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Katrin Müller (km), Stefan Menz (mz), Manrico Tenner (te)29.06.05

"Die Rückkehr"

William Shatner

Inhalt

Captain Kirk ist tot, gestorben auf Veridian III, nachdem er fast ein Jahrhundert durch den Nexus übersprungen hat (siehe "Star Trek: Treffen der Generationen"). Doch eine Allianz aus den Borg und den Romulanern erweckt den Toten durch Borgtechnologie wieder zum Leben und setzt ihn nach einer Gehirnwäsche als Waffe gegen die Föderation ein. Sein Ziel ist Captain Picard, der gerade mit einer geheimen Mission beschäftigt ist, um den Borg einen schweren Schlag zu versetzen.

Während Kirk sich nacheinander alle Führungsoffiziere Picards vornimmt, um dessen Aufenthaltsort in Erfahrung zu bringen, zweifelt Spock den Tod seines Freundes an und macht sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit.

Kritik

Von den einen gehasst, von anderen geliebt: Die Romulaner und Borg lassen Captain Kirk auferstehen, damit er Picard tötet.
1. Katrin Müller

Wer denkt, dieses Buch sei eine 08/15-Kriminalgeschichte, der hat sich getäuscht. Man kann gut erkennen, wie die jeweiligen Crews "ihren" Captain verteidigen und sich deshalb in die Haare kriegen. Besonders, als beide Kommandanten behaupten, der andere sei der Verräter. Ich finde es einfach spitze, als ein gewisser, 144-jähriger "Pille" McCoy einem Julian Bashir bei einer Operation an Jim Kirk hilft und dabei noch eine anregende Diskussion mit Data hat. Pille sagt selber, dass er Datas Gefühlschip in den alten Zeiten für einen guten Freund gebraucht hätte. Wer bei so einem Wortwechsel nicht schmunzelt, muss wohl ein Vulkanier sein. Mir gefällt es, wie die einzelnen Charaktere miteinander arbeiten um die Bedrohung abzuwenden. Gibt es denn etwas besseres als Kirk und Picard auf einer Brücke der Enterprise, aber trotzdem sitzt Spock auf dem Platz in der Mitte? Spock ist es auch, der die Kluft zwischen alt und neu schließlich mit einer Mentalverschmelzung überbrücken kann.

Gegen Ende des Buches erlebt man noch eine "böse" Überraschung, denn wer käme schon auf die Idee, dass uns die Borg das erste Mal schon in den Classic-Zeiten begegnet sind? Alles in allem ein schönes und gutes Buch. Es hat Spaß gemacht es zu lesen und ich bin auch schon richtig gespannt auf den dritten und letzten Teil dieser Reihe...

2. Stefan Menz

Lange ist es her, dass ich mit "Die Asche von Eden" den ersten Roman William Shatners über Kirks Leben um und nach "Star Trek: Treffen der Generationen" gelesen habe, und es als einen der besten "Star Trek" Romane empfand, den ich je gelesen hatte. Auf die Fortsetzung musste ich nun aber mehrere Jahre warten, da zwar die Bände drei, fünf und sechs bereits in meinem Bücherregal warteten, das Lesen späterer Abenteuer aber wenig Sinn machte. Immerhin war Kirk tot und in diesem Buch, "Die Rückkehr", sollte William Shatner nun also einen Weg finden, ihn (beziehungsweise sich selbst) von den Toten zurückzuholen.

William Shatner? Oder doch eher seine "Co-Autoren", die nicht einmal eine Nennung auf dem Cover verdient haben? Unter den Fans seiner Romane ist wohl ausgiebig diskutiert worden, inwieweit diese ihm denn nun wirklich zuzurechnen sind. Hat er einfach nur seinen Namen hergegeben, um das Produkt besser zu vermarkten? (Zu "seinen" "Tek War"-Romanen dürfte er wohl tatsächlich nicht viel mehr beigesteuert haben) Oder hat er tatsächlich selbstständig diese literarischen Meisterwerke (was Band 1 meiner Ansicht nach auf jeden Fall war) zustande gebracht? Nach seinen Angaben kann man mittlerweile wohl davon ausgehen, dass er (in welchem Umfang auch immer) zumindest die Ideen geliefert hat, die seine "Co-Autoren" Judith und Garfield Reeves-Stevens dann zu einem Roman verarbeitet haben.

Da Shatner nach eigenen Angaben die späteren "Star Trek"-Serien nur am Rande verfolgt hat, ist hier eindeutig eine Menge Fachwissen auf seine Co-Autoren zurückzuführen, da man sich kaum vorstellen kann, dass Shatner ein so ausführliches Wissen über jedes Detail der "Next Generation" hat. Andere Szenen, insbesondere die ausgiebigen Action-Sequenzen, entsprechen hingegen überhaupt nicht dem Reeves-Stevens-Stil, so dass einiges dafür spricht, dass er auch hier (so sehr es auch der "Star Trek"-Realität zuwider laufen mag) selbst Hand angelegt hat.

