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StartLiteraturRezension: "James Bond - Doppelt oder nichts"

Rezension: “James Bond – Doppelt oder nichts”

Deutscher TitelJames Bond - Doppelt oder nichts
OriginaltitelJames Bond - Double or nothing
Buchautor(en)Kim Sherwood
ÜbersetzerRoswitha Giesen
VerlagCrossCult
Umfang (Seiten)483
Preis20
VerfügbarkeitRegulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr2022
ISBN978-3-98666-200-4

Ein neuer James Bond-Roman bei uns in der Review.

Inhalt (Klappentext)

JAMES BOND IST VERSCHWUNDEN.

007 wurde von einer zwielichtigen privaten Militärfirma entführt, vielleicht sogar getötet. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt.

EINE NEUE GENERATION VON AGENTEN …

Johanna Harwood, 003. Joseph Dryden, 004. Sid Bashir, 009. Zusammen repräsentieren sie die Besten und Klügsten des MI6. Kompetent, entschlossen und mit der Lizenz zum Töten. Um ihr Land zu schützen, sind sie zu allem bereit.

DAS SCHICKSAL DER WELT RUHT IN IHREN HÄNDEN …

Tech-Milliardär Sir Bertram Paradise behauptet, den Klimawandel rückgängig machen und den Planeten retten zu können. Doch stimmt das auch? Die neuen Agenten müssen die Wahrheit herausfinden, denn die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel.

DIE ZEIT LÄUFT AB.

Kritik

“Doppelt oder nichts” ist ein neuer James Bond-Roman, wobei man hier etwas relativieren muss, denn James Bond kommt, außer in Rückblicken zu Beginn, gar nicht vor. Er ist nämlich verschwunden. Im Mittelpunkt stehen neue Agenten, 004, 003 und 009, die allesamt weitere Missionen verfolgen. Zu ihnen kommen wir gleich.

Rezension: "James Bond - Doppelt oder nichts" 1

Der Roman selbst spielt dabei in der “alten” James Bond-Kontinuität, vor dem Daniel Craig-Reboot. Oder doch nicht? Zumindest werden die alten Fälle der Filme erwähnt, Felix Leiter hat seine Verletzung aus der Timothy Dalton-Ära und mit Bill Tanner gibt es einen alten Weggefährten aus den alten Büchern. Allerdings wird auch James große Liebe Vester (ein Tippfehler?) erwähnt. Also vielleicht doch irgendwie ein Mischmach? In der James Bond-Chronologie teilweise durchzublicken dürfte sich inzwischen eh als kompliziert gestalten. Vor allem, wenn man die Bücher noch dazu nimmt.

Am ehesten ist dieser Roman noch die Fortsetzung von “Trigger Mortis”, denn die Ereignisse werden kurz erwähnt. aber wirklich nur sehr kurz und man muss das andere Buch nicht kennen, um mit diesem hier Spaß zu haben. Wie erwähnt, geht es hier um drei neue Agenten, zwei Männer und eine Frau. Wobei einer der Männer Siddig Bashir heißt. Da dürfte bei allen Star Trek-Nerds ja wohl klar sein, wer von Aussehen und vom Namen her Pate stand, oder?

Und ja, es mag etwas befremdlich sein, einen James Bond-Roman ohne James Bond zu lesen, aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein, denn neue Impulse halten ein Franchise am Leben. Hier hat man es aber fast schon ein wenig übertrieben. Zum einen ist die weibliche Agentin, Johanna Harwood, eine Ex von James Bond – und nicht nur irgendeine Ex, sondern eine, mit der er sich vorstellen könnte (oder hätte können) sich als weitere große Liebe zur Ruhe zu setzen. Klar, vor allem der alte Bond war ein Frauenvernaschender Macho, aber musste denn dieses Klischee ausgerechnet sein? Das hätte man echt besser hingekriegt.

