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    Neue “Star Trek”-Serien: Was folgt auf “Picard”?

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    “Star Trek: Picard” endet nach der dritten Staffel (2023), das ist der aktuelle Stand. Es stellt sich demnach die Frage, welche Serie “Picard” ersetzen wird. “Star Trek”-Chefproduzent Alex Kurtzman hat vor nicht allzu langer Zeit bestätigt, dass derzeit zwei weitere Serien in Planung sind. Möglicherweise wird dieses Geheimnis schon am kommenden Donnerstag, dem Star Trek Day, gelüftet.

    Um welche Serienkonzepte könnte es sich hierbei handeln? Wir haben einige Ideen, die immer wieder im Fandom genannt werden, in diesem Artikel zusammengetragen und analysiert.

    1. “Star Trek: Starfleet Academy”

    Dieses Serienkonzept ist mittlerweile ein Klassiker. Schon zu Zeiten der TOS-Kinofilme gab es die Idee, Kirks und Spocks Zeit auf der Akademie der Sternenflotte zu zeigen. Diese Prequel-Idee wurde dann aber zugunsten weiterer Film-Sequels und der Spin-off-Serie “Star Trek: The Next Generation” fallengelassen.

    Seit einiger Zeit gilt die Idee einer Akademie-Serie, die sich verstärkt an ein sehr junges Publikum (Teenager und Twens) richten könnte, wieder als heißer Favorit für die nächste Serie aus dem “Star Trek”-Universum. Tatsächlich könnte die vierte Staffel von “Discovery” einen Hinweis auf eine neue Serie beinhaltet haben. Denn mit Lieutenant Sylvia Tilly verließ ein prominentes Besatzungsmitglied das Schiff, um als Ausbilderin an der wiedereröffneten Starfleet Academy zu unterrichten.

    Die Episode “All Is Possible” (DSC 4×04) könnte somit ein sogenannter Backdoor Pilot gewesen sein. Demnach wäre Mary Wiseman (36) auch der neue Lead der Serie. Kurtzman hatte auf der San Diego Comic Con durchblicken lassen, dass eine der kommenden Serien eine weibliche Hauptdarstellerin haben wird.

    Es ist aber auch grundsätzlich denkbar, dass eine solche Akademie-Serie in einer anderen Trek-Epoche angesiedelt ist. Da “Strange New Worlds” bereits im 23. Jahrhundert spielt und die frühen Abenteuer von Pike, Spock und neuerdings auch Kirk zeigt, ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass eine Akademie-Serie ebenfalls in diesem Zeitraum spielt. Wahrscheinlicher ist da schon eher das frühe 25. Jahrhundert. Die Akademie der Sternenflotte war bereits in “The Stargazer” (PIC 2×01) zu sehen. Und mit Elnor (Evan Evagora) und Soji Asha (Isa Briones) stünden womöglich zwei Charaktere aus “Picard” bereit, um in einer neuen Akademie-Serie mitzuspielen.

    PROGNOSE: Wahrscheinlichkeit sehr hoch

    2. “Star Trek: Titan” / “Star Trek: Stargazer”

    UPDATE vom 13.09.2022

    Ein weiteres, aktuell sehr häufig genanntes Serienkonzept wäre eine direkte Spin-off-Serie von “Picard”. Diese könnte an Bord der neuen U.S.S. Titan oder der neuen U.S.S. Stargazer (NCC-82893) spielen und von einigen bereits bekannten Hauptfiguren getragen werden, beispielsweise von Seven of Nine (Jeri Ryan) und Raffi Musiker (Michelle Hurd).

    Für dieses Serienkonzept spricht, dass man einerseits das Publikum aus “Picard” direkt abholen könnte; andererseits ist die TNG/DS9/VOY-Epoche vor allem bei den langjährigen Fans sehr beliebt. Das frühe 25. Jahrhundert böte zudem die Gelegenheit, Figuren aus den 90er-Serien zurückzuholen und frühere Handlungsbögen weiterzuerzählen.

    Auch aus ökonomischer Sicht wäre dieses Serienkonzept sehr reizvoll, da man einige Kostüme, Sets und Props aus “Picard” wiederverwenden könnte.

