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    Zweitrezension: Picard 2×04 – “Wächter”

    Wir sehen uns die vierte Folge der aktuellen "Picard"-Season an und klären, was drinsteckt im Wächter – nun, oder auch nicht. Denn Achtung, hier gibt’s Spoiler!

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    Wir sehen uns die vierte Folge der aktuellen “Picard”-Season an und klären, was drinsteckt im Wächter – nun, oder auch nicht. Denn Achtung, hier gibt’s Spoiler!

    Charakterlich unterwegs

    In dieser Folge besinnt man sich erneut auf die Charakterszenen, denn die Helden sind in Zweierteams unterwegs. Dabei werden einige durchaus interessante Konstellationen aufgefahren.

    An dieser Stelle sehen wir uns die einzelnen Figurenkonstellationen mal genauer an.

    Jurati und die Königin

    Beginnen wir damit sogleich mit den “Gewinnern” der Vorwoche. Dort zählte das Spiel zwischen Jurati und der Königin zu einem der Highlights und auch hier ist Jurati wieder mit ihr allein.

    Okay, zuvor darf sie noch das Weingut der Picards aufsuchen und es wird erklärt, neben weiteren Rückblenden zu “Young Picard”, warum hier niemand lebt (womit natürlich auch die Bemerkung der Vorwoche, ob man die LaSirena hier findet, obsolet wird).

    Dass Agnes hier wieder ihre Intelligenz zeigt, schlägt ebenso gekonnt den Bogen und zeigt erneut, welcher Gewinn die Figur richtig ausgearbeitet für die Serie ist. Allerdings ist ihre Rolle dann diesmal doch etwas kleiner und sie dient lediglich als Koordinatorin und Stichwortgeberin für den Rest.

    © Paramount+ / Amazon Prime

    Das ist aber gar nicht so unintelligent in die Handlung eingebaut, auch wenn der Transporter drehbuchtypisch immer zur unmöglichsten Zeit Fehlfunktionen hat. Aber daran schließt sich eben ein Gespräch mit der Königin an, das schon fast tief in die Psychen beider Charaktere blicken lässt.

    Was zunächst wie ein Aufguss der Vorwoche anmutet, kriegt später eine neue Dynamik. Denn Agnes verspricht der Königin, sich erneut mit ihr zu verbinden, wenn sie bei der Reparatur hilft. Als das aber passiert ist, lässt sie sie eiskalt im Regen stehen. Sie hat also gelogen und ich muss sagen, der Kniff gefällt mir. Während sich ein Kirk und Picard aus früheren Zeiten dazu genötigt gefühlt hätten, vielleicht ihren Teil der Vereinbarung doch einzuhalten, geht man hier einen erfreulich anderen Weg.

    Agnes sollte auf jedenfall Angst haben, wenn die Königin ihren Körper wiederhat. Und ich hoffe, dazu kommt es im Verlauf der Staffel noch…

    Rios (und die Ärztin)

    Nicht ganz im Duo unterwegs ist Rios, der eingesperrt ist und diesmal, ebenso wie Agnes, etwas weniger zu tun hat. Immerhin bekommt er auch ein paar schöne Szenen spendiert, etwa wenn er getasert wird, weil er eben nicht aus seiner Haut kann. Oder wenn er eben die Wahrheit über die Zukunft erzählt und dabei für einen Irren gehalten wird. (Augenzwinkernd hier auch wieder Picards-Andro-Origin eingeflochten).

    Wieder schön vertiefend ist auch das Gespräch mit der Ärztin, auch wenn er dieser natürlich nicht die Wahrheit sagt. Leider scheint es dann so zu sein, dass die Gute ihren Abschied aus der Staffel nimmt, als sie freigelassen wird. Das ist insofern etwas schade, weil ich der Meinung bin, dass diese Figurenkonstellation mit ihr und Rios noch Potential gehabt hätte.

    © Paramount+ / Amazon Prime

    Etwas seltsam mutet auch an, dass alle gegenüber Seven und Raffi davon sprechen, die Einwanderungsbehörde lasse “Leute verschwinden”. Ich verstehe, dass dies als Witz gedacht ist und Seven und Raffi zur Dringlichkeit antreibt. Aber würden Leute der heutigen Zeit wirklich so reden? Würde man nicht eher von Abschiebung oder etwas Ähnlichem sprechen, statt es gleich so bedrohlich klingen zu lassen?

    Seven und Raffi

    Womit wir auch gleich beim nächsten Duo wären, nämlich Seven und Raffi. Die bekommen hier nicht nur eine Verfolgungsjagd spendiert, sondern auch ein paar nette Charakterszenen.

    Denn angefangen mit ihrer Jagd nach Rios dürfen sie sich mal mehr, mal weniger in die Haare kriegen und im Streitgespräch mit Jurati dann zeigen, dass sie sich auch einig sein und Händchen halten können. So wird eine Beziehungs- bzw. Charakterentwicklung gezeigt und nicht so ad hoc, wie dies noch in der ersten Staffel der Fall war.

    Die in die Verfolgungsjagd eingebetteten Charakterszenen überzeugen also, ebenso wie die Jagd selbst. Dass Phaser Objekte auch punkgenau zerstören können, wissen wir seit “Star Trek VI” und dem Verdampfen eines Topfes. Und auch der Tricorder wird zum Starten des Wagens respektive Anzapfen des Computers sinnvoll verwendet.

    Bemängeln kann man hier höchstens, dass Seven so schnell und sicher Auto fahren kann (“das gesammelte Wissen des Kollektivs?”). Aber dass man nicht einfach nur “Star Trek IV” kopiert, wird spätestens dann deutlich, als der gleiche Punker wie 1986 die beiden im Bus trifft (es ist auch der gleiche Schauspieler, Respekt!). Ein Gag, den nur Insider verstehen.

