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    StartLiteraturStar-Trek-BücherRezension: "Die Star Trek Chronik Teil 2 - Star Trek: Raumschiff Enterprise"

    Rezension: “Die Star Trek Chronik Teil 2 – Star Trek: Raumschiff Enterprise”

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    Wir werfen einen Blick auf den jüngst erschienenen zweiten Band von “Die Star Trek Chronik”.

    Inhalt (Klappentext):

    “Die Star-Trek-Chronik” im Verlag in Farbe und Bunt im schicken Uniform-Design, die ausführlich durch die Entwicklung, Produktionsgeschichte und Nachwehen jeder einzelnen Star-Trek-Produktion führt, geht mit der klassischen Originalserie aus den 60er-Jahren in die zweite Runde. Die Autoren Björn Sülter (“Es lebe Star Trek”) sowie Reinhard Prahl (“Es lebe Captain Future”) und Thorsten Walch (“Es lebe Star Wars”, “Es lebe Captain Future”) haben es sich darin zur Aufgabe gemacht, alle Serien aus dem Trek-Universum intensiv zu beleuchten und jeder ein eigenes Buch zu schenken. Der zweite Band deckt die Abenteuer der Crew rund um Captain Kirk, Spock, McCoy, Scotty, Uhura, Sulu und Chekov ab. Drei Jahre lief die Serie und brachte es dabei auf 79 Episoden, den ersten Pilotfilm “The Cage” (“Der Käfig”) und eine kurzlebige Animationsserie. Neben einem ausführlichen Kapitel über Schöpfer Gene Roddenberry, einem Portrait zu DeForest Kelley, Infos über die Idee zur Serie, die Produktionsphase, das Casting und die Macher, drehen sich weitere Features um die Aliens im Urkonzept der Serie, Kontroversen, Rettungsversuche, die Conventionszene, “Phase II”, Fanfilme, neuen Glanz in HD, die Karrieren der Darstellerinnen, Darsteller & Macher, die Synchronisation sowie das zweite Leben der Show im Buchsektor. Abgerundet wird das Buch durch ausführliche Rezensionen der Autoren. Mit einem Vorwort von Bjo & John Trimble sowie Interviews mit Vic Mignogna (“Star Trek: Continues”), Kelley-Kenner Kris M. Smith und den Trimbles. “Die Star-Trek-Chronik” bringt alle Infos und Fakten zur Serie. Im edlen Stil der vielfältigen Uniformen aus den verschiedenen Serien gehalten, erhalten Fans eine wertige Edition über alle Trek-Serien, die sich nicht nur wunderbar lesen, sondern auch sammeln lässt. “Die Star-Trek-Chronik” schließt somit eine Lücke, die nach dem vierten Teil von “Das Star Trek Universum” von Ralph Sander gerissen und leider nie geschlossen wurde.

    Kritik

    Vorgeschichte

    “Die Star Trek Chronik – Teil 1: Star Trek: Enterprise” (Verlag iFuB, 2020).

    Bevor wir uns dem zweiten Band der “Star Trek Chronik” zuwenden, müssen wir an dieser Stelle noch einmal kurz auf die Vorgeschichte der Buchreihe eingehen, die es mit TrekZone gibt. Wer also lieber gleich zur Kritik an sich will und sich nicht für die Hintergründe interessiert, der möge bitte gleich zum nächsten Absatz vorspringen.

    Für alle anderen kommt nun eine Zusammenfassung der Ereignisse:
    Denn ich habe einen ganz geheimen und fiesen Plan entwickelt, um Björn Sülter zu uns in den Podcast zu bewegen. Nach einer negativeren Rezension des ersten Bandes hatte uns Björn nämlich angeschrieben und wir haben gleich Nägel mit Köpfen gemacht und uns darüber – und über diverse andere Themen – unterhalten.

    Spaß beiseite, natürlich war das nicht von Anfang an der Plan gewesen. Aber so haben sich die Ereignisse eben entwickelt. In der Retrospektive war das Wort “Geldmacherei” vielleicht etwas übertrieben. Denn wer immer einen Roman (oder in dem Fall ein Sachbuch) schreibt, der will natürlich auch irgendwie Geld damit verdienen. Das ist auch absolut legitim.

    Nichtsdestotrotz war der Podcast bzw. das Gespräch durchaus fruchtbar. Gut ein Jahr später liegt also Band 2 der “Star Trek Chronik” vor und man (oder in dem Fall: ich) durfte gespannt sein, was uns dieses Mal erwartet. Nach “Enterprise” (Bd. 1)  ist nun “The Original Series” an der Reihe.

