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Spoiler-Review “Starfleet Academy 1×02 – Beta Test”

Auch die zweite Folge ist endlich auf dem Review-Tisch von Tom gelandet. Was er so denkt, erfahrt ihr hier in dieser Spoiler-Review.

Erwähnungen

In der letzten Folge hatte ich doch glatt vergessen zu erwähnen, dass der Beginn, der eine Mutter und ihr Kind trennt, eindeutig eine Anspielung auf den aktuellen Trump-Kurs ist. Star Trek war also wieder nahe an der realen Welt, auch wenn es natürlich keine allzu tiefe Beschäftigung damit gibt.

Auch in dieser zweiten Folge sollte man noch ein paar Erwähnungen… nun, erwähnen. So ist die Athena gleichzeitig Gebäude und Schiff, was zumindest hier recht gut aussieht und eine Erklärung für die „Säule“ unterhalb der Untertasse ist.

Und haben wir schon über die Eröffnungssequenz geredet. Hier sieht man einen Gebäudebau, wie man es im 32.Jahrhundert erwartet, mit fliegenden Kränen. Ganz okay, auch wenn die Musik, wie eigentlich bei (fast) allen Serien (Ausnahmen: Lower Decks und Prodigy) bei mir bislang nicht im Kopf hängen bleibt.

Es gibt aber auch ein paar Schattenseiten. Das Akademiegelände sieht gut aus und ich will gar nicht wissen, welchen Aufwand es gemacht hat, die ganzen Spiegelungen in den Korridoren auf den Bildschirm zu zaubern. Erneut spielt die Serie optisch also vorne mit. Allerdings muss es an jeder Ecke quietschen und blinken. Es vergeht kaum eine Szene, in der nicht irgendeine (CGI-)Drohne durchs Bild wackelt (auch wenn Einlagen wie der Exocomp durchaus witzig sind).

So nett es auch ist, mal eine „helle“ Kurtzman-Welt zu sehen und nicht immer nur dunkle Korridore, so hat mich der überbordende CGI-Einsatz hier im Verlauf der Folge durchaus gestört. Irgendwie hat es so gewirkt, als wolle man eine höchst geschäftige Welt zeigen, dabei wäre das gar nicht nötig gewesen.

Zwar ist es schön, auch mal einen (ebenfalls CGI-)Live-Brikar zu sehen, der ist aber genasuo breit wie Rok aus „Prodigy“ in Szene gesetzt worden (für einen kurzen Moment dachte ich sogar, es wäre Rok). Für mich waren Brikar (vergleiche Zak Kebron) zwar immer feste Felsen in der Brandung, die zwar durchaus stämmiger sind als normale Menschen und deren Präsenz durchaus einen Gang ausfüllt… dass sie aber so breit sind, dass sie buchstäblich einen kompletten Gang ausfüllen, passt meines Erachtens überhaupt nicht zur Spezies. Oder anders gesagt: Was in animierter Form bei Rok in „Prodigy“ funktioniert hat, klappt hier für mich überhaupt nicht. Und da die Stimme des Brikar so verzerrt ist, konnte ich (zumindest auf Deutsch) gar nicht verstehen, was gesagt wurde.

Auch die Operetteneinlage mit dem Doktor fällt in diese Kategorie. Ja, dass er sich nun für Opern interessiert, war in der letzten Folge gesagt worden, aber auch da war dann am Ende einfach zu viel CGI (Texttafel!) drum rum und irgendwann hat der Gesang nur noch gestört. Das hat man aber zum Glück auch gemerkt und diese auf ein Minimum beschränkt, bzw. liefen diese Einlagen eher nebenher zum Bankett.

Die Folge geht übrigens wieder fette 60 Minuten und stammt von Kurtzman selbst, der diesmal auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Leider, soviel kann vorhergeschickt werden, kann sie aber das Niveau der ersten Folge nicht halten und sackt etwas ab, auch weil viele unnötige Klischees bedient werden.

Die Charakterentwicklungen

Kommen wir also, wie bei einer Teenie-Coming-of-Age-Serie zu erwarten war, wieder zu den Charakteren. Auch in dieser Folge dreht sich alles um Caleb, während die anderen eher im Hintergrund agieren.

