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Spoiler-Review “Starfleet Academy 1×05 – Series Acclimation Mil”

Halbzeit auf der Academy. Tom klärt, was in der Folge steckt, in de rüblichen Spoiler-Review.

Back to the roots, oder so ähnlich

Die Folge dreht sich diesmal nahezu komplett um SAM, die photonische Lebensform (aka. Hologramm). Dementsprechend spricht sie den Zuschauer auch öfter mal direkt an und man sieht immer wieder Einblendungen ihrer Oberfläche oder generell, wie sie die Welt wahrnimmt.

Grundsätzlich ist die Idee ja recht pfiffig und man sollte dem auch nicht abgeneigt gegenüberstehen. Es gibt ein paar humorige Elemente, die immer mal wieder über solche Szenen eingefügt werden, die durchaus was für sich haben. So etwa Infos über Darem oder andere Dinge, die sie auf ihrem Weg so sieht.

Nett anzusehen ist auch, dass ihre holographischen „Meister“ sich ab und an melden, um mit ihr zu reden. Die sehen zwar ein bisschen wie (übermächtige) Q aus, aber im Großen und Ganzen geht das schon in Ordnung. Dass sie sich widersetzt, war am Ende abzusehen und steht natürlich für die Charakterentwicklung, welche Sam in dieser Folge durchmacht. Ob das in späteren Folgen noch mal Konsequenzen haben wird, bleibt indes, wie so vieles, abzuwarten.

Spoiler-Review "Starfleet Academy 1x05 - Series Acclimation Mil" 1

Und ja, an manchen Stellen ist die Folge bzw. Sam richtig nervig, dieses Gehabe kann sie leider nicht ganz ablegen. Hier ist der absolute Tiefpunkt die Disco-Szene am Ende, die ich eher bei einer Serie in der heutigen Zeit erwarte, statt im 32.Jahrhundert von Star Trek. Obligatorische Klischees werden hier bedient, wie die Kneipenschlägerei (mit den Leuten vom War College, wem sonst?) oder eben, dass sich Sam betrinkt.

Das mit der Übergabe der Kontrollen an Caleb funktioniert zwar in dem Kontext, ist aber eher dazu da, dass man Sam in ein paar witzige Situationen bringt, als dass sie wirklich Sinn ergibt. Und Caleb kann natürlich wieder top (okay, anfangs stotternd, aber am Ende besser) mit den Kontrollen umgehen und erweist sich erneut als Superheld, der alles gleich zu Beginn kann. Da werden echt ein paar Rey-Vibes sichtbar… Oder er ist eben wirklich der Streber, wie ich es letztes Mal erwähnte.

Natürlich darf auch an anderer Stelle die Charakterentwicklung nicht fehlen, an dieser Stelle sind natürlich Tarima und Caleb gemeint. Bei denen knistert es… okay, das tat es vorher auch schon aber diesmal geht es fast weiter. Natürlich auch bedingt durch Sam, welche die beiden offensichtlich darauf stößt, dass da mehr läuft. Wobei gerade diese Situation vielleicht wieder komisch sein sollte, ich empfand das aber zusehends als peinlich.

Immerhin, auch bei den beiden kann man die Entwicklung so stehen lassen. Vielleicht nicht perfekt, aber im Zuge der Serie in Ordnung. Und damit haben wir leider den Großteil an positivem in dieser Folge abgehakt.

Der Nebenplot: Fremdschämfaktor

Bevor wir uns dem Elefanten im Raum widmen (schon wieder), sehen wir uns den Nebenplot um Nahla und Kelrek. Letzterer will nämlich gerade eine Abgesandte einer Aqua-Spezies beeindrucken. Warum er dazu die Energie des Akademieschiffes braucht, um den Ozean zu erhitzen, sei an dieser Stelle mal geschenkt.

Jedenfalls führt das zu einem Suppenritual (ja, richtig gehört) bei dem man über seine Wünsche und Ängste reden soll. Kleiner Spoiler: Am Ende wird sich nur Kelrek „offenbaren“, die anderen Gäste bleiben blass, darunter auch der Doktor.

