Tom macht weiter mit dem W40K-Marathon. Hier kommt Teil 3.
Belagerer – Konvoi der Verlorenen
Eigentlich ja schon der zweite Teil der Belagerer (den ersten habe ich auch nicht gelesen), aber man kann hier auch so einsteigen, auch wenn man zweifelsohne ein paar der Charaktere und Ereignisse besser einzuschätzen weiß, wenn man den ersten Band kennt.
Das Buch selbst ist natürlich ein großes Schlachtfest, vor allem durch Panzer hier (was mal eine Abwechslung zum Reißwolf der imperialen Armee ist). Nun mag man sagen können, dass ist bei Warhammer ja im Grunde die Essenz der Geschichte, was in gewisser Weise auch stimmt, die Charaktere selbst vermögen aber nicht ganz so mitreißend zu sein wie etwa Gaunts Geister.
Irgendwie bezweifele ich aber, dass die “Belagerer” ähnlichen Kult-Status wie die Geister erreichen (wobei ich mich natürlich auch irren kann). Allerdings sind die Charaktere hier nicht ganz so ausgereift wie die Geister.
Am Ende wird es mit dem Schlachtfest kurz besser, weil auch mal ein paar Charaktere in den Mittelpunkt gerückt werden, richtig mitreißend ist das aber nur kurzzeitig, so dass hier eher Mittelmaß zurückbleibt. Der Roman zeigt auch wieder deutlich, was mich in den 90ern/frühen 2000ern an Warhammer so gestört hat: Es gibt Geschichten, die keine übergeordnete Handlung, sondern eher einen Einheitsbrei erzählen. Sowas muss es, klar, immer mal geben, war damals aber quasi das dominierende Element.
Die letzte Klinge
Ein Night Lords-Roman. Über die gab es ja früher auch schon Geschichten, allerdings weiß ich nicht, ob das hier jetzt eine Fortsetzung ist. Wie bereits oben braucht man aber auch hier nicht unbedingt Vorwissen.
Allerdings wird hier auch mal wieder das Problem der 40K-Romane deutlich. Nein, nicht das Metzeln, das ist ja schon fast Standard und nimmt einen großen Raum des Buches ein. Eher die Tatsache, dass, wann immer man von einer Fraktion liest, diese in diesem Buch die Oberhand hat und all ihre Ziele erreichen wird. So ist es eben auch hier: Es ist ein Chaos Space Marine-Roman, also müssen die auch am Ende triumphieren, auch wenn es, wie hier, vielleicht nicht unbedingt ins Gesamtkonzept passt.
Denn die Night Lords erobern am Ende ein schwarzes Schiff. Also eines der Elite-der-Elite-Schiffe des Imperiums. Das ist schön beschrieben, vor allem die Eingeweide desselben stellt mal eine nette Abwechslung dar. Am Ende triumphieren die Chaosmächte aber (was sonst?), womit nun eine kleine Fraktion eines der besten Schiffe des Imperiums hat. Das ist halt irgendwie nicht stimmig genug für mich, auch wenn der Autor sich alle Mühe gibt, zu beschreiben, wie der Coup gelingt.
Auch zu Beginn gibt es ein paar Stolpersteine. Dass die Verräter sich untereinander ständig an die Gurgel gehen ist ja noch bekannt und passiert auch hier. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass man eben auch bei den Bösewichtern ständig irgendwelche (teils neuen) Gruppierungen vorgesetzt bekommt, die ihr eigenes Ding machen. Da wäre teilweise ein roter Faden wie beim Imperium auch ganz schön. Aber gut, man könnte sagen es herrscht hier genauso Chaos wie beim… nunja, Chaos.
Als Dalchian dann aber gefangen wird, überzeugt er Jathok davon, ihn frei laufen zu lassen, was mit etwas fadenscheinigen Argumenten einhergeht (und ja, im Tod letzteren mündet, was zu erwarten war). Okay, dass es einen Pakt mit Jathok gibt ist wieder ein Punkt für die untereinander zerstrittenen Verräter, das war mir an der Stelle aber zu sehr hingebogen.
Insgesamt bleibt also ein etwas durchwachsener Roman zurück, der zwar durchaus seine Momente hat, darüber hinaus aber etwas blaß bleibt. Ob der Häuter mich jetzt häutet?