    Gegen eine Titan/Stargazer-Serie spricht, dass es sich hierbei abermals um eine ‘gewöhnliche’ Raumschiff-Serie handeln würde, die konzeptionell womöglich zu sehr “Strange New Worlds” ähnelt. Man müsste sich also etwas ganz Besonderes ausdenken, um “Stargazer” und “Strange New World” klar unterscheidbar zu machen.

    Zudem sind beide Arbeitstitel schon durch zwei Buchreihen besetzt.

    PROGNOSE: Wahrscheinlichkeit mittel

    3. “Star Trek: Section 31”

    Schon seit der zweiten Staffel von “Discovery” (2019) galt eine Serie über Sektion 31, den inoffiziellen Geheimdienst der Sternenflotte, als ausgemachte Sache. In den vergangenen zwei Jahren ist das Projekt allerdings nicht weiter vorangeschritten.

    Das liegt einerseits daran, dass mit “Picard” und “Strange New Worlds” zwei weitere Realserien verwirklicht wurden, die sowohl beim Filmstudio als auch bei den Fans ein deutlich höheres Standing genießen. Insbesondere im Fandom waren nicht alle von der Idee begeistert, die zwielichtige und skrupellose Sektion 31 ins Zentrum einer “Star Trek”-Serie zu stellen, da diese Organisation eigentlich den Grundwerten der Föderation und der humanistischen Utopie, für die “Star Trek” steht, widerspricht.

    Zudem ist die angedachte Hauptdarstellerin, Michelle Yeoh (60), derzeit eine enorm gefragte und somit vielbeschäftigte Schauspielerin. Es stellt sich also die Frage, ob Michelle Yeoh überhaupt noch Zeit und Lust auf “Section 31” hat. Günstig dürfte ein Yeoh-Engagement für Paramount also wohl eher nicht werden; es sei denn, sie besitzt bereits einen Vorvertrag.

    Die dritte Staffel von “Discovery” hat mit dem Abschied von Philippa Georgiou aber durchaus eine Tür für eine Sektion 31-Serie offengelassen.

    PROGNOSE: Wahrscheinlichkeit mittel bis gering

    4. “Star Trek: Sisko”

    Ein weiterer Name, der während des Panels von Alex Kurtzman auf der SDCC gefallen ist, lautet: Benjamin Sisko.

    Der Serienprotagonist von “Star Trek: Deep Space Nine” ist nicht nur enorm beliebt bei den Fans, sondern er bietet aufgrund seines in der Finalepisode “What You Leave Behind” (DS9 7×25/26) relativ offen gelassenen Schicksals auch durchaus Erzählstoff für eine eigene (Mini-)Serie à la “Picard”. Wobei dies natürlich auch davon abhängt, ob Sisko nicht vielleicht sogar schon in der dritten Staffel von “Picard” und/oder in “Lower Decks” zurückkehren wird.

    Als Abgesandter der Propheten ist “Der Sisko“, wie ihn die Wurmloch-Aliens nennen, nun ein Wesen, das weder an Raum noch an Zeit gebunden ist. Diese Ausgangslage wäre für den Protagonisten einer “Star Trek”-Serie ein absolutes Novum und würde sich zugleich auch deutlich von “Picard” abheben. Denn Sisko könnte theoretisch in jeder Folge an einem anderen Ort des Universums und an jedem beliebigen Zeitpunkt der Geschichte in Erscheinung treten.

    An dieser Stelle folgt leider das große Aber: Denn in den vergangenen Jahren ist es eher still geworden um Avery Brooks (73). Sein Seriensohn Cirroc Lofton (44), mit dem Brooks auch heute noch in engem Kontakt steht, hat jedoch vor nicht allzu langer Zeit bestätigt, dass Brooks, der zuletzt vorwiegend als Dozent tätig war, seine Schauspielkarriere noch nicht beendet hat. Ein Comeback wäre also durchaus möglich.

    Momentan deutet allerdings so gut wie nichts darauf hin, dass sich eine solche Serie bereits in einer konkreten Planungsphase befinden könnte – mal abgesehen von Kurtzmans kryptischer Erwähnung der Figur Benjamin Sisko. Aber: Die Ankündigung von “Star Trek: Picard” kam vor vier Jahren auch praktisch aus dem Nichts.

