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    Call to Arms! Der Dominion-Krieg in “Star Trek: Deep Space Nine” (Teil 2)

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    Der Dominion-Krieg ist einer der wichtigsten Handlungsbögen in “Star Trek: Deep Space Nine”. In den letzten beiden Staffeln war die Serie über weite Strecken ein Anti-Kriegs-Drama. Wir haben uns diesen Story-Arc mal etwas genauer angesehen. Im zweiten Teil unserer vierteiligen Artikelreihe gucken wir uns den Konfliktverlauf an.

    Star Trek: Deep Space Nine © Paramount

    Die Anfänge: Hybrider Krieg

    Der Begriff “hybride Bedrohung” begegnet einem heute häufiger, wenn man Zeitung liest oder Nachrichtensendungen anschaut. Unter einer “hybriden Kriegsführung” versteht man die “Kombination regulärer und irregulärer politischer, wirtschaftlicher, medialer, subversiver, geheimdienstlicher, cybertechnischer und militärischer Kampfformen. Dadurch verwischen die rechtlichen und moralischen Grenzen zwischen Krieg und Frieden. Die einhegende und zivilisierende Wirkung dieser Grenzen, Normen und Regeln geht verloren. Ein zentrales Motiv der Kriegsparteien ist, die Zurechnung von (völker-)rechtlich und moralisch unzulässigen Handlungen unmöglich zu machen. Oft soll selbst die eigene Kriegsbeteiligung verschleiert werden.” (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung“)

    Auch bezüglich dieser Thematik war “Deep Space Nine” in den 90ern seiner Zeit weit voraus. Das Dominion nutzt die hybride Taktik vor allem in der Zeit von Staffel 3, 4 und 5, also noch bevor der “kalte” Krieg zwischen dem Dominion und der Föderation zu einem “heißen” Krieg wird.

    Zielobjekt #1: Romulaner & Cardassianer

    In einem ersten Schritt veranlasst das Dominion im Jahr 2371 die beiden Geheimdienste von Romulus (Tal Shiar) und Cardassia (Obsidianischer Orden) dazu, ihre geheimen Flotten zu vereinen und einen Angriff auf die Heimatwelt der Gründer zu starten. Diese Mission entpuppt sich jedoch als Falle und es gelingt dem Dominion, zwei der schlagkräftigsten Geheimdienste des Alpha-Quadranten zu eliminieren (3x 20/21 “Der geheimnisvolle Garak, Teil 1 & 2). Die Zerstörung der gemeinsamen Task Force hat schließlich nachhaltige Folgen sowohl für das Romulanische Sternenimperium als auch auf die Cardassianische Union.

    Eine kombinierte Task Force aus Tal Shiar und Obsidianischen Orden greift 2371 die Heimatwelt die Gründer an (Bild: DS9 3×21 © Paramount, 1995).

    Während sich die Romulaner erst einmal in ihr Territorium zurückziehen (mit kurzer Rückkehr in DS9 5×15 “Im Lichte des Infernos”), bricht auf Cardassia eine Übergangsphase mit mehreren Regierungswechseln an. Zunächst wird das Zentralkommando entmachtet und der zivile Detapa-Rat gewinnt an politischem Einfluss. Die Union ist in dieser Zeit jedoch innenpolitisch sehr instabil und außenpolitisch schwach (DS9 4×01 “Der Weg des Kriegers”). Der Krieg mit den Klingonen (siehe unten) schwächt diese Regierung dann in besonderem Maße, sodass es Gul Dukat rund ein Jahr später gelingt, die Macht auf Cardassia an sich zu reißen und die Cardassianische Union an das Dominion anzuschließen (DS9 5×15 “Im Lichte des Infernos”).

    Den Gründern ist es 2372/73 somit mittels einer penibel geplanten und geschickt umgesetzten Intrige gelungen, eine der einflussreichsten Mächte des Alpha-Quadranten zunächst zu schwächen und dann – als Folge dieser Schwächung – an sich zu binden (bandwagoning). Eine erste Spaltung der Alpha-Quadrant-Mächte ist somit vollbracht.