Belagerer
Vielleicht hätte ich den ersten Teil vor dem zweiten lesen sollen, aber der Einstieg der Belagerer war jetzt nicht so prickelnd. Gut, ich wusste bereits, wie es ausgeht, aber das allein war nicht ausschlaggebend (bei Gaunts Geistern hatte ich auch erst den zweiten Band und dann den ersten gelesen).

Leider zeigen sich auch hier halt wieder die deutlichen Schwächen der Lore: Nur wenige Romane bringen die übergeordnete Handlung voran und eine Panzerbrigade auf einer Hinterwelt gehört sicher nicht dazu. Ja, dass muss nichts Schlechtes sein und es gibt auch Geschichten, die trotz allem gut erzählt werden. Da muss dann eben auf Charakterebene einiges wett gemacht werden. So richtig warm wird man hier aber mit den Helden nicht wirklich, dafür bleiben sie, während des ganzen Panzergemetzels, irgendwie zu blass. Das hat Band 2 besser hinbekommen.
Hier wird man den Eindruck nicht los, einen Versuch vor sich zu haben, eine neue Truppe á la Gaunt’s Geister auszuheben, was aber eben kläglich scheitert. Davon abgesehen gibt es eben nur besagte Panzergemetzel, die sich irgendwie immer gleich lesen und ständig wiederholen (vielleicht vom Ritterkampf abgesehen). Das trägt leider nicht dazu bei, die Langeweile der Geschichte zu bekämpfen.
So bleibt unterm Strich ein Band, der vermutlich schnell wieder vergessen werden wird.
Yarrick – Der imperiale Glaube
Die Vorgeschichte zu Yarrick. Na gut, ich gebe zu, ich kenn den Kerl nicht und habe die anderen Bücher um ihn jetzt nicht gelesen. Aber gerade dann ist es ja nicht verkehrt, am Anfang anzufangen, oder?

Und so schlecht ist die Geschichte gar nicht. Na gut, hier wird wieder die Warhammer-Formel bemüht: Sprich, am Anfang zieht alles kräftig an, am Ende endet es in einem Schlachtengemetzel. Kennt man, ist in fast allen Warhammer-Büchern so.
Bereits hier merkt man aber, was Yarrick so drauf hat und das er eine Führungspersönlichkeit ist. Man könnte jetzt meckern, dass die Geschichte eigentlich Yarricks Vorgeschichte darstellen soll und er gerade frisch zum Kommissar ernannt worden ist. Denn von Unerfahrenheit ist hier keine Rede. Souverän agiert Yarrick hier und schwingt sich schnell zum Anführer auf – ein paar Fehler mehr, die ihm angedichtet werden, hätten hier gut getan.
Auch seine Kameraden, die ihn hier begleiten, sind dann am Ende schnell wieder verschwunden und überhaupt, nachdem die politische Verschwörung (die ganz gut aufgezogen ist) verpufft ist, ist die Schlacht halt wieder mehr vom Bekannten (dabei ist Warhammer ja immer dann am besten, wenn man unkonventionell wird – siehe “Erzmagos”).
Insgesamt überzeugt Yarricks Einstieg aber. Er ist nicht perfekt und leidet vor allem gegen Ende an einigen altbekannten Schwächen, ist aber sicherlich einer der besseren Romane.
Grotsnik – Der Psychodok

Wieder ein Ork-Roman – aber zum Start der 11.Edition, die sich ja wieder verstärkt um die Grünhäute dreht (leider, vermutlich, wie gesagt, kein Ork-Fan). Da es sich um ein gebundenes Buch handelt, weiß man schon, was einen erwartet: ein Charakterroman.
Diesmal um Grotsnik, den verrückten Ork-Dok, wobei man hier in diesem Buch nie sicher sein kann, ob es nun Komödie, oder Ernst ist (unter all dem Blut). Denn auf der einen Seite gibt es hier das obligatorische Schlachtfest (Angriff auf einen Planeten), auf der anderen Seite ist die Interaktion des Doks mit den anderen immer für einen Lacher gut.
Bei den menschlichen Gegnern schwingt sogar ein Hauch von Tyraniden mit, da alle schon verseucht sind, aber da es um die Orks geht, stehen die auch im Mittelpunkt. Der ernste Ansatz ist schön und zeigt, das man auch mit Orks die ein oder andere gute Story erzählen könnte, der humorige Ansatz wirkt da schon fast etwas aufgesetzt. Daher kommt auch das Gefühl, dass sich das Buch nicht entscheiden kann, was es werden soll.