Sam ist immer noch nervig, allerdings hat sie diesmal weniger Szenen, Genesis darf bei Calebs Interesse an Tarima die Nase rümpfen, während die Eingangssequenz über die Quartierzuweisung nicht nur die Frage aufwirft, warum es im 32.Jahrhundert noch getrennte Quartiere gibt, sondern auch, ob sich hier vielleicht sogar ein Liebesviereck anbahnt (immerhin schien in der ersten Folge was in Richtung Genesis und Darim zu laufen). Ja, wer jetzt schon die Augen verdreht, hat vermutlich recht, denn das hätte es nicht gebraucht. Andererseits ist Starfleet Academy nicht die einzige Serie, die solche Tropes bedient, von daher ist das dann doch irgendwie Ok.

Natürlich dürfen auch die obligatorischen Humoreinlagen nicht fehlen. Dass Ake typisch lax wieder in der Akademie (respektive dem Schiff) herumrennt, passt zur Art ihrer Spezies. Ich weiß, viele haben dran rum gemeckert, was für ein Captain sie eigentlich ist, aber für mich passt das. Es ist die Spezies, wie sie von Pelia (die ja damals der „Erstkontakt“ mit den Lanthaniten war) geprägt wurde. Wenn man 1000 Jahre leben kann, sieht man alles etwas lockerer, immerhin ist es schwer zu ertragen, wenn alle Geliebten um einen sterben (Highlander-Vibes an). Vielleicht beschäftigt sich die Serie ja noch intensiver mit Ake? Okay, wir kennen Kurtzman-Trek, daher glaube ich hier nicht dran, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt aber weiter im Text, ohne hier zu philosophisch zu werden.

Thok erweist sich hier dann als Drill-Sergeant, wobei ich mich fast ein wenig in andere Militärserien versetzt gefühlt hatte. Andererseits ist durchaus davon auszugehen, dass auch auf der Akademie körperliches Training dazu gehört.

Über Calebs Respektlosigkeit gegenüber seinen Vorgesetzten mag man den Kopf schütteln oder humorvoll lachen. Irgendwie passt es zu ihm, so wie wir ihn in der letzten Folge kennengelernt haben und alle, die meckern sei gesagt, dass auch Kirk kein 1A-Junge war, sondern mindestens ebenso flapsig. Bis zum Ende der Folge wird Caleb wieder was gelernt haben und Ake und der Flotte besser vertrauen. Das funktioniert auf einer gewissen Ebene und bringt den Charakter voran, ich dachte allerdings, an diesem Punkt wären wir schon die Folge vorher gewesen.

In dieselbe Kerbe schlägt auch der (obligatorische) Rivalenkampf mit Darim. Die beiden gehen sich immer noch an, obwohl ich auch das nach der letzten Folge vielleicht nicht unbedingt in dieser Heftigkeit erwartet hätte. Auch hier kann man sicherlich wieder das Argument einfließen lassen, dass es in Teenie-Dramen eben so ist. Dass die beiden in ein Quartier gestopft werden, schlägt in dieselbe Kerbe. Entweder tut man es als Klischee ab, oder betrachtet es als Zug der Ausbilder, die den beiden so den Wind aus den Segeln nehmen wollen. Dass man mit eben jenen Ausbildern dann aber darüber redet (bzw. deren Reaktion) spricht hierbei leider für Ersteres.

Immerhin, am Ende scheinen sie sich zu vertragen und machen sogar gemeinsam das Bett. Ob das Bestand hat oder sich in der nächsten Folge relativiert? Nun, wir werden sehen. Auch hier dachte ich allerdings, wir wären schon in Folge 1 am Ende dort gewesen, wo man nun ist.

Die übergeordnete Handlung

Die restlichen Charaktere kommen hier wieder etwas zu kurz und erneut dreht sich der Hauptteil um Caleb, etwas, dass sich hoffentlich noch ändern wird. Da es keine große Action in der Folge gibt, setzt man hier auf Charaktergeschichten.