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Überhaupt ist das „Essen“ an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Die Teilnehmer schlüpfen in diverse Rollen, die man mit einer Art Megafon spielt. Der einzige Lichtblick ist hier Reno. Die war kurz vorher schon für den ein oder anderen Lacher zu haben („Revier abstecken“) und weigert sich hier konsequent, bei dem Spektakel mitzumachen. Wenn nur die anderen auch so intelligent gewesen wären…

Natürlich verliert der Fisch genau in dem Moment an Form, als Kelrek sich setzt, was zu einem Furz-Scherz führt, der dem ganzen Essen die Krone aufsetzt. Ich bin ja generell kein Fan von Pipi-Kacka-Humor, aber wie bei „The Acolyte“ muss ich mich auch hier langsam fragen: merkt denn wirklich keiner, was hier für ein Schwachsinn verzapft wird? Das ist umso bedauerlicher, wenn man sich ansieht, von wem die Folge ist, nämlich von Tawny Newsome und Kirsten Beyer. Zu Ersterer kommen wir gleich noch, letztere ist ja bereits seit Discovery an Bord und hat große Teile des Voyager-Relaunch gestemmt. Sprich: ich erwarte da eigentlich besseres.

Am Ende spricht man sich dann noch im Turbolift aus, wobei ich diesesmal leider auch nur wieder die Augen verdrehen konnte. Und was macht das Sofa da drin? Okay, das hat man vor zwei Folgen schonmal gesehen, aber da eher dezent. Hier nun also komplett einmal rundherum in einem riesigen Turbolift, und das nur, damit sich Nahla dort hinfläzen kann. Nie zuvor hatte ich den Eindruck, der Turbolift wurde nur für Nahlas Eskapaden gebaut, wie es hier der Fall war. Diese Konstruktion ergibt in einem Schiff-Gebäude (Gebäude-Schiff) einfach null Sinn. Und natürlich dauert die Fahrt mal wieder genau so lange, wie das Drehbuch es erfordert (also fünfmal um das Schiff)…

Schon wieder ein Nostalgie-Elefant

Von dieser völlig verhunzten Nebenhandlung abgesehen, stellt sich natürlich die Frage, ob die Haupthandlung was taugt. Die versucht mit Nostalgie zu punkten und stellt einen Bogen zu Deep Space Nine her.

Offensichtlich war hier Tawny Newsome federführend, welche ja bekennender DS9-Fan ist. Sie spielt hier auch die Ausbilderin, mit der Sam aneinandergerät und setzt sich ein Denkmal als weitere Dax-Inkarnation. Das hab ich so nicht kommen sehen und scheint für einen Mischling auch etwas unpassend, aber dass Symbionten inzwischen mit allen Spezies „können“, wissen wir ja schon seit Discovery. Leider muss man sagen, dass Tawny Newsome nicht mal annähernd in irgendeiner Szene den Flair einer Dax aus DS9 versprüht. Im Grunde wäre es auch ohne diese Verbindung gegangen und es ist in dem Fall halt schlicht und ergreifend nur Fanservice.

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Das große Mysterium, um das es in dem Fall geht, ist der Verbleib von Benjamin Sisko. Wer Angst hat, dass, nach den Klingonen, nun die nächste Trek-Inkarnation „versaut“ wird, der sei an dieser Stelle beruhigt. Auch hier wird Siskos Schicksal definitiv nicht aufgeklärt (wobei genau genommen etabliert wird, das er nie wieder gesehen wurde). Andererseits könnte das auch eine Lüge von Jake sein, der hier als Hologramm auftritt, aber dazu kommen wir gleich noch.

Was natürlich ebenso auffällt ist, das man zwar die ganze Zeit über Sisko redet, sein Gesicht aber nie gezeigt wird, sondern im Schatten liegt. Das ist jetzt sicherlich nicht den Folgenmachern geschuldet, denn Avery Brooks hatte wohl schlicht keine Lust, mitzuspielen. Das liegt sicher auch daran, dass er seit über 10 Jahren auf einer spirituellen Reise ist und die Schauspielerei an den Hut gehängt hat. Gegen diese Theorie spricht, das Brooks die beiden Schlusssätze spricht, zumindest klingt es so, als ob er es wäre (das englische Original hab ich nicht gesehen, sondern nur die deutsche Version, und da ist auf jedenfall nicht mehr der gleiche Synchronsprecher an Bord). Gedankt wird ihm auch sogleich im Abspann mit „Thank you Avery“. Wie Jolene Blalock konnte man ihn also zumindest für eine Sprechrolle gewinnen – aber wenn ich mich irre, schreibt mir das gern in den Kommentaren, vielleicht ist das alles ja auch nur aus DS9-Szenen zusammengeschnitten.

Aber zurück zum verdunkelten Ben Sisko… sorry, aber spätestens im Sisko-Museum hätte sein Gesicht in Archivaufnahmen zu sehen sein müssen, da kann mir keiner sagen, dass das nicht möglich gewesen wäre. Es gibt übrigens auch eine In-Universe -Erklärung, warum man sein Gesicht nicht mehr zeigen darf. Er ist nämlich zu etwas größerem als Mensch aufgestiegen und deswegen bestanden die Bajoraner darauf. Puh.

