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    StartLiteraturSuperhelden-BücherRezension: "Captain Marvel - Die offizielle Vorgeschichte"

    Rezension: “Captain Marvel – Die offizielle Vorgeschichte”

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    In unserer Review zu diesem Comic klären wir, wieviel Vorgeschichte wirklich drin steckt und ob Marvel aus seinen Fehlern bei den letzten Vorgeschichten gelernt hat.

    Inhalt (Klappentext):

    Die offizielle Comic-Vorgeschichte zum Captain Marvel-Film! Nick Fury und Maria Hill von SHIELD wollen die Welt zu einem sichereren Ort machen, egal ob während Ultrons Attacke, dem Civil War der Avengers oder der Auslöschung des Universums durch Thanos! Eine neue Heldin muss Fury dafür aber unbedingt rufen…

    Captain Marvel - Vorgeschichte (Panini)
    Captain Marvel – Vorgeschichte

    Kritik

    Zu den Marvel Cinematic Universe-Filmen ist es seit einiger Zeit üblich, dass Vorgeschichten erscheinen und auch Captain Marvel darf da in nichts nachstehen. Zeichnungstechnisch kann man nicht meckern. Hier sind die Details von den Charakteren,  aber auch von den Hintergründen gut gelungen und es ist sogar Ähnlichkeit zu den Schauspielpendants vorhanden. Dunkle Szenen gibt es nicht, der ganze Comic ist genauso farbenfroh, wie die meisten der Marvel-Filme. An dieser Front ist also alles in Ordnung.

    An anderer Front hapert es aber. Denn bisher waren diese Comics einfach Nacherzählungen diverser Filme im Marvel Cinematic Universe, und auch dieser macht hier keine Ausnahme. Da wird noch einmal die Endschlacht mit Ultron gezeigt und was Hill und Fury zu der Zeit machen, dann springt man zu Civil War und zeigt, was Fury und Hill da so machen, bevor es zur Endszene von Infinity War geht, und was Hill und Fury eben da machen.

    Zumindest bei den ersten beiden Gelegenheiten werden dem Fan an dieser Stelle Neuheiten präsentiert, da man eben nicht bei den Avengers ist, sondern bei den beiden Agenten. Ein bisher nie gesehenes Gespräch zwischen Hill und Stark oder Fury und Steve ist durchaus ansehnlich, auch wenn es etwas kurz ist und die Charaktere keine allzu großen Entfaltungsmöglichkeiten haben.

    Das war aber leider schon das einzig Positive an der Stelle. Denn wie die anderen Comics zuvor, erweist sich auch dieser als Mogelpackung. Captain Marvel spielt in den Neunzigern, der zweite Avengers-Film ist aber von 2015, Civil War spielt sogar noch etwas später. Von einer “Vorgeschichte” zu Captain Marvel kann also an keiner Stelle die Rede sein.

    Und ja, die Endszene von Infinity War zeigt Fury und den Piepser, mit dem er Captain Marvel ruft, aber auch das kann man nicht als Vorgeschichte zu Captain Marvel bezeichnen. Nochmal: Der Film spielt in den 90ern, da können die Ereignisse der später spielenden Avengers-Filme nicht die Vorgeschichte sein. Selbst dann nicht, wenn man zeigen würde, was Carol seit den 90ern gemacht hat (was man aber auch nicht tut).

    Von einer Vorgeschichte verspricht man sich nunmal Sachen wie Carols Kindheit oder ähnliches, die direkt in den Film überleiten. Klar, das kann man an der Stelle nicht bringen, da die Origin-Story eben im Film selbst gezeigt wird, aber hier wären durchaus andere Möglichkeiten offen gewesen. Hier aber kommt Captain Marvel in der ganzen Geschichte nicht einmal vor! Und die Überleitung am Ende, als man Nick Furys Piepser am Boden sieht, ist auch gleich noch eine dreiste Lüge. Dann dort heißt es “Fortsetzung folgt in Captain Marvel: Nur im Kino.” Also setzt Captain Marvel die Infinity War-Story fort und nicht das anstehende Avengers-Endgame?

    Wie bereits bei den Rezensionen zuvor, führt auch bei diesem Comic diese Irreführung zu einer Abwertung von einem Stern. Ja, der Comic ist nicht übermäßig teuer und auch recht dünn, aber Captain Marvel kommt in der ganzen Geschichte nicht einmal vor, und das, obwohl sie großspurig auf dem Cover prangt. Sorry, Marvel, aber das ist mehr als dreist für alle, die den Comic kaufen und was zum Captain Marvel-Film erfahren wollen.

    Fazit

    Trotz einiger schöner Szenenerweiterungen der bekannten Avengers-Filme, erweist sich auch dieser Comic als Mogelpackung, denn von einer Vorgeschichte kann keine Rede sein. Hier können höchstens Hardcore-Fans zugreifen, die Hintergründe zu alten MCU-Filmen vertiefen wollen.

    2.5 out of 5 stars (2,5 / 5)
    Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

    Quick-Infos

    Autor: Corona Pilgrim
    Zeichner: Di Vito
    Originaltitel: Captain Marvel – Prelude
    Jahr der Veröffentlichung (Original): 2019
    Übersetzer: Christian Endres
    Seitenanzahl: 36
    Preis: 3.99.- Euro
    Verlag: Panini

    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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