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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)02.04.17

"Die Stürme der Widrigkeiten"

William Leisner

Inhalt

Ein Außenteam der Enterprise wird bei einer Routinemission auf einem unerforschten Planeten von Aliens angegriffen. Gleichzeitig wird die Enterprise im Orbit von fremden Schiffen unter Beschuss genommen. Glücklicherweise stellen sich die Gegner am Boden rasch als Freunde heraus. Sie haben die Sternenflottenangehörigen mit ihren Feinden verwechselt. Diese beschädigen die Enterprise so stark, dass sie auf Reparaturen in einer Sternenbasis angewiesen ist.

Die Angreifer auf dem Planeten sind Angehörige der Goeg Domain. Dies ist ein politisches Gebilde, das der Föderation sehr ähnlich ist. Unter der Führung der Goeg versammeln sich in dieser Nation mehrere Völker und bilden eine Allianz gegen äußere Bedrohungen. Das weckt erst einmal die Sympathie Kirks: Bereitwillig lässt er die Enterprise von den neuen Freunden abschleppen, in der Hoffnung auf einer Station der Goeg Domain den Warpantrieb der Enterprise reparieren zu können.

Auf der Reise machen sich jedoch immer stärkere Unterschiede zwischen der Föderation und der Domain bemerkbar. Zunächst scheint es sich dabei lediglich um prozedurale Fragen, wie zum Beispiel der Bedeutung von Hierarchien, zu handeln. Bei einem weiteren Aufeinandertreffen mit den Feinden der Domain kommen Kirk jedoch rasch Zweifel, ob er sich mit der richtigen Seite verbündet hat.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Die Enterprise wird von Unbekannten angegriffen und beschädigt, Hilfe erhält sie von einer föderationsähnlichen Nation. Doch rasch zweifelt die Besatzung, ob sie sich mit der richtigen Seite verbündet hat.
"The Shocks of Adversity" ist ein sehr spannender Roman. Die Handlung ist dicht erzählt, es gibt wenige Ruhepausen im Roman. Und obwohl ein Ereignis das andere jagt, bleibt genügend Zeit für kleine Charaktermomente. Anders als die Verfasser der zuvor in diesem Jahr erschienenen Classic-Romane konzentriert sich Autor William Leisner dabei aber auf die bereits bekannten Offiziere aus der Originalserie.

Die Ausgangslage ist dabei immer, dass die Enterprise-Offiziere mit ihrem Gegenüber auf dem Schiff der Goeg Domain zusammenarbeiten müssen. Zunächst gelingt das ausschließlich Kirk. Er vermag schnell, mit Captain Laspas ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, in dem man sich gegenseitig von den größten Fehlern erzählt. Diese sich anbahnende Freundschaft ist nicht nur glaubwürdig beschrieben, sie bietet auch die Bühne für den stärksten Moment in dem Roman: Bei Spock deutet sich Eifersucht an. Spock ist von Anfang an misstrauisch gegenüber der Goeg Domain, die sich von der Föderation ja bereits darin unterscheidet, dass sie lediglich ein Volk im Namen führt. Dennoch hat Spock lange Zeit kaum Gründe für sein Misstrauen, sodass man einfach davon ausgehen muss, dass es ihm nicht behagt, wenn Kirk Vertrauen zu einem anderen Offizier aufbaut.

Alle anderen Offiziere haben nämlich durchaus ihre Schwierigkeiten mit der Struktur der Domain. Die gesamten Prozeduren der Domain sind auf Effizienz ausgerichtet. Das bedeutet, dass man sich auf der Brücke nicht unterhält, nicht einmal Befehle werden ganz ausgesprochen. Stattdessen werden lediglich Zahlen in den Raum geworfen, hinter denen sich Befehle verstecken. Eigeninitiative, Ratschläge und vor allem Kritik sind weder gewünscht noch erlaubt. Verstößt man gegen diese Regel – was die Sternenflottenoffiziere natürlich tun – wird man sofort von der Brücke entfernt. Das ist nicht besonders schlimm: Bereits nach wenigen Stunden darf man wieder zurückkehren. Trotzdem ist es ein System, das sich stark von der Sternenflotte unterscheidet.

Diese Unterschiede, die immer wieder deutlich gemacht werden, sind eine große Stärke des Romans. Bisher erschien die Föderation immer als etwas Einzigartiges. Da ist es klar, dass die Begeisterung groß ist, auf ein ähnliches Gebilde zu treffen. Geschickt dekonstruiert Leisner die Goeg Domain Stück für Stück und lässt die Enterprise-Besatzung auf eine schreckliche Verschwörung stoßen. Diese macht deutlich, dass die Dominanz der Goeg über die anderen Völker der Domain nicht nur erschreckend hoch ist, sondern dass sie auch vor Blutvergießen nicht zurückschrecken, wenn es ihren Feinden schadet.

