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Henning Koonert (hk), Thomas Götz (tg)09.02.14

"Star Trek Stellar-Kartographie"

Larry Nemecek

Klappentext

"Star Trek: Stellar-Kartographie - Aus den Sternenflotten-Archiven" umfasst zehn originale, bislang unveröffentlichte großformatige Karten aus dem Star-Trek-Universum. Die beeindruckenden Reproduktionen aus den Archiven der Sternenflotten-Akademie bieten eine seltene Gelegenheit, einen einzigartigen Blick auf die Ausdehnung des Föderationsraums - und darüber hinaus - zu werfen.

Inhalt

Die neue "Stellar-Kartographie" von Panini enthält in einem doppelt aufklappbaren Schuber aus Pappe zehn Sternenkarten aus dem "Star Trek"-Universum und ein 48-seitiges Begleitbuch im Hardcover-Einband. Es zeigt Karten-Abbildungen in Farbe und bietet begleitende Texte; Spotlack und Glanzdruck auf dem Cover runden das Erscheinungsbild ab.

Die zehn Sternenkarten – ein jede im Format 90 x 60 Zentimeter - decken die folgenden Themen ab:

  • Bekannter Raum, 2386
  • Alpha-Quadrant, 2386
  • Beta-Quadrant, 2386
  • Cardassianische Union, 2364
  • Vulkanisches Sternensystem, 4. Jahrhundert
  • Klingonisches Reich, 2266
  • Romulanisches Sternenimperium, 2366
  • Romulanischer Krieg, 2162
  • Dominion-Krieg, 2379
  • Höhepunkte in der Geschichte der Föderation, 2386

Im zugehörigen Buch ist jeweils auf einer Doppelseite die gesamte Karte oder ein Ausschnitt noch einmal abgedruckt, auf einer weiteren Doppelseite gibt es in Textform einen knappen thematischen Überblick über die politische Situation, die auf der Karte illustriert ist.

Kritik

1. Henning Koonert

Das Nachschlagewerk in Wort und Bild zur Lage der Föderation in der Galaxis, angelehnt an den "Sternen-Atlas". Das fanze Buch und Kartenmaterial kommt dabei im aufwendigen Schuber daher.
Die "Stellar-Kartographie" ist das erste Werk seit über zehn Jahren, das uns einen groß angelegten illustrierten Überblick über das "Star Trek"-Universum gibt. Zuletzt hatte das der "Sternen-Atlas" von Geoffrey Mandel im Jahr 2002 getan. Die neuen Sternenkarten, erneut auch von Mandel erstellt, bauen auf seinen Illustrationen auf und fügen auch die Phänomene hinzu, die erst nach Erscheinen des "Sternen-Atlas" dem "Star Trek"-Universum hinzugefügt wurden – insbesondere die Delphische Ausdehnung und (wenn auch nur im Text erwähnt) die Hobus-Supernova.

Im Vergleich zum bisher ausführlichsten Referenzwerk der stellaren Trek-Kartographie, eben jenem "Sternen-Atlas", schneidet die neue "Stellar-Kartographie" in mehreren Punkten besser ab, in anderen hingegen enttäuscht sie auf ganzer Linie.

Zunächst besticht das neue Nachschlagewerk durch die qualitativ hochwertige Ausführung – bei einem Verkaufspreis von 69 Euro kein Aspekt, der zu vernachlässigen wäre. Der dreiteilige Klappschuber ist aus stabiler Pappe gefertigt und mit Hochglanzelementen auf dem Cover fein gestaltet. In den beiden Seitenlaschen finden jeweils fünf Karten Platz, die sich einfach herausnehmen und wieder hineinstecken lassen, ohne dass etwas einreißt oder es zu anderen Beschädigungen kommt. In den Mittelteil des Schubers ist das gebundene Begleitbuch sicher eingebettet. Mit Hilfe einer Stofflasche kann man es auf einfach Weise aus seinem Bett lösen.

Die Federführung bei diesem Kartographiewerk hat "Star Trek"-Experte Larry Nemecek übernommen, von dem auch die erläuternden Texte im Buch stammen. Ihm gelingt es, die politischen Hintergründe der Illustrationen prägnant zusammenzufassen. Da ihm pro Karte jedoch nur eine Doppelseite zur Verfügung steht, vermisst der Trek-Fan an manchen Stellen in die Tiefe gehende Informationen. Alles in allem geben die Texte eine Übersicht; viel Neues erfährt der Leser hingegen nicht.

