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Rezension: “Alien – Die Entstehungsgeschichte”

Deutscher TitelAlien - Die Entstehungsgeschichte
OriginaltitelThe Making of Alien
Buchautor(en)J.W. Rinzler
ÜbersetzerFelix Gass
VerlagCross Cult
Umfang (Seiten)320
Preis59
VerfügbarkeitRegulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr2019
ISBN ‎ 978-3986664077

Ein Making of zum ersten Alien anlässlich des 40-Jährigen Jubiläums. Megaschwer und im Hardcover-Format – da werfen wir doch einen Blick drauf.

Inhalt (Klappentext)

1979 wurde eine Filmlegende geboren, als Regisseur Ridley Scott „Alien“ auf die Leinwand brachte – und den Zuschauern in aller Welt den Schrecken ihres Lebens einjagte. Autor J. W. Rinzler erzählt die ganze faszinierende Geschichte des Films, wie sich „Alien“ von einer simplen Idee im Kopf des Autors Dan O’Bannon zu einem der denkwürdigsten Sci-Fi-Horror-Thriller aller Zeiten entwickelte. Legendär ist das Alien-Design des Schweizer Künstlers H. R. Giger und Sigourney Weavers Hauptfigur Ellen Ripley hat längst Kultstatus erreicht. Mit brandneuen Interviews mit Ridley Scott und anderen wichtigen Mitgliedern des ursprünglichen Produktionsteams und vielen nie zuvor gezeigten Fotos und Artworks aus den Archiven feiert dieser Band einen der größten Kultklassiker aller Zeiten. DIE KOMPLETTE GESCHICHTE HINTER DEM BERÜHMTESTEN SCI-FI-HORRORFILM ALLER ZEITEN.

Kritik

“Alien – Die Entstehungsgeschichte” erscheint zum 40-jährigen Jubiläum der Reihe (in Deutschland zum 45., das Original ist natürlich schon 2019 erschienen). Das Buch kommt als dicker Hardcoverband daher, der nicht nur edel aussieht (was man bei so einem Druck und dem entsprechenden Preis auch erwarten kann), sondern auch extrem schwer ist. Aber das ist ja auch das Besondere an solchen Bänden, die man sich als Fan ins Regal stellt, womit natürlich auch irgendwie die Zielgruppe des Buches gemeint sein dürfte. Schade ist indes, dass bei solchen großformatigen Hardcoverbänden keine E-Book-Version existiert (auch nicht z.B. zeitversetzt), aber darüber zu diskutieren steht auf einem anderen Blatt und führt jetzt zuweit (ja, ich sehe dich an, DK!).

Im Buch selbst sind wieder farbige Bilder auf Hochglanzpapier zu sehen, teilweise auch über mehrere Seiten, was zur Auflockerung dient und ganz gut ist – dazu gleich mehr. Zunächst einmal muss nochmal das erwähnte Gewicht erwähnt werden, denn das Buch ist in der Tat nichts, womit man mal eben hausieren gehen kann. Vergleichbare Bücher, wie das letztens erst rezensierte Making-of von Conan, sind da nicht ganz so schwer und auch nicht im eher länglicheren, sondern eher A4-Format vorhanden. Beides hat seine Vor- und Nachteile, bei diesem Gewicht und diesem Format ist aber ein Regalplatz schwerer zu finden, denn ja, ein Buch dieses Kalibers stellt man sich idealerweise ins Regal.

Die Schrift kommt dabei allerdings recht klein daher, was für einige durchaus anstrengend zu lesen sein kann. Da das Buch über 300 Seiten aufweist, ergibt sich daraus sehr viel Informationsgehalt. Denn was das angeht, wird hier ein wahres Fest aufgefahren. Fast minutiös werden, vom ersten Entwurf, der Entstehung, über die Dreharbeiten bis hin zur Filmauswertung im Kino alle einzelnen Schritte dargelegt. Da der Text manchmal auch Doppelseiten umfasst und es da nur wenig Bilder zwischendrin gibt, muss man einfach sagen: Das ist der Wahnsinn.