    Pro-Dominion-Propaganda

    Auf Cardassia Prime ist staatliche Propaganda ein gängiges Mittel, um die Zivilbevölkerung politisch auf Linie zu bringen. Das Zentralkommando, die Militärregierung Cardassias, überträgt in beachtlicher Regelmäßigkeit demagogische Reden auf gigantischen Bildschirmen, die überall in den Großstädten des Planeten an den Gebäudefassaden angebracht sind. Auch juristische Schauprozesse werden hier übertragen, um der Bevölkerung vorzugaukeln, der Staat sei unfehlbar und bringe jeden Rechtsbrecher und Verräter zur Strecke.

    Dauerbeschallung mit Regierungspropaganda gehört auf Cardassia Prime zum Alltag (Bild: DS9 4×01 © Paramount, 1995).

    Das Dominion nutzt ab 2373 den cardassianischen Propaganda-Apparat, um die Bevölkerung Cardassias von einer neuen interstellaren Ordnung zu überzeugen, in welcher ihre Union als Teil des Hegemons Dominion über weite Teile der Galaxis herrscht. Selbstredend ist diese Zukunftsvision eine perfide Täuschung der Gründer, um die Cardassianer zu manipulieren und sie zu Werkzeugen ihrer Kriegspläne zu machen. Hierbei sind die Cardassianer ein leichtes Opfer, da bereits cardassianische Kinder mittels Staatspropaganda indoktriniert werden und somit nie gelernt haben, eigenständig zu denken (TNG 6×11 “Geheime Mission auf Celtris Drei, Teil 2”).

    Staatliche Propaganda ist auch heute noch ein gängiges Mittel, um gewünschte Ideologien und Politiken in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern. Neben staatlichen Sendern spielt auch das Internet eine immer größere Rolle, um Propaganda auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen zu implementieren. Auch hinsichtlich dieses Aspekts war “Deep Space Nine” regelrecht prophetisch.

    Zielobjekt #2: Föderal-Klingonische Allianz

    Ein weiteres Hindernis für die Ziele des Dominion im Alpha-Quadranten ist die seit vielen Jahrzehnten bestehende Allianz zwischen der Vereinigten Föderation der Planeten und dem Klingonischen Reich. Diese Allianz hat sich vor allem in den 2360er-Jahren als sehr stabil erwiesen; was auch daran liegt, dass die Klingonen in dieser Zeit Abstand nahmen vom Imperialismus, den sie vor allem im 23. Jahrhundert praktizierten.

    Um diese Allianz zu zerstören, setzt das Dominion 2372 auf die Strategie “Unterwanderung”. General Martok, einer der renommiertesten Generäle der klingonischen Verteidigungsstreitmacht, wird vom Dominion entführt und durch einen Wechselbalg ersetzt. Dieser wiederum übt einen negativen Einfluss auf Gowron, den amtierenden Kanzler des Reiches (und eigentlich ein guter Freund der Föderation) aus, um diesen davon zu überzeugen, einen nicht provozierten Angriffskrieg gegen Cardassia zu beginnen.

    Aus Verbündeten werden Feinde: General Martok, ein Spion des Dominion, stachelt Kanzler Gowron zu einem Zwei-Fronten-Krieg gegen Cardassia und die Föderation an (Bild: © Paramount).

    Als die Föderation es ablehnt, sich an der Invasion Cardassias zu beteiligen, und stattdessen sogar die zivile Regierung von Cardassia evakuiert, zerbricht die föderal-klingonische Allianz für gut eineinhalb Jahre (DS9 4×01 “Der Weg des Kriegers”). Stellenweise befinden sich die Föderation und das Klingonische Reich sogar in einem Kriegszustand, der auf beiden Seiten zahlreiche Opfer fordert (5×01 “Die Apokalypse droht”, 5×04 “Die Schlacht um Ajilon Prime”). Schlussendlich geht die Strategie der Gründer aber nur teilweise auf, denn die Föderation und das Klingonische Reich finden erneut zueinander und stellen sich ab 2373 gemeinsam dem Dominion entgegen (5×15 “Im Lichte des Infernos”).