Die einzige Ausnahme bildet der Text zum Irdisch-romulanischen Krieg, der nicht etwa die Schilderungen aus den "Enterprise"-Romanen des Lizenznehmers Pocket Books (in Deutschland Cross Cult) aufgreift, sondern die Schilderungen aus dem Buch "Federation – The First 150 Years" übernimmt, das zuvor in den USA ebenfalls wie die "Stellar-Kartographie" von becker&mayer! Books produziert wurde.

Die deutsche Übersetzung von Nina Kavelar für Panini ist in großen Teilen gelungen, aber leider nicht fehlerfrei. Dabei beziehen sich gerade zwei Stellen, die stutzig machen, auf die Xindi-Ereignisse aus "Enterprise": So handelt es sich bei dem im Original vermutlich als "Xindi strike" aufgeführten Ereignis selbstverständlich nicht um einen "Streik" (Seite 13), sondern um einen verheerenden Angriff. Ebenso wenig fand dieser Angriff im Jahr 2163 (Seite 17) statt, sondern ein Jahrzehnt zuvor. Ob dieser Fehler nur in der deutschen Ausgabe oder auch im Original enthalten ist, ist nicht bekannt. Schade, dass hier die inhaltlich-fachliche Qualitätskontrolle scheinbar geschlafen hat.

Der Kaufanreiz bei diesem Bündel liegt allerdings klar bei den Karten als beim begleitenden Büchlein. Auf stabilem Papier gedruckt, beheben sie das größte Manko des "Sternen-Atlas": Da man hier nicht mehrfach umblättern und die Seiten gedanklich aneinanderfügen muss, bekommt man auf einen Blick einen deutlich besseren Eindruck über die stellaren Gegebenheiten im Alpha- und Beta-Quadranten als in Geoffrey Mandels Vorgängerwerk.

Die Karten des Alpha- und Beta-Quadranten werden so zu einem wahren Augenschmaus. Einen weiteren Höhepunkt bildet passenderweise die Karte "Höhepunkte in der Geschichte der Föderation", auf der auch Reiserouten mehrerer Enterprises und anderer Flugkörper eingezeichnet sind. Da hier Ereignisse aus drei Jahrhunderten "Star Trek"-Geschichte übereinanderliegen, erschlägt einen dieses Kartenblatt beim ersten Anschauen beinahe mit seiner Informationsfülle, offenbart bei eingehendem Studium jedoch einen Detailreichtum, der an den "Sternen-Atlas" heranreicht und ihn durch Ergänzungen wie etwa die Delphische Ausdehnung noch übertrifft.

Streiten lässt sich über die Entscheidung, die Karten der romulanischen, klingonischen und cardassianischen Reiche nicht auf dem "aktuellsten" Stand des Trek-Universums, also dem Jahr 2386 herauszubringen, sondern teils mit den Gegebenheiten noch des vorherigen Jahrhunderts. So fehlt etwa auf der Karte der Cardassianischen Union die entmilitarisierte Zone und der Weg der Voyager durch die Badlands (wie in "Der Fürsorger" gesehen), da diese Karte den Stand des Jahres 2364 wiedergibt. Abhilfe schafft hier erst wieder ein Blick auf die Karte "Höhepunkte in der Geschichte der Föderation", welche diese Informationen bereithält.

Ein schöner künstlerischer Kniff ist die Gestaltung dieser drei außerirdischen Karten in Stil und Schrift der drei Großmächte. Während bei den Reichen der Cardassianer und Romulaner eine irdische Übersetzung auf der Karte aufgedruckt ist, wurde sie beim Klingonischen Reich bewusst zurückgehalten. Welche Sternensysteme sich hinter den klingonischen Buchstaben verstecken, erfährt man erst beim Blick auf die verkleinerte Abbildung auf einer Doppelseite im Begleitbuch, die im Gegensatz zur Karte irdische Übersetzungen bereithält. Dies mag einige klingonische Puristen erfreuen, die sich die Karte an die Wand hängen möchten, dürfte für die meisten Käufer jedoch eher ein Ärgernis darstellen.

