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Martin Weinrich (wc)19.07.15

"Savage Trade"

Tony Daniels

Inhalt

Die Enterprise untersucht den Außenposten Zeta Gibraltar, der seit einiger Zeit keine Rückmeldung mehr gibt. Die Station ist verlassen, Spuren heftiger und blutiger Auseinandersetzungen sind an allen Orten zu finden. Waffenrückstände weisen auf einen Angriff der L’rah’hane hin. Bei diesem Volk handelt es sich um Piraten, die sich im 22. Jahrhundert auf den Sklavenhandel für das Hradrian Imperium spezialisierten. Mit dem Fall des Imperiums verloren die L’rah’hane jedoch nicht nur ihr einträgliches Geschäftsmodell, die zur selben Zeit aufstrebende Föderation setzte ihren Aktivitäten zudem mit Waffengewalt ein Ende.

Captain Kirk und seiner Besatzung gelingt es schnell, die Piraten zu identifizieren und nach einer kurzen Auseinandersetzung mit den völlig veralteten Schiffen können sie sowohl die Wissenschaftler des Außenpostens als auch deren Gäste aus den Händen der Sklavenhändler befreien. Unter den Gästen befinden sich unter anderem George Washington, Benjamin Franklin und Napoleon. Schnell stellt es sich heraus, dass es sich bei den Wesen um Excalibans handelt. Nachdem diese mithilfe von Captain Kirk in der TV-Serie während eines brutalen Tests den Unterschied zwischen "Gut" und "Böse" herausfinden wollten, hat sich deren Gesellschaft gespalten. Auf der einen Seite befinden sich reaktionäre Kräfte, die weiterhin mithilfe ihrer überragenden mentalen Kräfte im Kollektiv das innere Sein erforschen wollen. Auf der anderen Seite argumentierten Yarnek und andere, dass man sich stärker mit Außenstehenden beschäftigen sollte und die Teste fortführen müsse. Der Kompromiss, Yarneks Gruppe führte die Experimente fort, die anderen schauten zu, brachte eine Art institutionalisierten Gladiatorenkampf. Als sich Yarneks Seite weigerte, weiterhin öffentlich zu kämpfen, wurden sie von der anderen Seite dazu gezwungen. Folglich flohen sie aus dem System und baten die Föderation um Asyl.

Nun ist es an der vulkanischen Botschafterin Valek diesen Gesuch zu beurteilen. Während die Enterprise das System gegen die erstarkenden L’rah’hane Piraten verteidigt, muss die Aufrichtigkeit des excalibanischen Gesuches beurteilt werden. Dies ist schwierig, immerhin hat Yarnek einst die brutalen Tests initiiert und war damals bereits ein Meister der Täuschung. Außerdem sind die Excalibaner dank ihrer Geisteskraft der Föderation überlegen. Die Flüchtlinge haben ihre Fähigkeiten verloren. Sollte die Föderation in diesen Bürgerkrieg gezogen werden, könnte dies einen Krieg auslösen, bei dem die Föderation nur verlieren kann.

Kritik

Auf Zeta Gibraltar verteidigt die Enterprise eine Gruppe Flüchtlinge, die auf die Annahme ihrer Asylgesuche wartet, gegen aggressive Piraten.
"Savage Trade" ist ein spannender, ereignisreicher und dicht erzählter Roman. Die Lektüre ist außerordentlich unterhaltsam und hätte durchaus eine gute Bewertung verdient. Leider hat Daniels die Handlung überladen. Seine ständigen Wendungen, seine Weigerung die interessanten Aspekte der Handlung näher zu beleuchten und das Fehlen eines Handlungszentrums macht den Roman letztlich zu einer konstruierten Sammlung von Kurzgeschichten, die im Gesamtkontext kaum Sinn ergeben.

Zunächst bringt Daniels drei äußerst interessante Themen in die Handlung ein. Das erste ist die Flüchtlingsfrage. Die Excalibans werden von ihrem eigenen Volk verfolgt, ihnen droht geradezu ewiges Leid oder der Tod sollten sie in ihre Heimat zurückkehren. Die Föderation könnte sie aufnehmen, würde sich damit jedoch in einen Konflikt begeben, dessen Ausgang ungewiss ist. Dadurch wird das Asylgesuch zu einer politischen Frage. Anhand dieses Themas hätte Daniels spannende Parallelen zu heutigen Situationen und möglichen Lösungen in dem utopischen Zukunftskonstrukt "Föderation" aufzeigen können. Gleichzeitig führt Daniels mit Piraterie und Sklavenhandel sowie der excalibanischen Frage nach "Gut" und "Böse" zwei weitere interessante Themen ein. Der Autor interessiert sich aber auch für diese Handlungsabschnitte kaum und greift diese Aspekte nicht auf. All diese Elemente hätten dem Roman Tiefe verleihen können, werden aber allenfalls oberflächlich behandelt

.

