche Religionen und vor allem ihre treuesten Anhänger sind, die ihren religiösen Führern jedes noch so schwachsinnige Wort glauben. Allerdings ist Peter David mittlerweile wohl ein Autor, an dem sich die Meinungen scheiden. Entweder mal liebt seine Romane oder man hasst sie. Langsam tendiere ich zu letzterem, denn das, was er so von sich gibt, wird einfach immer schwachsinniger. Wenn ich mich richtig erinnere, hat er an der Story von "Spiderman" mitgewirkt. Vielleicht sind solche Fantasy-, Superhelden-, und Comic-Storys ja geeigneter für ihn, da seine Erzählweise teilweise solch phantastische Züge annimmt, dass dies nicht mehr der eher ernsthaft gedachten Science-Fiction des "Star Trek"-Universums entspricht. So erinnern seine - größtenteils selbst erfundenen - Charaktere der "Die Neue Grenze"-Reihe eher an Comic-Superhelden als an ernsthafte "Star Trek"-Figuren; man denke nur an den unverwüstlichen Sicherheitschef Zak Kebron, dem nicht mal der Absturz eines Kampffliegers und dessen Explosion in einem riesigen Feuerball etwas anhaben kann. Allerdings behält er seine Linie dabei nicht immer bei. War im letzten Teil noch Xyon, der Sohn des Captains, ein unbesiegbarer Einzelkämpfer, der die genetischen Superkrieger "Die Hunde des Krieges" im Alleingang platt machen konnte, wird er hier nun nacheinander von Captain Calhoun wie auch Si Cwan aufs Kreuz gelegt. Natürlich, denn Captain Calhoun muss ja der größte Held von allen sein. Das Zerfetzen eines ach so gefährlichen Monsters durch Burgoyne mit bloßen Händen möchte ich hier besser erst gar nicht erwähnen. Auch die gelegentlich auftauchenden Kreaturen sprengen jeden Rahmen der Absurditäten, die man uns manchmal zu Kirks Zeiten vorgesetzt hat. Nach dem "großen Vogel der Galaxis", der aus dem Innern eines Planeten schlüpfte, folgt nun die Schwarze Masse, die ganze Sonnen auffressen kann, deren Bestandteile sich aber problemlos sezieren lassen. Ein weiterer Streitpunkt ist sicherlich Peter Davids Humor. Teilweise versucht er so zwanghaft witzig zu sein, dass es von der Soap doch eher zur Sitcom überwechselt. Zwar hat sich schon die Classic-Serie durch einen wirklich guten Humor ausgezeichnet, doch das, was Peter David hier bringt, erinnert eher an den Stumpfsinn der deutschen Synchronisation. Ebenfalls ziemlich nervend sind die ständigen Ausblicke, was gleich passieren wird. Insbesondere am Ende wird ständig die Vernichtung der Excalibur angekündigt. Zwar wird diese wirklich erfolgen, allerdings erst im nächsten Band, auf den deutsche Leser aber wahrscheinlich ewig warten können, da der Heyne-Verlag auch diese Reihe auf unbestimmte Zeit verschoben (sprich: eingestellt) hat. Fazit:Für Fans von Peter David (oder schlechten Sitcoms und noch schlechteren Soaps) ein sehr interessanter Roman, der aber deutlich macht, dass der "Die Neue Grenze"-Reihe wirkliche Ideen fehlen und die Qualität von Band zu Band abnimmt. Bewertung
Weitere Infos
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter. |
|
© TrekZone Network, 1999-2012 |
|

