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Spoiler-Review “Starfleet Academy 1×03 – Vitus Reflux”

Mit Folge 3 geht der lustige Abenteuerreigen weiter. Tom schaut in der Spoiler-Rezension wie immer hin.

Konkurrenzkampf

Diesmal ist sogar wieder etwas Action in Form eines Duells dabei, das Hauptaugenmerk liegt diese Folge, die erneut 60 Minuten dauert, aber wieder auf den Charakteren. Für alle, die jetzt schon wieder rummäkeln sei gesagt: Starfleet Academy zementiert damit seine Marschrichtung.

Hier geht es nunmal nicht um eine Schiffscrew, die das Universum erforscht (auch wenn man hoffentlich noch mit der Athena nach Calebs Mutter sucht, denn das kommt hier irgendwie wieder zu kurz), sondern um Teenager in Ausbildung. Das kennt man aus diversen anderen (Militär-)Serien, aber bei Star Trek eben noch nicht. Daher betritt SFA hier durchaus Neuland, das vielleicht nicht jedem gefällt, das aber das Potential hat, eine der Hitserien der Kurtzman-Ära zu werden. Denn auch diese Folge macht eine durchaus gute Figur.

Zunächst einmal geht es um den Kampf zwischen dem Kriegscollege und der Akademie. Erstere ist die Organisation, welche die Ausbildung der Kadetten in der Interimszeit nach dem Brand innehatte, als die Föderation schwer angeschlagen war und es die Akademie so nicht gab. Okay, in gewisser Weise ist das auch etwas konstruiert, um Tarima zurückzubringen und in eine weitere Interaktion mit Caleb zu schicken (was erneut gut funktioniert, doch dazu später). Aber auch so haben diesmal andere Charaktere ihre Momente im Rampenlicht.

Die Folge beginnt zunächst mit Darem (und der richtigen Sternzeit von 3191), und man wird im Laufe der Geschichte noch mehr über ihn erfahren. Dabei sticht besonders hervor, dass er zwar immer noch ein Arsch ist, die Ereignisse aus der Vorwoche aber endlich zum Tragen kommen und er zumindest zugänglicher ist. Er wird es bis zum Ende der Folge, nicht zuletzt auch dank Reno, noch viel deutlicher sein und über seinen Schatten springen, was eine gute Charakterentwicklung ergibt.

Und bahnt sich das zwischen Thok und Reno etwa was an? Zumindest kann man das so interpretieren, mal schauen, wohin auch hier die Reise noch führt. Zunächst gibt es zu Beginn gleich den üblichen Drill, der in gewisser Weise die Gangart für den weiteren Verlauf der Folge einstellt… denn es geht um Streiche.

Streiche unter der Gürtellinie

Okay, dass es gemischte Duschen gibt, wissen wir seit „Lower Decks“. Das man hier in Badesachen duscht, weckt zwar Baywatch-Vibes, es wird aber keiner echte Schauspieler in eine Lower Decks-ähnliche Situation stecken.

Der daraus folgende Streich des Colleges ist aber mehr als fragwürdig, vor allem, da Caleb ja komplett nackt vor der Klasse zum Stehen kommt. Streiche hin oder her, Privatsphäre sollte dann doch gewahrt sein. Das schockt umso mehr, wenn man erfährt, dass der „feindliche“ Ausbilder Kelrek da fleißig mitmischt und seine Codes hergibt (na gut, der Switch des Ausbildungsvideos später ist durchaus witzig). Irgendwie konnte ich mir hier aber nicht verkneifen zu denken, dass man etwas zu stark auf Effekthascherei gesetzt hat.

Da hilft es auch nicht, dass Ake, in gewohnt lässiger Art, einen Gegenstreich inszeniert, auf den die Kadetten erstmal kommen müssen. Zwar passt die leicht lockere Art, in der man die Lanthanitin kennt, schon irgendwie zu ihr, aber wenn man schon Verantwortungsbewusstsein von seinen Kadetten fordert, sollte man das doch auch selber bzw. wie auch bei Kelrek mit gutem Beispiel vorangehen. Das hat also diesmal nicht so gepasst.

Dafür ist immerhin eine diverse Mischung aus Spezies dabei, darunter wohl eine Romulanerin, die durchaus federführend bei der Konkurrenz ist. Und wenn Kraag einen Witz erzählt, könnte man fast meinen, das kommt Sympathie auf. Bleibt zu hoffen, dass sich die weiteren Folgen nicht komplett auf diesen Konkurrenzkampf spezialisieren.

