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Spoiler-Review: “Starfleet Academy 1×07 – Ko’Zeine”

Folge 7 nähert sich weiter dem Finale der Staffel an. Von Tilly fehlt weiter jede Spur. Was sonst noch los ist, schaut sich Tom in der Spoiler-Review an.

Charakterstudien

Nach der Action in der letzten Woche lassen wir es diesesmal etwas ruhiger angehen. Die Folge beschränkt sich auf ruhige Charaktermomente, die zwischen Darem und Jay-den, sowie Genesis und Caleb angesiedelt sind.

Dabei wird witzigerweise zu Beginn „Sommer-Semester“ eingeblendet, obwohl die Sternzeit zwei Folgen vorher noch den 21.November 3191 ausgewiesen hatte. Also entweder sind zwischen Folge 5 und 6 schlappe 8 Monate vergangen, oder es hat jemand nicht aufgepasst. Die folge spielt 4 Wochen nach Folge 6, und wäre damit wohl eher in den Weihnachtsferien (oder hier eben den Vereinte Welten-Tag). Aber so knauserig wollen wir an der Stelle jetzt nicht sein.

Immerhin wird kurz erwähnt, das sich Nahla darum bemüht, Calebs Mutter zu finden. Nach Folge 1 geht’s in der Richtung endlich – nicht – weiter, auch weil Nahla auf Braka eingeht und man dem ja nicht trauen dürfe. In der Tat erscheint es etwas merkwürdig, dass gerade Braka wissen sollte, wo Anisha ist, da hätte Caleb auch selber drauf kommen können aber es ist schön, dass dies hier angesprochen wird.

Caleb erhält dann die Erlaubnis, auf dem Campus zu bleiben… joa, kann man machen, ist doch aber klar, dass hier Streiche vorprogrammiert sind. Aber keine Sorge, auch Reno ist da und sorgt für Auflockerung, aber dazu kommen wir noch.

Etwas merkwürdig mutet an, dass Darem hier offensichtlich entführt wird, obwohl das gar nicht der Fall ist (müsste er dann nicht freiwillig mitkommen?). Natürlich dient das nur dazu, dass Jay-den hinterherhopst, wobei das Portal natürlich wieder genau lang genug aufbleibt (aber gut, solche Zufälle gibt es in den anderen Serien halt auch). Seltsam ist nur, dass, wenn die Khionianer diese Portaltechnologie haben, warum hat die dann kein anderer? Vor allem kann man damit ja quasi überall einbrechen, wie hier deutlich zu sehen ist. Hier hat man wieder die Logik der Geschichte gebeugt, damit die beiden auf dem Planeten (bzw. Mond) kommen können. Aber sei es drum.

Was auffällt ist, dass die meisten Szenen auf dem Mond vor der berühmten VR-Wall stattfinden. Das gabs zwar früher auch schon, aber in dieser Folge ist es extrem auffällig (bzw. für mich sogar eher störend). Und der Felsen vom Anfang ist ziemlich eindeutig ein Pappfelsen… TOS-Vibes lassen grüßen. Lässt man sich davon nicht beirren, haben wir genau genommen zwei Liebesdreiecke, die hier abgehandelt werden.

Zum einen Darem-Jay-Den-Kyle, und eben Genesis-Tarima-Caleb. Beide sehen wir uns nun im Detail an. Übrigens: Sam begibt sich nach den Ereignissen der Vorwoche in ein Holo-SPA zur Heilung. Da der Charakter nicht zu meinen Lieblingen gehört (während meine Frau z.B. sie durchaus mag) war ich über ihre Abwesenheit nicht böse. Sie wird am Ende geheilt zurückkehren.

Jay-Den und Darem

Sehen wir uns zuerst den Arc auf Khionia an. Dass ein Crewmitglied heiraten muss, gibt es natürlich seit der Classic-Serie (Spock in „Weltraumfiber/Pon Farr“). Hier ist es nun also Darem und Jay-Den wird unfreiwilliger Trauzeuge.

Kaira, die Angetraute, riecht aber schnell, wie der Hase läuft, das ist an der Stelle durchaus gut gespielt. Und es ist sicherlich an dieser Folge einer der Pluspunkte, dass die Chemie, vor allem zwischen allen drei Darstellern, hier passt. Wobei ich nicht nur denke, dass Kaira merkt, dass Darem zur Flotte gehört, sondern auch, das Jay-Den auf ihn steht.

Es gibt sogar einen kurzen Moment, der die Atemübungen aus Folge 4 wieder aufgreift. Ja, Jay-Den ist jetzt mit Kyle zusammen, was zwar irgendwie offline geschah, was aber durch die Interaktionen der beiden in den letzten Folgen abzusehen war. Von daher geht das in Ordnung. Nichtsdestotrotz ist hier auch zwischen Darem und ihm knisternde Energie zu spüren, also mal sehen, wo diese Reise hinführt. Erstaunlich ist das in gewisser Weise natürlich schon, immerhin hatte Darem in Folge 1 noch Interesse an Genesis gezeigt und diese wiederum an Caleb, aber zu den beiden kommen wir gleich.

Natürlich weiß man als Fan schon, wie diese Story ausgehen wird, und das Darem letztlich zur Akademie zurückkehrt. Insgesamt war der Handlungsstrang um die Hochzeit jetzt nicht überragend, aber man kann ihn durchaus als Mittelmaß stehen lassen.