    Nichtsdestotrotz hat der kurze, aber blutige Föderal-Klingonische Krieg der Jahre 2372/73 sowohl die Föderation als auch das Klingonische Imperium geschwächt, was wiederum zur Folge hat, dass beide Mächte wenigstens das ersten Jahr des Dominion-Krieges mit dezimierten Flottenverbänden kämpfen müssen.

    Zielobjekt #3: Föderation

    Die Föderation wird von den Gründern als der mächtigste Antagonist im Alpha-Quadranten identifiziert. Dementsprechend intensiv ist auch die entsprechende hybride Strategie des Dominion.

    Im späten Jahr 2371 tauschen die Gründer den Föderationsbotschafter Krajensky durch einen ihrer “Schläfer” aus. Pseudo-Krajensky behauptet fälschlicherweise, dass es auf der Heimatwelt der Tzenkethi zu einem Coup d’État gekommen sei. Auf dessen Betreiben hin wird die USS Defiant zum Patrouillendienst abkommandiert. Der Wechselbalg verfolgt den Plan, die Defiant dazu zu bringen, die Tzenkethi-Kolonie auf M’kemas III anzugreifen, um dadurch einen Krieg zwischen der Föderation und der Tzenkethi Koalition auszulösen. Der Plan schlägt jedoch fehl (DS9 3×26 “Der Widersacher”).

    Wenige Monate später (2372) gelangt mindestens ein Wechselbalg auf die Erde, wo er einen Bombenanschlag auf eine Diplomaten-Konferenz verübt. Ein solches Verbrechen hat es zu diesem Zeitpunkt seit mehr als 100 Jahren auf der Erde nicht mehr gegeben. In der Folge entwickelt Admiral Leyton, ein Flaggoffizier der Sternenflotte, einen Plan, der zur Entmachtung des Föderationspräsidenten samt Föderationsrat und zur Installation einer Militärregierung auf der Erde führen soll. Er ist der Meinung, dass die Demokratie zu schwach sei, um die Erde (und die gesamte Föderation) vor dem Dominion zu schützen (DS9 4×11/12 “Die Front”/”Das verlorene Paradies”).

    Admiral Leytons Angst vor dem Dominion ist so groß, dass er dafür sogar die demokratische Ordnung der Föderation zu opfern bereit ist (Bild: DS9 4×11 © Paramount, 1996).

    Captain Sisko kann Leytons Militärputsch zwar verhindern, aber die vorübergehende Ausrufung des Kriegsrechts auf der Erde hinterlässt sowohl bei der Sternenflotte als auch bei der Zivilbevölkerung ihre Spuren. Die Föderation hat gewissermaßen ihre Selbstsicherheit verloren und ist sich ihrer Werte nicht mehr sicher. Man ist sich uneins darüber, wie man der Gefahr durch das Dominion adäquat begegnen kann.

    “Die Front”/”Das verlorene Paradies” hat in gewisser Weise vorweggenommen, was nach dem 9/11 in den USA, aber auch in Teilen Europas passiert ist. Die Frage, wie man einen angemessenen Ausgleich zwischen Freiheit und Sicherheit (Anti-Terror-Schutz) finden kann, beschäftigt uns seit rund 20 Jahren. In der Realität sind es sogenannte “Gefährder” oder “Terror-Schläfer”, die unser Sicherheitsgefühl unterminieren können. In “Deep Space Nine” sind dies die Wechselbälger, eine treffende Metapher für die camouflierte Anpassungsfähigkeit einiger Gefährder in liberalen Gesellschaften.

    Auch die in diesen Episoden aufgeworfene Frage, ob Ausgangssperren in demokratischen Staaten legale beziehungsweise legitime Mittel sein können, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, ist durchaus von aktueller Relevanz (Verhältnismäßigkeitsgrundsatz).

    Die Eskalation: Klassischer Krieg

    Der Dominion-Krieg ist ein “klassischer” Krieg in dem Sinne, weil hier Staatsgebilde beziehungsweise Bündnisse miteinander Krieg führen und sich dementsprechend staatliche Streitmächte gegenüberstehen (symmetrischer Konflikt). Von Bedeutung sind hier, ähnlich wie im Fall der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts, die verschiedenen Bündnisse der Großmächte.

