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    “Star Trek 4”: Matt Shakman verlässt das Filmprojekt  

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    Nächster Rückschlag für den für Ende 2023 geplanten «Star Trek»-Kinofilm: Regisseur Matt Shakman hat das Filmprojekt nach übereinstimmenden Medienberichten verlassen, um die Neuauflage von Marvels «Fantastic Four» zu inszenieren, die 2024 in die Kinos kommen soll. Was das für den nächsten «Star Trek»-Kinofilm bedeutet, ist derzeit noch völlig unklar.

    Die unendliche Planungs- und Produktionsgeschichte des 14. «Star Trek»-Kinofilms schlägt das nächste Kapitel auf. Nachdem vor gut einem Jahr bekanntgegeben wurde, dass Matt Shakman (47) beim nächsten Leinwand-Abenteuer Regie führen wird, hat dieser nun scheinbar einen Rückzieher gemacht und das Projekt zugunsten eines weiteren «Marvel»-Films verlassen. Dies berichten sowohl Variety als auch The Hollywood Reporter unter Berufung auf eine offizielle Pressemitteilung, die am vergangenen Freitag von Paramount Pictures versendet wurde. Darin heißt es:

    “Matt Shakman is an incredibly talented filmmaker, and we regret the timing didn’t align for him to direct our upcoming ‘Star Trek’ film. We are grateful for his many contributions, are excited about the creative vision of this next chapter and look forward to bringing it to audiences all around world.”

    Übersetzung: “Matt Shakman ist ein unglaublich talentierter Filmemacher und wir bedauern, dass das Timing für ihn nicht gepasst hat, um bei unserem kommenden ‘Star Trek’-Film Regie zu führen. Wir sind dankbar für seine vielen Beiträge, sind begeistert von der kreativen Vision dieses nächsten Kapitels und freuen uns darauf, es den Zuschauern auf der ganzen Welt zu präsentieren.”

    Paramount Pictures, zit. n. Variety

    Produktionsstatus: unbekannt

    Shakmans Rückzieher wird in der Pressemitteilung mit Terminschwierigkeiten begründet. In der Tat scheint die Zeitplanung des Projekts von Anfang an auf tönernen Füßen gestanden zu haben. Als im Februar dieses Jahres im Rahmen der Paramount Investors Day Presentation angekündigt wurde, dass der nächste Kinofilm das vierte Abenteuer der Reboot-Reihe (Kelvin-Zeitlinie) mit Chris Pine (Captain Kirk), Zachary Quinto (Mr. Spock), Karl Urban (Dr. McCoy), Zoe Saldana (Lt. Uhura), Simon Peck (Scotty) und John Cho (Lt. Sulu) sein wird, zeigte sich die Schauspielriege anschließend enorm überrascht ob dieser Ankündigung. Demnach war dem Cast weder ein Drehbuch zugeschickt noch ein konkreter Drehplan mitgeteilt worden. Karl Urban konnte folglich auch nicht garantieren, dass sich die Dreharbeiten für «Star Trek 4» auch mit seinen in den nächsten Monaten anstehenden Filmprojekten vereinbaren lassen.   

    Chris Pine als Captain James T. Kirk in “Star Trek Beyond” (Bild: © Paramount)

    Überdies scheinen auch die jeweiligen Verträge noch immer nicht ausgehandelt worden zu sein, nicht einmal der von Hauptdarsteller Chris Pine (42). Dieser hatte erst vor wenigen Wochen auf der San Diego Comic Con auf eine Frage nach dem aktuellen Status des Filmprojekts geantwortet, dass er nicht mehr darüber wisse als das, was den bisher veröffentlichten Meldungen dazu zu entnehmen ist.

    “I don’t know. I haven’t heard anything about it other than the news.”

    Übersetzung: “Ich weiß nichts. Ich habe außer in den Nachrichten nichts davon gehört.“

    Chris Pine auf der SDCC 2022

    Angesichts der Tatsache, dass Paramount mindestens in den zwei zentralen Bereichen Cast und Regie bisher noch keine Nägel mit Köpfen gemacht zu haben scheint, bleibt aktuell fraglich, ob das Filmstudio den anvisierten Premierentermin am 22. Dezember 2023 (ursprünglich: 9. Juni 2023) überhaupt halten kann. In Anbetracht der enormen Intransparenz bezüglich des derzeitigen Produktionsstatus ist ein seriöses Urteil über die Realisierbarkeit des Veröffentlichungstermins derzeit kaum möglich.

    Nun doch eine Frau auf dem Regiestuhl?

