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Michael Müller (mm) TZN-Interview mit Dirk Bartholomä Der Chef von FedCon und offiziellem Fanclub im Gespräch Die FedCon hat sich zum deutschen Trek-Top-Event des Jahres gemausert, der Fanclub Star Trek Central Europe wurde zum offiziellen "Star Trek"-Fanclub Deutschlands ernannt und auch das Magazin "Space View" erfreut sich großer Beliebtheit - hinter all diesen Begriffen steht der Name Dirk Bartholomä. Wir haben uns mit ihm kurz vor der diesjährigen FedCon im April über den Beruf "Trekkie" und seine Gedanken zu "Star Trek" unterhalten. TrekZone Network: Sie sind Chefredakteur des Sci-Fi-Magazins "Space View", Präsident des "Star Trek"-Fanclubs STCE und Organisator der alljährlichen Federation Convention. Bleibt da überhaupt noch Zeit für etwas, das nichts mit "Star Trek" zu tun hat?! Dirk Bartholomä: Klar, wenn man sich die Zeit vernünftig einteilt und einige Arbeiten delegiert, dann bleibt auch noch Zeit für andere Dinge. Ich fahre leidenschaftlich gerne Motorrad, reise gerne, tauche und mache Fitness. TZN: Wie und wann wurden Sie zu einem "Trekkie"? Bartholomä: Ich sehe die Serien eigentlich seit 1970, wo sie im ZDF lief, seitdem bin ich Fan. TZN: Seit nun schon über 13 Jahren gibt es Ihren Trek-Fanclub "Star Trek Central Europe". Gegen Ende des letzten Jahres hat Ihnen Paramount das Angebot gemacht, offizieller deutscher "Star Trek"-Fanclub zu werden, das Sie schließlich angenommen haben. Waren die relativ vielen Bedingungen, die Paramount im Gegenzug an Sie stellte, überhaupt tragbar? Bartholomä: Neben Zahlung einer Lizenzgebühr, die sich prozentual auf den Mitgliedsbeitrag und das verkaufte Merchandise bezieht, gab es eigentlich keine großen weiteren Bedingungen, nur dass Material gleich welcher Art (Zeitschrift, Flyer, Webseite, Briefpapier) vor Drucklegung Paramount zur Prüfung vorgelegt werden muss. TZN: Die Vorteile von Paramount sind klar, unter anderem die kritische Betrachtung von "Star Trek" ist für den STCE nun wohl nicht mehr erlaubt. Hat es für Sie noch andere Vorteile, außer dass Sie sich jetzt "Offizieller deutscher Star Trek-Fanclub" nennen können? Bartholomä: Die Vorteile überwiegen, man kann endlich ohne "Angst" alle möglichen Bilder, Logos und Schriftzüge verwenden, und natürlich auch ganz anders und vor allem offener werben als vorher. Wir können eigenes Merchandise herstellen, mit "Star Trek"-Logos, können Cross-Promotions mit anderen Lizenznehmern eingehen (dieses Jahr kommen noch hochinteressante Lizenznehmer dazu) und wir können im Rahmen des vertretbaren natürlich auch kritische Töne anschlagen. TZN: Als Ersatz für Ihr Clubmagazin "Trekworld" wurde Ihnen der "Star Trek Communicator" angeboten, ein Magazin, welches in den USA beim dortigen Fanclub erscheint. Anfangs März ist die erste Ausgabe des deutschen "Communicators" in Ihrem Club erschienen, die Reaktionen der Mitglieder auf die Umstellung waren sehr geteilt, was sich unter anderem auch mit Meinungsverschiedenheiten im Forum des STCE bemerkbar machte. Wie Sie einmal sagten, sind deswegen bis jetzt etwa 80 Mitglieder aus dem Club ausgetreten. Wenn man bedenkt, dass der STCE 8000 Mitglieder hat, sind das natürlich nicht viele, aber besteht nicht die Gefahr, dass dadurch eine Art Kettenreaktion ausgelöst wird und die Mitgliederzahl statt weiter steigt nur noch sinkt, zumal sich ja viele Mitglieder auch privat kennen und Meinungen austauschen? Bartholomä: Das können wir bis jetzt eigentlich nicht bestätigen, im Gegenteil - es treten jetzt viele Leute in den Club ein, die es zuvor nicht taten - der Zusatz "Offiziell" ist anscheinend für viele ein Signal, beizutreten. Die erste Ausgabe des "Communicators" war vielleicht