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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)20.10.17

"Sakramente des Feuers"

David R. George III

Inhalt

Der DS9-Relaunch gilt vielen als Begründer inhaltlich fundierter und vor allem auch mutiger "Star Trek"-Romanen. Insofern ist es schade, dass dieser erste Relaunch nach einer absolut misslungenen neunten Staffel seit geraumer Zeit im Tiefschlaf verharrt und die Serie hauptsächlich in verschiedenen Crossovern wie zuletzt in "Typhon Pact" oder "The Fall" fortgesetzt wird. Mittlerweile sind die Hauptcharaktere stark verstreut und ein eigener Seriengehalt kaum mehr auszumachen. Aus dieser Perspektive ist es erfreulich, dass Pocket Books versucht, wieder Romane mit Titel "Deep Space Nine" zu publizieren. Anfang des Jahres erschien mit "The Missing" bereits eine unterhaltsame Erzählung, die eine Vielzahl unterhaltsamer Handlungsstränge auf der Station präsentierte, sie aber kaum zu einer Einheit verwob. Mit "Sacraments of Fire" macht sich David R. George III - der bereits für die DS9-Abschnitte in "Typhon Pact" und "The Fall"“ zuständig war – jetzt daran, die Handlung der eingeschlafenen Serie wieder zu beleben.

Iliana Ghemor landet nach einem Wurmlochaufenthalt bei den "Ascendants". Rasch wird sie von den religiösen Extremisten als Oberhaupt anerkannt. Sie schwört die Gotteskrieger auf einen Angriff auf DS9 ein und bereitet diesen vor. Kira landet derweil auf der Even Odds. Dabei stellt sie fest, dass sie in der Vergangenheit gelandet ist. Sie hat dadurch die Möglichkeit den von Iliana angeführten Angriff der "Ascendants" zu verhindern. Auf der Even Odds trifft sie zudem auf Taran'atar, der sich den Raumhändlern angeschlossen hat. Gefangen zwischen ihrer Sehnsucht den Vorfall zu verhindern und ihrer Treue zur Sternenflotte und der Temporalen Direktive, ist sie unsicher, was zu tun ist.

In der Gegenwart nimmt das Leben auf DS9 nach dem Anschlag auf Präsidentin Bacco wieder seinen Lauf. Während sich Sicherheitschef Blackmer mit Selbstvorwürfen überzieht, versucht Captain Ro Alltag herzustellen. Benjamin Sisko bereitet eine Patrouillienmission vor und Odo erfährt, dass ein weiterer Gestaltwandler von der Föderation aufgegriffen wird. Derweil verüben bajoranische Extremisten immer mehr Anschläge, mit denen sie beweisen wollen, dass die Propheten keine Götter sind. Dies fordert vor allem Ros sehr gläubigen Stellvertreter Cenn heraus. Außerdem ist der Bajoraner Altek aus dem Wurmloch aufgetaucht. Sein Schicksal wurde in vorherigen Bänden aus der Sicht Kiras, die von den Propheten zunächst in die ferne bajoranische Vergangenheit getragen wurde, geschildert. Nun ist er mithilfe der Propheten in der Gegenwart gelandet und niemand weiß genau, was er dort eigentlich soll..

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Kira landet in der Vergangenheit und erhält die Chance einen fatalen Angriff auf DS9 zu beobachten. Derweil machen Captain Ro bajoranische Extremisten zu schaffen.
David R. George III ist der Autor einiger genialer "Star Trek"-Bücher. Er kann meisterhafte Charakterisierungen vorlegen und seine Protagonisten in epischer Breite erstaunliche Ereignisse erleben. Gleichzeitig besteht in seinen Romanen aber auch das Risiko in eine seichte Belanglosigkeit abzudriften. Obwohl er in den vergangenen Jahren immer wieder Schlüsselromane in den verschiedenen "Star Trek"-Crossovern des 24. Jahrhunderts verfasst, finden sich darunter viele unnötige und langwierige Passagen. "Sacraments of Fire" reiht sich – so sehr man sich auch einen schwungvollen Neustart des DS9-Relaunches gewünscht hätte – aus mehreren Gründen in letztere Reihe ein.

Erstens greift George III eine Vielzahl an Handlungen auf, die jedoch alle lediglich vor sich hinplätschern. Dadurch wirkt der Roman auf der einen Seite an überladen. Auf der anderen Seite handelt es sich in der Regel aber um kleine, persönliche Problemchen, die in äußerst langsamen Tempo einer Lösung entgegenstreben. Natürlich ist es schön, mal wieder eine Seifenoper auf DS9 zu erleben. In "Sacraments of Fire" sind es jedoch beinahe ein halbes Dutzend Seifenopern sowie eine Vergangenheitsgeschichte, die allesamt fast ausschließlich aus Ankündigungen bestehen. So wirkt "Sacraments of Fire" wie eine Vorbereitungsgeschichte der Fortsetzung ohne eigenen Inhalt.