    © Paramount+ / Amazon Prime

    Generell kommen aber alle Charaktere diesmal deutlich besser mit unserer Gegenwart zurecht also anno 1986 noch Kirk und Konsorten. Andererseits, hätte man hier einfach nur kopiert, wäre es auch wieder von den Fans moniert worden.

    So dürfen wir uns also über eine durchaus gelungene Verfolgungsjagd freuen, die durchaus schön rasant in Szene gesetzt ist.

    Picard und Guinan

    Gewinner dieser Folge ist allerdings Picard, der mit am meisten zu tun bekommt. Er beamt sich an die Koordinaten des “Wächters” und trifft dort zu seiner Überraschung auf Guinan in einer jungen Version.

    Unter den Fans gab es ja im Anschluss Kontroversen, warum Guinan Picard nicht erkennt, immerhin hatte sie Picard ja schon über 100 Jahre vorher getroffen (TNG 5×26/6×01 “Gefahr aus dem 19.Jahrhundert”). Showrunner Matalas postete später aber, dass man sich keine Sorgen machen solle und das später noch erklärt würde (ja, ich bin mir der Erklärung mit “hat noch nicht stattgefunden” bewusst).

    Wenn ich raten müsste, würde ich fast sagen, diese Guinan landet in der Vergangenheit, was auch den jüngeren Look erklären würde. Zwar habe ich generell kein Problem damit, Figuren von anderen Schauspielern verkörpert zu sehen. Allerdings leben wir halt auch in Zeiten von “The Mandalorian” und die haben halt gezeigt, wie es richtig geht. Denn die digitale Verjüngungstechnologie ist inzwischen so gut vorangeschritten, dass man es auch bei Guinan hätte anwenden können. Die jüngere Darstellerin hätte auch hier den Part zunächst spielen können. In der Postproduktion hätte man dann den Kopf der jungen Whoopi Goldberg digital in das Bildmaterial einfügen können.

    Zugegeben, das mag Jammern auf hohem Niveau sein, ein bisschen stört es mich aber. Ebenso die Szenen mit dem Hund. Nicht dass ich etwas gegen Hunde hätte, aber wie schon bei der ersten Staffel habe ich eben auch hier immer das Gefühl, den Privatmann Patrick Stewart, der sich ja auch für Hunde einsetzt, zu sehen statt Jean-Luc Picard. Ein ähnliches Gefühl gab es auch schon 1994 mit “Treffen der Generationen” und einem reitenden Kirk.

    © Paramount+ / Amazon Prime

    Auch das sind alles nur Kleinigkeiten (und die Szene ist ja auch schnell vorbei), ich wollte es hier dennoch mal erwähnen.

    Doch im Anschluss finden wir uns immerhin in bester Trek-Manier wieder, wenn Picard und Guinan darüber diskutieren, ob die Welt wirklich so schlecht ist und ob bzw. wann es besser wird. Das war schön umgesetzt und nimmt dabei auch nicht zu viel Raum ein. Okay, wenn man puristisch wäre, müsste man auf den Dritten Weltkrieg verweisen, der ja 2053 die großen Städte der Erde hinwegfegen wird… Da sollte Guinan dann vielleicht doch lieber die Biege machen…

    Immerhin lässt sie sich dann doch überzeugen, Picard zum Wächter zu bringen. Auch hier wie weiland bei Q scheinen die beiden eine Vergangenheit zu haben. Dahingegen ist das Verwirrspiel des Wächters vor allem für den Trailer und falsche Fährten gut, aber nichtsdestotrotz atmosphärisch dicht umgesetzt.

    Das wir nun eine menschliche Version von Laris sehen, ist natürlich genauso ein fieser Cliffhanger wie der Transporter-Effekt, der viele Fans nicht von ungefähr an “Gary Seven” aus TOS erinnert (der war später sogar in einer Comic- und Romanreihe prominent vertreten). Ob es wirklich so kommt… nun, wir werden es in der nächsten Woche sehen.

    Q

    Wer aber nun denkt, die Folge wäre vorbei, der irrt. Denn eine kleine Anschlussszene mit Q gibt es noch. Dieser liest Zeitung (danke an Christopher, der es tatsächlich geschafft hat, das Datum des 21. Januar zu lesen).

    © Paramount+ / Amazon Prime

    Damit nicht genug, scheint Q seine Kräfte langsam einzubüßen. Vermutlich der Grund für seine Aktionen. Es bleibt also auch an dieser Front spannend. Wobei ich mich ja frage, ob diese kurzen Cameo-Auftritte auch zu John de Lancies “sieben Folgen” zählen. Er hatte ja im Vorfeld bekannt gegeben, in Season 2 und 3 in insgesamt sieben Folgen aufzutreten. Wenn diese Kurzauftritte dazu zählen, ist die Hälfte davon nämlich schon verbraten worden (und das bei noch offenen 16 Folgen), was ich etwas schade fände.

    Bewertungsübersicht

    Bewertung

    Fazit

    Die vierte Folge von Picard macht wieder einiges richtig und wie auch schon bei Discovery scheint man auch hier endlich den richtigen Weg gefunden zu haben. Mal sehen, ob die restliche Staffel dies auch halten kann.
    Deutscher TitelWächter
    OriginaltitelWatcher
    SeriePicard
    Staffel2
    Episodennummer4
    Produktionsnummer14
    RegisseurLea Thompson
    DrehbuchJuliana James & Jane Maggs
    US-Erstausstrahlung24.03. 2022
    DE-Erstausstrahlung25.03. 2022
    Sternzeit / Missionsdatum2024
    Dauer45
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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