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Julian Wangler (jw), Martin Weinrich (wc), Christian Freitag (cf)17.11.08

"Mehr als die Summe"

Christopher L. Bennett

Inhalt

Nach der Assimilation ist vor der Assimilation ... ähm Absorption, Prokreation ... oder wie war das doch gleich? Richtig, die Borg sind nach einer weiteren Beinahekatastrophe, die unter anderem Kathryn Janeway erst zu einer kybernetischen Königin machte und anschließend in hohem Bogen aus dem Trek-Universum der Lebenden katapultierte, wieder einmal vermeintlich weg vom Fenster. Nach der Vernichtung des Megaborgwürfels ist auch von der assimilierten U.S.S. Einstein keine Spur mehr zu finden, und so geht Jean-Luc Picard lieber seiner Vermählung mit Beverly Crusher nach, als Gespenster zu jagen.

Doch die Ruhe währt nicht lange: Kaum haben Beverly und er die Flitterwochen hinter sich, meldet sich Admiral Nechayev bei Picard. Die Einstein (oder Frankenstein, wie man sie jetzt gewendet nennt) ist von der U.S.S. Rhea gesichtet worden - inmitten eines entlegenen Clusters, in dem eine mysteriöse Zivilisation offenbar einen fortschrittlichen Slipstreamkanal konstruiert hat. Er könnte es der kleinen Gruppe evolutionär weiterentwickelter und technologisch hochgefährlicher Borg erlauben, zum Kollektiv im Delta-Quadranten zurückzukehren - oder eben Verstärkung zu holen. Und wenn es ihnen obendrein gelingt, die besagte Technologie zu assimilieren, steht die Erde gleich vor einer Masseninvasion.

Prompt macht sich die Enterprise mit Maximum-Warp auf den Weg in den Cluster, samt einiger "Spielzeuge" im Gepäck, die von Professor Annika Hansen perfektioniert wurden, darunter Prototypen der neuen Generation von Transphasen-Torpedos. Mit von der Partie ist - nebst einiger neuer Gesichter im fluide gewordenen Teil der Führungscrew - auch eine gewisse Lieutenant Chen, ihres Zeichens einzige Überlebende der Rhea, die vermutlich der Frankenstein zum Opfer fiel. Aus unklaren Gründen wurde Chen allerdings von den Clustereinwohnern - genannt Noh Angels - per Slipstream in Sicherheit gebracht. Picard nimmt sie mit, weil er vermutet, sie könnte ihm nützlich auf der Mission sein.

Nach vielen Wochen der Reise endlich im Cluster angelangt, stellt die Enterprise fest, dass diese Raumregion nicht so ist, wie es den Anschein hat. Die Noh Angels scheinen ihrerseits so eine Art Kollektiv der organischen Art zu bilden und die eigentümlichen Planetenanordnungen dafür zu nutzen. Es dauert nicht lange, bis in Chens Quartier eines der Wesen auftaucht, im Gefolge eines Traums, den sie hatte. Zwar verschwindet es gleich wieder, aber diese Begegnung verleitet zu wichtigen Erkenntnissen: Die Noh Angels scheinen das Unterbewusstsein Chens anzuzapfen und daraus Abbilder herzustellen; aus diesem Grund konnten sie sie auch retten und auf eine Welt aus ihrer Erinnerung befördern. Das bedeutet, sie existieren nicht als organische Wesen, sondern eher als große telepathische Entität, die sich selbst produziert.

Offenbar ist Chen die Einzige, die Signale von den Noh Angels erhält. Mithilfe der neuen Sicherheitschefin, Jasminder Choudhury, gelingt es ihr, in künstlichen Schlaf versetzt, Kontakt zu den telepathischen Kreaturen aufzunehmen. Auf diesem Wege bekommt Chen ein Zeichen von den Noh Angels, und sie findet heraus, dass die Wesen weder etwas gegen die Sternenflotte noch gegen die Borg haben, aber sehr wohl dagegen, dass sie in ihrem Reich gegeneinander kämpfen.