Aber zum Inhaltlichen, denn das lässt sich leicht zusammenfassen als übertriebenste und ausschweifendste Glorifizierung Kirks, die man je gesehen hat. Abgesehen davon, dass nicht einmal der Tod ihn aufhalten kann, ist er in jeder Situation der Überlegene. Egal ob er (als etwa sechzigjähriger Mensch, der nur von Borgtechnologie am Leben erhalten wird) Worf auf Qo'noS in einer traditionellen klingonischen Kampftechnik problemlos besiegt (Wo hat er das während seines Lebens im Krieg mit den Klingonen gelernt?), Data und Geordi mit technischen Spielereien überlistet, die Holodecktechnik (die mit Einführung der Enterprise-D erstmals eingesetzt wurde) wirkungsvoll gegen die Leute des 24. Jahrhunderts einsetzt, sich im Gegensatz zu Picard dem Willen der Borg widersetzen kann... Die Liste könnte wohl ewig fortgesetzt werden.

Doch zurück zum Anfang: Warum lebt Kirk überhaupt noch? Borg und Romulaner verbünden sich und setzten ausgerechnet ihn als Waffe ein? Sehr, sehr seltsam... Allerdings: Seit "Voyager" (Episode 80 "Leben nach dem Tod") wissen wir, dass Borg-Nanosonden einen Körper auch nach Eintritt seines klinischen Todes wiederbeleben können. Allerdings war Kirk weitaus länger als Neelix tot. Und auch die Erklärung mit der Rettung seines "Katras" (seit wann ist Kirk ein Vulkanier?) durch eine Zeitverschiebung bleibt ziemlich schwammig. Dass man überhaupt Kirk benutzt, ist auf die Enkelin des romulanischen Commanders zurückzuführen, die wegen der Ereignisse in der Classic-Folge 14 "Spock unter Verdacht" Rache an Kirk nehmen will. Nachvollziehbar, aber warum sind die Borg überhaupt auf eine Zusammenarbeit mit den Romulanern angewiesen?

Dieses gesamte Bündnis wirkt kaum nachvollziehbar, doch vor allem werden beide Völker ziemlich verfremdet dargestellt. Zunächst einmal die "abtrünnigen Romulaner": Wie kann es sein, dass sie hunderte von Schiffen besitzen, ohne dass die Regierung etwas unternimmt? Konnte es nicht einfach eine vom Prätor unterstützte Geheimmission sein? Offenbar nicht...

Und auch die Borg wirken völlig anders als die bekannten. Nicht nur, dass sie ungewohnt diplomatisch vergehen, sie wirken auch alle wie Individuen, die eben (auch nebenbei) Teil eines Kollektivs sind und die man schon mal dadurch außer Gefecht setzen kann, ihnen zu sagen, sie seien defekt. Tja, Kirk war ja ein Meister darin, Computer zu Tode zu diskutieren. Aber seit wann assimilieren die Borg Hunde? Seit wann gibt es Kampfspinnen, die sich aus den Körpern toter Drohnen herausbohren, oder gigantische Kampfroboter, die an alte japanische Godzilla-Filme erinnern?

Aber der absolute Tiefpunkt: Auf der Heimatwelt der Borg gibt es eine Art Ausschalter, mit dem man das ganze Kollektiv mal eben abschalten (und nebenbei komplett in die Luft jagen) kann. War es schon bei "Voyager" lächerlich, wenn Janeway mit ihrem kleinen Schiffchen ein ums andere Mal die Borg vernichtend geschlagen hat, setzt Shatner dem hier noch die Krone auf.

Auch wenn dies alles nach einem ziemlich schwachsinnigen Roman klingt, war es längst nicht so schlecht, wie die Kritik befürchten lässt. Fans ausgiebiger Actionsequenzen werden hier voll auf ihre Kosten kommen, wobei Picards Einsatz mit einem Spezialkommando auf einer von den Borg besetzten Welt eher an eine Schlacht aus "Star Wars" erinnert. Auch bringt er einen großen Unterhaltungsfaktor in die eher dramatische Geschichte, insbesondere Spocks Bemühungen, sich auf Romulus von zwei absoluten Amateuren entführen zu lassen, die mit Kirks Entführern in Verbindung stehen könnten.

Und nicht zuletzt bringt Shatner mehr als nur eine Hommage an Kirks alte Crew (wenn auch leider auf Kosten einer ziemlich oberflächlichen Darstellung der "The Next Generation"-Crew). Nicht nur taucht ein uralter Dr. McCoy auf, um Kirk von der Borgtechnik zu befreien, einen besonderen Leckerbissen findet man auf den Seiten 349/350, wenn Kirk einen Blick auf die Karrieren seiner Kollegen wirft, die allerdings mehr an die Karrieren von Shatners Schauspielerkollegen erinnern (Walter Koenigs Schriftstellertätigkeit, George Takeis politische Ambitionen und Nichelle Nichols Arbeit bei der NASA). Und langweilig wird die Geschichte eigentlich nie.

