Martin Weinrich (wc)
12.04.09
"Götter der Nacht"
David Mack
Inhalt
Die Borg greifen die Föderation an - zum ersten Mal jedoch nicht nur mit einem Kubus. Außerdem haben sich ihre Ziele geändert. Sie assimilieren nicht mehr, sondern töten. So sind in einem überraschenden Angriff schon zwei Welten zerstört worden. Doch das ist erst der Anfang. Die erste Angriffswelle besteht aus weitaus mehr Kuben, und plötzlich befindet sich die Föderation in einem Kampf an mehreren Fronten. Dabei besitzt die Föderation mit den Transphasentorpedos aus der Zukunft eigentlich eine geeignete Waffe gegen die Borg. Doch die Sternenflottenleitung möchte sie nicht in großem Maßstab einsetzen, denn wenn sich die Borg anpassen, könnte die Zeitlinie aus der Kontrolle geraten.
So hat nur die Enterprise unter Captain Picard diese vernichtende Waffe. Sie eilt nun von Ort zu Ort, um Widerstand gegen die Borg zu leisten. Einmal kommt sie zu spät, ein anderes Mal kann sie gerade noch ein paar Tausend Menschen retten. Der eigentliche Auftrag lautet jedoch herauszufinden, wie die Borg ohne ihr Transwarpnetzwerk so schnell in Föderationsterritorium gelangen konnten.
Derweil untersucht Captain Dax mit der U.S.S. Aventine das Wrack der alten Columbia, das im Gamma-Quadranten aufgetaucht ist. Auf diesem Schiff geschehen seltsame Dinge und einige ihrer Crewmitglieder finden gar den Tod. Dennoch ist sie fest davon überzeugt, dass es der Föderation mehr helfen wird, wenn sie das Geheimnis der Columbia lösen kann, als wenn sie in den Kampf gegen die Borg einsteigt.
Die U.S.S. Titan unter Captain Riker ist derweil so weit von der Föderation entfernt, dass es keinen Sinn machen würde zurückzukehren. Doch auch hier gibt es Probleme. Zum wiederholten Mal misslingt der Versuch Rikers und Trois, ein Kind zu bekommen. Das stürzt die beiden in ernste Überlegungen. Währenddessen stößt die Titan jedoch auf ein Sternensystem, das völlig abgeschirmt ist...
Zwischendurch wird mit Rückblenden auch immer wieder das Schicksal der Crew der Columbia aus dem Jahr 2168 erzählt. Zu Beginn des romulanischen Krieges geriet sie nämlich in einen Hinterhalt und musste ohne Warpantrieb den Weg nach Hause finden. Unterwegs trifft die Crew dabei auf ein hoch entwickeltes Volk, die Caeliar, das jedoch ein wenig kompliziert ist. Und kurz darauf kommt es zu einem Konflikt zwischen Captain Hernandez und ihren MACOs...
Kritik
Diese Rezension bezieht sich auf das englische Original.
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 Teil eins der "Destiny"-Trilogie: Die Borg sind zurück - gefährlicher denn je. Wie gelangen sie unentdeckt hinter die Verteidigungslinien der Sternenflotte? |
Die "Destiny"-Trilogie soll die "Star Trek"-Welt grundlegend verändern. Ein Instrument dabei sind die Borg. Daher hatte ich schon befürchtet, dass das Buch eine einzige Schlachtbeschreibung ist. Fast schon das Gegenteil ist jedoch der Fall.
Drei der vier Handlungen, zwischen denen immer gewechselt wird, haben direkt gar nichts mit den Borg zu tun. Es ist zwar immer so, dass die Borg-Bedrohung im Hintergrund lauert, doch direkten Kontakt gibt es nicht.
Nur die Enterprise kämpft. Hierbei legt der Autor jedoch keinen Wert auf die Schlacht, sondern eher auf die Ereignisse danach. Es gelingt ihm ganz gut, das Entsetzen zu beschreiben, das die Brückencrew erfasst, als sie bemerkt, dass von einigen Milliarden Lebewesen nur noch Tausende übrig sind.
Gleichzeitig werden ein paar Einzelschicksale nebenbei erzählt. Zum Beispiel schreibt Admiral Paris noch kurz vor seinem Tod einen Brief an seinen Sohn. Die Szene, in der Tom Paris den Brief dann erhält, ist eine der besten des Buches.