In dem Moment, wo Chen assimiliert werden sollte, katapultierten sie sie und die Borg per Slipstream in unterschiedliche Richtungen. Die Frage indes, was mit der Rhea und deren Mannschaft geschehen ist, bleibt weiter offen. Wenig später bietet die Clusteridentität der Enterprise mittels eines Slipstreamvortex die Möglichkeit, zum vermissten Sternenflotten-Kreuzer zu gelangen. Hier zeigt sich, dass die Noh Angels sich als Schützer von Leben verstehen. Die schwer beschädigte Rhea haben sie mithilfe einer Blase in der Raumzeit eingefroren. Sie sind verwirrt, weil sich die halb assimilierten Crewmitglieder nicht eindeutig den Borg oder der Föderation zuordnen lassen. Von der Frankenstein hingegen keine Spur.

Dann taucht plötzlich ein anderes Borgschiff auf, das Picard vage bekannt vorkommt. Es stellt sich als jenes von Hughs unabhängig gewordener Borgpopulation heraus. Damit folgt nicht nur ein herzliches Wiedersehen, sondern auch die Vorbereitung für den unabwendbaren Kampf. Denn Hugh weiß, dass die Frankenstein auf dem Weg hierher ist, um die Entität samt Slipstreamtechnologie zu assimilieren ...

Kritik

1. Julian Wangler

Die Enterprise muss die assimilierte U.S.S. Einstein finden, bevor die Borg wieder zu ihrer alten Stärke kommen können...
TNG-Relaunch, Borg-Relaunch ... Die Grenzen zwischen diesen beiden Begrifflichkeiten scheinen aus der bisherigen Erfahrung der "Second Decade" eher fließend geworden zu sein. Und obwohl es weiß Gott niemanden mehr vom Hocker reißt, dass die kybernetischen Invasoren erneut durch widrige Umstände zurückkehren, weiß "Greater Than The Sum" handlungstechnisch durchaus zu überraschen. Denn im Gegensatz zu den vorhergegangenen Romanen, die sich in der bloßen Wiedererweckung der intergalaktischen Schreckensgestalten ergossen (oder, um es auf die Spitze zu treiben, im Opfern jahrelanger Serienprotagonisten!), ist Christopher L. Bennetts Ansatz nicht nur dezenter, sondern auch geschmeidiger und geschickter.

Von vornherein ist auffällig, wie der Autor sein Werk mit unglaublich vielen Quellenbezügen andickt. So werden zahlreiche Borg-Auftritte aus der Trek-Geschichte und einige Romanwerke aufgegriffen und miteinander vermengt, auf dass teilweise interessante Erklärungen dabei herauskommen, die Lücken in der offiziellen Geschichte schließen und neue Blicke auf die bionische Zivilisation ermöglichen.

Das indes müsste freilich dort seine Grenze haben, wo es für den Leser, der nicht gerade jedes Detail aus Serien und Filmen im Kopf hat, zu kompliziert wird. Tut es leider nicht. Bennett verfällt dem für ihn typischen Reflex, sein Werk mit Kanonverbindungen zu verkleistern. Das tut der vitalen Story nicht immer nur gut, führt mitunter zu einigen rätselhaften Wendungen, zum Beispiel einem etwas abenteuerlich hergeleiteten Wiederauftauchen des Borg namens Hugh.

Die zunächst erfolgende Weigerung Picards, ein Kind in die Welt zu setzen, auf seine Kataan-Erfahrung aus der TNG-Episode "Das zweite Leben" zurückzuführen, mag kanontechnisch von einem aufmerksamen Geist zeugen, die Lebenswirklichkeit der Erzählung aber leidet mehr darunter. Unter dem Gesichtspunkt der Wechselwirkung von struktureller Einbettung und kreativer Weitererzählung leidet das Buch von vornherein unter einer gewissen Schlagseite; es gibt Licht und Schatten.

Glücklicherweise war das nicht alles. Es gibt es diesmal weit mehr Positives zu vermelden als im Falle von "Before Dishonor", wo aus lauter Verzweiflung mit dem Bauernopfer Janeway geworfen wurde. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Borg nicht allzu sehr im Vordergrund stehen und auch der ominösen Clusterentität ein gebührender Platz eingeräumt wird, mit einem gewissen Händchen für gute Inszenierung. Vor allem aber der Umgang mit den Charakteren - ein Punkt, unter dem der TNG-Relaunch bislang in erheblichem Maße zu leiden hatte - sticht heraus.