Sechs wertvolle Karten also hält dieses Set bereit. Die vier weiteren sind leider weniger interessant. Am ehesten rechtfertigt von ihnen noch "Bekannter Raum, 2386" seinen Platz in dieser Sammlung. Hier sind die Territorien und Grenzen der großen und kleineren Mächte des Alpha- und Beta-Quadranten in kräftigen unterschiedlichen Farben dargestellt, ohne dass Details aus ihrem "Innenleben" davon ablenken.

Der Dominion-Krieg profitiert hingegen wenig von der Darstellung in Kartenform, der Irdisch-romulanische Krieg noch weniger. Die Dynamik der Weltraumschlachten lässt sich auf diesem Medium schlicht nicht einfangen und weder die Darstellung der Schlachten in "Deep Space Nine" noch die Schilderungen der Auseinandersetzungen in "Federation – The First 150 Years" beinhalten Truppenbewegungen, die komplex genug wären, als dass eine Karte notwendige Übersicht schaffen müsste.

Am wenigsten zu beeindrucken weiß schließlich die Darstellung des vulkanischen Sternensystems. Künstlerisch ist diese zwar gelungen umgesetzt, der Informationsgewinn für den Käufer ist jedoch gleich Null. Hier kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass der Platz anders besser hätte genutzt werden können.

Damit landen wir auch bei einem gewichtigen Manko dieses Bündels. Die "Stellar-Kartographie" beschränkt sich allein auf den Alpha- und Beta-Quadranten. Geschehnisse um die Begegnungen der Defiant im Gamma-Quadranten bleiben genauso außen vor wie die komplette Reise der Voyager durch den Delta-Quadranten. Verwehrt bleiben dem Käufer eine Darstellung des Dominion-Territoriums genauso wie die zahlreichen Völker, Phänomene und Feinde, denen die Voyager in ihren sieben Serienjahren begegnet ist. Eine - sicher auch stilistisch interessante - Karte des Borg-Raums? Pustekuchen!

Umso stärker fallen diese blinden Flecken ins Gewicht, als dass es sich hier nicht um Randerscheinungen des "Star Trek"-Universums handelt, sondern immerhin im Fall des Gamma-Quadranten um einen gewichtigen Teil der DS9-Prämisse; durch den Wegfall des Delta-Quadranten finden gar gleich die gesamten Geschehnisse aus "Voyager" keine Berücksichtigung. Schade, denn beides lässt sich im "Sternen-Atlas" durchaus ausführlich nachschlagen!

Fazit:Die neue "Stellarkartographie" ist ein hochwertig produziertes Bündel, das gerade in der Darstellung der Sternenlage des Alpha- und Beta-Quadranten den zwölf Jahre älteren "Sternen-Atlas" alt aussehen lässt. Den eingefügten Aktualisierungen aus "Enterprise" steht gegenüber, dass der Gamma- und Delta-Quadrant – anders als im "Sternen-Atlas" - keinerlei Berücksichtigung finden. Den Anspruch, einen umfassenden Überblick über das "Star Trek"-Universum zu liefern, kann diese Sammlung daher nicht erfüllen. Wünschenswert wäre gewesen, anstelle einiger Karten mit wenig Informationsgehalt die gesamte Galaxie abzubilden, nicht nur zwei der vier Quadranten.

Ein Ersatz für den "Sternen-Atlas" ist die "Stellarkartographie" damit nicht, eine lohnende Ergänzung aufgrund der qualitativ hochwertigen Ausführung und vieler schlicht schön anzuschauender Karten ist sie jedoch in jedem Fall.

2. Thomas Götz

Vor mittlerweile zwölf Jahren erschien – später auch auf Deutsch bei Heel – der "Sternen-Atlas", ein Nachschlagewerk zum "Star Trek"-Universum, das diverse Karten zeigte und sich dabei auch auf Alpha- und Beta-Quadrant konzentrierte. Damals gab es natürlich noch kein "Enterprise" bzw. lief die Serie noch, so dass sie nicht berücksichtigt wurde. Mehr als Zeit genug also, den Karten der Föderation und Konsorten ein Update zu genehmigen.

Was am vorliegenden Buch "Stellar-Kartographie" auffällt, ist zunächst einmal der hohe Preis von immerhin 69 Euro. Das ganze Buch kommt im edlen Schuber daher, der nach drei Seiten hin aufgeklappt werden kann. Im rechten und linken Fach kommen dabei je fünf großformatige Karten zum Vorschein, die auch einzeln herausgenommen werden können. Im Mittelteil liegt ein kleines Minibüchlein, in dem Hintergrundinfos zu den einzelnen Karten erläutert werden.