    PROGNOSE: Wahrscheinlichkeit mittel bis gering

    5. “Star Trek: Janeway”

    Auch um die Figur Kathryn Janeway, die Protagonistin von “Star Trek: Voyager“, ranken sich seit Monaten immer mal wieder Gerüchte. Wird Kate Mulgrew (67) in ihre Paraderolle aus den Jahren 1995-2001 zurückkehren?

    Für ein solches Comeback spricht, dass Kate Mulgrew einer Rückkehr zu “Star Trek” wohl absolut positiv gegenübersteht. Für die Kinderserie “Prodigy” ist sie bereits wieder in die Rolle der Kathryn Janeway geschlüpft, hier allerdings nur als Synchronsprecherin. Doch steht vielleicht auch schon bald ein Comeback in einer neuen “Star Trek”-Realserie bevor?

    Thematisch könnte eine Janeway-Serie in ähnlicher Weise an “Picard” anknüpfen wie eine Stargazer-Serie. Man könnte hier die Epoche des beginnenden 25. Jahrhunderts weitererzählen und in Form von Flashbacks Janeways Vita nach ihrer Rückkehr in den Alpha-Quadranten (2378) aufarbeiten. Das sind immerhin gut 25 Jahre.

    Das Problem: Ein solches Serienkonzept ist nahezu identisch mit dem von “Picard”, wobei die Figur Kathryn Janeway weitaus weniger Popularität genießt als der Protagonist von “The Next Generation”. Man müsste hier also eine wirklich innovative Geschichte für Janeway entwickeln, die über die Verarbeitung von persönlichen Traumata deutlich hinausgeht. Das wäre nämlich nichts anderes als “Picard 2.0”.

    UPDATE vom 06.09.2022

    Kate Mulgrew hat kürzlich auf der Star Trek: Las Vegas 2022 Convention bestätigt, dass es “Gespräche” (originaler Wortlaut: “conversations”) zwischen ihr und den Verantwortlichen von “Star Trek” gegeben habe, ihr aber bisher “nicht direkt etwas angeboten” worden sei.

    Wir haben dementsprechend unsere Prognose korrigiert.

    PROGNOSE: Wahrscheinlichkeit mittel

    6. “Star Trek: Archer”

    Scott Bakula (67) war der Hauptdarsteller der Prequel-Serie “Star Trek: Enterprise” und flimmerte von 2001 bis 2005 als Captain Jonathan Archer über die Bildschirme. “Enterprise” sollte eigentlich die komplette Dekade zwischen der ersten Deep-Space-Mission der Menschheit (2151) und der Gründung der Vereinigten Föderation der Planeten (2161) beleuchten. Doch die Serie wurde nach vier Staffeln wegen schlechter Einschaltquoten vorzeitig abgesetzt, sodass die Jahre 2155 bis 2161 weitestgehend im Zeitraffer abgehandelt wurden, wenn überhaupt.

    Viele Fans hatten damals das Gefühl, dass man mit der vorzeitigen Einstellung der Serie eine riesengroße Gelegenheit verpasst hat, dem Gründungsmythos des “Star Trek”-Universums noch mehr Tiefe zu verleihen. Diese Chance ist mittlerweile wohl unwiederbringlich vertan, denn 17 Jahre nach dem Serienende ist der ursprüngliche Cast heute schlicht zu alt, um die fehlenden Jahre auf der Enterprise NX-01 in einer (glaubwürdigen) Neuauflage/Fortsetzung der Serie nachzuholen.

    Aber: Aus der offiziellen Trek-Historie wissen wir, dass Archers Karriereweg auch nach seiner Zeit auf der Enterprise steil nach oben ging. So wurde er zunächst Oberbefehlshaber der Sternenflotte und ging nach seiner Pensionierung in die interstellare Politik. Im Jahr 2169 wurde Archer Botschafter der Föderation auf Andoria, von 2175 bis 2183 gehörte er als Abgeordneter dem Föderationsrat an. Von 2184 bis 2192 bekleidete er sogar das Amt des Föderationspräsidenten.

    Der 2112 geborene Archer war demnach in seinen Sechzigern, als er sein politisches Wirken begann. Scott Bakula ist momentan ebenfalls Ende 60. Er wäre demnach genau im richtigen Alter, um erneut Jonathan Archer in einer seiner wichtigsten Lebensphasen zu spielen.

