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Martin Weinrich (wc)04.09.15

"Ferne Vergangenheit"

Robert Greenberger

Inhalt

Die Evoraner haben erst jüngst den Warp-Antrieb entwickelt. Normalerweise würde die Föderation solch einem Volk mehr Zeit lassen, sich selbst zu entwickeln. Während des Dominion-Krieges war es jedoch notwendig, den Evoraner den Protektoratszustand anzubieten, um sie vor dem Einfluss des Dominions zu schützen. In der Folge gab es kaum weitere diplomatische Kontakte, da die Föderation dafür keine Kapazitäten hatte und die Evoraner selbst eher zum Isolationismus neigen. Doch nun erschüttert eine Entdeckung das Fundament der evoranischen Gesellschaft. Bisher glaubten sie, von einem unbekannten Gott ausgewählt zu sein. Mächtige andere Wesen auf dem Planeten starben nämlich vor ihrer Entstehung aus. Mit dem Fund eines technischen Artefaktes, das deutlich älter ist als die Evoraner, ist dieser Glauben erschüttert. Dies gefährdet das politische System auf der einst von heftigen Religionskriegen erschütterten Welt. Die zivile Führung ruft die Sternenflotte um Hilfe an. Die wiederum beauftragen die Ingenieure der da Vinci damit, den Fund zu untersuchen.

Kritik

Die Evoraner glaubten bislang, sie seien ein auserwähltes Volk. Nun entdecken sie auf ihrem Planet ein Artefakt, dass älter ist als ihre Spezies.
Der Grundgedanke der Novelle entspringt einer pfiffigen, jedoch oft in Science Fiction-Erzählungen genutzten Überlegung. Religionen basieren häufig auf übermächtigen Propheten oder Göttern. Es wäre durchaus denkbar, dass diese Geschichten nach Besuchen außerirdischer Reisender entstanden. "Ferne Vergangenheit" ist ein „Star Trek“-Version dieser Überlegung. Denn natürlich sieht es für die Evoraner so aus, als seien sie nicht von Gott, sondern von zufällig Vorbeireisenden auserwählt. Für eine Gesellschaft, die sich gerade erst seit hundert Jahren von dem Joch ständiger religiöser Bürgerkriege befreit hat, ist das eine hochbrisante Erklärung.

Insofern ist der Aufbau dieser Erzählung für den knappen Raum, der ihr zusteht, recht komplex. Denn die Erkundung des merkwürdigen Gerätes bestreitet lediglich die Hälfte der Handlung. In der anderen Hälfte inszeniert eine religiöse Sekte einen Putsch, der erhebliche Einschränkungen für die Arbeit der da Vinci-Crew mit sich bringt. Dieser Putsch ist von langer Hand vorbereitet, sodass der durchschlagende Erfolg nur ein wenig unrealistisch wirkt.

In Folge der politischen Ereignisse gerät das Ingenieursteam einmal mehr in Gefangenschaft. Greenberger gelingt es dabei sehr gut, die Gefühle der gefangenen Protagonisten darzustellen. Sowohl ihre Reflektion über die Normalität solcher Ereignisse auf Außenmissionen als auch die Sehnsucht nach Partnern, für die auf der da Vinci kein Platz ist, sind sehr überzeugend.

Ironischerweise entziehen sich die Putschisten mit ihrem Vorgehen ihre eigene Machtgrundlage. Das Gerät, so stellt sich heraus, verhindert nämlich ständige Erdbeben auf der eigentlich instabilen Planetenoberfläche. Indem sie das Gerät nicht nur ignorieren, sondern sogar als ketzerisches Zeugnis zerstören, bringen sie großes Leid über den Planeten und sind letztlich wieder auf die Sternenflotte, die sie zuvor als ungesunden Fremdeinfluss verteufelt haben, angewiesen. Diese Thematisierung der irrationalen Angst vor allem Fremden, ist ebenfalls sehr gelungen, bleibt aber an vielen Stellen aufgrund der Platzknappheit etwas oberflächlich. Immerhin bietet diese Handlungswendung die Grundlage für eine gewaltfreie, auf der Kraft des besseren Argumentes basierenden Verhandlungslösung des politischen Konfliktes. Dies ist nicht nur spannend, sondern erscheint, von einigen Plattitüden abgesehen, außerordentlich sensibel und realistisch geschildert.

Fazit: "Ferne Vergangenheit" greift den interessanten Gedanken, dass Außerirdische vor Jahrtausenden den Verlauf von Zivilisationen beeinflusst haben auf, auf und verbindet ihn mit einem religiös motivierten politischen Konflikt. Das Ergebnis ist eine sehr überzeugende Novelle, die dieses Thema mit gut skizzierten Charakteren verknüpft.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Ferne Vergangenheit"

Originaltitel "Past Life"

Buchreihe S.C.E.

Autor Robert Greenberger

Preis 2,99

Umfang 100 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books


(wc - 04.09.15)


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