Die Karten an sich sind natürlich im Hochglanzdruckformat gehalten und auch rundweg übersetzt, so dass man auch als deutscher Leser keine Einbußen hat. Indes, dies war beim "Sternen-Atlas" natürlich auch so. Nichtsdestotrotz rechtfertigt also allein die Aufmachung als limitiertes Sammelobjekt (auf 2000 Stück) den etwas höheren Preis. Aber es soll ja nicht nur die Aufmachung unter die Lupe genommen werden, sondern auch der Inhalt.

Hier offenbart sich aber bereits das erste Manko, denn war der "Sternen-Atlas" noch ein 124 Seiten dickes Buch, so ist das Minibüchlein im vorliegenden Fall gerade einmal 45 Seiten dick. Zwar sind die erwähnten Ergänzungen, die der Serie "Enterprise" geschuldet sind, nun auf den Karten vorhanden, im Großen und Ganzen entsprechen die Karten aber dem Aufbau, den man schon vom "Sternen-Atlas" her kennt und diese Ergänzungen sind eher minimal.

Dabei muss man zwangsweise ein paar Parallelen zum "Sternen-Atlas" ziehen, wenn schon dessen Karten als Grundlage benutzt werden. Wir erinnern uns, dass in den 70ern und 80ern das erste Kartenmaterial erschien, in Bänden wie dem auch auf Deutsch erschienenen "Die Welten der Föderation". Damals ging man von einer kreisförmigen (bzw. dreidimensional betrachtet sphärischen) Ausweitung der Föderation aus, eben von der Erde ausgehend in gleichmäßiger Richtung. Im "Sternen-Atlas" war das nicht mehr so und die Ausbreitung der Föderation wird etwas "kreuz und quer" dargestellt, eben fast amöbenartig, was mitunter damals auch ein Kritikpunkt am Atlas war. Hierbei mutet es auch seltsam an, dass einige andere Reiche (zum Beispiel Cardassia) ihre Hauptwelt am Rande, ja fast schon im Grenzgebiet, haben und sich nicht kreisförmig von dort ausgebreitet haben sondern eher einen ganzen Teil "hinter" oder "vor" ihrer Heimatwelt erobert haben.

Diese Ausbreitung offenbart sich nun auch in den vorhandenen Karten, denn hier hat die UFP fast alle Mächte des Alpha- und Beta-Quadranten bereits eingekreist und stellt dabei natürlich immer noch die größte Macht dar. Sie ist also noch mehr "zersplittert" als man dies kennt. Immerhin liefert das Minibüchlein hier Erklärungen und bessert einige Fehler an den alten Karten aus. So wird etwa erwähnt, dass das Ganze ja nur eine zweidimensionale Darstellung ist, und es dreidimensional natürlich ganz anders aussieht.

Das bereits erwähnte Büchlein ist dabei so gehalten, als würde es aus der Sicht eines UFP-Historikers erzählt, der die entsprechenden Karten beschreibt. An und für sich okay, wobei auffällt, dass sich die Beschreibungen nur auf den Kanon stützen. Etwaige Bücherserien werden ignoriert bis auf … tja, bis auf "Enterprise", wie es scheint, denn in dem ergänzenden Kartenmaterial werden Schlachten aus dem Romulanischen Krieg erwähnt und deren Verlauf eingezeichnet, die man so noch nicht kennt beziehungsweise logischerweise in der Serie nie gesehen hat. Dabei wird auch des Öfteren erwähnt, dass sich die Romulaner gern als "Unter den Schwingen des Raubvogels" lebend titulieren – und das ist der Name eines der "Enterprise"-Relaunch-Bücher (die auch bald auf Deutsch erscheinen werden). Zufall? Und wenn wirklich Daten aus dem "Enterprise"-Relaunch übernommen wurden, stellt sich natürlich die Frage, warum man nicht wenigstens mal kurz auch die anderen Relaunch-Serien erwähnen hätte können?