    Auch das im Podcast angekündigte “Versöhnungsgespräch” zwischen Björn Sülter & Tom Götz fand auf der Fedcon 2021 statt. Nicht, das wirklich böses Blut geherrscht hätte (Bild: TZN)

    Zu guter Letzt möchte ich an dieser Stelle noch anmerken, dass wir in keiner Weise für diese Rezension bezahlt wurden oder sonst irgendwie beeinflusst wurden. Ja, wir haben auch kein Rezensionsexemplar bekommen. 😉

    Also alles, was hier geschrieben steht, ist total freiwillig und spiegelt lediglich die Meinung des Rezensenten wider.

    Und sie können es doch

    Vorneweg sollte sogleich erwähnt werden, dass der zweite Band deutlich besser als der erste daherkommt. Zwar nehmen Episodenbesprechungen immer noch einen Großteil ein,  nämlich von Seite 80 bis fast Seite 400. Sie sind dieses Mal aber einen Ticken abwechslungsreicher gestaltet. Doch der Reihe nach.

    Viele Hintergrundinfos zu TOS und TAS
    “Die Star Trek Chronik Band 2 – Raumschiff Enterprise” (Verlag iFuB, 2021)

    Los geht es zunächst mit Hintergrundinfos zu Gene Roddenberry und der Entstehung von “Star Trek”. Und hier ist wirklich gelungen, was man im ersten Band schmerzlich vermisst hat, nämlich die ein oder andere nicht so geläufige “Neuheit” einzubauen. So etwa von Roddenberrys erster Frau oder seinen Affären. Klar, ganz hartgesottene Hardcorefans (Achtung, Wortspiel!) mögen das vielleicht schon gewusst haben. Für alle, die nicht so tief in der Materie drin sind, sind das aber schöne Details, die in Band 1 noch sträflich vermisst wurden.

    Auch Infos zu den Hauptdarstellern dürfen nicht fehlen, wobei diese dann auch später nochmal in ihrer Nach-“Star-Trek”-Zeit beleuchtet wurden. Da man dabei nur bis zum Jahr 1979 geht (immerhin soll es auch einen eigenen Kinofilm-Band geben), hat dies logischerweise zur Folge, dass man sich etwas ausführlicher mit dem Jahrzehnt der 70er beschäftigen kann. Denn dieser zweite Band behandelt nicht nur die Original-Serie (TOS), sondern auch die erste Star Trek-Zeichentrickserie “The Animated Series” / “Die Enterprise” (TAS).

    Detaillierte Episodenbesprechungen

    Wie erwähnt werden die einzelnen Serienepisoden wieder im Detail vorgestellt und besprochen, wobei die einzelnen Staffeln unter den Autoren aufgeteilt wurden. Vor allem zu Beginn merkt man hier einen leicht ‘buchaffinen’ Einschlag, da viele Buchvergleiche herangezogen werden, was mich immer mal wieder denken ließ, ich würde hier “Die Literatur in ‘Star Trek'” statt eine tiefergehende Episodenbesprechung lesen. Dies wird dann im Verlauf des Buches aber besser und wirkt sich auch positiv auf den Lesefluss aus.

    Was mich immer ein klein wenig stört, ist die Tatsache, dass in solchen Werken die englischen Episodentitel verwendet werden, wenn man sich auf andere Episoden bezieht. Ich weiß, dass viele Fans das englische Original sehen. Ich muss aber beim Episodentitel immer auf den deutschen “umdenken”, denn immerhin bin ich – wie viele von uns – mit diesen groß geworden und nicht mit den Originaltiteln. Andere Leser haben hier aber sicher andere Vorlieben.

    Indes muss aber angemerkt werden, dass sich nach über 100 Episodenbesprechungen schon ein klein wenig Langeweile einstellt. Immerhin sind wieder schöne Karikaturen etwa von Kirk und Spock bei den Episoden dabei, die diesmal aber nicht aus der Feder von Ralph Sander stammen, sondern von Stefanie Kurt.

