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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)13.04.18

"Das Gewicht der Welten"

Greg Cox

Inhalt

Das Ephrata Institut befindet sich außerhalb des Föderationsraums. Es ist ein Zentrum der Wissenschaft. Weit abseits der Zivilisation, weit entfernt auch von den zahlreichen Gegenspielern der Föderation, können sich die Wissenschaftler ganz auf ihre Arbeit konzentrieren. Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei, als der Crusade aus einer Dimension über das Institut fällt.

Die Fremden verfügen über eine Gravitationswaffe, mit der sie die Gravitation punktuell erhöhen oder senken können. Damit ersticken sie jeden Widerstand der Wissenschaftler im Keim. Dem Kreuzzug der Fremden geht es darum, die komplette Dimension zu der "Wahrheit" zu konvertieren. Sie machen sich jedoch nicht einmal die Mühe, irgendjemanden von ihrer Religion zu überzeugen. Stattdessen nehmen sie alle Föderationsbewohner des Ephrata Institut gefangen und setzen ihnen Masken auf, mit denen sie die Loyalität ihrer Gefangenen zu der "Wahrheit" erzwingen können.

Dem Kreuzzug fehlt jedoch eine Grundlage, um die Galaxis zu erobern. Mit ihrer Gravitationswaffe sind sie recht unbesiegbar. Allerdings haben sie keine Raumschiffe. Aus diesem Grund senden sie einen gefälschten Notruf an das nächste Schiff der Föderation: die Enterprise.

Kirk und Spock beamen sich mit Sulu und Lieutenant Yaseen auf den Planeten. Sie finden das Institut zerstört vor, kurz darauf werden sie gefangen genommen. Gleichzeitig wird die Enterprise unter dem Kommando von Uhura von einer Gravitationskanone immer näher an den Planeten gezogen. In dieser ausweglosen Situation erfahren die vier gefangenen Sternenflottenoffiziere, dass es innerhalb des Kreuzzuges eine Widerstandsbewegung gibt. Dank ihr entgeht Sulu der Versklavung. Kirk und Spock hingegen werden auf die andere Seite des Dimensionsportals gebracht – sie sollen dort dem Gottkönig gegenübertreten.

Kritik

1.Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Die Enterprise begegnet einem Kreuzzug aus einer anderen Dimension.
"The Weight of Worlds" ist ein spannender, stringent erzählter "Star Trek"-Roman, der ohne große Nebenhandlungen auskommt. Nach einigen Classic-Romanen, in denen vor allem nicht immer überzeugende charakterliche Tragödien im Mittelpunkt standen, ist das beinahe eine angenehme Abwechslung.

Der Gegner wirkt dabei zunächst äußerst eindimensional. Es handelt sich um religiöse Fundamentalisten aus einer anderen Dimension, die sich nun vorgenommen haben, die uns bekannte Galaxis zu missionieren. Ihre Opfer ähneln anschließend Borg-Opfern. Auch sie gehen gegen alles vor, was nicht zu ihnen gehört. Selbst die Möglichkeit, freiwillig zur "Wahrheit" überzutreten, wird nicht gewährt. Stattdessen erfordert der Kreuzzug absolute Loyalität, die aus Sicht der Aliens scheinbar nur durch die Masken und die damit verbundene totale Kontrolle gewährleistet werden kann. Leider wird dieses schreckliche Schicksal kaum thematisiert. Sulu muss zwar erleben, wie Crewmitglieder gegen ihn vorgehen. Wie diese sich dabei fühlen, wird aber leider weder während ihrer Taten noch am Ende angesprochen.

Die Motivation der Kreuzzügler bleibt bis zum Ende eindimensional. Es steckt wirklich ausschließlich religiöser Fundamentalismus hinter ihren Aktionen, mehr nicht. Ihre Gesellschaft ist jedoch bei weitem nicht so eindimensional, wie sich das der Gottkönig wünschen würde. Seine eigene Gattin, die ehemalige Hohepriesterin, führt eine Rebellengruppe an. Diese wendet sich dagegen, dass im Rahmen der strengeren Auslegung alter Schriften alle Kunstwerke verboten und zerstört wurden. Diese Gruppe führt Kirk und Sulu in die andere Episode.