Aber wo wir gerade beim Erwähnen von Relaunch-Gegebenheiten sind: Die meisten Karten des Buches sind auf 2386 datiert, also vor dem neuen "Star Trek"-Film, der 2387 die Zerstörung Romulus bringt. Dennoch wird an drei Textstellen explizit auf die kürzliche Zerstörung von Romulus hingewiesen, was wiederum ein 2387er-Datum impliziert. Obwohl das für die meisten vielleicht unwichtige Details sind, kann man sich hier des Eindrucks nicht erwehren, dass krampfhaft versucht wurde aufzuzeigen, dass das "Star Trek"-Universum, so wie wir es kennen, auch nach den neuen Filmen weitergeht. Dies wird Paramount aber kaum vor 2016 und den Nachwehen des dritten neuen Films enthüllen, immerhin laufen erst zu diesem Zeitpunkt die Verträge mit Abrams und den Schauspielern aus. Kurz gesagt: Ein definitives "So geht es im alten Universum weiter" findet man auch hier nicht, daher sind diese Bemerkungen über Romulus' Zerstörung eigentlich überflüssig.

Schön ist hingegen, dass einige der Fehler aus alten Tagen ausgebessert werden. Zu Classic-Zeiten erinnern wir uns an die Folge, in der der erste Kontakt mit den Romulanern hergestellt wurde. Spock zeigt eine Karte mit der romulanischen Heimatwelt, die mit "Romulus und Romii" betitelt sind. Diese Aufnahme ist auch im vorliegenden Buch enthalten, mit der Erklärung, dass es sich um Kartenmaterial aus "Enterprise" handelt, und Remus erst später als solcher bekannt wurde. Ein kleines Zugeständnis an die Fans also, und auch sonst werden noch einige weitere kleinere Fehler ausgebessert (geretcont, wie man neuerdings sagt). So wird etwa auch festgelegt, dass die Bewahrer aus TOS und die humanoide erste Rasse aus der TNG-Folge "Das fehlende Fragment" ein und dieselben sind.

Was allerdings bei dem Buch auch noch auffällt, ist, dass sich der Fehlerteufel mitunter gar böse eingeschlichen hat und erneut Zahlendreher ohne Ende vorhanden sind. Da wird schon mal erwähnt, dass die Finalschlacht im romulanischen Krieg 2060 war oder dass die Xindi die Erde 2163 (statt 2153) angriffen. Ob dies der Übersetzung geschuldet ist oder die Zahlen im amerikanischen Original auch so falsch sind, kann an der Stelle nicht beurteilt werden. Immerhin gab es diese Fehler auch schon im Atlas und anderen Werken, so dass man (erneut) sagen muss, das es kein deutsches Nachschlagewerk gibt, in dem alle Daten richtig sind (ähnlich den Nachschlagewerken zum zweiten TOS-Pilotfilm, der in den deutschen Episodencredits immer als "Die Spitze des Eisberges" betitelt wurde, allerdings wurde quasi überall immer nur "Spitze des Eisbergs" geschrieben). Solche Fehler sind natürlich ärgerlich, dürften aber in der großen Masse eher den Hardcorefans auffallen. Aber an genau diese richtet sich ja der Band.

Davon abgesehen bietet das Buch auch von den Hintergrundinfos nicht viel Neues, da es, wie erwähnt, bis auf die "Enterprise"-Sachen eben nur wenig Neues gibt. Die Infos zum Dominion-Krieg gab es bereits im "Sternen-Atlas", auch mit entsprechendem Material zu einzelnen Schlachten, die auf der Karte eingezeichnet waren. Ein paar wenige Neue Details, wie die Eroberung von Bolarus, gibt es dann allerdings doch. Ansonsten zeichnet sich das Buch dadurch aus, dass es die zehn Karten nochmals ausführlich beschreibt und eine Miniversion selbiger bringt.

Und damit sind wir schon bei der Betrachtung der Karten, denn bei der Besprechung von "Stellarkartographie" darf eine Analyse der Karten im Detail nicht fehlen. Hier haben wir:

1. Eine Karte des Alpha- und Beta-Quadranten mit den einzelnen Reichen

Diese Karte ist groß und etwas abstrakt gehalten, soll sie doch nur einen groben Überblick über die Verteilung der Größe der einzelnen Reiche beziehungsweise Völker geben. An und für sich zwar okay, bietet diese Karte aber nichts Neues und stellt nur eine Übersicht dar, die bereits bekannt ist und die man sich auch hätte sparen können, sofern man sie nicht als Poster an die Wand heften will. Die Aufmachung im Hochglanzdruck ist, wie bei allen Karten, natürlich gelungen, richtig tiefergehenden Informationsgehalt kann man aber nicht daraus ziehen.