Dieses Versäumnis wird von der Handlung kaum ausgeglichen. Die Dichte Handlung sorgt für eine atemlose Erzählung, die viel Spannung aufbaut. Die Lektüre ist also nicht nur kurzweilig, sondern auch angenehm. Daniels erreicht dies jedoch durch ständige Handlungswechsel, die der inhaltlichen Seite des Romans nicht gut tun. In Windeseile führt er die L’rah’hane Piraten inklusive vergangenem Imperium ein, schildert den Bürgerkrieg der Excalibaner, die kleine Unabhängigkeitsrevolution der Flüchtlinge und eine finale Auseinandersetzung mit den Piraten. Und als wäre dies nicht genug, tritt zum Schluss die andere Seite der Excalibaner noch auf die Bühne nur um einen weiteren, noch mächtigeren Gegner mitzubringen. Vor allem letzterer Handlungsstrang, der unter anderem die Vernichtung der excalibanischen Heimatwelt beinhaltet, wirkt an den Haaren herbeigezogen: Wie konnten die Steinwesen innerhalb der kurzen Zeit der Spaltung so viele verschiedene Völker "testen", dass sie dabei auf eine unbekannte und vor allem übermächtige Lebensform stießen? Allerdings erscheinen auch die Piraten und ihr Imperium als Hilfskonstrukt: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Imperium kurz vor dem Aufstieg der Föderation fiel und man dennoch keine konkreten Informationen über es hat? Immerhin gibt es in der Föderation einige Völker, die bereits deutlich vor den Menschen den Weltraum erkundeten. Auf diese und weitere Fragen gibt der Autor keine Antwort.

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Das überhöhte Erzähltempo erweckt zudem den Eindruck, dass sich Daniels für seine Kreationen nicht richtig interessiert. So führt er das Hrdrian Imperium umfangreich ein, ohne aus dieser Idee Ereignisse für die Story zu entwickeln. Gleichzeitig bleiben die Piraten unglaublich stereotyp. Daniels Desinteresse an deren Motive ist so gering, dass er die Besatzung vierer gekaperter Schiffe kurzerhand verschwinden lässt oder zumindest nicht mehr erwähnt. Zwar besteht die Möglichkeit, dass die Excalibaner alle L’rah’haner töteten, doch auch dies wird nicht explizit erwähnt (zumal es eine brutale Tat wäre). Die Verbindung aus übertriebenen Handlungssträngen, kleinen Logiklöchern und dem Eindruck des Desinteresses für die eigenen Ideen führt zu einem schalen Eindruck nach der kurzweiligen Erzählung.

Gute Ideen hat Daniels auch für die Charaktere. Der Roman lebt von dem kollegialen Umgang der Enterprise-Besatzung mit bekannten Figuren der menschlichen Geschichte. In vielen Fällen funktioniert das gut. Vor allem die Darstellung der Botschafterin Valek, eine alte Kontrahentin Spocks, die sich mittlerweile ihrer "logischen" Fehler schämt, aber dennoch nicht klar einzuordnen ist, gelingt Daniels äußerst gut. Andererseits bleiben bis auf Valek alle Charaktere äußerst stereotyp. Vor allem die Darstellung der Enterprise-Besatzung verharrt in typischen Darstellungen. Das ist meistens in Ordnung. Störend sind lediglich Sätze, in denen zum Beispiel der "Frauenheld" Kirk in einem Satz beschrieben wird. Diese kommen immer wieder vor und wirken vor allem primitiv.

Fazit: "Savage Trade" ist ein dicht erzählter Roman. Mit der guten Grundlage der Handlung hätte Daniels leicht eine gute Geschichte erzählen können. Doch der Autor greift die Themen des Romanes oft nicht auf und zaubert stattdessen ständig neue Handlungswendungen hervor, die konstruiert wirken und zudem Logikfehler aufweisen. Zusammen lässt dies lediglich einen sehr durchschnittlichen Eindruck zurück.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Savage Trade"

Originaltitel "Savage Trade"

Buchreihe Classic

Autor Tony Daniels

Preis 6,00

Umfang 384 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476765501

(wc - 19.07.15)


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