    Auf der einen Seite steht ein Zweierbündnis bestehend aus der Vereinigten Föderation der Planeten und dem Klingonischen Reich, das 2374 mit dem aktiven Eingreifen des Romulanischen Sternenimperiums in das Kriegsgeschehen zu einem Dreierbündnis wird, welches gelegentlich auch Föderationsallianz genannt wird. Die im 23. Jahrhundert (und teilweise noch im 24. Jahrhundert) verfeindeten Großmächte des Alpha-Quadranten gehen ein (Zweck-)Bündnis ein, um das Dominion aus dem Quadranten zu vertreiben. Nach dem Krieg zerfällt das Bündnis zwar wieder, jedoch führt diese Kooperation scheinbar zu einem vorübergehenden Abbau der politischen Spannungen zwischen Romulus und der Föderation (“Star Trek: Nemesis”; “Star Trek: Picard”).

    Auf der Gegenseite steht zunächst ebenfalls ein Zweierbündnis aus Cardassianischer Union und Dominion, wobei Cardassia mit diesem Bündnis faktisch ein Mitgliedsstaat des Dominion wird, sich aber selbst als Verbündeter (und nicht als Unterworfener) betrachtet. Dies stellt sich im letzten Teil der 7. Staffel allerdings als fatale Fehleinschätzung heraus.

    Auch dieses Bündnis wächst mit dem Kriegseintritt der Breen-Konföderation zu einem Dreierbündnis an, der Dominion-Breen-Allianz. Wobei das Dominion den Breen hier auf Augenhöhe begegnet, was bei den Cardassianer zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr der Fall ist. Darin steckt wohl taktisches Kalkül, da das Dominion durch den Kriegseintritt der Romulaner in die Defensive geraten ist und auf die Unterstützung der Breen (und deren Energiedämpfungswaffe) zwingend angewiesen ist, um dem Krieg doch noch eine für das Dominion günstige Wendung zu geben.

    Im Laufe der finalen Schlacht um Cardassia Prime im Jahr 2375 wechseln die Cardassianer schließlich die Seiten und schließen sich der Föderationsallianz an, sodass nun ein Viererbündnis einem Zweierbündnis gegenübersteht, was den Krieg dann schlussendlich auch entscheidet.

    Die Mittelmächte beziehungsweise kleineren Mächte verhalten sich im Dominion-Krieg entweder neutral oder sie schließen sich einem der großen Bündnisse an (bandwagoning). Bajor unterschreibt zunächst – auf Empfehlung von Captain Sisko – einen Nichtangriffspakt mit dem Dominion, ebenso wie die Romulaner, die eigentlich eine Großmacht sind. Beide Welten treten im Verlauf des Krieges dann aber doch der Föderationsallianz bei.

    Die Ferengi-Allianz versucht, nicht in Konflikt hineingezogen zu werden, sympathisiert aber mit der Föderationsallianz. Die Son’a stellen Ketracel White für das Dominion her, suchen aber zugleich auch den Kontakt mit der Föderation (“Star Trek: Der Aufstand”).

    Große Raumschlachten prägen den Dominion-Krieg, ähnlich wie die Seeschlachten im Zweiten Weltkrieg (Bild: © Paramount).

    Der Konfliktaustrag ist vielfältig und entspricht im Wesentlichen dem eines klassischen zwischenstaatlichen Krieges. Neben Raumschlachten und dem Einsatz von Bodentruppen kommen auch Sabotageakte etc. zum Einsatz. Überraschenderweise setzt das Dominion gegen die Föderationsallianz keine biologischen Waffen oder andere Massenvernichtungswaffen ein, obwohl es über eine solche Waffentechnologie verfügt (DS9 4×24 “Hoffnung”). Tatsächlich ist es die Föderation, genauer gesagt deren (angeblich) nicht legitimierter Geheimdienst Sektion 31‚ der eine biogene Massenvernichtungswaffe (Morphogenes Virus) gegen die Gründer einsetzt.