2. Eine Karte der Alpha-Quadrant-Seite von Föderation und umgebenden Mächten

Diese Karte stellt die Alpha-Quadrant-Seite von Föderation und den sie umgebenden Mächten, wie Cardassianer und Breen, in einem erhöhten Detailgrad dar. Man sieht Planeten und Sektorengitter und die Ausdehnung der Reiche. In das tiefe Detail wie andere Karten, etwa auch die aus dem "Sternen-Atlas", geht das Ganze zwar nicht, für einen schönen Überblick taugt die Karte aber allemal. Somit ist sie eine der Besseren aus dieser Sammlung.

3. Eine Karte der Beta-Quadrant-Seite von Föderation und umgebenden Mächten

Auf dieser Karte wird die andere Hälfte des Föderationsraumes gezeigt, die vor allem auch Romulaner und Klingonen enthält und vom Detailgrad her der Karte Nummer zwei entspricht. Auch hier handelt es sich quasi nur um eine Ansammlung von Planeten und stellaren Phänomen, aber der Detailgrad ist auch hier in Ordnung und für eine Übersicht gut geeignet. Auch hier gilt also das für Karte zwei Gesagte, dass dies eine der besseren Karten ist.

4. Eine Karte der Cardassianischen Union

Auf dieser Karte wird das Reich der Cardassianer dargestellt. Vom Detailgrad her entspricht die Karte etwa dem von Alpha- und Beta-Quadrant. Es sind also Planeten und Phänomene eingezeichnet. Das große Manko dieser Karte ist allerdings, dass das Ganze nicht nur auf cardassianisch sondern auch auf Deutsch dargestellt ist. Will heißen: Die Planeten und Systeme stehen in cardassianischer Schrift auf dem Blatt, direkt darunter steht in Klammern der deutsche (respektive englische) Ausdruck. Auf der einen Seite ist es löblich, das man versucht, eine authentische cardassianische Karte dadurch abzubilden, auf der anderen Seite führt das aber dazu, das man vor großformatiger Schrift kaum noch etwas von den Details der cardassianischen Union erkennen kann. Planeten und Phänomen des Alls gehen hinter der Schrift etwas unter und auch die Übersichtlichkeit geht dabei natürlich flöten. Zusammengefasst also: Nett gemeint, aber in der Umsetzung hapert es leider.

5. Eine Karte des vulkanischen Systems zur Zeit des Todes Suraks

Die vorliegende Karte ist an und für sich keine Karte an sich, sondern soll laut den Hintergrundinformationen im Buch ein künstlerisches Abbild darstellen, das von einem vulkanischen Künstler gemalt wurde. Es werden dort einige Planeten gezeigt, die eine Sonne umkreisen, wobei die Planetennamen in Vulkanisch (und Deutsch) darunter platziert wurden. Leider ist diese Karte auch genau das, was das Buch sagt: ein Kunstwerk. Denn der Informationsgehalt ist gleich Null und es dürfte auch die wenigsten Fans interessieren, wie die Planetenkonstellation im Vulkan-System zur Zeit von Suraks Tod war. Vielleicht wäre das ganze Bild etwas interessanter gewesen, wenn die Kreisbahnen der Planeten eingezeichnet worden wären, so aber bleibt ein etwas uninspiriertes und überflüssig wirkendes (aber immerhin schön gezeichnetes) Bild zurück. Im Text zu diesem Bild wird Delta Vega übrigens als im Einzugsgebiet der Vulkan-Sonne beschrieben, womit geretcont wird, wie Spock die Zerstörung Vulkans von dort aus im 2009er-Film sehen konnte. Das kann man mögen, muss es aber nicht. So oder so bildet diese Karte eindeutig den Schwachpunkt der Sammlung.