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Da hilft es natürlich auch nicht, dass Sam zu den Bajoranern stürmt und sie damit konfrontiert. Was wäre eigentlich, wenn denen jemand ein Bild von Sisko mit Gesicht unter die Nase halten würde? Aber gut, da es Sisko nicht zu sehen gibt, muss eben Cirroc Lofton als Jake herhalten, den man immerhin zu einem Cameo überreden konnte.

Der darf hier als Hologramm auftreten und Sam letztlich auf den rechten Pfad führen. Es kommt nämlich nicht auf den Abgesandten, sondern den Menschen an, so lässt es sich wohl zusammenfassen und ja, da schlägt durchaus ein gewisser Star Trek-Vibe durch, irgendwie ist das aber unterm Strich dann doch zu wenig. Außerdem könnte man sicher auch hier, so schön die Nostalgiefaktoren sind, darüber streiten, ob der Jake-Cameo wirklich hatte sein müssen.

Bewertung

Unterm Strich geht die Selbstfindungsreise von Sam und die Entwicklung bei Tarima und Caleb in Ordnung, auch wenns hier ein paar Klischees gibt. Auch das man neue Wege geht und mal zeigt, wie Sam ihre Welt erlebt, hat mir grundsätzlich gefallen. Wäre es dabei geblieben, hätte die Folge sicher wieder bei 3.5 rangiert. Dem entgegen steht aber eine total verhunzte Nebenhandlung, die zum Fremdschämen einlädt, sowie das Drücken auf Nostalgiemomente in Bezug auf Ben Sisko. Der wird zwar nicht, im Gegensatz zu den Klingonen eine Folge vorher, komplett demontiert, der Aufhänger und der Umgang mit ihm darf aber bestenfalls als holprig bezeichnet werden (Gesicht, Jake). Da kann auch die Nostalgie leider das schwache Drehbuch nicht herumreißen. Unterm Strich bleibt hier maximal 2.5, vielleicht mit dem ein oder anderen zugedrückten Auge noch eine 3, aber mehr wird’s leider nicht, da hat selbst Picards dritte Stafel besser auf den Nostalgiefaktor gedrückt als das hier.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Ich hatte die Folge auf Englisch gesehen. Die Szenen in der Bar hatten mir auch nicht gefallen, nicht mein Humor. Die Handlung mit den Proben zum Empfang der Wasser-Aliens fand ich ebenfalls nicht gut, vielleicht hätte man als eigenständige Episode mit auch wirklichem Zeigen der Wasser-Aliens etwas besseres hingekriegt. SAM finde ich nach wie vor einen etwas nervigen Charakter, aber ihre Arbeit in dieser Episode könnte dazu beitragen, dass sie reift und weniger aufgeregt, enthusiastisch und tollpatschig überall durchschlittert. Die letzten Zeilen wurden im O-Ton auch tatsächlich von Avery Brooks gesprochen. Dabei handelte es sich jedoch weder um Tonschnipsel aus… Weiterlesen »

Hi Thomas
Am Ende spricht tatsächlich Avery Brooks. Es wurde aus seinem Jazz Album von 2006 entnommen. Dies erzählte Tawny in einem Interview nach der Episode…https://www.discogs.com/release/14964978-Avery-Brooks-Here?srsltid=AfmBOopOo1Es68UnnKhBhpbw_-9YU502nygHQEOxj4paMZ-PodkAJhvu

Unterm Strich geht die Selbstfindungsreise von Sam und die Entwicklung bei Tarima und Caleb in Ordnung, auch wenns hier ein paar Klischees gibt. Auch das man neue Wege geht und mal zeigt, wie Sam ihre Welt erlebt, hat mir grundsätzlich gefallen. Wäre es dabei geblieben, hätte die Folge sicher wieder bei 3.5 rangiert. Dem entgegen steht aber eine total verhunzte Nebenhandlung, die zum Fremdschämen einlädt, sowie das Drücken auf Nostalgiemomente in Bezug auf Ben Sisko. Der wird zwar nicht, im Gegensatz zu den Klingonen eine Folge vorher, komplett demontiert, der Aufhänger und der Umgang mit ihm darf aber bestenfalls als holprig bezeichnet werden (Gesicht, Jake). Da kann auch die Nostalgie leider das schwache Drehbuch nicht herumreißen. Unterm Strich bleibt hier maximal 2.5, vielleicht mit dem ein oder anderen zugedrückten Auge noch eine 3, aber mehr wird’s leider nicht, da hat selbst Picards dritte Stafel besser auf den Nostalgiefaktor gedrückt als das hier.Spoiler-Review "Starfleet Academy 1x05 - Series Acclimation Mil"
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