Zweitens zeigen die vielen persönlichen Geschichten, was mit dem DS9-Relaunch falsch gelaufen ist. Am Ende der Fernsehserie zerstreute sich die Besatzung in verschiedene Richtungen. Die Buchserie brachte einige Charaktere zurück und baute neue Protagonisten auf. Dadurch entstand eine neue, überzeugende und vor allem vertraute Crew. Diese hat sich nun wiederum in verschiedenen Crossovern über den gesamten Quadranten verteilt. So bleibt George III lediglich die Möglichkeit, mit den verbliebenen Charakteren Einzelgeschichten zu erzählen, ein Gesamtbild mag nicht mehr aufkommen. Auch bemerkt man immer wieder, dass einzelne Charaktere in den Crossovern schlicht vergessen wurden bzw. in den Ereignissen in "Destiny", "Typhon Pact" und "The Fall" einfach keine Rolle spielten. DS9 bräuchte eine strukturierte Neuausrichtung, doch George III knüpft einfach "nur" an das Restmaterial an. Dabei wäre es seine Aufgabe, wieder für ein überzeugendes Ensemble auf DS9 zu sorgen.

Drittens ist es an vielen Stellen enorm schwierig den Beweggründen einzelner Charaktere wie zum Beispiel Kira oder Iliana zu folgen. Die jeweiligen Romane, die ihre Motive ausbreiteten, liegen zwei oder gar vier Jahre zurück. George III spart jedoch mit jedweder Erklärung. Während in anderen Romanen immer wieder kleine Absätze die vorherige Handlung zusammenfassten, geschieht dies in "Sacraments of Fire" kaum. Hier hätte man den meisten Lesern einen Gefallen getan, wenn man wenigstens gelegentlich kleine Erklärungen eingebaut hätte. Zu allem Überfluss verweist z.B. Kira regelmäßig auf Ereignisse wie der Angriff der "Ascendants", die in "Star Trek"-Romanen gar nicht direkt beschrieben, sondern lediglich in Erinnerungen erwähnt wurden.

Viertens ignoriert "Sacraments of Fire" beinahe vollständig den vorherigen DS9-Roman "The Missing". Vor allem Blackmers Selbstvorwürfe wurden dort bereits thematisiert und hier nun beinahe in der gleichen Art wiederholt. Dies ist ärgerlich, immerhin hätten diese zwei Romane die Möglichkeit geboten, den DS9-Relaunch neu auszurichten. So aber bleibt mit "The Missing" ein kurzweiliger, aber substanzloser und mit "Sacraments of Fire" ein langatmiger, aber immerhin das Relaunch ein Stück voranbringender Roman.

Freunde des DS9-Relaunches werden in "Sacraments of Fire" nichtsdestotrotz kleine Hoffnungsschimmer sehen. Denn der Roman bringt wieder Bewegung in die Ereignisse um die Raumstation. Die Vergangenheitshandlung bietet ein offenes Ende, das eine Fortsetzung verspricht. Und die bajoranischen Extremisten stellen sich als nicht-gewalttätig heraus und entdecken tatsächlich Beweise dafür, dass die Propheten sicherlich keine Götter sind, sondern entweder von jemand anderem geschaffen wurden oder aber sehr weltliche Hilfsmittel für ihre Besiedlung des Wurmloches benutzten. Dadurch erschüttern sie den bajoranischen Glauben mit unvorhersehbaren Auswirkungen. Während also die persönliche Ebene des Romans durch eine oberflächliche Behandlung der Charaktere nicht richtig überzeugen mag und die Spannung viel zu oft zu kurz bleibt, legt "Sacraments of Fire" immerhin die Basis für bessere Fortsetzungen.

Fazit: „Sacraments of Fire“ versucht den DS9-Relaunch zu beleben und enttäuscht dabei auf allen Ebenen. Der Roman kann einzig und allein Sympathiepunkte aufweisen, da er wieder etwas Bewegung in die Serie DS9 bringt.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlags.

Die Geschichte von Deep Space Nine geht in die nächste Runde und zwar mit dem vorliegenden Roman. Dabei macht gleich der Beginn deutlich: Die in "Seelenschlüssel" so plötzlich unterbrochene Handlung, die dann zu Destiny und danach gesprungen ist, wird fortgesetzt. Damit wird ein lange gehegter Fanwunsch endlich Wirklichkeit, denn damals war das Absetzen der Reihe schon etwas abrupt.