6. Eine Karte des Klingonischen Reiches

Hier ist sie nun also, die obligatorische Karte, die nicht fehlen darf. Immerhin sind die Klingonen ja durchaus ein Galactic Player. Ähnlich wie bei der cardassianischen Karte ist hier alles auf Klingonisch gehalten und Planeten und Raumstationen eingezeichnet. Nur leider dürften die wenigsten mit dieser Karte etwas anfangen können, denn wie erwähnt, das Ganze ist in Klingonisch! Es gibt keine deutschen Übersetzungen und wer nicht gerade die klingonische Schrift auswendig kennt, sieht nur eine Karte mit merkwürdigen Zeichen vor sich, aus der er nicht recht schlau wird. Selbst die klingonische Heimatwelt kann man nur aufgrund der hervorgehobenen Schrift identifizieren. Zudem stammt diese Karte laut Datum von 2266, einer Zeit also, in der es noch eine neutrale Zone zwischen Klingonen und Föderation gibt. Selbige ist allerdings nicht eingezeichnet. Gut, nun könnte man natürlich argumentieren, dass Klingonen so etwas Unehrenhaftes auf ihren Karten nicht einzeichnen. Eine Version der Karte mit deutschen Erklärungen findet sich dann aber immerhin im Buch, allerdings ist diese Karte zweifellos ein weiterer Schwachpunkt des Bandes, da wohl nur die Wenigsten hier wirklich durchblicken werden.

7. Eine Karte des Romulanischen Reiches

Ähnlich der anderen Karten darf natürlich eine Karte der Romulaner nicht fehlen. Auch diese ist im Detailgrad wie die anderen gehalten. Auch hier ist alles auf Romulanisch, entgegen etwa der Karte zu den Klingonen gibt es hier aber wieder die deutschen Begriffe unter den romulanischen, so dass der Durchblick gewährleistet bleibt. Und im Gegensatz zu der cardassianischen Karte ist die Schrift hier auch nicht so groß, dass sie den Rest überdeckt und sie unübersichtlich wird. Die perfekte Karte also endlich?

Fast, denn leider gibt es auch an dieser Karte ein Manko: Sie ist nämlich fast gar nicht gefüllt. Während es bei Cardassianern und Klingonen noch Planeten und Raumbasen en Masse gab, so gibt es hier fast nur einen grünen Fleck zu bewundern, denn der romulanische Raum ist fast gar nicht mit Planeten oder Basen gefüllt. Sicher, es mag wenig zum internen Aufbau des Reiches bekannt geworden sein durch die Serien, aber selbst die Klingonenkarte bot hier mehr. Es ist einfach auffallend, wenn auf der Karte des romulanischen Reiches die Grenzgebiete beziehungsweise die Planeten der UFP mehr Platz und Raum bekommen als die Romulaner selbst.

So bleibt eine Karte, deren Umsetzung zwar gut ist, die aber in Detailfragen hapert. Kein Totalabsturz, aber auch wiederum kein Überflieger. Immerhin wird in den Erklärungen zur Karte erwähnt, das die Romulaner sich selbst Rihannsu nennen, wodurch erneut ein umstrittenes Faktum aus den Romanen in das Buch Einzug hält.

8. Karte zum Eomulanischen Krieg

Nun also endlich der "Enterprise"-Anteil. Auf dieser Karte wird gezeigt, wie sich Föderation und Romulaner gegenüberstanden (bzw. die Erde, eine Föderation gab es ja damals noch nicht). Hier werden erstmals die vorhandenen Karten um Orte wie Denobula Prime ergänzt. Der Detailgrad ist dabei natürlich nicht so hoch wie bei den anderen Karten, wird hier doch nur ein Ausschnitt präsentiert, der mit vergleichsweise wenigen Planeten gefüllt ist. Allerdings kommt man nicht umhin sich zu fragen, wieso die Menschen Andoria nicht schon früher entdeckt haben, wenn Vulkan und Denobula schon fast auf einer Linie dazu liegen. Oder anders ausgedrückt: die Menschen haben eine Allianz mit dem weiter entfernten Denobula, aber sind nicht in der Lage, das um die Ecke liegende Andoria zu entdecken, bis Archer auf es trifft? Die Vulkanier müssen die Menschen wirklich lange für dumm verkauft haben – und nicht alles kann man mit der frühen Phase der Weltraumerforschung wegdiskutieren.

Von diesem Manko aber mal abgesehen, ist die Karte zweifellos eines der Highlights, was sicher nicht nur an den Schlachtszenen liegt, die hier exemplarisch vorgestellt werden, und die Angriffe auf die Erde und Romulus aus dem Romulanischen Krieg zeigen. Schade, dass man hiervon nicht noch mehr gesehen hat.