Charakterlich darf dann auch immerhin noch Genesis glänzen, die sich im Konkurrenzkampf hervortut. Sie erweist sich als kompetente Anführerin (und als sehr klein im Gegensatz zu den anderen, mal sehen, wie sie auf der diesjährigen Fedcon wirkt – aber das nur als Randbeobachtung). Sie kämpft hier vornehmlich mit Darem und unterliegt durch einen Trick. Hat eigentlich noch jemand bei dem Kampfszenario Vibes an die Eröffnungssequenz von „X3“?

Natürlich ist auch hier wieder der obligatorische Humor dabei, der vielleicht auch nicht jedermanns Sache ist, aber durchaus zur Auflockerung dient. Zurück zu  Genesis, die hier folgerichtig ihre Führungsqualitäten zeigen darf und später zum Captain befördert wird – nämlich von Darem. Charakterentwicklung für beide also und absolut passend.

Das Gefecht und die Blume

Womit wir auch schon bei unserem Capture the Flag-ähnlichen Szenario sind. Mit einem Mugato-Kostüm gibt’s hier sogar nette Anspielungen auf früher. Das Szenario kann sich durchaus sehen lassen und sorgt für nette, kurzweilige Unterhaltung. Eigentlich genau die richtige Dosis an Humor und etwas Knallerei. Schön auch, dass „unsere“ Kadetten nicht unbedingt gewinnen (wobei man hier sicher fragen könnte, wie es ohne Unterbrechung ausgegangen wäre).

Insgesamt aber ein netter Einblick in die Ausbildung von Kadetten. Wie erwähnt treffen Caleb und Tarima wieder aufeinander und wirken erst etwas befremdlich, was aufgrund der letzten Folge zunächst nicht ganz passen mag. Schnell tauen sie aber auf und es kommt zum ersten Kuss, der im Zentrum des Konkurrenzkampfes ganz gut funktioniert. Klar mag man über einige Punkte, wie später Caleb im Mugato-Kostüm, streiten können, aber auch bei Caleb kommt die Entwicklung, dass er gern bleiben würde, gut zum tragen.

Und dann ist da noch die titelgebende Pflanze, die zu Beginn eingeführt und durchaus etwas an Harry Potter erinnert. Die Folge würde nicht Vitus Reflux heißen, wenn es dann später nicht auch um das Pflänzchen gehen würde.

Ja, Sachen wie Augapfel klonen und der Einsatz der Pflanze sind fragwürdig, vor allem, da letztere zu einer geschützten Art zählt. Da darf man doch mal fragen ob der Einsatz gerechtfertigt ist. Andererseits haben sich beide Parteien hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert (musste der Kaugummi am Ende sein?). Hier wurde die Logik dem Humor geopfert, einer der Mankos der Folge.

Bewertung

Keine Abenteuer im All, sondern Drill – das mag nicht jedermann gefallen, ist aber auch in Folge 3 noch erfrischend anders. Auch schöne Charakterentwicklungen hat man eingebaut, inklusive einer actionreichen Trainingssequenz. An manchen Stellen hat man die Logik der Geschichte aber billigem Humor geopfert, was ebenso auffällt, wie die Fragwürdigkeit mancher Streiche. Aber sei es drum, die Folge macht Spaß und rangiert bei 3.5-4 Sternen.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Hallo 🙂 Bei 3,5 -4 Sternen von 5 grenzt Du diese Episode also mit 1 – 1,5 Sternen von den besten Star Trek-Folgen überhaupt ab? Oder wie ordnest Du deine Wertungen ein?

Keine Abenteuer im All, sondern Drill – das mag nicht jedermann gefallen, ist aber auch in Folge 3 noch erfrischend anders. Auch schöne Charakterentwicklungen hat man eingebaut, inklusive einer actionreichen Trainingssequenz. An manchen Stellen hat man die Logik der Geschichte aber billigem Humor geopfert, was ebenso auffällt, wie die Fragwürdigkeit mancher Streiche. Aber sei es drum, die Folge macht Spaß und rangiert bei 3.5-4 Sternen.Spoiler-Review "Starfleet Academy 1x03 - Vitus Reflux"
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