Die Rebellen sind relativ interessant. Leider wird nicht genau erklärt, wie sich die Gruppe gebildet hat, wie sie in so einflussreiche Positionen gekommen ist. Denn die Hohepriesterin hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt, ihren Gatten früh verlassen. Wie hat sie dann aber ihre Leute in den Soldatentrupp einschleusen können, der das Dimensionsportal durchquert hat? Viele weitere Fragen werden nicht beantwortet. Die Existenz der Rebellengruppe muss somit schlicht akzeptiert werden.

Die andere Dimension wird zudem nicht besonders kreativ geschildert. Sicher, es gibt interessante alte Bahnanlagen, durch die Kirk und Spock auf ihrer Flucht vor den Truppen des Gottkönigs gejagt werden. Wirklich faszinierende und überraschende Elemente gibt es jedoch nicht. Das Volk bleibt vor allem deswegen anders, weil sie es geschafft hat, die Gravitation zu beherrschen. Auf dieser Fähigkeit basiert auch das Finale, in dem Kirk den Gottkönig in einem Spiel bezwingen muss.

Auf der Enterprise wird Scotty durch einen Unfall verletzt. Somit hat Lieutenant Uhura das Kommando über das Schiff. Sie schlägt sich gut, ihr Auftritt bleibt aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Schließlich kommt es selten vor, dass Uhura Kommandogewalt innehat. Diese seltene Chance wurde nicht dazu genutzt, erinnerungswürdige Szenen zu schaffen und das ist schade.

Obwohl der Roman in allen interessanten Punkten deutlich weiter in die Tiefe gehen könnte, bleibt er spannend. Abgerundet wird die Geschichte durch zwei interessante Finales. Im Ephrata Institut gelingt es der Enterprise die Verbindung der Masken mit ihren Trägern zu beenden. Dadurch erreichen die Menschen ihre Freiheit wieder. Das geschieht just in dem Moment, als der dortige Kommandant der Kreuzzügler, Sokis, Sulu exekutieren lässt - ein spannender Moment. In der anderen Dimension tritt Kirk dem Gottkönig gegenüber. Er muss ihn in einem Spiel herausfordern, in dem er eigentlich gar keine Chance hat. Im Hintergrund arbeitet Spock daran, eine Gedankenübertragung mit dem Gottkönig aufzubauen. Auch das gelingt in letzter Sekunde. Beide Abschlüsse sind nicht besonders kreativ - aber spannend.

Insgesamt erinnert die ganze Geschichte sehr an eine Folge der Serie. Es gibt keine komplizierten Charaktermomente, sondern eine gradlinige, spannende Geschichte, die den Leser einfach gut unterhält.

Fazit: "The Weight of Worlds" bietet keine besonders kreative Handlung: Aus einer anderen Dimension tauchen übermächtige Gegner auf, die die ganze Galaxis mit ihrer religiösen Ideologie unterjochen möchten. Die fehlende Komplexität der Geschichte wird mit dem hohen Tempo und dem kurzweiligen Erzählstil ausgeglichen. Alles in allem wird man wirklich gut unterhalten.

"The Weight of Worlds" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

2.Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Der nächste Roman aus der TOS-Riege stammt vom langjährigen Star Trek-Veteran Greg Cox. Die Geschichte selbst handelt von der Invasion religiöser Fanatiker aus einem anderen Universum, was durchaus mal etwas anderes ist. Allerdings werden im Verlauf des Buches auch einige Klischees zuviel bedient.