Zwar wird die Diskontinuität in der Führungsmannschaft zunächst fortgesetzt, dass der Leser angesichts des Kommens und Gehens immer neuer Personen den Kopf schütteln mag (so verschwindet Counselor T'Lana wieder, auch der taktische Offizier Leybenzon), aber diesmal versprechen die Neuen wirklich mehr als nur ein bisschen kurzlebigen Anstrich. Beispiele dafür sind Chen, aber auch die neue Sicherheitschefin und eine sich wandelnde Miranda Kadohata.

Noch mehr wissen die alten Charaktere zu überraschen. Unter dem Story-Oberthema, das diesmal weniger "Borg" als das Stichwort "Procreation" ist, entwickelt Bennett gekonnt neue Leitmotive für die ergrauten Protagonisten der Enterprise. Dabei geht es nicht nur um eine bloße Fortpflanzungsdebatte - wie sie zwischen Picard und Crusher ein wenig seltsam anmutet -, sondern sehr wohl auch um eine abstrakte menschliche Komponente: ein Vermächtnis in die Welt zu setzen und dafür Verantwortung zu tragen. Worf schlägt diesen Weg auf seine Weise ein, indem er die Rolle des Ersten Offiziers mit dem nötigen Schuss Weisheit auszuüben lernt, und Geordi, nach wie vor umgetrieben von einem schlechten Gewissen gegenüber B-4, lässt seinerseits auf weitere Entwicklungen hoffen.

Heimlicher Höhepunkt charakterlicher Interaktion ist aber ein Dialog zwischen Guinan und Picard, in deren Zusammenhang nicht nur die geistige Essenz der Story diskutiert wird; auch wird eine Begründung gegeben, weshalb die mysteriöse El-Aurianerin in Zukunft nicht mehr an den Reisen der Enterprise teilnehmen wird. So sehr man über Details der charakterlichen Entwicklung streiten mag: Erstmals seit dem Anbruch der "Second Decade" wird der ernsthafte und gesamtheitliche Versuch unternommen, die TNG-Stammleute in einem anderen Licht zu neuer Würde zu führen.

Der Epilog leitet dann über in die "Destiny"-Trilogie, ein Crossover aus dem TNG- und DS9-Relaunch sowie "Star Trek: Titan". Wird auch dort die charakterliche Perspektive vorangetrieben, mag ein Ende der pedantischen Schießbudenkämpferei endlich in Sicht sein ...

Fazit: Endlich - ein Silberstreif am TNG-Horizont. Waren die Methoden bisheriger TNG-Relaunch-Romane, Leser anzulocken, ein Reinfall, rennt "Greater Than The Sum" nicht ein weiteres Mal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand. Zwar scheinen die Borg mittlerweile mit der "Second Decade" zwangsverschmolzen worden zu sein, aber Autor Bennett beweist lobenswertes Geschick darin, dieses Korsett nicht zu eng werden zu lassen.

Mit Blick auf die Kanontreue, aber insbesondere den Umgang mit den bis dato eher stiefmütterlich behandelten Protagonisten ist sein Werk ein echter Hingucker. Mit der nötigen Sanftheit macht er sich daran, die enttäuschenden Elemente bisheriger Erzählungen zu entfernen und durch neue zu ersetzen. Das lässt nachdrücklich auf Besserung hoffen.

Sich Picard indes als Vater vorzustellen, darüber mag manch ein Serienkenner nicht richtig hinwegkommen ...

2. Martin Weinrich

Die Borg sind böse. Das ist eigentlich allen klar. Daher müssen sie bekämpft werden, denn lässt man sie gewähren, endet man bald als Drohne ohne Individualität. Für die meisten Menschen ist das eine Horrorvorstellung.

Was macht man jedoch, wenn man auf ein Wesen trifft, das nicht nur unglaublich mächtig ist, sondern diese Tatsache auch nicht versteht? Man könnte es einfach ignorieren. Wenn dieses Wesen nun aber noch ein Problem damit hat, dass andere Wesen zu Schaden kommen und die Borg schützt, dann hat man ein echtes Problem.

Arg verknappt könnte man sagen, dass "Greater Than The Sum" davon handelt, die Clusterentität davon zu überzeugen, dass die Borg böse sind. Das alleine ist schon einmal eine recht interessante Geschichte. Mit dieser Zusammenfassung würde man dem Buch jedoch Unrecht tun. Es passiert nämlich noch weitaus mehr auf der Enterprise.

