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Martin Weinrich (wc)04.06.12

"Forgotten History"

Christopher L. Bennett

Inhalt

Das DTI im 24. Jahrhundert ist in heller Aufregung: In einer Anomalie ist ein Raumschiff der Constitution-Klasse aus dem 23. Jahrhundert aufgetaucht, das den Antrieb von Kirks Enterprise besitzt. Doch bei dem Schiff handelt es sich nicht um das legendäre Schiff, sondern um das Timeship Two, das angeblich zum DTI gehört. Nur weiß in der Behörde davon niemand etwas.

Um dem Rätsel auf den Grund zu gehen, schildern zwei DTI-Beamte, die bei der Gründung der Behörde im 23. Jahrhundert bereits in untergeordneter Position mitgearbeitet haben, die Entstehung des DTI. Nur mit dem Wissen kann das Auftauchen und die Existenz des Timeship Two erklärt werden. Natürlich steht einmal mehr das Schicksal der kompletten Zeitlinie auf dem Spiel. Denn die Anomalie öffnet sich nicht nur an zwei verschiedenen Zeitpunkten, sondern an vier Zeitpunkten in zwei Zeitlinien. Und von der zweiten Linie geht eine alles verändernde Gefahr aus!

Kritik

Das DTI entdeckt in einer Anomalie ein Schiff mit dem Antrieb von Kirks Enterprise. Zunächst denken die Agenten, sie erleben einen weiteren Zeitverstoß Kirks, doch dann stellt sich das Schiff als Timeship Two heraus, das der Abteilung selbst gehört.
In dem ersten Roman der Reihe brachte Bennett den temporalen Kalten Krieg zu einem überzeugenden Ende. Damit schaffte er einen logischen Abschluss, den man dem Handlungsabschnitt aus der fünften "Star Trek"-Serie gar nicht mehr zugetraut hat. Bezeichnend war, dass die Akteure der Serie "Star Trek: Enterprise" an der Auflösung keinen Anteil hatten.

Nachdem anhand des temporalen Kalten Krieges im vorherigen Band der Leser in die komplexe und vielschichtige Thematik Zeitreisen und die Behandlung derselben durch das DTI eingeführt wurde, könnten nun weitere Zeitabenteuer folgen. Stattdessen besteht der Roman jedoch hauptsächlich aus Rückblicken in die Vergangenheit.

Das ist in der ersten Hälfte des Romans eine Skizze aller Zeitreiseabenteuer, die Kirk und seine Crew in den Serien, Filmen und Romanen des "Star Trek"-Universums erlebt haben. Das könnte langweilig sein. Diese Handlung wird jedoch durch Admiral Delgado gewürzt.

Dieser Admiral hat einige schwere Schicksalsschläge hinter sich. Er betreut den Bereich Wissenschaft innerhalb der Sternenflotte und ist seit der ersten Zeitreise Kirks von dem Thema fasziniert. Dabei kommt ihm zugute, dass sein Ziel nicht ist, die Vergangenheit zu verändern und seine persönlichen Tragödien zu verhindern. Er möchte stattdessen in die Zukunft reisen, um mögliche Katastrophen zu verhindern. Obwohl das ein relativ rücksichtsvoller Ansatz ist, ist er natürlich sehr gefährlich. Das erkennt Kirks Crew rasch und verweigert jede Zusammenarbeit mit dem Admiral. Der benötigt aber unbedingt den Antrieb der Enterprise, da nur dessen Einstellungen eine Zeitreise ermöglichen.

Um sein Ziel zu erreichen, lobbyt Delgado, wo es nur geht. Mit jedem Zeitreiseabenteuer Kirks verstärken sich seine Aktivitäten. Die Gründung des DTI bedeutet dabei nicht das Ende seiner Bemühungen, sondern schafft lediglich eine neue Behörde, auf die er seine Überzeugungsarbeit konzentrieren kann. Das Strippenziehen Delgados ist spannend zu lesen.

Bennett konzentriert seine Charakterarbeit in der ersten Hälfte - neben Delgado und der ersten Chefin des DTI, Grey - auf Kirk und Scott. Das ist ganz nett, nur kann er den beiden keine neue Facette abringen. Kirk ist der pflichtbewusste, aber einsame Sternenfahrer. Scott wird als eifersüchtiger Liebhaber der Enterprise, insbesondere ihrer Antriebe, dargestellt. Das reichert die bloße Handlung zwar an, ist aber nicht überraschend.

