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StartLiteraturRezension: "Star Trek - Coda 1: Zeit in Scherben"

Rezension: “Star Trek – Coda 1: Zeit in Scherben”

Der Abgesang auf die Star Trek-Bücher hat begonnen. Auch bei uns im Review. Aber Achtung, massive Spoiler!

Deutscher TitelStar Trek - Coda 1: Zeit in Scherben
OriginaltitelStar Trek - Coda 1: Moments asunder
Buchautor(en)Dayton Ward
ÜbersetzerKatrin Just
VerlagCross Cult
Umfang (Seiten)429
Preis15
VerfügbarkeitRegulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr2021
ISBN978-3-96658-941-3

Der Abgesang auf die “Star Trek”-Bücher hat begonnen. Auch bei uns im Review. Aber Achtung, massive Spoiler!

Inhalt (Klappentext)

Die Besatzungen von Jean-Luc Picard, Benjamin Sisko, Ezri Dax und William Riker schließen sich zusammen, um eine kosmische Apokalypse zu verhindern – nur um festzustellen, dass manche Schicksale wirklich unvermeidlich sind. Die Zeit gerät aus den Fugen. Unzählige alternative und parallele Realitäten werden angegriffen und brechen unter dem unerbittlichen Ansturm zusammen. Wenn dem nicht Einhalt geboten wird, droht dem Universum ein unaufhaltsamer Sturz ins Chaos. Nachdem er Jahrzehnte damit verbracht hat, diese eskalierende temporale Katastrophe zu verfolgen und gleichzeitig den namenlosen Feind zu bekämpfen, der dafür verantwortlich ist, sucht ein alter Freund Hilfe bei Captain Jean-Luc Picard und der Besatzung des Raumschiffs Enterprise. Die Apokalypse mag aus der Zukunft stammen, aber könnte die Ursache in ihrer Vergangenheit liegen? Die Identifizierung des Gegners ist nur der erste Schritt, um ihn zu besiegen. Doch wie hoch wird der Preis für den endgültigen Sieg sein?

Kritik

Mit “Coda” kommt das Sar Trek-Buchuniversum zu einem vorläufigen Ende. Okay, das ist so nicht ganz korrekt, weil in erster Linie die Relaunch-Reihen ausgelöscht werden. Wie genau das neue “Buchuniversum” aussieht, werden wir uns nach dem Review des dritten Bandes ansehen. Im Nachwort dieses ersten Bandes wird auch das Setup erklärt, denn das Autorenteam wollte es nicht wie bei Star Wars halten, bei dem die Buchreihen einfach ausgelöscht werden und die Fans sich um ihr investiertes Geld betrogen fühlten. Demnach wird die aktuelle Buchzeitlinie zwar ausgelöscht und durch die neue Kanon-Zeitlinie ersetzt, die Ereignisse haben aber quasi irgendwie stattgefunden. Genau genommen kann man sie chronologisch lesen, bevor man mit den neuen Serien weitermacht.

Rezension: "Star Trek - Coda 1: Zeit in Scherben" 1

Was auf den ersten Blick gut klingt, erweist sich aber als ein erstes Manko des Buches. Denn in der Handlung selbst wird mehrfach beschrieben, das sich die Helden Gedanken machen, ob ihre Zeitlinie überlebt oder man sie opfern muss. Und als Leser wissen wir halt schon, das es sich dem neuen Kanon anpassen wird. Demzufolge ist der Ausgang in gewisser Weise schon bekannt, was leider etwas Spannung herausnimmt. Überhaupt kann das Buch nicht ganz die gestellten Erwartungen erfüllen, aber das mag eine subjektive Meinung sein.

Denn in einigen kleineren Punkten wurde ich schon gespoilert. So sterben hier angeblich die Helden wie die Fliegen und bereits auf den ersten Seiten wird eine prominente Figur (Picard?) umgebracht. Okay, ganz so schlimm kommt es dann doch nicht, denn tatsächlich dauert es 150 Seiten bis zum Tod der ersten Figur. Und das ist dann keine Hauptfigur sondern eben Wesley Crusher, dessen Tod aber gleich revidiert wird, da es sich um einen alternativen Wesley aus einer anderen Zeitlinie handelt. Also alles gut?

Nun fast. Denn es sterben Charaktere wie die Fliegen, das sind aber die Nebencharaktere, die in den letzten Jahren in der Buchreihe eingeführt wurden. Mit denen hat man inzwischen auch eine Verbindung (zum Beispiel T’Ryssa), aber natürlich nicht so tief wie mit den TNG-Charakteren. Die Tode sind also nicht ganz so emotional, wie sie vielleicht hätten sein können. Allerdings muss man hier etwas relativieren, denn am Ende gibt es doch noch ein prominentes Opfer zu beklagen, denn Ezri segnet das Zeitliche. Auch das mitten im Gefecht und eher nebenher, was auf der einen Seite mal nicht einen heldenhaften Tod darstellt, auf der anderen aber auch an der Stelle die emotionale Wirkung verfehlt.

Ansonsten ist die Story eher “einfach”. Alte Bekannte Zeitreisende greifen nach allen Zeitlinien und versuchen, sie abzusaugen. Ja, das ist eine Bedrohung für alle, es wäre aber auch eine einfache Geschichte für ein Schiff bzw. ein Buch gewesen. Will heißen: So richtig zieht die galaxisweite Bedrohung noch nicht. Dies liegt mitunter auch daran, das sich die Handlung auf Wesley und Picard beschränkt und die anderen Charaktere eher Nebenbaustellen sind. Und während man bei Picard noch einigermaßen mitfiebern kann, zieht WEsley bei mir halt nicht. Zu wenig waren seine Reisen als Reisender (Wortspiel!) bekannt, als das auch dieser Charakter so zieht, wie man es beabsichtigt haben mag.

Insofern verschiebt sich die Spannung etwas weg von den großen Ereignissen und Charakteren, auch wenn eben die Picardsche Familie einen Großteil des Romans einnimmt. Denn mit René… aber gut, alles wollen wir an der Stelle auch nicht spoilern.

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Der Auftakt der großen Coda-Reihe hapert leider etwas daran, dass das Gefühl der großen Bedrohung nicht so zu ziehen vermag, wie man es vielleicht erwartet. Auch Charaktertechnisch konzentriert man sich eher auf Familie Picard und Wesley, was vor allem bei Letzterem aufgrund seiner Abwesenheit auch nicht so greift, auch wenn man aufgrund seiner Fähigkeiten die Verbindung zur Haupthandlung herstellen kann. Auch wurden wieder die Nebencharaktere prominent um die Ecke gebracht (Red Shirts anyone?), so das am Ende der "echte" prominente Tod emotional nicht mehr zieht. Die folgenden Bände sollten hier also an einigen Stellen nachbessern.

REVIEW OVERVIEW

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Der Auftakt der großen Coda-Reihe hapert leider etwas daran, dass das Gefühl der großen Bedrohung nicht so zu ziehen vermag, wie man es vielleicht erwartet. Auch Charaktertechnisch konzentriert man sich eher auf Familie Picard und Wesley, was vor allem bei Letzterem aufgrund seiner Abwesenheit auch nicht so greift, auch wenn man aufgrund seiner Fähigkeiten die Verbindung zur Haupthandlung herstellen kann. Auch wurden wieder die Nebencharaktere prominent um die Ecke gebracht (Red Shirts anyone?), so das am Ende der "echte" prominente Tod emotional nicht mehr zieht. Die folgenden Bände sollten hier also an einigen Stellen nachbessern.Rezension: "Star Trek - Coda 1: Zeit in Scherben"
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