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StartLiteraturScience-FictionRezension: "Zombie Army - Die Festung der Toten"

Rezension: “Zombie Army – Die Festung der Toten”

Mit “Zombie Army” ist wieder einmal ein Roman zu einem 3D-Shooter erschienen. Aber kann das wirklich gutgehen?

Inhalt (Klappentext):

HITLER IST BESIEGT. PLAN Z WURDE VEREITELT. ABER DIE TOTEN WANDELN IMMER NOCH.
Jun ist eine erfahrene Zombie-Jägerin, die die Hochrisikozone Norditalien zusammen mit ihren Gefährten bei Kriegsende nach versprengten Untoten und potenziellen Überlebenden durchkämmt. Dabei stoßen sie und ihr Team auf einer Routinepatrouille unversehens auf eine Gruppe von Flüchtlingen, die allem Anschein nach gezielt von einer ganzen Horde Untoter gejagt werden. Dies führt sie auf die Spur einer völlig neuen Bedrohung:

Offenbar ist es Nazi-Wissenschaftlern, die sich in einer geheimen Bergfestung hoch oben in den Alpen verschanzt haben, gelungen, den Zombies ihren Willen aufzuzwingen. Damit steht ihnen die ultimative Waffe zur Ausrottung der Menschheit zur Verfügung! Um zu verhindern, dass Hitlers Schergen am Ende doch noch ganz Europa unterjochen, bleibt Jun und ihren Freunden nichts anders übrig, als in einer wahren Selbstmordmission mit kaum einer Handvoll Soldaten in die schwer befestigte Alpen-Festung einzudringen.

Zombie Army (Panini)
Zombie Army: Die Festung der Toten

Kritik

“Zombie Army” ist ein 3D-Shooter und wie es manchmal so ist, kann man auch zu Shootern eine Geschichte erzählen. Die Ausgangslage des Romans ist dabei natürlich dieselbe wie im Spiel. Beim Fall des Dritten Reiches gibt der Führer noch Plan Z in Auftrag, was dazu führt, dass im Nachgang die Welt von Zombiehorden überschwemmt wird. Und dort müssen sich die Menschen eben zurechtfinden.

Zugegeben, so ein bisschen “Walking Dead” steckt da auch mit drin, was durch Szenen, in denen man in einem Flüchtlingscamp ist, das von Zombies belagert wird, noch verdeutlicht wird. Wer die Serie kennt, wird hier definitiv die ein oder andere Anleihe erkennen, was an dieser Stelle aber nicht negativ zu werten ist. Immerhin muss man beim Thema Zombie-Apokalypse teilweise schon mit der Lupe suchen, um noch neue Facetten abzugewinnen.

Der Anfang ist dabei noch recht interessant geraten, denn unsere Soldaten eskortieren ein paar Flüchtlinge in ein Lager. Dabei werden die einzelnen Helden namentlich kurz vorgestellt, allerdings bleiben sie nicht lange im Gedächtnis haften. Da ist Jun, die als einzige ein klein wenig Tiefgang bekommt, und noch andere Gesellen, wie der Sergeant oder Sibyl. Über deren Hintergründe erfährt man allerdings nur wenig, sodass sie von Beginn an blass bleiben. Eingangs fällt das noch gar nicht so auf, da man mitten in die Action geschmissen wird. Im weiteren Verlauf des Buches stellt man als Leser dann aber fest, dass einem die Charaktere eigentlich recht egal sind.

Okay, der Fairness halber muss man sagen, dass auch Werner noch Hintergrund spendiert bekommt, was aber daran liegt, dass er eine persönliche Beziehung zum Bösewicht der Story hat. Da gelingt es sogar, das Interesse an der Story hochzuhalten: Denn was wäre, wenn es wirklich gelungen sein sollte, die Zombies kontrollierbar zu machen? Dem müssen unsere Helden in der titelgebenden Zombie-Festung natürlich sofort nachgehen. Spätestens dort versackt die Story aber in der eisigen Einöde des Berges.

Denn dem Leser wird schnell klar, dass die Festung verlassen ist. Die Indizien mit den Lautsprechern sind einfach zu stark. Und dass man die Hundertschaften Zombies einfach übersieht, ist schwer zu glauben. Darin steckt aber ein typisches Klischee solcher Stories. Denn plötzlich ist man umzingelt! Und als ob das nicht genug wäre, ist der Bösewicht – Achtung, Spoiler! – schon lange tot und hatte gar keine Möglichkeit gefunden, die Zombies zu kontrollieren. Das mag ein zwar unerwarteter Twist sein, hebt den Roman aber leider auch nicht mehr hervor. Denn nun reihen sich Klischees an Klischees: Soldaten werden gebissen – klar, der geneigte Fan weiß: Dann gibt es keine Rettung mehr, obwohl man natürlich eben selbiges noch versucht, nur um festzustellen, dass die beiden sich dann doch noch opfern müssen.

Da man – abgesehen von einigen wenigen Sätzen – nun einmal so gar nichts zu den Helden, erfährt (außer den eingangs erwähnten beiden anderen), könnte es einem als Leser halt leider nicht egaler sein. Dahin ist die interessante Prämisse des Anfangs, als Zombies noch Baumstämme auf Zäune warfen (okay, Zufall, aber das wusste man da ja noch nicht). Überhaupt scheint man gegen Ende des Bandes etwas auf die Tube zu drücken. Denn nur zwei Seiten nach der berühmten Opferung der angeschlagenen Helden ist die Story auch schon wieder vorbei. Zuvor hat man sich noch durch ein paar Hundertschaften an Zombies geschnetzelt, was aber leider auch nicht viel spannender daherkommt.

So landet der Band am Ende leider nur am unteren Ende der Zombie-Nahrungskette und reiht sich damit in die Geschichte erfolgloser Spieleromane ein.

Fazit

Charaktere mit wenig Tiefgang kämpfen gegen Zombies und lassen dabei kein Klischee aus! Ein interessante Prämisse versackt schnell in der Langeweile einer öden Handlung. Nein, die Wertung ist an der Stelle nicht klischeehaft, sondern verdient.

Bewertung: [usr 2]

Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Chris Roberson
Originaltitel: Zombie Army – Fortress of the Dead
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2019
Übersetzer: Andreas Kasprzak
Seitenanzahl: 283
Preis: 15.- Euro
ISBN: 978-3-83323-949-6
Verlag: Panini

 

Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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