Doch auch an den anderen Schauplätzen wird sehr viel Wert auf die Charaktere gelegt. So verkraften es Riker und Troi natürlich nicht so einfach, dass sie schon wieder mit einer Fehlgeburt rechnen müssen. Beide leiden sehr darunter und entfernen sie dadurch voneinander. Rikers Erster Offizier, Commander Christine Vale, befürchtet währenddessen verständlicherweise, dass Riker sich nicht mehr gänzlich auf das Kommando konzentrieren kann. Dadurch sind zwei Konflikte so gut wie vorprogrammiert. Glücklicherweise entdeckt die Titan rechtzeitig ein abgeschirmtes Sonnensystem, sodass Riker sich wieder auf seine eigentliche Aufgabe besinnen kann.
Dax muss derweil entscheiden, ob sie strikt Befehle befolgt oder diese nach eigener Meinung ein wenig überdehnt. Sie entscheidet sich letztendlich dafür, das Wrack der Columbia länger zu erforschen als vorgeschrieben. Zwar hat sie Erfolg, aber wer weiß, ob es da nicht noch ein Nachspiel gibt.
Die Enterprise unter Picard hat derweil natürlich das Problem, dass sie als einzige eine wirkungsvolle Waffe gegen die Borg besitzen. Ihnen ist also ständig bewusst, dass viele Milliarden Lebewesen gerettet werden könnten, wenn man mit der Waffe nur mutiger umgehen würde. Auf der Suche nach dem Ursprung der Borg-Angriffe muss sich Picard jedoch wieder einmal mit den Stimmen der Borg auseinandersetzen. Diesmal befürchtet er, dass die Föderation keine Chance auf einen Sieg hat. In einer Szene mit Beverly bricht er dabei beinahe zusammen. Beverly holt ihn mit einer Ohrfeige jedoch beherzt wieder zurück in die Realität.
Der langweiligste Part sind eigentlich die Kapitel aus der Vergangenheit. Es ist zwar zunächst recht spannend, was Hernandez dort entdeckt. Das übermächtige Volk ist nämlich sehr gut charakterisiert und die Frage, wie die Columbia in den Gamma-Quadranten kommt, bleibt für einige Zeit offen. Doch der Konflikt zwischen den MACOs und der zivilen Führung ist so absehbar, dass er nicht wirklich interessant ist.
Überraschenderweise dominieren also Charaktergeschichten das Buch und keine Schlachtenszenen.
Zum Schluss ist die Enterprise zusammen mit der Aventine in der Nähe des Angriffsursprungs der Borg, während die U.S.S. Titan Captain Hernandez in dem abgeschirmten Sternensystem trifft. Wie sie so lange überleben konnte, ist unklar.
Dax hat in dem Wrack der Columbia einen Überlebenden des übermächtigen Volkes gefunden. Er ist so gequält, dass er sogar tötet. Damit verletzt er den höchsten Grundsatz seines Volkes. Nun kann man natürlich viel spekulieren, was das mit den Borg zu tun hat.
Fazit: Ein sehr gutes Buch! Hier wird viel erzählt. Jede Storyline für sich ist interessant. Nur die Columbia-Handlung fällt ein wenig ab. Doch dafür wird in dem Handlungsstrang natürlich die Grundlage für die weitere Entwicklung des Buches gelegt, denn scheinbar stehen die Caeliar in irgendeinem Zusammenhang mit den Borg oder zumindest mit der Lösung des Borg-Problems.
Mit dem überraschenden Auftritt von Hernandez in der "Next-Generation"-Ära und dem Flug der Enterprise und der Aventine in das Borg-Gebiet ist auch schon einmal eine sehr gute Grundlage für die Folgebände gegeben...
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Götter der Nacht" |
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| Originaltitel |
"Destiny: Gods of Night" |
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| Buchreihe |
Post-'Nemesis' |
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| Autor |
David Mack |
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| Übersetzer |
Stephanie Pannen |
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| Preis |
12,80 Euro |
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| Umfang |
420 Seiten |
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| Verlag |
Cross Cult |
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| ISBN |
3-9412-4883-9 |
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(wc - 21.12.10)