9. Eine Karte des Dominion-Krieges

Eine Karte, die so beziehungsweise so ähnlich, bereits im "Sternen-Atlas" zu sehen war, hier mit einigen Details ausgeschmückt, wann und wo denn bedeutende Schlachten des Krieges waren. Die Karte ist dabei recht übersichtlich gehalten, es gibt nicht zu viele aber auch nicht zu wenige Details, die Daten zu den einzelnen Schlachten sind dabei auch serienkonform.

Etwas seltsam mutet an, dass mit der Eroberung Betazeds plötzlich auch Vulkan und Andoria gefährdet sind (herausgestellt durch die Bemerkung "durch die Eroberung Betazeds gefährdet", die so auf dieser Karte direkt unter den Planeten steht). Zum Vergleich: Betazed auf der Karte ganz unten, Vulkan ganz oben, dazwischen gefühlte 100 Lichtjahre oder mehr. Das Ganze ist also etwas unglücklich gewählt und sollte wohl verdeutlichen, wie groß die Gefahr im Dominion-Krieg wirklich war. Nötig gewesen wäre dieser Zusatz aber sicher nicht.

Ähnlich wie bei der "Enterprise"-Karte gibt es auch hier wieder Schlachtszenen aus dem Dominion-Krieg zu sehen, auch wenn man diese wie erwähnt so ähnlich bereits kennt. Nichtsdestotrotz auch diese Karte eines der Highlights der Sammlung.

10. Geschichte der Föderation

Im Grunde genommen eine leicht abgewandelte Karte altbekannter Daten beziehungsweise Karten zur Föderation, die um die "Enterprise"-Daten erweitert wurde. So gibt es endlich die Position der delphischen Ausdehnung zu sehen (die es dann ja später nicht mehr gibt) und auch Denobula, Draylax, Terra Nova und andere Planeten aus der letzten Trek-Serie sind eingezeichnet. Auf einer Minikarte gibt es noch eine Übersicht über Reisen der Enterprise selbst bis hin zur Voyager. Auch in kleineren Details an den Ausläufern der UFP wurde etwas nachgebessert, so dass auch diese Karte, auch wenn sie stellenweise leicht überfrachtet wirkt (aber dies war ja im "Sternen-Atlas" genauso) als Highlight bezeichnet werden kann.

Zusammenfassung: Und damit hat es sich bereits mit diesem Buch beziehungsweise Kartenmaterial. Was bleibt also nun? Während es im "Sternen-Atlas" noch Karten zu Dominion oder Delta-Quadrant gab und auch Kartenmaterial zu Hintergrundinfos, so gibt es hier quasi nur großformatige Karten des Alpha- und Beta-Quadranten. Das muss natürlich nicht schlecht sein, als eigenständiges Werk neben dem Atlas ist "Stellar-Kartographie" eher ungeeignet, eher als kleine Ergänzung.

Die Texte sind ganz schön geschrieben und eigentlich verdient die Aufmachung vier Sterne oder mehr. Allerdings gibt es durchaus doch große Mankos an den Karten, welche den hohen Preis nicht rechtfertigen und eigentlich nur deutlich weniger Sterne als Bewertung zulassen würden.

Es ist wie bei vielen Sachen, der Geschmack entscheidet, und bei diesem Buch trifft das wohl auch zu – stärker als bei anderen. Wenn die Mankos nicht stören und wer nur ein kleines bebildertes Nachschlagewerk haben will, der ist sicher gut bedient, alle anderen sollten sich das Ganze vielleicht erst mal ansehen.

Fazit: Kartenmaterial als Nachschlagewerk und Ergänzung des zwölf Jahre alten "Sternen-Atlas". Viele Mankos, aber auch viele positive Aspekte, so dass man der Fairness halber eine Bewertung im besseren Mittelmaß geben sollte.

"Star Trek Stellar-Kartographie" ist unter anderem bei Amazon.de als gebundene Ausgabe erhältlich.

Bewertung

1. Henning Koonert
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Star Trek Stellar-Kartographie - Aus den Sternenflotten-Archiven"

Originaltitel "Stellar Cartography"

Buchreihe Sachbücher

Autor Larry Nemecek

Übersetzer Nina Kavelar

Preis 69 Euro

Umfang 45 Seiten

Verlag Panini

ISBN 978-3-83322-7-592

(hk, tg - 25.05.14)


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