Ein Großteil des Buches wird den Charakteren eingeräumt. Fast jede Hauptfigur bekommt eine Szene, die sich mal gar nicht altbacken liest. Picard wird zudem mit einer persönlichen Entscheidung konfrontiert: Beverly wünscht sich ein Kind. Er möchte in eine Galaxis, die ständig eine Bedrohung durch die Borg fürchten muss, jedoch kein Kind setzen. Was sich anhört wie ein idealer Startpunkt für eine Seifenoper, wird glücklicherweise geschickt dazu genutzt, alle Charaktere einmal näher zu beleuchten. Zu der übrig gebliebenen "Next Generation"-Stammcrew gesellen sich noch ein paar neue Crewmitglieder. Auch diese wissen zu überzeugen, und es scheint, als würden sie diesmal länger an Bord der Enterprise verweilen.

Auch die Unterstützung durch Hugh und dessen Borg ist gut gelungen. Es wirkt zwar ein wenig konstruiert, dass auch hier ein Beitrag zur Kinderproblematik geliefert wird, doch letztendlich freut man sich nur, alte Bekannte wieder zu sehen.

Allerdings muss man auch sagen, dass dadurch zeitweise gewisse Längen entstehen. Man weiß nicht wirklich, was die Entität jetzt möchte, die Diskussion mit Beverly dreht sich im Kreis, auf Dauer nervt das ein wenig. Doch das schwächt den Gesamteindruck nicht allzu sehr, denn letztendlich habe ich mich doch in erster Linie gefreut, dass mal wieder von den ewigen Kämpfen abgelassen wurde und es ein wenig ruhiger wurde.

Das Ende ist natürlich eine riesige Katastrophe. Dass gerade der pflichtbewussteste Offizier (Lieutenant Leybenzon, der die Enterprise verlässt und auf ein anderes Schiff wechselt), der zwar nicht sehr hell im Kopf ist, aber nur das Beste für die Föderation möchte, den Borg Tor und Tür öffnet und die einzig, wirklich brauchbare Waffe unnütz macht, hat schon fast einen tragischen Charakter. Denn letztendlich hat die Enterprise somit zwar die Crew der U.S.S. Einstein gerettet, die Föderation konnte jedoch nicht vor einer Borginvasion geschützt werden.

Fazit: Eine äußerst einfallsreiche Borg-Geschichte, die jedoch leider ein paar Längen aufweist. Schöne Charakterszenen machen diese aber wieder gut. Am Ende wird man noch mit einem großen Schock zurückgelassen, alle Längen sind vergessen, und der Leser fragt sich nur noch, wie die Föderation das denn nun überleben soll.

3. Christian Freitag

Vorbildlich war immer die "Science" im "Fiction" von "Star Trek". Der Sternhaufen NGC 6281, in dem ein Großteil des Romans spielt, existiert tatsächlich 1.611 Lichtjahre beziehungsweise 494 Parsecs von hier im Sternbild des Skorpion!

Was sich bei diesem Roman ebenfalls herauskristallisiert, ist, dass Bennett an sich ein guter Autor ist, der es durchaus mit David aufnehmen könnte, wenn er wollte, was das Beispiel T'Ryssa Chen zeigt. Auch seine sonstigen Charakterbeschreibungen weisen auf Sorgfalt hin. Was jedoch nervt, ist die amerikanische Art und Weise, wie die Message des Romans rübergebracht wird. Unter Bennetts Moralkeule könnte man die Enterprise ein paar Mal legen! Hinzu kommen noch fragwürdige und diskriminierende Aussagen. Es ist besser, einen Alleinstehenden oder nicht ganz so Gebundenen abzumurksen als einen Ehegatten und potentiellen Familienvater. Man könnte gegenargumentieren und dahinstellen, dass Hugh noch sein ganzes junges Leben vor sich hat, Picard aber nicht. Ich hoffe, die Aussagen zwischen Picard und Guinan sollten nur schon mal das vorbereiten, was noch kommen soll, nämlich eine Art Vorahnung, dass nur Picard die Borg ausmerzen kann.

