StartProdigyProdigy - Season 1Rezension: Star Trek: Prodigy 1x17 - "Ein Geist in der Maschine"

Rezension: Star Trek: Prodigy 1×17 – “Ein Geist in der Maschine”

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Folge 17 bringt uns ein Holodeck-Abenteuer. Wir sehen uns an, ob die Holomatrix bestehen kann. Achtung: SPOILER!

Rezension: Star Trek: Prodigy 1x17 - "Ein Geist in der Maschine" 1
© Paramount

Weiterer Filler

Im letzten Teil der Staffel nimmt die Anzahl der Filler-Episoden merklich zu. Nach Folge 16 “Auftakt” streckt nun auch die aktuelle Episode den übergeordneten Staffel-Plot ein weiteres Mal, denn die Handlung von “Ein Geist in der Maschine” spielt hauptsächlich auf dem Holodeck der Protostar.

Wenn man ehrlich ist, dann gab es solche Holodeck-Folgen in “Star Trek” schon zuhauf. Man kann es also durchaus kritisch sehen, dass “Prodigy” zu diesem Zeitpunkt in der Staffel auf ein solches Episodenkonzept setzt. Denn eigentlich hat das die Serie doch gar nicht nötig.

Drama auf dem Holodeck

Aber kommen wir zunächst zu den positiven Dingen. So ist das Ende der Episode, in dem offensichtlich wird, dass sich das Konstrukt wehrt und auch Einfluss auf Holo-Janeway nimmt, durchaus gelungen. Gleiches gilt auch für den Cliffhanger mit der Dauntless, der große Lust auf die nächste Folge macht.

So weit, so gut. Der Rest der Folge kann hier aber leider nicht mithalten.

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Die Auflösung des Big Bad hat was. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×17 © Paramount+)

Zunächst versucht sich die Crew an einem Szenario, das eine Kommunikation mit der Dauntless ermöglichen soll. Die Idee mit den Phasern zu morsen, ist eigentlich recht cool. Und mit Janeway am Steuer (okay, das ist sie grad nicht, aber egal…) hätte das aber sehr wahrscheinlich auch funktioniert…und wäre hier nicht wie im Holodeck in die Binsen gegangen.

Nach einem kleinen Zwischenmahl stellt sich dann schnell heraus, dass die Crew im Holodeck gefangen ist. Hier werden nun diverse Szenarien durchgespielt, die man aber leider nicht dafür nutzt, um uns tiefere Einblicke in die Charaktere zu geben.

Szenarien von der Stange

Warum diese ganzen Holodeck-Szenarien für mich leider nicht funktionieren, will ich im Folgenden gerne erläutern. Wie ich bereits erwähnt habe, hätte man diese Szenarien auch dafür nutzen können, die Charakterarbeit voranzutreiben. Das geschieht hier aber leider nicht. Stattdessen läuft vieles hier in bekannten Bahnen ab, sprich: Holo-Szenarien von der Stange…

Zunächst wird ein typischer “Escape-Room” aufgebaut. Ja, Zero steht auf Mystery-Rätsel und das geht dann auch so in Ordnung. Wobei man das vorher vielleicht auch mal irgendwie hätte andeuten können. Wer schon einmal an einem solchen Szenario partizipiert hat, der dürfte sich hier aber bestimmt sofort heimisch fühlen.

Auch Jankoms Holodeck-Szenario passt, denn er verprügelt gerne andere Tellariten, die so aussehen wie der Sternenflottenoffizier, der ihm vor ein paar Folgen übel mitgespielt hat. Diese Demütigung hat man als Zuschauer direkt miterlebt, weshalb Jankoms Programm auch durchaus nachvollziehbar ist.

Die übrigen Holo-Szenarien sind dann aber eher enttäuschend. So wandelt Murf in einem Schwarz-Weiß-Szenario durch die Gegend und singt Karaoke. Und alle wundern sich, dass er lippensynchron sprechen kann. Sicherlich ist Murf so etwas ein Comic-Relief, aber muss das wirklich sein? Wird er nun als neuer Charakter aufgebaut oder bleibt seine Rolle in der Crew so wie hier? Denn eigentlich ist Murf ja hochintelligent. Zudem hat es vorher auch nie irgendeinen Hinweis darauf gegeben, dass er sich für das Holodeck interessiert.

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Die Crew der Protostar durchlebt unterschiedliche Holo-Szenarien. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×17 © Paramount+)

Über allen diesen Holo-Szenarien schwebt natürlich der Skelettschlüssel, wobei dieser nicht nur Beiwerk ist.

Gwyn sieht ihren Vater wieder und wünscht sich, dass es damals besser gelaufen wäre. Sorry, aber das ist wirklich nichts Neues und bringt uns hier auch nicht wirklich weiter.

Rok füttert gerne Grünpflänzchen. Das mag zu ihr passen, aber die Dinger wirken auf mich eher unfreiwillig komisch. Ich denke mir bei so etwas halt immer: Wie würden die in einer Live-Action-Serie aussehen? Daher funktionieren sie für mich halt auch nicht – von der gigantischen Krankenversion ganz zu schweigen. Hier zeigt “Lower Decks” mit den Vindicta-Folgen, wie es besser geht.

Und dann ist da natürlich auch noch Dals Piraten-Szenario – weil er eine Crew haben möchte, die ihn respektiert. Auch das ist meiner Ansicht nach eher überflüssig. Denn im Laufe des letzten Jahres sollten sowohl Dal als auch der Rest der Kids darüber hinausgewachsen sein, so etwas noch zu brauchen. Die Kinder helfen sich doch inzwischen gegenseitig. Deswegen funktioniert auch dieses Holo-Szenario für mich irgendwie gar nicht.

Die Auflösung um den Schlüssel ist zwar recht nett (siehe Einleitung), aber auch das kann die Folge leider nicht mehr vor einer unter dem Strich recht schwachen Bewertung bewahren.

Was ist deine Meinung zur ersten Staffel “Star Trek: Prodigy”?

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Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

"Ein Geist in der Maschine" ist leider eine vergleichsweise schwache Folge. Zwar ist die Grundidee mit dem Konstrukt, das aktiv eingreift, ganz nett; die Holodeck-Szenarien können aber leider nicht überzeugen. Alles in allem bieten diese für die Charaktere einfach zu wenig und sind teilweise auch nicht mehr wirklich stimmig.
Deutscher TitelEin Geist in der Maschine
OriginaltitelGhost in the Machine
SerieProdigy
Staffel1
Episodennummer17
RegisseurAndrew L. Schmidt
DrehbuchChad Quandt
US-Erstausstrahlung01.12. 2022
DE-Erstausstrahlung09.01. 2023
Dauer24
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Ich kann die Punktevergabe nur dann nachvollziehen, wenn man es aus Sicht von uns, die Star Trek kennen, ausgeht. Aus Sicht der Kinder, die Star Trek erst jetzt mit Prodigy kennenlernen, ist das eher eine 3.5 Punkte Folge.

Sehe ich ebenso. Vor allem lasse ich den Kritikpunkt nicht gelten, dass es abermals eine Holo-Episode ist, wie man sie schon so oft hatte. Hier muss man ganz klar sehen: Das Ziel der Serie ist es eine neue Zielgruppe (Kinder) zu erschließen, um sie an Star Trek heranzuführen und nicht, uns alte Trekkies zu bespaßen…

Also ich habe viel Spaß. Die Serie empfinde ich sogar besser als Lower Decks.

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