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Peter Schipfmann (ps)16.02.03

"Aufbruch ins Unbekannte"

Diane Carey

Inhalt

Das Buch beinhaltet den Roman zur Pilotfolge von "Enterprise" und ein ausführliches Nachwort (Titel: "Hinter den Kulissen von 'Enterprise'") von Paul Ruditis.

Der Roman

Jonathan Archer, ein zehnjähriger Junge bemalt das Modell eines Raumschiffes, welches dem ähnelt, was sein Vater Henry zusammen mit dem legendären Zephram Cochrane baut. Doch nicht der Vater, sondern erst der Sohn soll mit einem Raumschiff dahin vorstoßen, wo bisher noch kein Mensch zuvor gewesen ist.

Dreißig Jahre später stürzt ein Schiff mit einem Klingonen an Bord in einem Maisfeld in Broken Bow, Oklahoma, ab. Der Klingone flieht vor zwei Suliban in ein Silo, diese folgen ihm in den Turm. Er springt oben aus einer Luke, beschießt den Turm mit seinem Phaser. Der fliegt daraufhin mitsamt seinen Feinden in die Luft. Gerettet ist er damit aber nicht. Ein örtlicher Farmer schießt aus Panik mit seinem Plamagewehr auf ihn. Der Klingone bricht schwerverletzt zusammen.

Dieses Ereignis führt dazu, dass trotz erheblicher Bedenken von vulkanischer Seite aus, ein Raumschiff der Erde, die Enterprise NX-01, endlich einen längeren interstellaren Raumflug unternehmen kann. Es soll den Fremden zurück zu seiner Heimatwelt Qo'noS (Kronos) bringen. Doch leider wird der Passagier während des Fluges von den Suliban entführt. Der erste Offizier der Enterprise, die Vulkanierin T'Pol, kennt den letzten Aufenthaltsort des Klingonen, bevor er auf der Erde strandete: Rigel X im Beta-Rigel System. Das Schiff fliegt zu dem Planeten und sendet ein Shuttle mit einem Erkundungsteam bestehend aus den Führungsoffizieren auf die Oberfläche. Vier der sechs Mitglieder des Außenteams werden von Suliban gefangen genommen. Diese stehen allerdings auf der Seite der Enterprise-Crew, wollen, dass der entführte Klaang sein Ziel doch noch erreicht. Deren Anführerin spricht von einem "Temporalen Kalten Krieg" welcher geführt wird. Sie werden leider von den anderen, übel gesinnten Suliban angegriffen, und Archer & Co können so gerade eben mit ihrem Shuttle entkommen.

Durch eine Modifikation ihrer Sensoren schaffen sie es, anhand der Warpspur dem feindlichen Sulibanschiff zu folgen. Die Spur führt sie zu einem Gasriesen, in dem sich der Stützpunkt der "bösen Suliban" befindet. Ein Scan ergibt: Der Klingone wird dort gefangen gehalten.

Man bringt sich in den Besitz eines kleinen Sulibanschiffes, Archer und Reed fliegen damit zur Station und befreien den Klingonen. Reed kehrt alleine mit dem Klingonen zur Enterprise zurück, Captain Archer muss vorläufig auf der Station bleiben. Er entdeckt bei seinem Rundgang auf der Suliban-Station eine seltsame temporale Kammer, in der es zu Verzerrungen der Raum-Zeit kommt. Ein Suilban, der offensichtlich ein Zeitreisender ist, versucht ihn zu töten. Im letzten Moment kann Archer an Bord der Enterprise gebeamt werden. Man bringt den Klingonen unversehrt nach Kronos. In der DNA von Klaangs Blut befinden sich wichtige Informationen über ein Komplott der Suliban. Die Enterprise hat mit ihrer ersten Mission einen blutigen Bürgerkrieg auf Kronos verhindert.

Für Starfleet hat der Erfolg des ersten interstellaren Fluges gezeigt, dass die Menschen reif für eine Erkundung ferner Welten ist. Die Enterprise erhält den Auftrag endlich mit ihrer eigentlichen Mission, "dahin zu gehen wo noch nie ein Mensch gewesen ist" zu beginnen.

Das Nachwort

Paul Ruditis erzählt, wie die Serie von der ersten Idee bis zum fertigen Konzept entstanden ist. Es kommen ausführlich die wichtigsten Personen bei der Entwicklung der Serie, wie Rick Berman (Produzent), Herman Zimmerman (Design) und Robert Blackwell (Kostümdesign), zu Wort.

Eine weit ausführlichere Inhaltsangabe der Folge und weitere Infos findet man auf TZN Enterprise.