Am Ende sieht es sogar so aus, als würde Grotsnik, da er Ghazghkull herausfordert, draufgehen, aber das kann in einem Charakterroman ja nicht sein (obwohl es mal eine schöne Abwechslung wäre). Zudem ist Grotsnik inzwischen bei den Orks halt schon wichtig. Aber dafür gibts ja nun auch Valtun, mal sehen, ob wir von dem noch was hören.
Insgesamt jetzt vielleicht kein Überflieger, aber auch kein allzu schlechter Roman, was für ein Ork-Buch durchaus gut ist.

Rogue Trader
Die allererste Edition von Warhammer von 1987. Gibt es nur auf englisch.
Es ist schon faszinierend, heute in diesen alten Schinken reinzuschauen. Aber die Grundzüge sind hier schon da. So gibts den Imperator auf dem goldenen Thron (der hier noch freiwillig draufgegangen ist… okay, in gewisser Weise ist er das später dann auch). Obwohl das berühmte Bild mit dem verwesten Körper auf dem Thron schon da ist, ist vond er Horus Heresy noch keine Spur. Tatsächlich klingt es so, als würde der Imperator noch regieren und man könne mit ihm sprechen.
Dementsprechend gibt es auch die Chaos Space Marines noch nicht, aber immerhin die normalen Marines. Erwähnt werden die Slann, die alte Rassen erschaffen (wird später durch die Uralten geändert). Selbst die Sororitas gibt es schon und das jeden Tag 1000 Psioniker dem Imperator geopfert werden.
Ansonsten gibt es von den Alien-Rassen immerhin schon die Orks, die Eldar (noch ohne Dark Eldar) und die Tyraniden. Die ORks haben sogar friedvolle Handelsenklaven im Auge des Schreckens – zusammen mit den Menschen (Hüstel). Auch das wurde später geändert.
Neben den Regeln gibt es ein ausführliches Bestiarium – ein seeeehr ausführliches, das ist nämlich schon fast etwas zuviel. Witzig auch, das über Modelle und das dieses und jenes nie kommen wird geschrieben wird – und das man ruhig eigene Wesen einbringen soll. Nett auch ein Bemal-Tutorial.
Insgesamt also als Start von 40K ganz interessant, vor allem, weil halt die größten Grundzüge schon vorhanden sind. Ansonsten etwas kurios.
Armageddon – Zeit des Feuers
Der Roman zur 11.Edition (bzw. deren Auftakt). Eigentlih sind es drei Einzelgeschichten, die sich über einen Zeitraum von mindestens 50 Jahren erstrecken. Und ja, die sind, vor allem wegen ihrer Verschwörungsthematik, ganz gut und auch gut in die Gesamthandlung eingebettet, sprich: es geht mal nicht primär ums Metzeln.
Okay, das obligatorische Schlachtfest kommt natürlich auch vor, aber das läuft eher am Rande. Und würden die Orks nicht Gazghkull schreien, könnte dieses Buch auch wann ander als in der Ära Indomitus spielen. Das tut dem Lesespaß aber keinen Abbruch.
Lediglich die letzte Geschichte fällt hier eindeutig ab, denn hier ist wirklich nur Space Marine-Gemetzel zu sehen und von den Intrigen der ersten beiden nichts zu spüren. Das ist etwas schade. Ebenso schade ist, dass es hier halt keine große Geschichte zur neuen Edition gibt und man sich nur auf Standard-Formeln verlegt. Zwar sind die drei Stories durch einen roten Faden verbunden, die große Galaxis bleibt aber außen vor.
Kampfpatrouille-Begleitbuch
Ein Begleitbuch zur 11.Edition, das isch zunächst mit dem Sammeln beschäftigt und erklärt, wie man an die Modelle kommt und sie bemalt. Das nimmt etwa 40 Seiten ein, der Rest, also satte 140 Seiten, ist Hintergrundinfos zum aktuellen Setting (ohne darauf einzugehen, ob man nun nach M42 switcht oder nicht).
Das ist soweit als Einstieg in ORdnung und grundsätzlichg ut gemacht, auch weil es auf größere Spoiler verzichtet und eher die Eckpunkte des W40k-Settings ausleuchtet. Das führt natürlich auch dazu, dass es für eingefleischte Veteranen nur wenig Neues gibt.
Trotzdem kann man für den schnellen Überblick/Einstieg eigentlich nicht meckern (auch wenn man über den Sinn von Kampfpatrouille-Boxen sicher geteilter Meinung sein darf). Nicht mehr und nicht weniger bekommt man hier präsentiert.