Und so darf man sich über eine Rückkehr von Taran'atar freuen, oder auch über die von Illiana Ghemor. Und Kira - war die nicht schon wieder aufgetaucht? Nun, für die Verbindung der einzelnen Elemente und die Erklärung über den abrupten Abbruch wurde eine gute Lösung gefunden: Zeitreisen. So kann Kira auf der einen Seite im Gamma-Quadranten sein und auf der anderen die Ereignisse um die Aszendenten als in der Vergangenheit geschehen abtun, obwohl es eigentlich für den Leser noch gar nicht passiert ist. Ja, es ist Science Fiction, dort ist ja bekanntlich alles möglich und auch Zeitreisen sind in Star Trek nichts Neues. Die Verknüpfung aller Elemente passt aber an dieser Stelle recht gut.

Das Buch an sich stellt dabei eher einen Ruhepol dar, denn Action gibt es fast gar nicht. Hier wird sich auf die Charaktere konzentriert und ihre Weiterentwicklung, was auch ganz in Ordnung ist und zu einem Großteil auch sehr gut funktioniert. Der Hauptteil der Handlung spielt dabei im November 2385, also kurz nach Baccos Ermordung und der "The Fall"-Reihe. Zum Glück wird auch nicht versucht, den Fall neu aufzurollen. Die Suche nach dem Mörder und die Verwicklungen, die daraus entstehen, werden nur kurz angerissen.

Zwar wissen die Charaktere nichts davon, der Leser kennt die Geschehnisse um den korrupten UFP-Präsidenten aus genannter Reihe schon und wäre daher recht gelangweilt gewesen, wenn die Crew der Station Hunderte Seiten lang nur Hirngespinsten nachgejagt wäre, deren Ausgang man bereits kennt. Trotzdem passen an der Stelle ein paar Szenen nicht so recht, etwa Akaars Misstrauen gegenüber Ro. Auch wenn es in gewisser Weise nachvollziehbar ist und es sich später als Druck des falschen Präsidenten herausstellt, kann man sich des Gefühls nicht erwehren, das hier ein bisschen Out-of-Character gehandelt wird. Dies trifft ebenso auf Ro und ihre anfängliche Einstellung zu.

Derartige Schnitzer halten sich aber in Grenzen und zumindest im Falle Ro werden sie am Ende bei der Interaktion mit Prynn wieder ausgebügelt. Die restlichen Szenen sind durch die Bank weg gelungen und vermögen, den Werdegang der Charaktere gut aufzuzeigen. So darf Taran'atar etwa seine Freundschaft zu Kira entdecken und auch die Crew der Even Odds, die wir aus anderen Romanen der Reihe kennen, wird näher vorgestellt. In Anbetracht dessen, dass die Crew des Schiffes dann am Ende eher schnell abgekanzelt wird, ist es fraglich, ob eine derartige Vorstellung sinnvoll war, aber das sind eher unwesentliche Details.

Im weiteren Verlauf wird der Glaube der Bajoraner erschüttert, was für den Leser aber nicht ganz so erschütternd ist, und Odo entdeckt eine seltsame Form, wobei beide Sachen nicht aufgelöst werden. Bleibt an dieser Stelle zu hoffen, das diese Handlung nicht auch derart abrupt endet, wie der Handlungsstrang zuvor.

Zuguterletzt sollten noch die Bösewichte erwähnt werden. Von den Aszendenten hatte man ja schon früher gehört und auch Ghemor ist altbekannt. Die große Bedrohung, die sich hier anbahnt, bleibt aber nach dem Beginn aus. Erst nach etwa 200 Seiten gibt es noch einmal ein kurzes Intermezzo, dann bleibt bis kurz vor Schluss auch wieder alles ruhig. Auch hier hätte man vielleicht etwas mehr Einblicke in die neue fremde Kultur bringen können. Immerhin, es ist der erste Teil eines Mehrteilers, so dass die neuen Feinde vielleicht in der nächsten Geschichte etwas mehr Entfaltungsspielraum bekommen. Aber auch das ist natürlich Meckern auf hohem Niveau.

Fazit: Ein ruhiger Charakterroman, der besser funktioniert als der direkte Vorgänger ("Misstrauen"). Trotz einiger Schwächen in der B-Note bleibt ein rundes Gesamtbild zurück, das sich homogen in das Deep Space Nine-Umfeld einfügt.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Sakramente des Feuers"

Originaltitel "Sacraments of Fire"

Buchreihe DS9-Relaunch

Autor David R. George III

Preis 15 Euro

Umfang 505 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-202-3

(wc, tg - 20.10.17)


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