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Julian Wangler (jw)08.10.05

"Gauntlet"

Michael Jan Friedman

Anmerkung

Erinnert sich noch jemand an die sehr frühe "The Next Generation"-Episode "Die Schlacht von Maxia"? Falls die grauen Zelle sich in dieser Hinsicht nicht reaktivieren lassen - hier ein kleiner Umriss des Inhalts der benannten Folge. Picard bekommt ein Geschenk von dem Ferengi DaiMon Bok angeboten. Es handelt sich dabei um die U.S.S. Stargazer, ein Raumschiff der Constellation-Klasse, welches er einst kommandierte. Die letzte Mission der "Stargazer" endete in der Schlacht von Maxia, in der Picard ein Ferengi-Schiff zerstörte. Er weiß jedoch nicht, dass bei diesem Gefecht Boks Sohn ums Leben kam und er sich dafür rächen will...

Dass Picard und seine Mannen von der Enterprise Mittel und Wege finden, um dem fiesen Ferengi das Handwerk zu legen, steht durchaus nicht zur Debatte; aber wie verhielt sich das damals auf der Stargazer? Immerhin ist das Informationsrepertoir, das dem Leser in "Die Schlacht von Maxia" überantwortet wirkt, allenfalls schemenhaft. Man erfährt nie in "The Next Generation", was für Abenteuer Picard und seine vorige Crew auf der Stargazer erlebten, abgesehen einmal von ihrem tragischen Ende während des oben erwähnten Gefechts mit einem Ferengi-Marauder.

Genau dieses Problem behandelt die noch sehr junge Reihe mit dem - sinnigerweise - gewählten Titel "Star Trek: Stargazer".

Was sicherlich von vorneherein interessant sein dürfte, ist die Person des jungen Jean-Luc Picard; durchweg "The Next Generation" und auch im letzten Kinostreifen "Nemesis" bekommen wir ja immer wieder gesagt, dass der edle und moralisch rechtschaffene Charakter Picards keinesfalls konform geht mit der Verhaltensweise seines Egos 30 Jahre vorher. Es heißt, damals sei er ein Draufgänger gewesen, der oftmals unkalkulierte Risiken einging, und überhaupt dank Attributen wie Sturheit und Unerfahrenheit das simplifizierte Pendant zu seinem Alter Ego. Das Kommando auf der Stargazer erhielt der nicht einmal 30 Jahre alte Picard nur durch einen riesigen Zufall - und nicht von irgendwoher kommt es, dass so manch ein Admiral seine hierarchische Stellung mit einer gehörigen Portion Skepsis sieht.

Wie dem auch sein mag - Picard und seine Mannschaft auf der Stargazer homogenisieren und emanzipieren sich mit der Zeit während zahlreicher Abenteuer. Unter anderem geht es darum, einem gewieften Piraten das Handwerk zu legen, merkwürdigen Sitten und Gebräuchen außerirdischer Kulturen zu begegnen oder auch - und das ist wohl das Spektakulärste, was "Star Trek - Stargazer" anzubieten vermag - die Begegnung mit einer sehr alten und sehr mysteriösen Freundin, die in der "The Next Generation"-Doppelfolge "Gefahr aus dem 19. Jahrhundert erstmals auftaucht...

Inhalt

Der noch unerfahrene Captain Picard muss den Piraten White Wolf jagen.
"Gauntlet" stellt das erste Buch der bislang vier Bände umfassenden "Stargazer"-Serie von Michael Jan Friedman dar, das sich mit den Abenteuern unter Jean-Luc Picards erstem Kommando befasst. Die inhaltliche Vorhut bildet der "The Next Generation"-Roman "Valiant", das jedoch nicht offiziell zu dieser neuen, offiziellen Buchreihe gezählt wird.

Wir schreiben das Jahr 2333. Als der Kommandant der U.S.S. Stargazer, Captain Ruhalter, vorschnell bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, sieht sich der gerade einmal 28-jährige Jean-Luc Picard - zum besagten Zeitpunkt Erster Offizier an Bord - in der Verantwortung, den Befehl über das Schiff zu übernehmen. Sein Fürsprecher Admiral Mehdi aus dem Oberkommando setzt sich unter größtem Protesthagel durch, Picard so schnell wie möglich als neuen Captain der Stargazer zu vereidigen - den Ausschlag gibt das Argument, der junge Picard - wenngleich manchmal voreilig und übermütig in seinen Entscheidungen - verfüge über sehr unkonventionelle Kompetenzen. Damit ist er der jüngste Captain in der Sternenflotte und sogar noch jünger als seinerzeit der legendäre James T. Kirk.

Es ist aber nicht so, dass das Ganze nicht auch einen Haken hätte: Die Crew sieht ihrem neuen Kommandanten mit Skepsis und teilweise sogar Misstrauen entgegen, die Entscheidung, Picard zu Ruhalters Nachfolger zu ernennen, ist in vielen Augen und Ohren nur schwer nachvollziehbar.