J.W. Rinzler, der bereits die Making of-Bände zu Star Wars verfasst hat, schafft es hier wirklich, einen an der Produktion teilhaben zu lassen, als wäre man mittendrin und würde nochmal den Bau der Kulissen erleben. Da wird auch nicht mit Details gespart, oder wusstet ihr, dass das eigentliche Drehbuch bzw. die Story von Dan O’Bannon stammt? Okay, das weiß man als Fan vielleicht noch und auch, dass er sich mit den Produzenten massiv gestritten hat. Auch etwaige geschnittene Szenen (mit Verweis auf den Director’s Cut) hat man als Fan irgendwo auf dem Schirm.

Wie aber genau die Effekte gemacht wurden, dass das Blut den Schauspielern direkt ins Gesicht gespritzt wurde und die Reaktionen daher echt waren, weiß man vermutlich schon weniger. Oder auch die vielen Querelen. Die Probleme beim Modellbau… Man könnte hier eine Menge Punkte aufzählen und alles im Detail zu besprechen würde den Rahmen hier sprengen. Daher können wir gleich die nächste Frage beantworten, die hier sicher aufkommen wird: Nein, in der Informationsdichte und mit diesem Informationsgehalt findet man diese Infos nicht im Internet.

Die hier abgehandelten Schritte beinhalten vom Start des Films, dem ersten Konzept, das eingereicht wurde, der Genehmigung, wie man Ridley Scott an Bord holte (tatsächlich erst recht spät) und was er noch beisteuerte, den Setbau, dem Bau des Alien, des An-Bord-Holens von H.R. Giger (mit erwähnten Auszügen seines Tagebuchs), die Besetzung der Schauspieler, die einzelnen Szenenaufbauten, die Reihenfolge, in der gedreht wurde und und und – einfach alles, was das Fanherz begehrt. Sogar die Auswertung der Kinofassung, also wer erhält wieviel Geld und welche Rechtsstreitigkeiten es gibt, werden hier aufgezeigt, was natürlich auch wieder positiv zu werten ist. Denn es wird eben nicht nur Positives, sondern auch Negatives berichtet – und auch davon gibt es so einiges.

Wenn man hier etwas bemängeln kann, dann ist es lediglich der “Wiederleswert” – oder besser, Nachschlagewert. Ja, man stellt sich das Buch ins Regal, aber nachdem man einmal durch ist, wird man es eher weniger wieder herausholen, um bestimmte Sachen nachzuschlagen oder nochmal nachzulesen. Das machen dann Bücher wie die von DK oder das ebenfalls bei Cross Cult erschienene technische Handbuch der Enterprise besser. Hier laden die dort gezeigten Detailaufnahmen geradezu zum erneuten Stöbern ein. Aber sei es drum.

Must Read

Ein schweres Buch, eine sehr kleine, anstrengende Schrift und ein eher kaum vorhandener Wiedernachschlagswert verhindern den Einzug in den Wertungsolymp. Dafür bekommt man hier aber ein dickes Buch vorgesetzt, das vom Informationsgehalt her seinesgleichen sucht. Minutiös ist man hier dabei, wie das Alien zum Leben erweckt wird (und hat danach sicher nochmal Bock, sich den Film anzuschauen). Das ist nicht nur lobend zu erwähnen sondern man kann sicher ohne jeden Zweifel behaupten, dieses Buch ist ein vorbildlicher Making of-Band wie es besser kaum geht.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Ein schweres Buch, eine sehr kleine, anstrengende Schrift und ein eher kaum vorhandener Wiedernachschlagswert verhindern den Einzug in den Wertungsolymp. Dafür bekommt man hier aber ein dickes Buch vorgesetzt, das vom Informationsgehalt her seinesgleichen sucht. Minutiös ist man hier dabei, wie das Alien zum Leben erweckt wird (und hat danach sicher nochmal Bock, sich den Film anzuschauen). Das ist nicht nur lobend zu erwähnen sondern man kann sicher ohne jeden Zweifel behaupten, dieses Buch ist ein vorbildlicher Making of-Band wie es besser kaum geht.Rezension: "Alien - Die Entstehungsgeschichte"
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