Spaß mit den Schnecken: Caleb und Genesis

Und damit sind wir beim zweiten Paar diese Woche: Caleb und Genesis. Letztere schleicht sich in die Akademie zurück, um Caleb beim Sonnenbaden in Badehose zu sehen (was zu seinem Charakter passt).

Schnell lässt er sich von ihr jedoch zu einer Reihe von Streichen überreden, während sie damit zu tun haben, Reno, die auch auf der Akademie geblieben ist, aus dem Weg zu gehen. Der Handlungsstrang soll eindeutig lustiger sein, als der auf Khionia, was mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Oh, und keine Sorge, Charaktermomente gibt es auch hier, aber dazu kommen wir gleich. Fangen wir mit dem Humor an.

Ich weiß, es soll witzig sein, dass die beiden ihre Hände in allerlei Labormaterialien stecken und nicht wissen, was das Ergebnis ist (lange Ohren bei Caleb). Ich finde es aber ehrlich gesagt unverantwortlich und gerade auch als junge Kadetten sollte man eben wissen, dass man eben NICHT zwanglos alles anfassen sollte. Dem Ganzen die Krone auf setzt dann natürlich die Bemerkung „Oh, es ist nicht vergiftet“ – „Oh wohl doch“, die besagter Caleb-Verwandlung einhergeht. Die beiden setzen sich also bewusst der Gefahr aus. Klar, warum auch nicht, Genesis hat ja ein Hypospray dabei (was ist da eigentlich für ein Gegenmittel drin, wenn man doch nicht genau weiß, um welches Gift es sich handelt? Aber vielleicht gibt’s im 32.Jahrhundert ja ein Allheilmittel…).

Aber hey, vielleicht tue ich den beiden ja auch unrecht und sie sind einfach etwas masochistisch veranlagt (oder es war die Aufregung wegen Genesis‘ Plan, dazu gleich).  Konsequenterweise lassen die beiden dann auch eine Warpschnecke frei, die ratzfatz im Labor herumflitzt und eingefangen werden muss.

Zumindest der Teil gefällt und es macht Spaß, der Hatz der beiden zuzuschauen. Der Humor funktioniert also an der Stelle mal – zumindest, bis Reno hereinstiefelt und uns aus der Immersion reißt. Das ist dabei gar nicht der Situation geschuldet, denn das sie zufällig unter der Schnecke hält, die dann fast auf sie fällt, kennt man so sicherlich aus anderen Serien und ist daher ein kleines Klischee, funktioniert aber in dem Kontext noch. Nein, nervig an der Szene ist Luna, welche über den Kommunikator die ganze Zeit Reno anschreit, wegen eines geschwollenen Zehs. Fast so, als würde Reno gleich sterben.

Die kommentiert das zwar entsprechend, aber wer solche Partner hat, braucht keine Feinde mehr. Die Szene hätte also mit einer schweigenden Reno weit besser funktioniert.

Weiter geht’s dann mit dem Einbruch auf der Brücke, wo offenbar wird, was Genesis vorhat und wo Reno schließlich beide erwischt. Um das mal zu rekapitulieren: Genesis will sich einen Universal-Schlüssel machen lassen, um ihre Akte zu manipulieren und ein etwas „ungünstiges“ Empfehlungsschreiben (dass sie gewisse Sachen nicht kann) zu entfernen. Immerhin hat Nahla sie für die Kommandolaufbahn empfohlen (nach den letzten Folgen durchaus verdient) und da soll das nicht drin sein. Puh.

Zum Glück öffnet Nahla ihr dann schnell die Augen und macht klar, dass es egal ist und sie sich umsonst Sorgen macht. Trotzdem ist das halt so wieder mal das Klischee, dass die dummen Kinder (oder in dem Fall Teenager/junge Erwachsene) mal wieder nicht das tun, was sie sollen bzw. alles besser wissen. Und ja, ich argumentiere hier durchaus, in der Zeit des 32.Jahrhunderts und des Advanced Human SOLLTE man es besser wissen und wissen, dass solche Aktionen nicht nötig sind.

Aber ja, wenn man so argumentiert, muss man natürlich auch die Gegenargumentation zulassen, eben das Jugendliche wirklich so sind, oder habt ihr immer alles genauso gemacht, wie es von den Eltern gesagt wurde? So oder so, das funktioniert an der Stelle nur semi-optimal.

Etwas besser ist da schon, dass Genesis und Caleb sich aussprechen und gerade sie es ist, die ihn wieder in Richtung Beziehung mit Tarima stößt und ihn dazu bringt, sie wieder anzurufen und sich auf sie einzulassen. Das ist gut und funktioniert in dem Kontext auch wunderbar, so dass es die Charaktere voranbringt.

Und damit endet die Folge dann auf einem ebenso ruhigen Ton.

Bewertung

Eine ruhige Folge darf auch mal sein, so richtig warm geworden bin ich dann aber nicht. Klar, es gibt schöne Szenen und die Charaktere werden stellenweise auch vorangebracht, dem gegenüber steht aber wieder etwas fragwürdiges (Klischee-)Verhalten, dass immer wieder aus der Immersion reißt. Gutes Mittelmaß, dafür reicht es aber.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Eine ruhige Folge darf auch mal sein, so richtig warm geworden bin ich dann aber nicht. Klar, es gibt schöne Szenen und die Charaktere werden stellenweise auch vorangebracht, dem gegenüber steht aber wieder etwas fragwürdiges (Klischee-)Verhalten, dass immer wieder aus der Immersion reißt. Gutes Mittelmaß, dafür reicht es aber. Spoiler-Review: "Starfleet Academy 1x07 - Ko'Zeine"
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