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Martin Weinrich (wc)24.10.16

"Time Lock"

Christopher L. Bennett

Inhalt

Auf Eridian befindet sich unter der Erde eine der sichersten Einrichtungen der Föderation. In dem nur "The Vault" genannten Gewölbe befinden sich die Artefakte, die das Department of Temporal Investigation (DTI) über das knappe Jahrhundert seiner Existenz angesammelt hat. In der Regel ist es mit den Objekten möglich, die Zeit zu manipulieren. Um die Zeitlinie vor Störungen zu bewahren, werden diese Objekte daher im Rahmen interstellarer Zeitabkommen vor jeglichem Zugriff geschützt.

Erst vor kurzem hat ein Artefakt für viel Ärger gesorgt. Nun hat Agent Lucsly im Lager alles wieder in Ordnung gebracht und sein Kollege Dulmur hat eine neue Stelle als Direktor der DTI-Dependance auf Denobula angetreten. Dadurch scheint endlich wieder Ruhe einzukehren. Doch dann stellt sich ein neues Artefakt als Trojanisches Pferd heraus: Es enthält eine bewaffnete Gruppe Söldner unter der Führung der mysteriösen Daiyar. Ihr Plan: Möglichst viele, wertvolle Zeitreisegeräte aus dem Vault zu stehlen.

Agent Lucsly reagiert schnell und hart: Er aktiviert den "Time Lock". Hierbei handelt es sich um eine Sicherheitsvorrichtung, die die Zeit innerhalb des Vault exponentiell verlangsamt. Während der ersten sechs Minuten läuft die Zeit noch synchron mit der Außenwelt. Doch danach verlangsamt sie sich im Vault zunächst um einige Sekunden pro Minute, dann um einige Minuten pro Minute, dann um einige Stunden pro Minute und so weiter. Bereits nach kurzer Zeit wird das Zeitkontinuum kollabieren. Lucsly und seinen Kollegen bleibt daher nur sehr wenig Zeit, die Angreifer zu stoppen...

Kritik

Das Lager des DTI wird angegriffen, der Time Lock wird aktiviert. Das DTI-Team und die Angreifer bleiben in der Zeit stehen. Nur eine Seite kann gewinnen.
Christopher L. Bennett weiß wie kein anderer das Format der "Star Trek"-Novelle auszunutzen. Auf gerade einmal hundert Seiten präsentiert er hier zum zweiten Mal eine dicht erzählte, höchst spannende und dennoch niemals die Emotionen ihrer Charaktere aus den Augen verlierende Geschichte.

Die Handlung hat zunächst einmal – wie alle Geschichten um das DTI – eine große Fallhöhe: Mit den Geräten, die im Vault herumliegen, kann man gleich mehrere Zeitlinien und Dimensionen verändern. Daher ist der erbitterte Widerstand der DTI-Agenten sehr verständlich. Über die Motive der Räuber weiß man zunächst nichts. Zwischen vielen Schießereien und genau so vielen verzweifelten Versuchen, Zwietracht zwischen den Söldnern und ihrer Anführerin Daiyar zu sähen, erkundet Bennett daher immer wieder, warum der Überfall überhaut geplant wurde. Das Ergebnis ist ein komplexes und vielfältiges Zusammenspiel verschiedener von Bennett erdachter Welten. Das ist nicht nur überraschend plausibel und verständlich erklärt, sondern bietet dem Leser auch die Möglichkeit, an Bennetts früheres Meisterwerk Die Hunde des Orions zurückzudenken.

Getragen wird die Handlung aber natürlich hauptsächlich durch die geniale Idee des Time Locks. Diese Maschine hält die Zeit innerhalb des Vaults an, beschleunigt sie für die Akteure aber eigentlich. Denn die Räuber sehen in erster Linie, dass die Sternenflotte nun alle Zeit der Welt hat, um Schiffe zum Vault zu verlegen und ihre Flucht abzufangen. Für die DTI-Agenten ist es hingegen ein Wettkampf gegen die Zeit, da sie wissen, dass bereits nach wenigen Stunden der gesamte Vault samt dazugehörigem Asteroiden implodieren wird. Der Lock erhöht somit den Handlungsdruck beträchtlich.

Abgerundet wird die spannende Handlung mit einem gelungenen Fokus auf die Charaktere. Das gilt zunächst einmal für das überzeugende Zusammenspiel der im Vault agierenden DTI-Agenten. Vor allem die Sorge umeinander und die gleichzeitige Gewissheit, dass jeder bereit ist, alles für die Zeitlinie zu opfern, sind sehr gelungen. In einer Nebenhandlung glänzt aber auch Dulmur, der auf Denobula erkennt, dass polygame Ehen vielleicht der einzige Weg sind, angesichts seiner enorm hohen Arbeitsbelastung eine zufriedenstellende Ehe zu führen. Diese kleine, aber feine Erkenntnis ist sehr gut und einfühlsam beschrieben. Genau so gelungen sind aber auch Dulmurs Schmerzen, seinem Freund Lacsly innerhalb des Vaults nicht mehr helfen zu können. Die Verzweiflung der DTI-Agenten in der Denobula-Dependance über ihre eigene Hilflosigkeit ist sehr gut dargestellt.

Die Novelle endet mit einem spannenden und dennoch etwas offenem Ende. Das ist ein idealer Abschluss, da die Besetzung des Vaults zu Ende ist, ein Großteil der Motive erklärt ist und dennoch ausreichend offene Stränge übrig bleiben, um eine weitere, ausgezeichnete Episode aus Bennetts Feder zu rechtfertigen.

Fazit: "Time Lock" ist eine ausgezeichnete "Star Trek"-Novelle, die die Einschränkungen und Besonderheiten des Formats perfekt ausnutzt, um dem Leser einen weiteren spannenden, berührenden und vor allem sehr unterhaltsamen Ausflug in die Arbeitswelt des "Department for Temporal Investigation" zu bieten.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Time Lock"

Buchreihe Weitere Romane

Autor Christopher L. Bennett

Preis 1,99

Umfang 100 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books


(wc - 24.10.16)


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