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Rezension: Star Trek: Strange New Worlds 1×09 – “Alle, die wandern” / All Those Who Wander”

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Die neunte Folge von “Strange New Worlds” klaut schamlos bei einem anderen Horror-Vorbild. Ob auch hier Horror-Feeling aufkommt, klärt unsere Review. Achtung: SPOILER!

Rezension: Star Trek: Strange New Worlds 1x09 - "Alle, die wandern" / All Those Who Wander" 1
“Star Trek: Strange New Worlds” © Paramount

Beim obligatorischen Crew-Dinner tut sich für die Besatzung der Enterprise eine neue Mission auf: Das abgestürzte Raumschiff U.S.S. Peregrine muss untersucht und geborgen werden. Da Transporter und Com nur eingeschränkt funktionieren, fliegt das Außenteam mit einem Shuttle zur Planetenoberfläche hinunter.

“Star Trek” goes “Alien”

Ein bisschen konstruiert wirkt es schon, dass die Enterprise plötzlich zur Raumstation K-7 (Easter Egg!) abkommandiert wird und das Landeteam – selbstredend mit der ganzen Führungsriege – dadurch erstmal auf dem Planeten festsitzt. Und spätestens wenn man die zerfetzten Leichen sieht, wird einem klar: Das hier wird ein Horror-Setting!

Das muss natürlich nicht schlecht sein. Aber wie bereits erwähnt, kopiert man hier wirklich schamlos von “Alien”. Da werden zum Beispiel zwei Überlebende gefunden, aus denen die Gorn-Eier schlüpfen. Na, klingelt das was? Und auch das “Infrarot-Sehvermögen” der Gorn ist ziemlich offensichtlich von “Alien” oder auch den “Alien vs. Predator”-Spielen abgekupfert.

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Die angestürzte USS Peregrine (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×09 © Paramount+)

Und leider wirkt auch das Peregrine-Setting irgendwie erzwungen. Ich nehme Oriana (Emma Ho) vielleicht noch ab, dass sie dem Außenteam nichts von den Gorn sagen will. Immerhin hat sie Angst. Dass aber niemand von selber darauf kommt, dass Buckley (Carlos Albornoz) infiziert sein könnte, ist dann schon etwas zu viel des Guten. Doktor M’Benga findet komischerweise nichts trotz Bioscan. Ja Leute, zwei Sekunden vorher habt ihr noch das Logbuch abgehört, in dem gesagt wurde, dass die Gorn nicht auf den Bio-Sensoren auftauchen. Also warum schaut ihr dann nicht etwas intensiver hin? Und warum wundert man sich in Folge immer darüber, dass man sie eben nicht scannen kann?

Gorn to be wild

Das sind aber zum Glück die einzigen Schnitzer, die sich diese Folge leistet. Hinsichtlich des Kanons allerdings nur dann, wenn man die “Erklärung”, dass die Crew hier lediglich auf Gorn-Junge trifft, akzeptieren kann. Denn eigentlich wird James T. Kirk erst sieben Jahre später der erste Mensch sein, der einen (erwachsenen) Gorn aus nächster Nähe sieht (TOS 1×18 “Ganz neue Dimensionen” / “Arena”). Aber ok, es sind hier eben nur “Jungtiere” und noch keine ausgewachsenen Gorn.

Übrigens werden hier die legendären “Redshirts” wieder eingeführt. Wem wird hier nicht gleich klar, dass diese neu eingeführten Crewmitglieder wieder fix den Löffel abgeben werden? Und genauso kommt es dann halt auch. Allerdings schafft es die Folge, im großen Finale noch einen besonderen Kniff hinzubiegen. Doch dazu kommen wir gleich noch.

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Ein Gorn-Junges attackiert die Crew (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×09 © Paramount+)

In typischer Katz-und-Maus-Manier folgt dann der Kampf gegen besagte Gorn. Auch dieser erinnert nicht von ungefähr an “Alien 3” mit dem ganzen Schottengeschließe. Am Ende, als man den Gorn vereist, hätte man zudem auch ruhig etwas weniger mit der Kamera wackeln dürfen.

Meckern kann man wohl auch darüber, dass die Gorn sofort wieder fortpflanzungsfähig sind und das keinem auffällt. Das war eigentlich auch das Erste, was mir dazu einfiel. Da ist es schon fast schwer zu glauben, dass die Gorn nur so wenige sind. Andererseits, wenn es immer so komplex ist und man andere dazu benötigt… Okay. Interessant wäre sicher auch ein “erwachsener” Gorn im neuen Design. In “Lower Decks” sah man ja die Zeichentrickversion, die dem Classic-Pendant nachempfunden wurde.