Kritik

Das erste Warp 5-Schiff von Starfleet bricht zu ihren historischen Missionen auf.
Den Piloten der fünften Serie könnte ich schon kurz nach der Ausstrahlung in den USA sehen. Ich stand dem Konzept von "Enterprise" eher skeptisch gegenüber, aber "Broken Bow" hatte mich für die neue Serie eingenommen. Eine spannende, gut inszenierte Geschichte wurde da dem Zuschauer geboten. Die Charaktere waren vom Ansatz her recht interessant, wenn gleich noch ein wenig einfach, fast comicartig gehalten, jedoch hatten sie das Potential, sich zu entwickeln. Die Handlung bot zwar wenig von dem Tiefsinn, den man von einer "Star Trek"-Folge gemeinhin erwartet, setzte mehr auf Action und darauf, dass die Serie cool wirkt, aber was viel wichtiger war: Es war wirklich eine neue Serie, die sich von dem was man von "The Next Generation" bis "Voyager" kannte zum Teil deutlich unterschied. Ein guter viel versprechender Neuanfang.

Wie üblich kam dann auch der Roman zur Doppelfolge heraus, den ich aber erst einmal links liegen lies. Durch die engen Vorgaben von Paramount (man muss sich natürlich eng an das Drehbuch halten, künstlerische Freiheiten sind der Autorin nicht gestattet) und ein Interview mit Diane Carey in der sie sich abfällig über alle "Star Trek"-Serien, außer der ersten (Classic über alles), äußerte und bekannte, sie habe den Roman in kürzester Zeit auf einem Laptop (lieblos?) heruntergeschrieben, haben mein Interesse nicht gerade geweckt. Haben sich meine (Vor)urteile nach der Lektüre bestätigt?

Nun, der Roman gibt die Geschichte der gleichnamigen Folge korrekt wieder. Es gibt in einigen Szenen kleine Erweiterungen, die aber leider eher belangloser Natur sind und nicht viel Neues bringen. Eine komplette Nebenhandlung, die den Kürzungen des Studios zum Opfer gefallen ist, wie im "Star Trek Nemesis"-Roman gibt es in dieser Novelization nicht. Schön, dass hier im Gegensatz zur Original-Episode in der Sequenz, in der endlich die Entscheidung zum ersten interstellaren Raumflug fällt, alle Namen der Beteiligten genannt werden: der zweite vulkanischer Botschafter heißt Tos und die drei Vorgesetzten Archers heißen, Achtung: Forrest, Leonard und Williams. Dieser kleine und feine Brückenschlag zur ersten Serie wird nur im Roman deutlich. Des öfteren werden in kleinen inneren Monologen die Gedanken der Protagonisten wiedergegeben. Sie geben aber weitgehend nur das wieder, was dem aufmerksamen Zuschauer beziehungsweise dem Leser ohnehin schon klar ist. Flach- und nicht tiefsinnig tragen sie meist nichts zur Handlung bei. Manchmal wird es sogar unfreiwillig komisch. Kurz nachdem der Klingone das Silo in die Luft gesprengt hat, fragt er sich, schwerverletzt am Boden liegend, das folgende:

"Er starrte auf die brennenden Trümmer des Turms und fragte sich, warum dem Turm ein edler Tod vergönnt war, nur weil man explosives Material in ihm verstaut hatte"

Wie, ein toter Turm? Die gute Carey meint also, Klingonen halten Türme auf irgendeine Weise für lebendige, gar intelligente Wesen, denn nur die können ja sterben? Ja, ja, um mal einen alten deutschen Schlager leicht abgewandelt zu zitieren: "Mein Freund der Turm ist tot." Und der Klingone ist traurig.

Solche peinlichen Schnitzer gibt es einige im Roman. Sie zeugen meiner Meinung nach eher von der Lustlosigkeit der Autorin als von ihrer Unfähigkeit. Sie hat sich bei einer einträglichen leider ungeliebten Brotarbeit nur wenig Mühe gegeben. Der Konflikt zwischen den arroganten und überheblichen Vulkaniern und den ungeduldigen Erdbewohnern, die endlich in die tiefen des Weltraums vorstoßen wollen, ist im Roman erheblich schroffer und heftiger. T'Pol wirkt zudem erheblich unsympathischer. Die spezielle Atmosphäre der TV-Folge wird so ein wenig verfälscht.

Auf jeden Fall lesenswert ist das Nachwort von Paul Ruditis. Er lässt Rick Berman erklären, wieso er die Idee einer Serie, die zu den Anfängen zurückkehrt, für die beste Möglichkeit hielt, dem Phänomen "Star Trek" neuen Schwung zu verleihen. Wieso Scott Bakula der ideale Darsteller für den Captain ist und einiges mehr. Der legendäre Herman Zimmerman erklärt, wie er das Außen- und Innendesign des Schiffes nach welchen Kriterien entwickelt hat. Der Leser bekommt so interessante Einblicke in die Entstehung der Serie. Was ich vermisse, sind lediglich einige Fotos (vom Set und von der Episode), die das ganze abgerundet hätten.

Fazit: Ein eher überflüssiger Roman mit einem guten Nachwort.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Aufbruch ins Unbekannte"

Originaltitel "Broken Bow"

Buchreihe Enterprise

Autor Diane Carey

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
7,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 bis 4 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 234 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/6800

ISBN 3-453-86361-5

(ps - 17.12.10)


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