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Martin Weinrich (wc)07.11.16

"Hell's Heart"

John Jackson Miller

Inhalt

2285 verlor Captain Kirk die Enterprise und seinen Sohn. Auf der Suche nach Mister Spock gelang es ihm jedoch, den klingonischen Kommandanten Kruge – verantwortlich für beide seiner Verluste – zu töten. Kruge hinterließ viele schwächliche Erben. Da er dies erkannte wollte er sein Haus an den Außenseiter Korgh vererben. Doch Kirk tötete Kruge, bevor dieser das Testament offiziell festlegen konnte. Der Rest des Hauses Kruge schloss sich gegen den Möchtegernerben zusammen, vernichtete dessen Armee und schickte alle überlebenden Widersacher ins ehrlose Exil. Im Anschluss einigten sie sich – gänzlich unklingonisch – darauf, das Erbe zu teilen.

Doch Korgh konnte der letzten Vernichtungsschlacht durch einen Zufall entkommen. Außerdem verfügte er über eine Reihe an Phantomschiffen, die Kruge mit den genialsten Technikern des klingonischen Imperiums plante und die ihrer Zeit weit voraus waren. Nach einer langen Selbstfindungsreise gelang es Korgh, sich Stück für Stück und im Geheimen den Respekt zu erwerben, um den überlebenden Teil seiner Streitmacht hinter sich zu vereinen und die Rache an seinem Haus langsam aber brutal zu planen.

Im Jahr 2386 wird Captain Picard gebeten, alle Mitglieder des Hauses Kruge zum Planeten der letzten Raumschlacht gegen Korghs Rebellion zu führen. Dort möchte man den 100-jährigen Waffenstillstand zelebrieren. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Korgh seine Rache in die Tat umsetzen möchte. Denn unter den Augen der schwächlichen Erben Kruges hat er sich längst selbst in der Struktur des Hauses platziert und ist gewillt, loszuschlagen.

Kritik

Die Enterprise eskortiert ein klingonisches Haus zu einer Jubiläumsfeier, die in einer Katastrophe endet.
"Hell’s Heart" ist der erste Teil einer Trilogie und das merkt man dem Buch durchweg an. Anders als die bisherigen ersten Teile einer Trilogie dieses Jahres erzählt der Roman weder eine globale aber herzlose Geschichten erzählten (Prometheus) noch ein Abenteuer mit kleinem Rahmen präsentieren (Legacies). Stattdessen wird dem Leser ein epischer Konflikt präsentiert, der seine Charaktere immer im Auge behält und in keinem Moment von der sich in brutalem Tempo entfaltenden Haupthandlung abweicht.

Es gibt an "Hell’s Heart" gerade einmal zwei Dinge auszusetzen. Obwohl die obige Inhaltsangabe bereits sehr Spoiler-lastig wirkt, erfährt der Leser all diese Informationen bereits in den ersten Kapiteln oder kann sich diese bereits denken. Dadurch hat man einen permanenten Informationsvorsprung vor den Föderationsakteuren, die noch lange im Unklaren darüber sind, wer oder was sie eigentlich gerade angegriffen hat. Außerdem sind die Phantomschiffe unglaublich stark. Das erklärt auf der einen Seite, warum sie sich auch nach hundert Jahren gegen State-of-the-Art Schiffe wie die Enterprise-E durchsetzen können. Es macht ihre Entwicklung zu Kirks Zeiten aber auch arg unrealistisch.

