Weiter gehts mit Solomon Akkura in seinem zweiten Band.
Inhalt (Klappentext)
Als Erster Schinder hat er die verfeindeten Fraktionen der Alpha Legion unter seinem Kommando vereint und ganze Sternensysteme erobert. Mit dem vermeintlichen Fahlen Speer, der Waffe seines Primarchen, in der Hand, kämpft Solomon für eine neue Zukunft. Viele abtrünnige Kriegsfürsten wollen nur die Menschheit versklaven, doch der Geist hat ambitioniertere Ziele. Er will das Imperium zerschlagen und die Menschheit neu aufbauen.
Doch seine Träume rufen Feinde auf den Plan und das Imperium erhebt sich gegen ihn, um die Geisterlegion und Solomons neue Welt zu vernichten. Um sein Reich zu verteidigen, muss der Erste Schinder all seine kämpferischen Fähigkeiten und Listen aufbieten. Er ist bereit sich in Geduld zu üben, doch in den Schatten lauern Assassinen und in den Reihen der Legion schwären Wut und Unstimmigkeiten.
Ist der Preis für Solomons Vision vielleicht zu hoch?
Kritik
Der zweite Teil der Geisterlegion setzt die Geschehnisse des ersten Bandes etwa anderthalb Jahre später fort. Man muss den ersten Teil aber nicht zwingend gelesen haben, um auch mit diesem Band klar zu kommen. Wie immer gilt aber: wer es getan hat, hat natürlich sehr viel mehr Kontext.
Diesmal dreht es sich um die Jagd nach der Säule der Träume, einem Artefakt der Eldar… aber, nein halt, eigentlich geht es gar nicht um die Säule, denn die kommt nur auf den letzten paar Seiten vor und ist dann schnell wieder vom Tisch. Im Grunde ist sie nur ein Gimmick, dass vielleicht (oder auch nicht, das wird nicht mehr so recht deutlich) Zeichen für die Zukunft und eines etwaigen dritten Teils stellt. Das ist natürlich etwas schade und vielleicht vom Titel her etwas irreführend. Vor allem erscheint das Artefakt, zumindest von der Beschreibung her, etwas übermächtig. Gut, ob es das wirklich ist, erfahren wir dann vielleicht im dritten Teil, das muss man einfach abwarten, denn dazu kann man halt einfach noch nichts sagen.
An der Stelle ist es auch fast schon etwas schade, dass ein paar der Charaktere aus dem ersten Band am Ende quasi etwas mit dem Artefakt zusammen abgefrühstückt werden und hier nur wenig Raum bekommen. Aber gut, es geht hier ja um die Alpha Legion um Solomon und ja, dem kann man eigentlich schon fast attestieren, dass er eigentlich einer der “Guten” ist. Denn er regiert anders, als andere Chaos Marines. Zum einen sind seine Leute nicht irgendwie mutiert, wie viele andere, sondern noch recht normal und zum anderen erlaubt er sogar den imperialen Glauben. Ja sogar Xenos (also Aliens) dürfen auf seiner Welt aus- und eingehen, um Handel zu treiben.
Man könnte also sagen er ist ein fortschrittlicher Herrscher in der dunklen Zukunft und vielleicht deshalb so sympathisch und zugänglich. Das sind halt Gedanken, die eher in die heutige Zeit (bzw. auch) passen würden. Unterm Strich will er das Imperium zwar immer noch stürzen – hauptsächlich, weil er der Ansicht ist, er kann es besser – aber das man mit ihm sympathisiert und es ihm, im Gegensatz zu anderen Chaos Marines, auch glaubt, ist einer der großen Pluspunkte des Bandes (wie auch schon im ersten Teil).
Ging es im ersten Teil eher um politische Ränkespiele, bei denen Soloman seine Macht festigen musste, so geht es nun quasi um das “Halten” seines Reiches, bzw. der Planeten, die er erobert hat. Auch hier weicht der Roman wieder vom Standard 40K-Roman ab, bei dem es meist die Kämpfe (bzw. das Schlachten) am Schluss gibt. Hier trifft die imperiale Flotte gleich zu Beginn ein. Die Kämpfe gibt es hier zwar (und auch Solomon mischt fleißig mit, er kann also auch blutig), aber sie laufen nebenher und nicht ganz so ausführlich wie in den Schlächterszenen einiger anderer Romane. Auch das ist mehr als positiv.
Ja, die Schlachten gehören zu 40K, es ist aber auch Fakt, das sich viele von ihnen wie ein Einheitsbrei lesen und sie irgendwie Mittel zum Selbstzweck sind. Zumindest wirkt es manchmal so, als müssten sie um Gedeih und Verderb in jedem Buch auftauchen. Die wenigen “härteren” Szenen wirken daher diesmal gar nicht so aufgesetzt. Positiv ist auch, das ein Assassine (bzw. mehrere) eingebaut wird, und dieser zeigen darf, was er so drauf hat. Auch diese Szenen sind sehr spannend umgesetzt…
…werden aber am Ende leider wieder etwas relativiert. Denn wie bei jedem Roman üblich (siehe meine Kritik zu “Die letzte Klinge“) muss die titelgebende Fraktion natürlich als Sieger hervorgehen, verlieren kommt nicht in Frage. Daher muss Solomon auch triumphieren und sein Artefakt bekommen – was auch sonst? Dem zum Opfer fallen dann auch die Assassinen, die am Ende fast schon beiläufig abgemurkst werden. Dabei ist der eine, der sich in den imperialen Truppen versteckt hat und quasi auch im Vorbeigehen abgemurkst wird, noch recht witzig eingebaut, denn hier passt der Kontext. Bei den beiden anderen ist es aber eher Gevatter Zufall, der hier gehörig nachhilft und die stellenweise übermächtigen Gegner am Ende fast schon zur Witzfigur degradiert. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, der Autor wusste nicht, wie er die übermächtigen Gegner am Ende aus der Geschichte schreiben soll
Auch Tulava, als Zauberin, bekommt hier einige schöne Szenen. Wären sie nicht Space Marine und Hexe könnte man fast meinen, hier würde sich eine Liebesgeschichte anbahnen. Die beiden agieren als Team aber ausgesprochen gut, wohingegen es diesesmal keine großen anderen Charaktere gibt, denen ähnlich großer Raum eingestanden wird. Das ist nicht schlecht, die beiden reichen auch völlig, um den Roman zu tragen. Auffallend ist auch, das in den letzten Romanen die Teleporter zugenommen haben. Die gibt es wahlweise mit Technologie (klassisches Beamen) sowie eben durch Warpwandeln (was manchmal Mutationen verursacht, was hier auch Thema ist). Dass es Abaddon z.B. macht, war ja noch “normal”, vor 20 Jahren war dieses Sci-Fi-Element gefühlsmäßig in 40K aber etwas verpönt. Dies scheint sich inzwischen (eigentlich auch positiv) geändert zu haben.
So endet auch diese Geschichte wieder auf einer guten Note, die man jedem ans Herz legen kann.