La’ans Trauma…

Als Flüchtling aus einer Gorn-Brutstätte ist diese Mission natürlich besonders für La’an (Christina Chong) recht persönlich. Und so man kann ihren Wunsch, Oriana zu beschützen, auch absolut verstehen. Das geht am Ende so weit, dass sie das Schiff verlässt, um mit Oriana ihre Familie zu suchen. Damit hatte ich – auch wegen Hemmer – gar nicht gerechnet. Denn dadurch verliert man in dieser Folge gleich zwei Figuren.

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La’an (Christina Chong) muss sich erneut ihrem Gorn-Trauma stellen (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×09 © Paramount+)

Gerade La’an hat aber noch viel Potential. Daher hoffe ich genauso wie Captain Pike, dass ihr Abschied von der Enterprise nicht von Dauer sein wird. In gewisser Weise kann man das verstehen, denn bei den etablierten Charakteren wie Uhura, Spock und Chapel weiß man ohnehin, dass diese in “Strange New Worlds” nicht über die Klippe springen können. Vor allem Uhura (Celia Rose Gooding) kämpft in dieser Folge wieder mit ihren Überzeugungen. Gerade hier hätte mir aber ein Weggang besser gefallen, den man dann ein oder zwei Folgen später durch ein Ereignis revidiert hätte. Aber sei’s drum.

…und Hemmers Selbstopfer

Bedeutend wirkungsmächtiger ist da schon der Tod von Lieutenant Hemmer (Bruce Horak), mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Zumal er in der Folge zuvor noch groß aufspielen durfte. Aber scheinbar war der Hemmer-Arc von Anfang an so geplant gewesen. Laut Darsteller Bruce Horak sollte Hemmer zu einer Art Mentor für die junge Kadettin Uhura aufgebaut werden. Sein trauriges Ende soll an die Mentor-Schüler-Beziehung zwischen Obi-Wan Kenobi und Luke Skywalker angelehnt gewesen sein, so Horak in einem Interview.

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Hemmer (Bruce Horak) und Uhura (Celia Rose Gooding) bilden ein Mentor-Schülerin-Gespann (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×09 © Paramount+)

Auf jeden Fall ist Hemmers Tod hier gut umgesetzt worden. Im Gegensatz zu “Discovery”, wo man die Nebencharaktere noch immer nicht so gut kennt, hat mich der Tod des Chefingenieurs hier durchaus emotional abgeholt. Und ja okay, auch hier wieder: Hemmers Fall vom Schiff ist fast 1:1 aus “Alien 3” abgekupfert, funktioniert hier aber trotzdem.

Spock & Chapel

Auch das Gespann Spock (Ethan Peck) und Chapel (Jess Bush) funktioniert hier ein weiteres Mal sehr gut. Spock gibt sich seinen Emotionen hin und hat Angst, sich selbst zu verlieren. Hier ist es Chapel, die ihn tröstet und auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Ich nehme es beiden ab, wenn sich da etwas entwickelt, das über reine Freundschaft hinausgeht. Okay, aus der Originalserie wissen wir, dass es wohl nicht dazu kommen wird. Und eigentlich lauert ja schon Roger Korby hinter der nächsten Ecke. Aber trotzdem überzeugen die Szenen hier erneut.

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Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Einige kleiner Schnitzer verhindern eine höhere Wertung. Sicher, es ist nahezu alles von "Alien" geklaut, aber wenn man darüber hinwegschauen kann, wird eine durchaus spannende Horror-Folge gezeigt, die mit starken Charakterszenen punktet.
Deutscher TitelAlle, die wandern
OriginaltitelAll Those Who Wander
Staffel1
Episodennummer9
RegisseurChristopher J. Byrne
DrehbuchDavy Perez
US-Erstausstrahlung30.06. 2022
DE-Erstausstrahlung06.01. 2022
Sternzeit / Missionsdatum 2510.6 (2259)
Dauer50
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Für mich war das kein “klauen” sondern eine klare Hommage 🙂

Da ich “Alien” nicht gesehen habe finde dich die Folge sehr gelungen und gruselig.
Ich hatte aber auch sofort die Befürchtung das Buckley mit Gorn Eiern infiziert ist. Warum ihn und das Mädchen nicht erst hinter dem Kraftfeld sichern, wo dich Chapel versteckte?

ups natürlich
wo sich Chapel versteckte?

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