    Der Cast von “Star Trek” / “Raumschiff Enterprise” (Bild: ViacomCBS via TrekCore).
    Zwischendurch Produktionsanekdoten und Interviews

    Zwischen den einzelnen Staffeln gibt es auch ein paar Auflockerungen in Form von Textseiten, in denen beschrieben steht, was zwischen den Staffeln passiert ist. Diese sind allerdings fast schon etwas zu kurz und bieten – vor allem nach Serienende – nur eine kleine Zusammenfassung der Episoden. Hier hätte man durchaus etwas tiefer auf die Briefkampagnen zur Rettung der Serie eingehen können. Okay, das kommt dann hinterher, wenn es ans Kapitel über das Fandom geht und dort z.B. auch Interviews mit den Trimbles präsentiert werden. Das Ganze hätte aber zwischen den einzelnen Staffeln meiner Meinung nach noch etwas besser aufgelockert.

    Immerhin gibt es diesmal auch ein paar Produktionsanekdoten, auch diese waren im ersten Band noch rar gesät. Im Anschluss an die Folgenbesprechung schließt sich auch eine Betrachtung der einstmals geplanten “Phase II”-Serie an. Auch wenn diese vielleicht eher in den Kinofilm-Band gepasst hätte, führte sie doch quasi direkt zur Produktion von “Star Trek: The Motion Picture”/”Der Film”. Aber an der Stelle darf man einfach gespannt sein, was die Autoren im Kinofilm-Band dann abliefern werden.

    Etwas Kritik muss an der Stelle aber noch sein, denn der ein oder andere Flüchtigkeitsfehler scheint sich eingeschlichen zu haben. So wird beispielsweise bezüglich der Folge “Devil’s Due” mit keinem Wort erwähnt, dass diese später mit Picard in “The Next Generation” (TNG 4×13 “Der Pakt mit dem Teufel”) doch noch umgesetzt wurde. Aber darüber kann man an dieser Stelle wohlwollend hinwegsehen. Ob die Betrachtung der nie realisierten Serie in dieser Detailfülle nötig gewesen wäre, ist eine weitere Frage, die jeder für sich beantworten sollte. In eine “Chronik” gehört sie aber sicher in der ein oder anderen Form hinein.

    TOS-Bücher-Universum

    Es schließen sich Kapitel über die deutsche Convention-Szene (durchaus interessant) sowie über die TOS-Bücher an. Vor allem Letzteres war bekanntlich von vielen Fans des ersten Bandes als zu kurz geraten moniert worden. Hier werden gute Bücher aus den ganzen Roman-Ären herausgepickt und vorgestellt. Das ist nicht schlecht und vermag zu gefallen. Den Abschluss bildet schließlich ein Blick auf die Fan-Filme zu TOS. Das wäre an dieser Stelle vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, aber es spricht andererseits auch nichts dagegen. Hier werden einige der bekanntesten Exemplare aufgeführt.

    Fazit

    Hintergrundinfos zu Star Trek gibt es auch hier wieder viele, und die Episodenbesprechungen nehmen wieder einen Großteil des Buches ein. Von der locker-leichten Art von “Es lebe Star Trek” ist man zwar noch meilenweit entfernt, ein Blick lohnt sich aber sicher für Neueinsteiger wie Altfans.  Aber Luft nach oben muss es ja immer geben und so wirkt Band Zwei an dieser Stelle eindeutig sehr viel runder als der Vorgänger.

    Bewertung 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

    Quick-Infos

    Autoren: Björn Sülter & Thorsten Walch & Reinhard Prahl
    Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
    Seitenanzahl: 533
    Preis: 14,80 Euro
    ISBN: 978-3-95936-281-1
    Verlag: in Farbe und Bunt (iFuB)
    Verlag Björn Sülter
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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    2 Kommentare

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    2 Kommentare
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    Ich kaufe dieses Buch nicht. Der Enterprise-Band war Enttäuschung genug.

    Herr Sülter versteht es hervorragend, alten Wein in immer neuen Schläuchen zu verkaufen. Von einem Trek-“Experten” erwarte ich, dass er auch Inhalte liefert, die man sich nicht alle auch selbst bei Memory Alpha zusammensuchen kann. Früher punkteten Trek-Magazine und -Bücher auch durch exklusive Inhalte wie Interviews. Heute, wo alles im Netz zu finden ist, müsste der Fokus auf Exklusives ungleich größer sein. Stattdessen werden längst im Netz verfügbare Rezensionen wieder und wieder aufgegossen. Das ist eigentlich schon dreist. Doch offenbar funktioniert es trotz “Neuland” noch immer. Es sei ihm gegönnt. Ein Benjamin Stöve ist deutlich besser vernetzt, wenn ich mir… Weiterlesen »

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