In der zweiten Hälfte erinnert sich die Vulkanierin und DTI-Mitarbeiterin T'Viss daran, wie die Enterprise bei der Untersuchung eines Asteroiden der Vedala in eine andere Zeitlinie versetzt wurde. In dieser gelang es der Menschheit nicht, zu den Sternen zu gelangen. Sie vernichtete sich hingegen durch Kriege und vor allem durch Ressourcenabbau selbst. Irgendwann wurde die Erde dann von den Vedalla in die uns bekannte Zeitlinie versetzt. Dieser Handlungsstrang zeigt, welche Auswirkungen die Abwesenheit der Menschen auf den Föderationsraum hat. Die wichtigste dabei ist, dass die Vulkanier nie zu den wahren Lehren Suraks zurückfanden. Sie führen somit die aggressive und imperialistische Politik fort, die sie in den ersten drei Staffeln der Serie "Star Trek: Enterprise" verfolgt haben. Das zu beobachten, ist relativ interessant.

In diesem Abschnitt konzentriert sich Bennett auf Sulu und Spock. Sulu muss den - in der originalen Zeitlinie verbliebenen Spock - als Ersten Offizier ersetzen. Das gibt ihm das Gefühl, überfordert zu sein. In Gesprächen mit anderen Crewmitgliedern und vor allem Kirk schöpft Sulu jedoch Selbstbewusstsein. Spock wiederum trifft in der originalen Zeitlinie die alternative vulkanische Partnerin, mit der er einst das Pon Farr teilen sollte, wieder. Das löst bei Spock tatsächlich das Pon Farr aus und mit der Vulkanierin aus der anderen Zeitlinie entsteht eine Freundschaft. Diese Charakteransätze sind weitaus interessanter als in der ersten Hälfte. Insgesamt nimmt der Roman hier richtig Fahrt auf.

Denn natürlich arbeitet Admiral Delgado im Hintergrund weiterhin daran, seine Experimente mit Zeitreisen durchführen zu können. Das letzte Experiment beinhaltet dann den Diebstahl von Technologie von den mächtigen Vedala und die Konstruktion des Timeship Two. Das löst dann die Katastrophe aus, mit der der Roman startet.

Am Ende laufen die Geschichtsstränge mit der aktuellen Handlung zusammen. Die uns bekannte Zeitlinie wurde zerstört, nur die Agenten Dumur und Lucsly befinden sich in zeitgeschützten Anzügen auf der Enterprise, die dem Timeship Two in die Anomalie gefolgt ist. Natürlich gelingt es den beiden Agenten, der Enterprise-Crew mitzuteilen, wie sie die Krise lösen können.

Dabei ist das Highlight am Ende des Romans, dass Agent Lucsly sein Geschichtsbild deutlich ändern muss. Sein bisheriges Idol war DTI-Direktorin Grey, sein Feindbild der verantwortungslose Zeitreisende Kirk. Auf der Enterprise erfährt er, dass Direktorin Grey Delgados Experimente autorisiert hat und deswegen zurücktrat. Das wurde unter Verschluss gehalten, um das DTI nicht zu gefährden. Kirk hingegen entpuppt sich als Feind von Zeitreiseexperimenten. Auf diese Weise wird Lucsly - und dem Leser - sehr deutlich vor Augen geführt, wie Geschichte umgeschrieben und -gedeutet werden kann.

Dieser Punkt wird noch verstärkt, indem Lucsly seine Erkenntnisse für sich behält. Er berichtet später sogar davon, dass er Kirk davon abhalten musste, mit der Zeit weiter zu experimentieren. Lucsly hat einfach erkannt, dass das DTI den Gründungsmythos um Grey und Kirk benötigt, um existieren zu können.

Fazit: "Forgotten History" liefert somit, was der Titel verspricht. Die Geschichte des DTI, die selbst den Beschäftigten des Departments unbekannt war, wird ans Tageslicht gebracht. Dabei treten die aus dem ersten Roman bekannten Agenten etwas in den Hintergrund, der Großteil des Romans sind Rückblenden. Nichtsdestotrotz ist der Roman vor allem wegen der Lobbyarbeit Admiral Delgados und der Beschäftigung mit der Manipulation der Geschichte sehr spannend zu lesen.

"Forgotten History" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Originaltitel "Forgotten History"

Buchreihe Weitere Romane

Autor Christopher L. Bennett

Preis 5,90

Umfang 352 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 978-1-4516-5725-8

(wc - 18.06.12)


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