Auch hier wird bei Caleb noch etwas mehr eingeleitet, denn die Betazoiden wollen sich der Föderation wieder anschließen und haben eine Delegation entsandt. Nach einem Streit will Caleb zunächst fliehen (wobei es schon verflucht lange dauert, bis die Sicherheit auftaucht). Zufälligerweise trifft er dort Tarima – und ja, auch hier kann man wieder die Augen verdrehen und es als konstruierten Zufall abtun. Auch glaube ich irgendwie nicht, dass sich Hologramme im 32.Jahrhundert noch so einfach austricksen lassen, aber sei es drum.

Bevor wir uns aber nun Tarima widmen, sollten wir vielleicht noch kurz auf Renos (Tig Notaro) Gastauftritt schauen und den obligatorischen Streit mit Caleb, der sich hier als „der Beste“ outet. Auch hier muss man dieses Machogehabe nicht unbedingt haben, wobei Reno noch recht human ist, vergleicht man andere Militärserien. Dass dann ausgerechnet der am Anfang der Folge erwähnte Schleim auf Caleb landet, ist genauso vorhersehbar und konstruiert, wie leider vieles in der Folge. Immerhin, besagter Schleim gibt dem Doc zu Beginn die Chance, etwas Comedy zu betreiben, wie eigentlich auch die ganze Szene danach.

Was man  zugute halten muss ist, dass die Interaktion zwischen Caleb und Tarima gut rüberkommt, zwischen den Darstellern stimmt also die Chemie. Das schaukelt sich im weiteren Verlauf der Folge hoch (so ist es natürlich abzusehen, dass Tarima bei der Führung Caleb nehmen wird). Angemerkt werden darf hier aber durchaus kritisch, warum Caleb nur Tarima herumführt, sollte er doch die ganze Delegation herumführen. Auch das war halt wieder zu offensichtlich konstruiert, die Annäherung wird aber von Sandro Rosta und Zoe Steiner, den beiden Darstellern, ebenso gut rübergebracht.

Leider kulminiert das ganze dann in einer Szene, die erneut eines der vielen Klischees bedient: Tarima wirft Caleb vor, nicht ehrlich zu sein, wobei zumindest die Argumente, sie hätten sich ja erst fünf Minuten gekannt, zu einem gewissen Grad nachvollziehbar sind. Trotzdem trennen sich beide erstmal, statt zu reden, das kommt dann erst kurz darauf und mündet in die (ebenso obligatorische) Versöhnung. Auch das hätte man anders (und besser) lösen können.

Jedenfalls sind die Argumente sowohl von Vance als auch den Betazoiden ein schönes Taktieren auf dem diplomatischen Parkett, wie man es von Star Trek gewohnt ist. Ein kleiner Lichtblick.

Als letzten Punkt ist natürlich noch der Führer von Betazed selbst zu nennen und das es bei Calebs Mutter einen Schritt weitergeht. Ein paar Happen muss man sich ja noch aufheben für künftige Folgen, insofern erscheint die Bedrohung durch die Venari Ral noch etwas undefiniert und eher wie ein hervorgezauberter Bösewicht, aber auch hier muss man künftige Entwicklungen abwarten.

Dass es am Ende nicht Tarima, sondern ihr Bruder sein soll, der sich der Akademie anschließt, kommt dann nochmal überraschend. Mal sehen, ob dies von Bestand ist.

Bewertung

Die Folge bietet keine Action und muss sich dabei komplett auf ihre Charaktere und die Welt verlassen. Dabei bedient sie einige Klischees aus üblichen Teenie-Serien, die hier in ihrer Häufigkeit schon etwas störend wirken. Trotzdem kann die übergeordnete Handlung um die Betazoiden und vor allem die Interaktion zwischen Tarima und Caleb überzeugen und vermag es, weite Teile der Folge zu tragen. Ein leichter Abwärtstrend im Vergleich zu Folge 1 ist aber spürbar.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Die Folge bietet keine Action und muss sich dabei komplett auf ihre Charaktere und die Welt verlassen. Dabei bedient sie einige Klischees aus üblichen Teenie-Serien, die hier in ihrer Häufigkeit schon etwas störend wirken. Trotzdem kann die übergeordnete Handlung um die Betazoiden und vor allem die Interaktion zwischen Tarima und Caleb überzeugen und vermag es, weite Teile der Folge zu tragen. Ein leichter Abwärtstrend im Vergleich zu Folge 1 ist aber spürbar.Spoiler-Review "Starfleet Academy 1x02 - Beta Test"
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