Und am Ende ist Kirk mal wieder tot. Sein Körper wird langsam von den Nanosonden zerfressen, also opfert er sich, um dem Planeten der Borg in die Luft zu jagen (natürlich muss er diese Ehre haben, selbst wenn er Picard dafür K.O. schlagen muss. In einer Explosion, die Kirk sicher angemessener ist als ein Sturz von einer Brücke, stirbt er mal wieder, doch jeder weiß, dass er auch diesmal einen Ausweg finden wird, denn einerseits gibt es mittlerweile die dritte Trilogie, andererseits deutet Spock dies am Ende deutlich an.

Und: Was hat es mit Sareks Auftauchen in Kirks Träumen auf sich, der ihm immer wieder sagt, dass er noch nicht sterben kann? Eine Menge offene Fragen, die - trotz aller seltsamen Dinge in diesem Roman - Lust auf mehr machen. Egal wie sehr man sich über diese Absurditäten geärgert hat, man muss einfach wissen, wie es weitergeht. Wie hat Kirk dem Tod erneut ein Schnippchen geschlagen? Warum ist Sarek in seinen Träumen bei ihm und verlangt von Kirk, ihn zu rächen? Die Fortsetzung folgt (passenderweise) in "Der Rächer" und wenn man die schlimmsten Absurditäten überwindet und auf dem Positiven aufbaut, wird dies sicher wieder eine ebenso gute Geschichte wie der erste Teil der Trilogie.

Fazit: Absurde und übertriebene, aber sehr spannende und unterhaltsame Glorifizierung Captain Kirks. Seine Fans werden den Roman lieben und alle Shatner-Hasser einen weiteren Grund zu finden, ihn noch mehr zu hassen.

3. Manrico Tenner

Dies ist der zweite Teil der losen ersten Trilogie von William Shatner und zweifellos der Beste der drei Romane. Zwar geht es auch hier eher selten logisch zu, doch die Autoren beweisen ein Gespür für gutes Timing, so dass die Story nie langweilig wird oder der Eindruck entsteht, Shatner würde nach Seiten bezahlt. Dennoch kränkelt auch dieser Roman an den Schwächen seines Vorgängers: Widersprüche, blasse Gegner und ein diesmal übermenschlicher Kirk.

Erstere spiegeln sich in Aussagen über die Borg wider, welche später durch "Voyager" anders dargestellt werden. Allerdings passiert das recht häufig bei "Star Trek"-Romanen, da die Autoren späterer TV-Folgen und Kinofilme auf den Inhalt der Bücher keine Rücksicht nehmen können. (Böse Zungen behaupten, die Drehbuchautoren nehmen auch keine Rücksicht auf frühere Episoden). Indes sind Zusammenhänge zwischen V'ger ("Star Trek: Der Film") und den Borg sehr weit hergeholt, ebenso strapaziert die Verbindung zwischen Picard und Spock, welche Spock den Borg gegenüber als assimiliert ausweist, arg die Glaubwürdigkeit.

Wie in "Die Asche von Eden" bewegt sich der Hauptwidersacher, hier ein romulanischer Commander, hart an der Grenze zum Wahn. Psychologisch hintergründige, durch Rachegelüste auf Captain Ahab getrimmte Charaktere liegen Shatner nicht besonders. Die effektvolle Wiederauferstehung Kirks, das Bündnis der Romulaner mit den Borg, Kirks Suche nach Picard sind allesamt spannend und fesselnd beschrieben, aber letztlich stellt sich die Frage: Wozu?

Der durch diverse Manipulationen wiederbelebte Kirk hat durch außerirdische Technologie nicht nur sein Leben, sondern wahrscheinlich auch verschiedene Superkräfte bekommen: Er besiegt im Zweikampf Worf, verprügelt Commander Riker und kann sogar Data ausschalten (wörtlich gemeint). Letztlich ist es nur dem starken Willen der Starfleet-Legende zu verdanken, dass Kirk nicht wirklich zum Werkzeug der Rache des Romulaners wird.

Trotz genannter Schwächen ist Shatner und seinen Co-Autoren auch hier ein packender Roman gelungen, sie kennen die Charaktere der "The Next Generation" mindestens genauso gut wie die der Classic-Crew.

Fazit: Romulaner, Borg, die "Next Generation"-Crew, Spock und der wieder auferstandene Kirk - da kann nichts schief gehen. Shatner zeichnet glaubhafte Charaktere in einer actiongeladenen Story, diverse Logiklöcher und Super-Kirk verzeihen wir (noch!) gern.

Bewertung

1. Katrin Müller
2. Stefan Menz
3. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Die Rückkehr"

Originaltitel "The Return"

Buchreihe Shatnerverse

Autor William Shatner in Zusammenarbeit mit Judith & Garfield Reeves-Stevens

Übersetzer Ronald M. Hahn

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
7,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 14 bis 16 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 456 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5689

ISBN 3-453-16178-5

(km, mz, te - 24.08.08)


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