Abgesehen davon enthält der Roman alles, was man sich von dem Auftakt einer "Star Trek"-Trilogie wünschen könnte. In erster Linie ist das die sehr überzeugende Darstellung der Klingonen und ihrer Denkweise. Mit dem Haus Kruge präsentiert Miller eine große Ansammlung ungewöhnlicher Klingonen, die ganz in der Rhetorik des Imperiums verharren, deren Leben aber alles andere als kriegerische Glanztaten sind. Korgh wiederum ist ein Klingonen der anders als viele Roman-Klingonen alles andere als ein stürmischer und eindimensionaler Krieger ist. Sein Racheplan ist komplex und vor allem mit viel Geduld aufgebaut. Ein Großteil der Spannung des Romans (und der Cliffhanger für die Folgebände) ist die Frage, welchen Plan Korgh tatsächlich verfolgt: Denn die Kontrolle über das Haus Kruge scheint ihm nicht zu reichen. Wirklich großartig ist aber die Darstellung der Exil-Klingonen. Ihnen wurde die Ehre und damit das für einen Klingonen wichtigste Charakteristikum genommen. Zunächst haben sich diese Ausgeschlossenen ihrem Schicksal ergeben (davon erzählt eine spannende Begegnung Spocks mit dieser Gruppe). Doch in der Zwischenzeit ist etwas geschehen, was diese Klingonen ihrem Schicksal trotzen lässt. In Verbindung mit einer alten klingonischen Legende ist dies ein sehr überzeugender, emotionaler und spannender Handlungsstrang.

Dabei erhält Worf zum ersten Mal seit langem wieder eine sehr überzeugende Rolle in einem "Star Trek"-Roman. Die Exilanten sehen in dem ebenfalls einst entehrten Worf eine Art Vorbild, immerhin hat er es geschafft, wieder ein respektiertes Mitglied der klingonischen Gesellschaft zu werden. Dadurch wird Worf von seinen Sternenflottenkollegen getrennt und befindet sich an vorderster Front bei der Aufklärung der Rätsel in Korghs Rachefeldzug. Worf, der hier nicht nur sein Leben, sondern auch seine Interpretation klingonischer Lebensart und das Kithomer-Abkommen verteidigen muss, macht hier eine sehr gute, vielschichtige Figur.

Obwohl Picard und seine Besatzung in der Regel dem Wissensstand der Leser hinterherrennen, sind sie kein passiver Teil dieser Handlung. Stattdessen gehen sie mit den wenigen Informationen, die sie haben, sehr offensiv um und schaffen es, Korghs Plan zumindest ein wenig durcheinander zu bringen. Das wird im Laufe der Handlung immer wichtiger, stellt sich doch heraus, dass es Korgh bei weitem nicht nur um die Eroberung des Haus Kruges geht. Seine exakten Motive, wie auch einige seiner Partner, bleiben bis zum Schluss im Dunkeln. Doch es scheint darauf hinauszulaufen, dass ein brutaler Machtkampf um die Kontrolle des Imperiums entbrennen wird, in dessen Verlauf das klingonische Bündnis mit der Föderation in ernste Gefahr geraten könnte. Angesichts dieser immer stärker werdenden Bedrohung ist es sehr überzeugend, dass auch ein perfider Plan von den technischen und operativen Möglichkeiten der Enterprise wenigsten ein wenig gestört wird. Das gibt "Hell’s Heart" nicht nur eine abgerundete Handlung, sondern hinterlässt auch einen realistischen Eindruck.

Die drei Handlungsstränge des Romans (Korgh Aktionen, Worfs Überlebenskampf und Picards Ermittlungen) bauen bereits in diesem ersten Teil immer aufeinander auf und verdichten sich zu einer atemlosen, spannenden Handlung, die bestens unterhält.

Fazit: Abgesehen von sehr kleinen Schwächen ist "Hell’s Heart" ein ausgezeichneter Auftakt für die Prey-Trilogie, der nicht nur die Bühne für einen faszinierenden Kampf um die Seele des klingonischen Imperiums verspricht, sondern auch für sich spannende und temporeiche Unterhaltung in Verbindung mit einer überzeugenden und differenzierten Darstellung der klingonischen Kultur bietet.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Hell's Heart"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor John Jackson Miller

Preis 7,93

Umfang 352 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781501115790

(wc - 07.11.16)


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