Diese Verschwörung, das eigentliche Kernstück des Romans, sorgt noch einmal für mehr Spannung. Dadurch wird der Roman richtig gut. Allerdings führt die Erzähldichte dazu, dass die Betrachtung der Domain zu kurz kommt. Viele Aspekte werden, meistens sehr emotional anhand der Charaktere, beleuchtet. Dennoch bleibt zum Beispiel bis zum Schluss unklar, ob sich die anderen Völker der Domain freiwillig angeschlossen haben. Mit den meisten haben die Goeg nämlich zuvor Krieg geführt, bis man "gemerkt" habe, dass man gemeinsam stärker sei. Auch andere Aspekte der Domain bleiben unbeleuchtet. Das ist einerseits schade, andererseits vermutlich notwendig, um die Spannung in dem Roman zu halten. Auf jeden Fall hat man nach dem Ende des Romans durchaus den Wunsch, noch einmal etwas aus der Goeg Domain zu hören - nicht nur, weil der Roman ein gelungenes offenes Ende aufweist.

Fazit:"The Shocks of Adversity" überzeugt mit einer interessanten Handlung, inklusive faszinierenden neuen Völkern und einem hohen Spannungsgrad. Einzig die Tatsache, dass vieles aufgrund der Erzähldichte nur oberflächlich behandelt wird, verwehrt diesem sehr guten Roman die Höchstnote.

"The Shocks of Adversity" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

„Stürme der Widrigkeiten“ ist ein neuer Classic-Roman, der den Erstkontakt der Enterprise mit der Goeg-Domäne beschreibt. Dabei liegt das Hauptaugenmerk ganz klar auf den Interaktionen zwischen der Enterprise-Besatzung und der Domäne, viel Action gibt es also nicht.

Das ist aber in diesem Fall nicht schlimm, da die Situation an sich genug Spielraum bietet, um für sich gesehen interessant zu bleiben. Dabei gelingt es Leisner durchaus, die Fremdartigkeit der Domäne und die langsame Annäherung der beiden Crews darzustellen. Obwohl man als Leser immer wieder das Gefühl hat, es steckt mehr hinter der Oberfläche, die die Unbekannten präsentieren, ist man stets wie Kirk bemüht, ihnen eine Chance zu geben.

Gut, später werden an der Stelle ein paar Klischees bedient, denn natürlich hat die Domäne eine Art tyrannisches Regime und natürlich versucht man, die Enterprise zu hintergehen. Dies ist aber nicht derart stark übertrieben, wie es in anderen Romanen dargestellt wurde. Im Großen und Ganzen bleibt es nämlich realistisch, das die Föderation den Unbekannten überlegen ist und diese kaum was ausrichten können.

Kirk schrammt dabei mal wieder haarscharf an der Ersten Direktive vorbei und vor allem am Ende stellt man sich durchaus die Frage, wie es wohl in der Domäne selbst weitergeht. Ein paar der im Roman angesprochenen Entwicklungen scheinen nämlich etwas zu schnell zu kommen. Ebenso bleiben Fragen über das Schicksal einzelner Charaktere unbeantwortet, die man im Verlauf des Buches ‚getroffen‘ hat.

Auch auf der Föderationsseite sind die Charaktere manchmal nicht so richtig getroffen. So wirkt McCoy etwa griesgrämiger als üblich. Auch als er Kirk ins Gewissen redet, da dieser sich seltsam verhält (obwohl er es aus Leserwarte eigentlich nicht tut), wirkt leicht befremdlich. Und Arex und M’Ress bekommen nur ein paar Sätze in die Hand gedrückt (sind also eher Fanservice) als wirklich etwas beizutragen. Zum Glück bleiben solche Szenen aber die Ausnahmen.

Wie erwähnt lebt der Roman vom Konflikt mit der Goeg-Domäne und wie sich ein Erstkontakt nebst langsamer Annäherung zu Missverständnissen und offener Feindschaft entwickeln kann. Das ganz ohne große Action zu beschreiben ist eigentlich Star Trek in Reinkultur, ebenso die Hoffnung, die am Ende gesät wird. Von daher kann der Roman also durchaus empfohlen werden.

Fazit: Eine Erstkontaktsituation, die davon lebt, wie sich zwei Kulturen untereinander austauschen. Auf dieses Szenario muss man sich natürlich ein Stück weit einlassen, vor allem da es keine Action gibt, wer das aber tut, wird durchaus mit einer Geschichte belohnt, die vor Star Trek-Idealen strotzt.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Die Stürme der Widrigkeiten"

Originaltitel "The Shocks of Adversity"

Buchreihe Classic

Autor William Leisner

Preis 14.- Euro

Umfang 276 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-176-7

(wc, tg - 02.04.17)


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