Der erste Auftrag der Stargazer unter Picards Kommando führt das Schiff der Constellation-Klasse nach Sternenbasis 32, wo der Leiter der im hiesigen Sektor stationierten Sternenflotten-Einheiten, Admiral McAteer, eine allgemeine Konferenz sämtlicher wichtiger Captains einberuft, die in der stellaren Grenzregion zu den Cardassianern zugegen sind. Die Begegnung krampft in zweierlei Hinsicht: Nicht, dass das Wiedersehen mit McAteer alleine nicht bereits ausgereicht hätte, um Picard die gute Laune gehörig zu verderben - nein, jetzt beauftragt der Admiral die Stargazer noch damit, Jagd auf einen höchst gefährlichen Piraten, den "Weißen Wolf", zu machen, der in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Frachtschiffe der Föderation in den Breitengraden des Beta Barritus-Sektors überfallen hat.

Es ist klar, was McAteer damit bezweckt: Als einer der Gegner von Admiral Mehdis Entscheidung, Picard zum Captain der Stargazer zu machen, betraut er diesen nun mit einer Mission, die wenig Aussichten auf Erfolg bietet, um ihn langfristig an die Wand zu spielen, ihn hinsichtlich seiner Performance zu brandmarken und ihm, wenn der Zeitpunkt reif ist, den Befehl über die Stargazer wieder zu entreißen. Hinzu kommt, dass McAteer der Stargazer sieben neue Crew-Mitglieder zuteilt - allesamt gescheiterte Offiziere, die so ihre Probleme mit der militärischen Hierarchie, Disziplin und Loyalität haben. Picard soll sie zu anständigen Soldaten umerziehen - eine Bewährungsprobe pädagogischer Natur für den frisch gebackenen Captain der Stargazer. Es handelt sich also im wahrsten Sinne des Wortes um eine Feuertaufe für Picard und seine Crew.

Kritik

Man könnte meinen, "Stargazer"-Autor Michael Jan Friedman tritt in die Fußstapfen von Peter David ("Die Neue Grenze"): Zwar ist die inhaltliche Basis und die Vorgehensweise bei beiden nicht die gleiche, aber sowohl die Abenteuer der Stargazer als auch die der Excalibur werden mit einem starken Soap-Element eingeleitet, über das die Crew vorgestellt wird. Zweifelsohne muss man hier anmerken, dass "Stargazer" wesentlich direkter ins Geschehen der Interaktionen einsteigt und von daher anspruchsvoller geschrieben ist als die einleitenden vier Bände der "Neuen Grenze".

Doch genau hier beginnt das Dilemma des Doppelband-Auftakts von "Stargazer": In der Regel gilt es als professionelle Kunst - gerade im Franchise von "Star Trek" - Verknüpfungen zu den Serien oder anderen Werken aufzubauen; "Gauntlet" hingegen agiert nahezu völlig lose und wirft dabei eine Unmenge neuer (völlig unwichtiger!) Charaktere in die Runde, die im Kern letzten Endes gar nicht klar vorgestellt werden - sehr zur Verwirrung des Lesers. Erst ab der zweiten Hälfte des Buches wird das Abenteuer interessanter, weil die recht zusammenhangslosen Soap-Sequenzen der eigentlichen Mission - der Verfolgung des "Weißen Wolfs" - weichen.

Und kurioserweise kommen im Zuge dieser actionlastigen Momente die Besonderheiten so manchen Charakters wesentlich mehr zum Tragen als in den debütierenden Szenchen zwischenmenschlicher Kontakte. Nichtsdestotrotz sollte man meinen, Friedman hätte sich mehr auf den gerade zum Captain avancierten Picard konzentrieren sollen. Von ihm weiß man seit "The Next Generation", aber auch über den zehnten Kino-Streifen "Nemesis", dass er in seinen jungen Jahren wesentlich draufgängerischer und arroganter war - man hätte diese Diskrepanz zu seinem Alter Ego auf der Enterprise-D und -E besser herausarbeiten können. Ansonsten wäre es ratsam gewesen, sich lediglich auf einige wenige Leitcharaktere zu beziehen, über die die allgemeine - durchaus angespannte und widerspenstige - Verfassung der Crew dargestellt wird.

Unterm Strich ein Abenteuer, das enttäuscht, weil es nicht nur falsch proportioniert, sondern auch stilistisch recht verkorkst ist. Kaum zu glauben, dass Durchschnittsautor Friedman es in späteren "Stargazer"-Büchern schafft, die Flaute der Startbände auszukurieren und den ein oder anderen Treffer zu landen...

Bewertung

Weitere Infos


Originaltitel "Gauntlet"

Buchreihe Stargazer

Autor Michael Jan Friedman

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
6,49 Euro

Antiquarisch:
10 bis 11 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 266 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 0-7434-2792-0

(jw - 09.03.07)


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