    Nach Noah Hawley ist Matt Shakman schon der zweite Regisseur, der binnen zwei Jahren von Paramount zunächst engagiert wurde, das Projekt dann aber vorzeitig wieder verlassen hat. Vor Hawley und Shakman waren auch J.J. Abrams (nun Produzent), Quentin Tarantino und S.J. Clarkson als Regisseure im Gespräch gewesen. Letzte Woche meldete RedhirtsAlwaysDie, dass Paramount nun gezielt nach einer Regisseurin für den nächsten «Star Trek» -Film Ausschau hält.

    Möglicherweise bietet sich hier sogar eine interne Lösung an, denn mit Lea Thompson (61), Hanelle M. Culpepper (51) und Maja Vrvilo verfügen gleich drei Frauen durch ihre Arbeit für «Picard» beziehungsweise «Discovery» über nennenswerte Regie-Erfahrung im Rahmen einer «Star Trek»-Serienproduktion. Alle drei Frauen haben allerdings noch keinen großen Kinofilm inszeniert. Dies muss aber nicht notwendigerweise auch ein Hinderungsgrund sein, denn auch Leonard Nimoy («Star Trek III» und «Star Trek IV») und Jonathan Frakes («Star Trek: First Contact» und «Star Trek: Insurrection») hatten keinerlei Regie-Erfahrung im Kinofilmbereich, als sie ihren ersten «Star Trek»-Kinofilm inszenierten.

    In Fankreisen wird nun – wenig überraschend – der Name Jonathan Frakes (70) ins Spiel gebracht. Aber auch Olatunde Osunsanmi (44) könnte sich in den Augen der Studiobosse aufgrund seiner exzellenten Regiearbeit für «Discovery» nun für höhere Aufgaben empfohlen haben. Das letzte Wort dürfte hier aber wohl bei Produzent J.J. Abrams (56) liegen, der die Aufgabe theoretisch auch selbst übernehmen könnte.

    Wie geht es nun weiter?

    Dass die Position des Regisseurs nun vakant ist, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass das Projekt hinter dem angedachten Zeitplan liegt oder womöglich gänzlich auf Eis gelegt werden soll. Im Gegenteil, in der Pressemitteilung von Paramount wird nämlich explizit erwähnt, dass Shakman das Projekt mit seiner “kreativen Vision” vorangebracht habe. Und dass man sich darauf freue, das nächste Kapitel der «Star Trek»-Saga “den Zuschauern auf der ganzen Welt zu präsentieren“.

    Das wiederum lässt vermuten, dass man hinsichtlich des Drehbuchentwurfs und der Pre-Production im vergangenen Jahr weitere Fortschritte gemacht hat. Nach unserem letzten Kenntnisstand (Februar 2022) zeichnen Josh Friedman (“Avatar 2”) und Cameron Squires (“WandaVision”) für das Drehbuch verantwortlich. Die grundlegende Story soll wiederum von Lindsey Beer und Geneva Robertson-Dworet (“Captain Marvel”, “Tomb Raider”) stammen.

    Womöglich ist der nun anstehende Wechsel auf dem Regiestuhl auch mehr Chance als Verlust. Auch wenn Shakmans Fähigkeiten unbestritten sind, so ließ dessen Vergangenheit als «Marvel»-Regisseur doch eher auf ein actionlastiges «Star Trek»-Abenteuer schließen. Aber ausgerechnet der angedachte Hauptdarsteller Chris Pine zeigte sich im vergangenen Frühjahr skeptisch hinsichtlich einer «Marvelisierung» des «Star Trek»-Franchise. Und womöglich hat Pine diese Meinung auch nicht exklusiv.

    Ein neuer Regisseur bzw. eine neue Regisseurin könnte den Fokus des Films demnach wieder verstärkt auf die Charaktere oder auf philosophische und soziale Grundsatzfragen legen. Wobei an dieser Stelle von entscheidender Bedeutung ist, ob das Drehbuch überhaupt noch nennenswert überarbeitet werden kann.    

    Nach Bekanntwerden von Shakmans Ausstieg ist jedenfalls damit zu rechnen, dass Paramount in Bälde einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin präsentieren wird – womöglich sogar schon im Rahmen des Star Trek Day am 8. September.

    Wir bleiben an der Sache dran und halten euch auf dem Laufenden.

    Matthias Suzan
    Matthias Suzan
    Seine Leidenschaft für "Star Trek" begann 1994 mit "The Next Generation". Es sind vor allem die anthropologischen, gesellschaftlichen und politischen Themen des Trek-Universums, die ihn faszinieren. Seit 2017 ist Matthias Teil der TZN-Redaktion.

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