Peter Schipfmann (ps)
30.11.01
"Der Arbuk Zwischenfall"
John Gregory Betancourt
Inhalt
Die Voyager empfängt ein schwaches Signal im unterem Frequenzbereich. Harry Kim kann es isolieren und verstärken. Es ist ein Notsignal und es stammt von einem kleinen Raumschiff aus dem Doppelsternsystem Arbuk.
An Bord des Schiffes befindet sich ein Angehöriger der Spezies "Sperian". Laut Neelix sind sie unangenehme und streitsüchtige Zeitgenossen. Die Voyager fliegt zum Arbuk-System und findet zunächst eine riesige und schwer beschädigte Raumstation vor, die aus mit Röhren verbundenen Kugeln besteht. Durch die Beschädigungen ist die Luft aus der Station
entwichen. Alle Bewohner sind dadurch getötet worden. Aber es gibt noch ein zweites Gebilde. Eine lange Röhre, die sich um sich selbst dreht. Urplötzlich kommt ein hochenergetischer Strahl aus diesem Objekt. Er zerstört die Raumstation nun völlig. Die Voyager findet das kleine Schiff, welches den Notruf ausgesendet hat. Man kann den Piloten
bewusstlos, aber lebend bergen. Um Information zu bekommen, nimmt Tuvork eine vulkanische Mentalverschmelzung mit ihm vor. Die hat unerwartete Folgen.
Unterdessen untersucht ein Team unter Leitung von B'Elanna Torres die zylindrische Waffe und verschafft sich Zugang zu seiner Kommandozentrale. Da wird die Voyager von drei Raumschiffen angegriffen. Nur weil die rätselhafte Waffe wieder in Aktion tritt, und die fremden Schiffe durch sie kampfunfähig werden, kann die Voyager den Angriff schwer beschädigt überstehen. B'Elanna hat mittlerweile herausgefunden,
dass der "Raumstation-Killer" ferngesteuert wird. Aber von wem und aus welchem Grund?
Kritik
 |
 Die Voyager folgt einem Notruf und findet eine gefährliche Waffe und eine merkwürdige Spezies. |
Der Roman wurde erstmals 1995 veröffentlicht, als in den USA auch die Ausstrahlung der Serie begann. So ist die Lektüre heute zunächst mal eine Zeitreise in die Vergangenheit der Serie: Kes ist noch an Bord, Neelix ist der unentbehrliche Pfadfinder durch den Delta-Quadranten, die Mannschaft zerfällt in Marquis-Leute und Sternenflottenmitglieder, der Holodoc hat noch seinen schroffen Charakter, Harry Kim ist wirklich ein allzu unsicherer Fähnrich und Janeway trägt auf dem Umschlagbild noch ihren Dutt. Man merkt, in der Serie hat sich seit der ersten Staffel doch einiges geändert (und nicht nur zum
Negativen!). Die Haupthandlung ist recht spannend und unterhaltsam, kommt jedoch zunächst recht konventionell daher. Ein Notruf wird empfangen
- man findet ein rätselhaftes Objekt und untersucht es - die Voyager wird angegriffen und kann so gerade
eben der Vernichtung entgehen. Das sind alles sattsam bekannte Versatzstücke.
Die zylindrische Höllenmaschine erinnert den Leser (und Janeway) natürlich an den
"Planeten-Killer" aus der gleichnamigen TOS-Folge. Die Auflösung des Rätsels ist dann Gott sei dank anders als erwartet. Es handelt sich nicht um eine Waffe, sondern um ein an sich friedliches Forschungsobjekt, welches ein Opfer der seltsamen, komplizierten und komisch-skurrilen
"Streit-Gesellschaft" der Sperianer geworden ist.
Sehr gut haben mir die vielen humoristischen Elemente im Roman gefallen. Harry Kim schlägt den überraschten Tom
"Don Juan" Paris auf dessen Spezialgebiet (soviel zum Thema Sex und "Star Trek"). Nach der Gedankenverschmelzung zwischen Tuvok und dem Sperianer übernimmt jeder der beiden, ohne sich dessen
bewusst zu sein, für einige Zeit einen Teil des Wesens des jeweils Anderen, was zum Teil wirklich sehr lustige Folgen hat. Am besten ist hierbei aber eine Nebenhandlung, welche sich durch das ganze Buch zieht und in der Neelix im Mittelpunkt steht. Es geht dabei um Neelix berühmt-berüchtigte Künste als Chefkoch und den Versuch eines gerissenen Ex-Marquis, dem Talaxianer das Monopol über die Nahrungsmittelherstellung mittels eines kleinen Replikators mit eigener Energieversorgung zu entreißen. Klar wer zum
Schluss das bessere Ende für sich verbuchen kann. Gut gelungen und sehr plastisch ist
die Darstellung der Charaktere. Einen kleinen Fehler weist der Roman in Bezug auf den Holodoc auf. Er heißt hier noch, wie ursprünglich vorgesehen, Dr. Zimmerman, was wohl daran liegt,
dass der Roman wahrscheinlich schon 1994, in der Planungsphase der Serie, entstanden ist. Das hätte das Lektorat von Simon & Schuster noch korrigieren können. Dies ist aber nur ein kleiner Mangel in einem ansonsten gelungenen und kurzweiligem Roman von 200 Seiten.
Bewertung
Weitere Infos
|
| Titel |
"Der Arbuk Zwischenfall" |
|
| Originaltitel |
"Incident at Arbuk" |
|
| Buchreihe |
Voyager |
|
| Autor |
John Gregory Betancourt |
|
| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
|
| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch: ca. 2 bis 8 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
|
|
| Umfang |
217 Seiten |
|
| Verlag |
Heyne |
|
| Bestellnummer |
06/5405 |
|
| ISBN |
3-453-10937-6 |
|
|
(ps - 30.11.01)