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    Kurzrezension: Discovery 4×03 – “Choose to Live”

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    Unsere möglichst spoilerfreie Kurzrezension widmet sich der dritten Folge “Choose to Live”. Wir diskutieren, ob das Joint Venture mit den Qowat Milat gelungen ist.

    Eine Gruppe Qowat Milat raubt Dilithium von Raumschiffen der Sternenflotte. Als es bei einem Zwischenfall zu Toten kommt, soll Michael Burnham die Verantwortliche gemeinsam mit ihrer Mutter zur Strecke bringen. Derweil versuchen Stamets und Booker auf Ni’Var eine neue Hypothese zur Anomalie zu testen. In einem dritten Storystrang beginnt Culber mit Unterstützung von Trill Grays Bewusstsein von Adira in den Golem zu überführen.

    Rezension

    In “Choose to Live” passiert eine ganze Menge. Trotz einer Überlänge mit 56 Minuten schafft es die Folge aber leider nicht, eine wirklich befriedigende Geschichte zu erzählen.

    Michael Burnhams Qowat Milat Queste ist der stärkste Teil der Episode. Der Schauplatz spielt mit einem spannenden Science-Fiction-Konzept, das zudem visuell fantastisch umgesetzt worden ist. Die Jagd nach der abtrünnigen Qowat Milat-Nonne hingehen ist eine Farce, da die Umstände an den Haaren herbeigezogen werden, und darüber hinaus auch Tilly sehr unbeholfen die Möglichkeit zur Charakterentwicklung geben soll. Beides lässt Zuschauer:innen ratlos zurück.

    Es mag sein, dass hier der Samen für ein politisches Nachspiel gepflanzt werden soll (nochmal: unter völlig absurden Voraussetzungen). Tillys Bogen ist mit der Folge keinesfalls abgeschlossen. Aber wie schon in vorangegangenen Episoden kommt “Choose to Live” nicht über vage Andeutungen hinaus, was mit der frisch gebackenen Lieutenant los ist. Es wäre plausibel, die Ereignisse der Doppelfolge zum letzten Staffelfinale aufzuarbeiten. Aber darum scheint es hier nicht zu gehen.

    Das Forschungsinstitut auf Ni'Var in "Choose to Live"
    Das Forschungsinstitut auf Ni’Var in “Choose to Live”

    Stamets Ausflug nach Ni’Var ist sogar noch enttäuschender. Funktional soll diese Episode offenbar nicht den übergreifenden Plot voranbringen, sondern Booker irgendwie so herrichten, dass er als Charakter in künftigen Abenteuern wieder bereitsteht. Charakterentwicklung à la “Discovery”. Außerdem muss das Produktionsdesign mächtig aufpassen, wie das virtuelle Set eingesetzt wird. Ja, die Projektionsflächen sind in einem Dreiviertelkreis aufgebaut. Das heißt aber nicht, dass alle Sets, die den VR-Trick nutzen, auch rund erscheinen müssen. Nach der Eröffnung der Akademie und der Ratskammer auf Kaminar ist Ni’Var das dritte erkennbar kreisrunde Set mit VR-Hintergrund.

    Den Vogel der Belanglosigkeit schießt aber Adiras C-Plot ab. Obwohl wir im Laufe der Folge mehrfach dorthin zurückkehren, passiert auf der Krankenstation absolut nichts Überraschendes. Ich weiß nicht, ob die Aussage ein Spoiler ist, aber es geschieht – Szene für Szene – exakt das, was man mit dem geringstmöglichen Maß an Fantasie erwarten konnte. Die letzte Szene dieses Bogens hätte absolut ausgereicht, um alles an Informationen, Emotionen und Subtext zu transportieren und zu einer runden Sache zu machen.

    Fazit

    “Choose to Live” ist eine vollgepackte, zum Ende hin auch emotionale Episode, die zwar mit ein paar tollen Bilder aufwartet, schlussendlich aber wenig von Belang vermittelt.

    “Discovery” ist bevölkert mit liebenswerten Figuren, was eine echte Stärke der Serie darstellt. Das allein reicht aber nicht aus, um die uninspirierten Plots, flachen Dialoge sowie das unnötige Melodrama wettzumachen.

    Was mich neben dem Plot-Versagen wirklich stört, ist die Tatsache, dass die Autoren dieser Staffel offensichtlich einen Plan für die Entwicklung der Figuren haben, diese Entwicklung aber mit Klischees und unmotivierten Versatzstücken ohne Subtext erzählen. Diese rein “funktionale Charakterentwicklung” schiebt unsere Held:innen wie Schachfiguren an die richtige Stelle für den nächsten Akt im Staffelplot. Aber es wirkt künstlich und blutleer.

    Burnhams und Adiras Handlungsstränge enden maximal vorhersehbar und auch der Ausflug nach Ni’Var bringt den übergreifenden Plot nicht voran. Dass der Staffelbogen um die gefährliche Anomalie bereits in der dritten Folge schon wieder auf Eis gelegt wird, finde ich richtig enttäuschend. Nach drei Staffeln mit dem immer gleichen Problem im Spannungsbogen sollte man endlich einen Ahnung haben, wie man so eine außerordentliche Bedrohung mit genügend Verve und Dringlichkeit erzählt, um die Staffel zu tragen. Oder man könnte die Konsequenz ziehen und die Finger von solch epischen Weltuntergangszenarien lassen, wenn sie ohnehin jedes Mal wie ein Soufflee in sich zusammenfallen.

    Bewertung

    Handlung der Einzelepisode 2 out of 6 stars (2 / 6)
    Stringenz des staffel- und serienübergreifenden Handlungsstrangs 5 out of 6 stars (5 / 6)
    Stringenz des bekannten Kanons 3 out of 6 stars (3 / 6)
    Charakterentwicklung 3 out of 6 stars (3 / 6)
    Spannung 2 out of 6 stars (2 / 6)
    Action & Effekte 4 out of 6 stars (4 / 6)
    Humor 2 out of 6 stars (2 / 6)
    Intellektueller Anspruch 2 out of 6 stars (2 / 6)
    Gesamt          2.5 out of 6 stars (2,5 / 6)

    Episoden-Infos

    Episodennummer 45 (Staffel 4, Episode 3)
    Originaltitel Choose to Live
    Deutscher Titel Wähle das Leben
    Erstausstrahlung USA Donnerstag, 02. Dezember 2021
    Erstausstrahlung Deutschland Freitag, 03. Dezember 2021
    Drehbuch Terri Hughes Burton
    Regie Christopher J. Byrne
    Laufzeit 56 Minuten

    Mit Rücksicht auf andere Leser, die die Folge noch nicht gesehen haben, bitten wir, in den Kommentaren zu diesem Artikel auf Spoiler zu verzichten. Danke!

    christopher.kurtz
    Christopher Kurtz
    Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

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    1 Kommentar

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    Diese Serie ist so was von platt und oberflächlich. Ich kann dem Review nur zustimmen.

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