etwas unglücklich, da nur rein amerikanische Artikel enthalten waren. In der Zukunft ist eine Symbiose zwischen "Communicator" und "Trekworld" geplant, also eine Art "Best of both Worlds" - schon in der zweiten Ausgabe des "Communicators" werden liebgewonnene Rubriken wie der Trading Card Corner, Bookshop, Thomas Höhls Episodenbesprechung und die interessante Reihe "The Making of 'Star Trek'" von Peter Osteried zu finden sein. Alles in allem haben wir mit dem "Star Trek Communicator" einen guten Fang gemacht, da natürlich die Autoren direkt vor Ort sind und sehr leicht Schauspieler interviewen können oder in die Studios gehen können und einen Behind-the-Scenes-Bericht machen können (siehe auch Special in der nächsten Ausgabe). TZN: "Star Trek: Das offizielle monatliche Magazin" hat aufgrund des nun auch hierzulande erscheinenden "Communicators" seine deutsche Ausgabe eingestellt. Dies erscheint auf den ersten Blick etwas unlogisch, zumal ja der deutsche "Communicator" nur innerhalb des Clubs erscheint und ausschließlich für Mitglieder erhältlich ist. Oder wird sich daran etwas ändern? Bartholomä: Das kann man nie wissen, momentan erscheint der "Communicator" nur für die Mitglieder und ist in ein paar wenigen ausgewählten Spezialgeschäften (ohne Beilagen) erhältlich! TZN: Zur FedCon: Ist es sehr schwierig, Trek-Schauspieler nach Deutschland zu bekommen? Bartholomä: Für uns nicht mehr :-)). TZN: Und was sind die Gründe dafür - hauptsächlich Geld, oder...? Bartholomä: Was hat das mit Geld zu tun - das hat mit der Reputation zu tun, im Gegensatz zu anderen Veranstaltern bezahlen wir unsere Gäste und dies schon seit Jahren, außerdem spricht der Ruf der FedCon für selbige, so dass sich die Schauspieler größtenteils selbst zur Veranstaltung einladen. Da ist Verhandeln natürlich leichter! TZN: Gibt es gerade eine Anekdote mit einem Trek-Schauspieler, die Ihnen einfällt, die von einer Con hängen geblieben ist? Bartholomä: Na ja, eher etwas Peinliches - ich hatte vor vielen Jahren bei der FedCon II gerade George Takei vom Flughafen abgeholt, zu der Zeit gab es die gewaltsamen Auseinandersetzungen, die Riots in Los Angeles. Am Flughafen angekommen, begrüßte ich George Takei mit: "Hallo, herzlichen Willkommen in Deutschland, übrigens L.A. steht in Flammen!" Diese Anekdote erzählt der gute George heute noch auf diversen Cons... TZN: Eines der eindrücklichsten Erlebnisse wird wohl auch Leonard Nimoys Auftritt letztes Jahr gewesen sein [Nimoy kam erstmals nach 15 Jahren erstmals wieder nach Deutschland]? Bartholomä: Ja, das war unglaublich - überhaupt, wenn die Stars auf der Bühne stehen, gibt es immer eine unglaubliche Atmosphäre. TZN: Es gibt ja nicht nur schöne Erlebnisse bei den Cons, bestes Beispiel ist wohl Jeri Ryans Auftritt letztes Jahr [sie verließ die Con mit einer Ausrede vorzeitig und ließ über 600 Fans ohne Autogramm zurück]. Ziehen Sie daraus auch Konsequenzen für zukünftige Cons oder müssen Sie daran denken, dass mit Mrs. Ryan als Stargast vielleicht noch ein paar Trekkies mehr teilnehmen? Bartholomä: Es gibt einfach ein paar Stars, die sollte man nicht nach Deutschland holen, gut Jeri Ryan war zwar ziemlich übel drauf, es gibt aber Schlimmeres, gerade über Avery Brooks hört man die haarsträubendsten Geschichten - seine abstrusen Gagenforderungen waren wohl auch hauptverantwortlich für einen (ich vermute das an dieser Stelle einfach mal) sagen wir mal, finanziellen Engpass der Galileo7-Convention in Berlin. TZN: Die Beliebtheit von "Star Trek" ist zwar nach wie vor enorm, aber in Hinblick auf die Quoten sieht es nicht mehr so gut aus wie zu "Next Generation"-Zeiten. Macht sich das auch bei den FedCons bemerkbar? Also weckte die erste Con vor acht