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Martin Weinrich (wc)27.04.13

"The Weight of Worlds"

Greg Cox

Inhalt

Das Ephrata Institut befindet sich außerhalb des Föderationsraums. Es ist ein Zentrum der Wissenschaft. Weit abseits der Zivilisation, weit entfernt auch von den zahlreichen Gegenspielern der Föderation, können sich die Wissenschaftler ganz auf ihre Arbeit konzentrieren. Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei, als der Crusade aus einer Dimension über das Institut fällt.

Die Fremden verfügen über eine Gravitationswaffe, mit der sie die Gravitation punktuell erhöhen oder senken können. Damit ersticken sie jeden Widerstand der Wissenschaftler im Keim. Dem Kreuzzug der Fremden geht es darum, die komplette Dimension zu der "Wahrheit" zu konvertieren. Sie machen sich jedoch nicht einmal die Mühe, irgendjemanden von ihrer Religion zu überzeugen. Stattdessen nehmen sie alle Föderationsbewohner des Ephrata Institut gefangen und setzen ihnen Masken auf, mit denen sie die Loyalität ihrer Gefangenen zu der "Wahrheit" erzwingen können.

Dem Kreuzzug fehlt jedoch eine Grundlage, um die Galaxis zu erobern. Mit ihrer Gravitationswaffe sind sie recht unbesiegbar. Allerdings haben sie keine Raumschiffe. Aus diesem Grund senden sie einen gefälschten Notruf an das nächste Schiff der Föderation: die Enterprise.

Kirk und Spock beamen sich mit Sulu und Lieutenant Yaseen auf den Planeten. Sie finden das Institut zerstört vor, kurz darauf werden sie gefangen genommen. Gleichzeitig wird die Enterprise unter dem Kommando von Uhura von einer Gravitationskanone immer näher an den Planeten gezogen. In dieser ausweglosen Situation erfahren die vier gefangenen Sternenflottenoffiziere, dass es innerhalb des Kreuzzuges eine Widerstandsbewegung gibt. Dank ihr entgeht Sulu der Versklavung. Kirk und Spock hingegen werden auf die andere Seite des Dimensionsportals gebracht – sie sollen dort dem Gottkönig gegenübertreten.

Kritik

Die Enterprise begegnet einem Kreuzzug aus einer anderen Dimension.
"The Weight of Worlds" ist ein spannender, stringent erzählter "Star Trek"-Roman, der ohne große Nebenhandlungen auskommt. Nach einigen Classic-Romanen, in denen vor allem nicht immer überzeugende charakterliche Tragödien im Mittelpunkt standen, ist das beinahe eine angenehme Abwechslung.

Der Gegner wirkt dabei zunächst äußerst eindimensional. Es handelt sich um religiöse Fundamentalisten aus einer anderen Dimension, die sich nun vorgenommen haben, die uns bekannte Galaxis zu missionieren. Ihre Opfer ähneln anschließend Borg-Opfern. Auch sie gehen gegen alles vor, was nicht zu ihnen gehört. Selbst die Möglichkeit, freiwillig zur "Wahrheit" überzutreten, wird nicht gewährt. Stattdessen erfordert der Kreuzzug absolute Loyalität, die aus Sicht der Aliens scheinbar nur durch die Masken und die damit verbundene totale Kontrolle gewährleistet werden kann. Leider wird dieses schreckliche Schicksal kaum thematisiert. Sulu muss zwar erleben, wie Crewmitglieder gegen ihn vorgehen. Wie diese sich dabei fühlen, wird aber leider weder während ihrer Taten noch am Ende angesprochen.

Die Motivation der Kreuzzügler bleibt bis zum Ende eindimensional. Es steckt wirklich ausschließlich religiöser Fundamentalismus hinter ihren Aktionen, mehr nicht. Ihre Gesellschaft ist jedoch bei weitem nicht so eindimensional, wie sich das der Gottkönig wünschen würde. Seine eigene Gattin, die ehemalige Hohepriesterin, führt eine Rebellengruppe an. Diese wendet sich dagegen, dass im Rahmen der strengeren Auslegung alter Schriften alle Kunstwerke verboten und zerstört wurden. Diese Gruppe führt Kirk und Sulu in die andere Episode.

Die Rebellen sind relativ interessant. Leider wird nicht genau erklärt, wie sich die Gruppe gebildet hat, wie sie in so einflussreiche Positionen gekommen ist. Denn die Hohepriesterin hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt, ihren Gatten früh verlassen. Wie hat sie dann aber ihre Leute in den Soldatentrupp einschleusen können, der das Dimensionsportal durchquert hat? Viele weitere Fragen werden nicht beantwortet. Die Existenz der Rebellengruppe muss somit schlicht akzeptiert werden.

Die andere Dimension wird zudem nicht besonders kreativ geschildert. Sicher, es gibt interessante alte Bahnanlagen, durch die Kirk und Spock auf ihrer Flucht vor den Truppen des Gottkönigs gejagt werden. Wirklich faszinierende und überraschende Elemente gibt es jedoch nicht. Das Volk bleibt vor allem deswegen anders, weil sie es geschafft hat, die Gravitation zu beherrschen. Auf dieser Fähigkeit basiert auch das Finale, in dem Kirk den Gottkönig in einem Spiel bezwingen muss.

Auf der Enterprise wird Scotty durch einen Unfall verletzt. Somit hat Lieutenant Uhura das Kommando über das Schiff. Sie schlägt sich gut, ihr Auftritt bleibt aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Schließlich kommt es selten vor, dass Uhura Kommandogewalt innehat. Diese seltene Chance wurde nicht dazu genutzt, erinnerungswürdige Szenen zu schaffen und das ist schade.

Obwohl der Roman in allen interessanten Punkten deutlich weiter in die Tiefe gehen könnte, bleibt er spannend. Abgerundet wird die Geschichte durch zwei interessante Finales. Im Ephrata Institut gelingt es der Enterprise die Verbindung der Masken mit ihren Trägern zu beenden. Dadurch erreichen die Menschen ihre Freiheit wieder. Das geschieht just in dem Moment, als der dortige Kommandant der Kreuzzügler, Sokis, Sulu exekutieren lässt - ein spannender Moment. In der anderen Dimension tritt Kirk dem Gottkönig gegenüber. Er muss ihn in einem Spiel herausfordern, in dem er eigentlich gar keine Chance hat. Im Hintergrund arbeitet Spock daran, eine Gedankenübertragung mit dem Gottkönig aufzubauen. Auch das gelingt in letzter Sekunde. Beide Abschlüsse sind nicht besonders kreativ - aber spannend.

Insgesamt erinnert die ganze Geschichte sehr an eine Folge der Serie. Es gibt keine komplizierten Charaktermomente, sondern eine gradlinige, spannende Geschichte, die den Leser einfach gut unterhält.

Fazit: "The Weight of Worlds" bietet keine besonders kreative Handlung: Aus einer anderen Dimension tauchen übermächtige Gegner auf, die die ganze Galaxis mit ihrer religiösen Ideologie unterjochen möchten. Die fehlende Komplexität der Geschichte wird mit dem hohen Tempo und dem kurzweiligen Erzählstil ausgeglichen. Alles in allem wird man wirklich gut unterhalten.

"The Weight of Worlds" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Originaltitel "The Weight of Worlds"

Buchreihe Classic

Autor Greg Cox

Preis 5,70 Euro

Umfang 352 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 978-1-47670-2-834

(wc - 29.04.13)


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