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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)20.12.15

"Erkenntnisse aus Ruinen"

David R. George III

Inhalt

Nach zweijähriger Bauzeit wird die neue Raumstation Deep Space Nine eingeweiht. Dafür reisen nicht nur zahlreiche Vertreter der Föderation und ihrer Khitomer-Verbündeten an, auch die Staatsoberhäupter der Romulaner und der Gorn haben sich angekündigt. Captain Ro Laren und ihre Crew führen daher ausgiebige Sicherheitstest durch, denn natürlich ist dies ein idealer Zeitpunkt, um einen Angriff auf die Station zu verüben und den Alpha-Quadranten zu erschüttern. Tatsächlich kommt es zu einem Angriff, aber von einer völlig unerwarteten Seite ...

Als das Wurmloch kurz nach dem Angriff auf Deep Space Nine verschwand, befand sich Kira darin. Sie wird seitdem für tot gehalten. In diesem Roman erfährt man gleich im Prolog: Sie ist es nicht. Stattdessen erlebt sie im Wurmloch nicht nur Siskos erste Begegnung mit den Propheten mit, sondern auch eine Episode aus der Vergangenheit ihrer Welt ...

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Deep Space Nine wird aufgrund einer Zeremonie von vielen Regierungschefs besucht. Die Crew um Captain Ro Laren versucht alles, um die Sicherheit der Staatsoberhäupter zu gewährleisten.
"Revelation and Dust" ist ein viel zu ruhiger Roman, der sich enorm viel Zeit nimmt für eine Handlung, die auf wenigen Seiten erzählt werden könnte. Dabei kommt trotz der grausamen Tat in diesem Band - irgendetwas muss "The Fall" schließlich einleiten - keine Spannung auf.

Das liegt zu einem großen Teil daran, dass beinahe die Hälfte des Romans aus Kiras Erfahrungen im Wurmloch besteht. Bereits der Prolog zieht sich in die Länge, der Leser kennt Siskos Gespräche mit den Wurmlochwesen schon aus dem Pilotfilm der Serie "Deep Space Nine". Auch der Einblick in eine Widerstandszelle aus der bajoranischen Vergangenheit kann nicht überzeugen. Zum einen weiß der Leser schließlich, dass Kira das aus dem Wurmloch miterlebt. Zum anderen hat man mittlerweile so viele bajoranische Untergrundkämpfer, während der Besetzung und auch davor, in der Serie und in Romanen erleben können, dass die Handlung nicht mehr zu überzeugen weiß. Zuletzt ist auch die Aussage dieses Handlungsstrangs recht merkwürdig. Auf eigenartig bemühte Weise werden Ereignisse, die auf Deep Space Nine geschehen, in der Wurmlochhandlung wiederholt. Der Sinn davon bleibt bis zum Schluss schleierhaft.

Der Haupthandlungsstrang präsentiert sich nicht besser. Seine einzige Stärke ist, dass er den "Deep Space Nine"-Charakteren endlich wieder viel Platz einräumt. Seit Jahren gab es keinen Roman mit dem Untertitel "Deep Space Nine" mehr. Stattdessen wurden die Charaktere immer in den (oft gelungenen) Crossover-Serien "verbraucht". Dort hatten sie aber meist funktionale Auftritte. Das ist hier anders. Die Familie O'Brien erhält genau so ein längeres Kapitel wie die Familie Sisko. Das ist sehr schön, aber auch sehr gemächlich und langsam erzählt. Außerdem entwickeln sich die Charaktere keineswegs weiter, stattdessen werden ihre Erlebnisse seit dem unrühmlichen Ende des "Deep Space Nine"-Relaunch zusammengefasst. Die ganze erste Hälfte des Romans pendelt damit zwischen Familienroman und Erinnerungsgesprächen (und -gedanken), ohne dass irgendetwas Nennenswertes geschieht.

Der Höhepunkt der Handlung in der Mitte des Romans ist ärgerlich: Die Präsidentin der Föderation Nan Bacco erliegt den Schüssen eines Attentäters. Auf wenigen Seiten wird dieser Charakter aus der Serie geschrieben. Ärgerlich ist dieser Abschnitt, weil er nicht einmal spannend ist. Es geschieht so schnell, dass die Protagonisten nicht einmal die Chance erhalten, um das Schicksal ihrer Präsidentin zu ringen. Gleichzeitig ist das Attentat aber auch kein Schock, zu banal ist es geschildert. Stattdessen wird einer der überzeugendsten und profiliertesten Charaktere der Post-"Nemesis"-Ära getötet, ohne dass es wenigstens für ein gutes Leseerlebnis sorgt. Das ist frustrierend.

Zu allem Überfluss ist die folgende Handlung genauso langweilig wie der erste Teil. Binnen weniger Minuten hat man eine Verdächtige. Die verschiedensten Würdenträger werden über Baccos Tod informiert und alle machen sich ganz viele Sorgen. Am Ende deuten die Spuren des Attentats auf eine Macht des Typhon-Pakts, sicher ist man sich aber nicht. Diese Erkenntnis wird nicht in spannender Ermittlungsarbeit gewonnen, sondern ist lediglich das Ergebnis eines Zufalls. So kommt nicht einmal am Ende Spannung auf.