Was nicht so vorbildlich ist, ist die Art, wie sich die Borg gewandelt haben. Hier ist der Roman auch widersprüchlich und die ganze Relaunchreihe ebenso. Wurde noch häufig mitgeteilt, dass die Borg schwerste Verluste hinnehmen mussten, ist es vollkommen willkürlich (und unlogisch), "Ersatz" zu töten. Gerade der Verlust der Individualität machte die Borg so schrecklich wie sie dargestellt wurden, als lebender Toter zu fungieren. Vor solchen Spezies, die eigentlich nur abmurksen wollten, konnte man nur den Tod fürchten, aber die Borg waren schlimmer. Sie nahmen einem nicht nur die Identität, sondern auch sämtliches Wissen. So können Drohnen Freunde, Verwandte und andere Unschuldige zu einem der ihren machen. Bereits der TNG-Zweiteiler "Angriff der Borg", der gefährlich nah am sprichwörtlichen "Abstieg" trudelte und "Voyager" machten die Borg mit ihrer "Unimatrix Zero" vollkommen lächerlich.

Eine kybernetische Spezies, die nur assimilieren will und sich seit Jahrtausenden (!) gesellschaftlich nicht weiterentwickelt, sondern nur kulturell stagniert und sich anpasst, soll eine Art Holodeck als Ersatz an ihre früheren Leben haben? Wozu dann das Ganze, wenn man sich dann selbst nicht dagegen auflehnen kann? "Der erste Kontakt" hat einen gewagten Schritt unternommen, der jedoch noch Sinn macht. Weil die Borg jedoch noch so geblieben sind, wie sie waren, hat der Film funktioniert. Die Sätze "Nicht von ihnen berühren lassen!" und "Sie sehen in uns keine Gefahr." haben sich eingebrannt. Gerade die - unberechtigte - Sorglosigkeit, niemanden als Gefahr zu sehen, es sei denn, sie wird zu einer, erweckte eine ungeahnten Horror, den der achte Kinofilm sehr gut umzusetzen wusste.

Solche Spezies, die den Menschen "nur" nach den Leben trachteten, gab es zuhauf, ebenso die, die die Föderation ausmerzen wollten. Die "Neuerung", die Borg in einen randalierenden Haufen Berserker zu verwandeln, der einfach nur metzeln will, ist ein eklatanter Rückschritt und trägt nicht gerade dazu bei, dass die Borg interessanter werden. Schlimmer, sie vegetieren sogar noch eine Stufe unter den "Voyager"-Borg. Als sabbernder Haufen Barbaren könnten die Borg demnächst ansonsten noch ihre kybernetischen Schnurrbärte kräuseln und hinterhältig lachen. Offensichtlich weiß nämlich niemand etwas mit den kybernetischen Organismen anzufangen, also werden sie von den Autoren verheizt, die eine andere Richtung einschlagen wollen, noch größer, noch epischer - das scheint das Motto zu sein.

Auf etwas anderes wird es nämlich nicht hinaus laufen: Sie oder die Föderation. Die Zerstörung von Acamar III, einfach nur in einen Nebensatz dahingestreckt, lässt nichts anderes zu. Da kann man sich dann auch nach seitenlangem Elend und Heititei auf einmal von dem unbeliebten Frontschwein Leybenzon in einer vollkommen lächerlich überheblichen Szene verabschieden. Da niemand ernsthaft an "Borg Trek" glaubt, kann die Richtung, in die sich die Borg entwickeln, nach schweren Verlusten nur zu deren vollständigen Vernichtung führen - wobei ich diese Aussage treffe, ohne die Reihe "Destiny" gelesen zu haben! Etwas anderes gibt deren mörderischer Rachefeldzug nämlich nicht mehr her. Eigentlich schade, dass die Borg so verheizt werden.

Fazit: Ein mit einigen Längen und fragwürdigen Momenten durchzogenes Buch, dass man gelesen haben sollte, aber bestimmt kein Meisterwerk von Bennett.

"Mehr als die Summe" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Julian Wangler
2. Martin Weinrich
3. Christian Freitag

Weitere Infos


Titel "Mehr als die Summe"

Originaltitel "Greater Than The Sum"

Buchreihe TNG - The Second Decade

Autor Christopher L. Bennett

Übersetzer Bernd Perplies

Preis 12,80 Euro

Umfang 329 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3941248650

(jw, wc, cf - 18.06.12)


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