Zunächst mal ist zu erwähnen, das vor allem Spock und Kirk im Mittelpunkt stehen. Diese beiden Charaktere handeln dabei so, wie man es gewohnt ist, viel Neues gibt es hier nicht zu bewundern. Der auf dem Cover abgebildete Sulu erhält dahingegen etwas mehr Freiraum und darf auch in einigen Actionsequenzen glänzen. Ganz besonderes Lob verdienen aber die Szenen mit Uhura. Diese wurde nicht nur in der Serie sondern auch in den Classic-Romanen eher vernachlässigt und darf diesmal gleich als amtierender Captain einspringen. Dabei macht sie sogar eine sehr gute Figur, was sicher auch den starken Frauenfiguren der letzten Jahre geschuldet ist. Leider bleibt insgesamt aber auch dieser Handlungsstrang hinter den Erwartungen zurück.

Abseits von diesen stillen Highlights bietet der Roman aber leider eher nur durchschnittliche Kost. Es gibt ein paar witzige Anspielungen, etwa wenn Kirks Ruf zur großzügigen Auslegung der obersten Direktive es sogar bis ins andere Universum geschafft hat. Alles in allem plätschert die Handlung aber etwas vor sich hin.

Dies liegt nicht unbedingt daran, dass das Setting langweilig wäre, auch wenn es in der Vergangenheit mehr als genug Invasionsstories gab. Viel eher liegt dies daran, das offenbar versucht wird, alle Elemente einer klassischen Star Trek-Folge einzubauen. Kirk trifft auf ein Volk, das sich gegenüber den Untertanen als Gott ausgibt: Check. Trotz kurzer Bedenken über die oberste Direktive hilft Kirk beim Sturz des Gottes: Check (wobei man hier immerhin erwähnen muss, das die Diskussion über die Direktive und wie man Kirk letztlich zum Helfen überlistet etwas anders ist, als man es aus der Serie kennt). Es gibt einen obligatorischen Kampf (immerhin kein Faustkampf) am Ende, der über das Schicksal entscheidet (wobei man klassisch mit nacktem Oberkörper antritt): Check.

Diese Szenen wirken allesamt etwas aufgesetzt und nicht so platziert, das unsere Helden eher zufällig hineinstolpern. Hier hat man leider wirklich das Gefühl, es wurde eine Art Checkliste abgehakt, worunter die Handlung allerdings leidet. Auch die Nebencharaktere bleiben an dieser Stelle etwas blass. Der rebellische Maxah etwa legt anfangs einen guten Auftritt hin, auch wenn man sich fragen muss, warum er nach der Ankunft auf der Enterprise nicht gleich seine Warnung herausgebrüllt hat und sich die Umstände des Durchkämpfens zur Brücke macht. Es sollte an dieser Stelle für jeden klar sein, das man fremde Eindringlinge nicht einfach dorthin lässt. Später wird seine Geschichte aber nicht mehr weiter erwähnt.

Auch die konvertierten Kolonisten auf Ephrat IV ereilen dieses Schicksal oder Sulus neuer Love-Interest. Anfangs noch ganz interessant eingeführt, versanden ihre Stories im Hintergrund und verschwinden später komplett aus der Handlung. Selbst McCoy und Scotty, die einen guten Start haben, werden später nur noch mit kurzen Sätzen abgehakt. Immerhin dürfen die Anführer der Fremden noch etwas mehr Präsenz zeigen, einmal der Gottkönig und auf der anderen Seite seine Frau im Widerstand. Auch diesen beiden fehlt es etwas an Tiefe, auch wenn hier immerhin versucht wird, ihnen etwas Kontur zu verleihen.

Am Ende zeigt sich, nicht zuletzt dank der Spock-typischen Gedankenverschmelzung (Checkliste!), das die Werte der Föderation doch ganz gut sind. Ein weiteres Volk bekehrt, Status Quo wieder hergestellt, eine weitere Episode zuende.

Fazit: Der Roman bietet eine eher standardmäßige Handlung, die ebensogut aus der Serie stammen könnte. Was zunächst gut klingt, leidet allerdings unter blassen Charakteren und aufgesetzt wirkenden Classic-Elementen. Hier wäre mehr drin gewesen.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Das Gewicht der Welten"

Originaltitel "The Weight of Worlds"

Buchreihe Classic

Autor Greg Cox

Übersetzer Markus Müller

Preis 14 Euro

Umfang 303 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-521-5

(wc, tg - 13.04.18)


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