Fazit: "Revelation and Dust" ist ein langweiliger Roman, der Kiras Wurmlocherlebnis zu viel Platz einräumt und sich auf Deep Space Nine zu lange in Familiengeschichten verliert. Der Ermordung Baccos folgen keine spannenden Ermittlungen oder politische Konflikte, sondern weiterhin Langeweile und inhaltslose Gespräche. Baccos Tod in diesem ansonsten beinahe inhaltslosen Roman wird dadurch unnötig. Es bleibt zu hoffen, dass die folgenden vier "The Fall"-Romane deutlich umfangreichere und spannendere Handlungsstränge bieten werden als "Revelation and Dust".

"Revelation and Dust" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Mit „The Fall“ wird die nächste große Star Trek-Reihe gestartet, die an „Typhon Pact“ anschließt. Wir befinden uns mittlerweile im Jahre 2385, nur zwei Jahre vor dem Ende der „alten“ Star Trek-Timeline und vorrangig geht es um die Einweihung der neuen Deep Space Nine Raumstation, die auch schön auf dem Cover des Buches prangt. Des Design selbst mag für manche etwas gewöhnungsbedürftig sein, stellt aber durchaus eine Weiterentwicklung der bekannten Station dar.

Die Geschichte selbst spielt dabei auf zwei Ebenen: Da ist zum einen die Einweihungsfeier und zum anderen Kira im himmlischen Tempel, womit wir auch gleich beim großen Negativpunkt des Buches wären. Der Band selbst ist eine ruhige Charakterstudie, Action gibt es kaum.

Das an und für sich ist nicht schlecht und tatsächlich sind die Szenen auf Deep Space Nine, trotz oder gerade weil sie nur die Charaktere weiter entwickeln sollen, recht gut gelungen. Stellenweise ertappt man sich sogar dabei, dass man es gar nicht erwarten kann, wie es dort weitergeht. In diese schönen Charakterszenen fallen die Szenen mit Kira aber wie ein gewaltiger Absacker ein.

Die Szenen mit ihr (siehe letzter Typhon Pact-Band) beginnen dabei mit Rückblenden auf Siskos erstes Treffen mit den Propheten. Tatsächlich wird nahezu eins zu eins die Szene aus dem Deep Space Nine Pilotfilm nacherzählt, nur das eben Kira diesmal dabei ist und alles ansieht – allerdings greift sie nicht ein. Das führt dazu, das man auf 100 Seiten diese altbekannten Szenen nochmal aufgerollt bekommt. Hier stellt sich bereits etwas Langeweile ein, man liest immerhin nicht einen Roman, um altbekannte Szenen noch einmal nacherzählt zu bekommen.

Das Ganze wird auch im weiteren Verlauf nicht besser, denn die Kira-Szenen mogeln sich immer recht störend in die guten Szenen auf der Station selbst. So lassen die Propheten Kira eine Vision angedeihen, in der sie auf Alt-Bajor einigen Sklaven hilft. Die Frage, die sich hier stellt, ist allerdings nach dem Sinn und Zweck. Nur um Kira zu zeigen, das die Propheten Benjamin fortan seinen eigenen Weg gehen lassen? Dies hätte viel schneller und viel einfacher gelöst werden können, denn Kiras Kampf in der Vergangenheit ist auch nicht gerade neu, denn bereits in der Portalkrise (Relaunch der achten Deep Space Nine-Staffel) war sie einige Monate als Freiheitskämpferin in Bajors Vergangenheit gestrandet, bevor sie zurückkam.

Hier hat man also das Gefühl, das alles so oder so ähnlich bereits erlebt zu haben, so dass diese Szenen extrem störend auf den Gesamtfluss des Romans wirken und diesen sehr ausbremsen. Am Ende wird noch jemand aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert, zufällig ein neuer Love Interest für Kira, mit dem sie in der (visionären) Vergangenheit etwas hatte. Warum dies getan wurde und ob man damit die Sache zwischen ihr und Odo entschärfen oder gar verschärfen will, muss wohl erst der Nachfolgeband zeigen. Richtig herumreißen kann das Ruder diese Szene (oder diese Figur) leider auch nicht mehr.

Viel interessanter ist da schon die Haupthandlung, bei der es sich von einem Nebencharakter zu verabschieden gilt, der die letzten Jahre schön in die Buchreihen eingeführt wurde, wodurch dessen Ableben sogar recht gut funktioniert, auch wenn es nicht ganz die erhoffte Schockwirkung erzeugt, die man vermutlich beabsichtigt hatte.

Fazit: Eine ruhige Charakterstudie, die stellenweise gut gelungen ist, aber an vielen Ecken und Enden auch hapert, wie etwa einer störenden Nebenhandlung und dem verschenkten Potential bei einigen Charakteren. Alles in allem als Auftaktroman einer neuen Reihe gerade noch akzeptabel, die nachfolgenden Bände müssen aber hier gehörig anziehen.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "The Fall 1: Erkenntnisse aus Ruinen"

Originaltitel "The Fall - Revelation and Dust"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor David R. George III

Übersetzer René Ulmer

Preis 12,80 Euro

Umfang 413 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-778-0

(wc, tg - 20.12.15)


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