    Ein solches Birth of the Federation-Serienkonzept wäre zudem äußerst innovativ, denn eine “Star Trek”-Serie, die sich primär um einen Politiker der Föderation dreht, hat es bisher noch nicht gegeben. Eine Archer-Serie könnte also eine Art Weltraum-Politdrama werden, welches uns in eine bisher kaum erforschte und hochspannende Epoche der “Star Trek”-Geschichte entführt. Die erzählerischen Möglichkeiten wären enorm. Zudem könnte man “Enterprise” mit einer eigenen Spin-off-Serie endlich den Abschied ermöglichen, den die Serie damals auch verdient gehabt hätte. Alle Co-Stars könnten Gastauftritte absolvieren, für Trip müsste man sich allerdings eine gute Erklärung überlegen.

    Auch ein weiterer Aspekt spricht für eine solche Serie: Scott Bakula war zuletzt in “Navy CIS: New Orleans” zu sehen. Die Serie lief zwischen 2014 und 2021. Die Wahrscheinlichkeit ist demnach nicht gering, dass Bakula aktuell eine neue Herausforderung sucht – und folglich an einem “Star Trek”-Comeback interessiert sein könnte. 

    PROGNOSE: Wahrscheinlichkeit hoch

    7. “Star Trek: Ceti Alpha V”

    Schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass Nicholas Meyer (76) bei Paramount einen Story-Entwurf für eine “Star Trek”-Miniserie gepitcht hat, die auf Ceti Alpha V angesiedelt ist und die Geschichte von Khan Noonien Singh und seinen Augments zwischen TOS 1×22 “Space Seed” (2267) und “Star Trek II: The Wrath of Khan” (2285) erzählen soll. Hierfür müsste man logischerweise Khan neu besetzen, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass Benedict Cumberbatch (“Star Trek Into Darkness”) für eine solche Miniserie finanzierbar wäre.

    Inwiefern ein solches Survival-Abenteuer überhaupt interessant sein könnte (“Star Trek” ohne Raumschiffe?), muss jeder für sich selbst beurteilen. Fakt ist, dass das Projekt nun schon seit Jahren im Raum schwebt, bisher aber noch nicht ernsthaft in Angriff genommen wurde. Es ist also zu bezweifeln, dass Paramount ein ernsthaftes Interesse an einer solchen Miniserie hat. Oder vielleicht doch nicht?

    Der Umstand, dass in den vergangenen zwei Jahren keine weiteren “Short Treks” produziert wurden, könnte womöglich ein Indiz dafür sein, dass man es stattdessen vielleicht einmal mit einer Miniserie versuchen möchte. Auf der anderen Seite könnte dies aber auch ein Beleg dafür sein, dass Paramount derzeit nur an ‘richtigen’ Serien interessiert ist. 

    PROGNOSE: Wahrscheinlichkeit sehr gering

    UPDATE vom 13.09.2022: Das Serienkonzept wird demnächst als Podcast-Audiodrama verwirklicht.

    Welches Serienkonzept wäre euer Favorit? Lasst uns gerne einen Kommentar dazu da!

    Matthias Suzan
    Matthias Suzan
    Seine Leidenschaft für "Star Trek" begann 1994 mit "The Next Generation". Es sind vor allem die anthropologischen, gesellschaftlichen und politischen Themen des Trek-Universums, die ihn faszinieren. Seit 2017 ist Matthias Teil der TZN-Redaktion.

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    Star Trek: Archer wäre mein Favorit. Nach DS9 war ENT meine Lieblingsserie. Und nach der viel zu zeitigen Absetzung hat sie definitiv eine Fortsetzung und ein würdiges Ende verdient.

    Auf eine Akademie-Serie kann ich gut verzichten. Thema für mich per se öde.Und dann vielleicht im 32 Jahrhundert bei dem megahäßlichen Raumflotten-Design….. Danke, aber nein danke!!!

    Klasse wäre es auch, den irdisch-romulanischen Krieg zu sehen und zu erleben, wie es dazu kam.

    Oder eine Serie auf einer Pilz-Raumstation im 23. Jahrhundert.

    Auch die Verfilmung (und Fortsetzung) der Buchreihe VANGUARD hätte was…

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