Jahren zum Beispiel mehr Interesse als die letztjährige? Bartholomä: Das kann ich so nicht sagen, die Federation Con ist nach wie vor einer der Top Acts in Deutschland und wird es hoffentlich noch lange bleiben - wir bemühen uns auf jeden Fall von Jahr zu Jahr mehr zu bieten und uns selbst zu übertreffen. Die Federation Con ist mittlerweile schon so eine Art Kultveranstaltung, ein "Star Trek"-Wochenende, wo man einfach hingehen muss. Und das nicht nur wegen der Stars, sondern vor allem wegen der einmaligen Atmosphäre, den Partys, dem Spaß, dem Leutekennenlernen. Sicherlich ist das Interesse an "Star Trek" etwas zurückgegangen, ich denke aber mal, sobald die neue Serie und der neue Kinofilm kommen, wird sich das wieder ändern! TZN: Hoffen wir's! Auch dieses Jahr scheint die FedCon der deutsche Trek-Top-Event des Jahres zu werden. Was sind die diesjährigen Highlights? Bartholomä: Highlights sind mit Sicherheit die vielen Stargäste (15 an der Zahl), neu hinzugekommen sind Richard Biggs ("Babylon 5", Dr. Franklin) und Denise Crosby (Tasha Yar). Dann gibt es noch ein Konzert mit Neil Norman and his Cosmic Orchestra sowie wird die neue CD von Tim Russ vorgestellt! TZN: 15 Stargäste - im Vergleich zu den ersten Cons sind das fast doppelt so viele Stars. Befürchten Sie nicht, dass bei soviel Quantität die Qualität verloren gehen könnte, also die Stargäste gar nicht mehr richtig zu Zuge kommen werden in den zwei Tagen beziehungsweise die Panels immer kürzer werden? Bartholomä: Auch daran haben wir gedacht - es wird auf der FedCon ein komplett neues Konzept geben. Im Prinzip war es doch jahrelang so, dass durch die Autogrammstunden wertvolle Zeit verlorenging - zu viel Zeit. Im Schnitt verloren wir durch die Autogrammstunden sechs Stunden wertvolle Programmzeit. Nun, dieses Jahr werden wir die Autogrammstunden in den kleinen Saal verlegen und in dieser Zeit Panels mit Stars abhalten, die sowieso nicht an der regulären Autogrammstunde teilnehmen, sondern vielmehr während der ganzen Con über Autogramme an ihren eigenen Händlertischen geben. Durch Displays werden die Fans, welche in den Panels der "kleineren" Stars sitzen, dann ständig informiert, ob sie schon für die Autogrammsession aufgerufen wurden. TZN: Wie denken Sie über die Kommerzialisierung von Trek, die immer größer zu werden scheint? Bartholomä: Also ich denke mal, "Star Trek" wurde schon immer kommerzialisiert - ich kann da momentan eigentlich keine Steigerung feststellen, eher einen Rückgang, bis vor einem Jahr wurde ja "Star Trek" in jedem Kaufhaus angeboten - mittlerweile entwickelt es sich wieder zu einem Nischensegment. Das heißt, das Sammeln und Kaufen wird wieder attraktiver, da man eben nicht schnell um die Ecke in den nächsten Karstadt gehen kann, wenn man eine neue Actionfigur kaufen will, sondern man muss wieder wie früher schauen, Kataloge bestellen, vergleichen und dann bestellen. TZN: "Deep Space Nine" ist zu Ende gegangen, "Voyager" hat (in den USA) auch nur noch etwas mehr als ein Jahr vor sich. Series V und "Star Trek X" werden kommen, allem Anschein nach schon 2001, spätestens 2002. Wie denken Sie über die Zukunft von Trek? Wäre es Ihrer Ansicht nach besser gewesen, eine längere Pause einzulegen? Bartholomä: Nein, auf keinen Fall, es war schon sehr weise von Paramount, dass die neue Serie nicht gleichzeitig mit "Voyager" und/oder "Deep Space Nine" gestartet wird, sondern dass wirklich abgewartet wird, bis "Voyager" zu Ende gebracht wird. Durch den Zusammenschluss Viacoms mit CBS sind auch wieder höhere Einschaltquoten zu erzielen, wie gerade in den letzten Wochen festzustellen war! TZN: Vielen Dank für das Interview! (mm - 06.06.09) |
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