Und natürlich leidet darunter auch die Beziehung zu ihrem Freund Bashir, einer der anderen Agenten. Und dann ist da noch Dryden aka. 004, der ebenfalls auf ein Ziel angesetzt wird, bei dem seine verlorene Liebe arbeitet. Denn es geht in diesem Roman um zwei Dinge: Zum einen ist da die Terrororganisation Rattenfänger, aus deren Fängen man Harwood zu Beginn befreit. Dann ist da noch der Philanthrop Bertram Paradise, der eine Wettermaschine erfunden hat, mit der er, wenig überraschend, die Weltherrschaft übernehmen will. Diese Maschine hätte natürlich auch Rattenfänger, der übrigens auch für Bonds Verschwinden verantwortlich scheint, gerne für sich.

Und dann ist da noch Moneypenny, die einen Verräter jagt, eine Wissenschaftlerin, die von Paradise geflohen ist und noch eine Menge anderer Charaktere, die mehr oder weniger kurz auftauchen, um ihren eigenen Senf beizutragen. So schön es auch ist, mit dem Gedanken zu spielen, das Bill Tanner, den man aus den alten Bond-Büchern kennt, ein Verräter ist, so unspektakulär ist die Auflösung der wahren Identität am Schluss, da man besagte Person eben nur in einigen Nebensätzen kennengelernt hatte. Hinzu kommen noch etwa 20 andere Eisen, die jeder der Bösewichte und Helden im Feuer hat.

So ist der neue Q inzwischen ein Computersystem, das aber natürlich vom Verräter gehackt wurde. Aber immerhin sind wir im Handyzeitalter angekommen. Paradise wettet gern auf brutale Boxkämpfe, und bedroht den Sohn eines der Kämpfer, den Dryden retten muss, bevor er selber ausgeschaltet wird. Wie die Szenerie um den Boxkampf ausgeht, wird beispielsweise nicht mal mehr in einem Nebensatz erwähnt (und eigentlich ist es auch nicht von Belang).

Ihr merkt schon: Es ist einfach viel zu viel, was hier in den Topf geworfen und umgerührt wird. Hier hat man sich stellenweise, bei Gastauftritten alter Bekannter wie Tiger Tanaka, vom Fanservice leiten lassen. Nur sind diese eben so bedeutungslos, das es schon wieder egal ist. Und bei den anderen Nebengeschichten, die wohl auch den Bösewichtern Profil geben sollen, hat man sich ebenso in Nebensächlichkeiten verzettelt. So kann man manchmal nur genervt den Kopf schütteln. Eine etwas stringentere Handlung mit weniger Fässern hätte hier deutlich gut getan.

Auch gegen Ende, als um die Seite 300 eine scheinbar überraschende Wendung um den Verräter offenbar wird, biegt man diese dann schnell wieder um und bedient damit halt nur wieder weitere Klischees. Gleiches gilt auch für das Ende, denn da muss jemand wieder für Bond frei werden, zumindest hat es so den Eindruck….

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Gute Ansätze sind da und eine Story ohne James Bond hat schon was. Nur begibt man sich eben nicht auf die angeteaserte Suche sondern verdingt sich in eigenen Aufträgen, die so vollgestopft sind, das für Charakterentwicklungen nur übliche Klischees übrig bleiben. Das ist sehr schade, denn mit etwas mehr (oder hier: viel mehr) Feinschliff hätte hier ein Durchaus guter Roman draus werden können. So bleibt allenfalls gesundes Mittelmaß. Der Band ist der erste eine Trilogie, und ja, er soll kein echter James Bond-Roman sein, also besteht zumindest noch Hoffnung, das es besser wird.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Gute Ansätze sind da und eine Story ohne James Bond hat schon was. Nur begibt man sich eben nicht auf die angeteaserte Suche sondern verdingt sich in eigenen Aufträgen, die so vollgestopft sind, das für Charakterentwicklungen nur übliche Klischees übrig bleiben. Das ist sehr schade, denn mit etwas mehr (oder hier: viel mehr) Feinschliff hätte hier ein Durchaus guter Roman draus werden können. So bleibt allenfalls gesundes Mittelmaß. Der Band ist der erste eine Trilogie, und ja, er soll kein echter James Bond-Roman sein, also besteht zumindest noch Hoffnung, das es besser wird.Rezension: "James Bond - Doppelt oder nichts"
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