    Ansonsten wird der Krieg überwiegend mit (für das 24. Jahrhundert) konventionellen Waffen (Phaser, Disruptoren, Photonen- und Quantentorpedos, Poleronwaffen, usw.) geführt. Subraumwaffen größeren Ausmaßes, wie etwa die sogenannte Isolytische Bombe, oder auch temporale Waffen kommen nicht zum Einsatz – abgesehen von den sogenannten “Houdinis” (Subraumminen) im Bodenkrieg. Ein technisches Novum stellt lediglich die Energiedämpfungswaffe der Breen dar.

    Bedenkt man allerdings, dass in den Staffeln vor Kriegsausbruch (Season 3 bis 5) seitens der Autoren viel Wert darauf gelegt wurde, die Boshaftigkeit und Brutalität des Dominion zu belegen (z.B. DS9 4×24 “The Quickening”), dann überrascht es doch ein wenig, dass der Dominion-Krieg bis auf wenige Ausnahmen recht “konventionell” vonstattengeht (abgesehen von Weyouns Plan, die Population der Erde nach deren Eroberung auslöschen zu lassen oder die Zerstörung von Lakarian City).

    Dies war aber wohl der damals angestrebten Altersfreigabe für das Fernsehen geschuldet. “Discovery” ging in dieser Frage mit den Klingonen einen anderen Weg (Season 1).

    Die Entscheidung: Asymmetrischer Krieg

    Gegen Ende des Krieges wird ein asymmetrischer Krieg zwischen dem Dominion und den Cardassianern zum entscheidenden Wendepunkt. Um die feindlichen Mächte Dominion und Breen aus dem eigenen Territorium zu vertreiben, greifen die Cardassianer um Legat Damar auf jene Methoden zurück, die sie über Jahrzehnte als “bajoranischen Terrorismus” bezeichnet hatten.

    Legat Damar baut in den letzten Kriegswochen des Jahres 2375 gemeinsam mit Major Kira Nerys und Garak eine zunächst kleine Widerstandszelle auf, die im weiteren Verlauf des Krieges stetig größer wird und am Ende sogar dafür verantwortlich ist, dass sich die gesamte cardassianische Flotte gegen die einstigen Verbündeten wendet (DS9 7×20 “Im Angesicht des Bösen”; DS9 7×25/26 “Das, was du zurücklässt”). Dieser Seitenwechsel entscheidet dann auch den Krieg, denn gegen die kombinierte Streitmacht aus Föderation, Klingonen, Romulaner und Cardassianer haben das Dominion und die Breen keine realistische Chance mehr.

    Legat Damar gründet eine Widerstandsbewegung, die zum Game Changer wird. (Bild: DS9 7×20 © Paramount, 1999)

    In gewisser Weise spiegelt sich hierin auch das Ende des Zweiten Weltkrieges wider, denn mit der Aufkündigung des japanisch-sowjetische Neutralitätspakts beziehungsweise der sowjetischen Kriegserklärung an Japan am 8. August 1945 war die Niederlage Japans eigentlich schon besiegelt – schon bevor die beiden Atombomben fielen. Doch im Gegensatz zum Japanischen Kaiserreich verzichten die Gründer in “Deep Space Nine” auf einen weiteren sinnlosen Kampf.

    “Vertrag von Bajor”

    In Anlehnung an die japanische Kapitulationsunterzeichnung auf der USS Missouri (BB-63) am 2. September 1945 findet der fiktive Dominion-Krieg auf der Raumstation Deep Space 9 sein Ende. Die weibliche Gründerin unterzeichnet die Kapitulation des Dominion, den Vertrag von Bajor, und willigt ein, sich für die Kriegsverbrechen des Dominion vor einem entsprechenden Gericht zu verantworten (DS9 7×25/26 “Das, was du zurücklässt”).

    Der Vertrag beinhaltet ferner folgende Regelungen:

    • Das Militär des Dominion muss sich binnen 26 Stunden vollständig aus dem Alpha-Quadranten zurückziehen.
    • Alle vom Dominion besetzten Gebiete müssen an ihre jeweiligen souveränen Mächte zurückgegeben werden, einschließlich der Cardassianischen Union und der Breen-Konföderation, da das Abkommen ausdrücklich festlegt, dass alle Dominion-Territorien, auch vertraglich, an den Alpha-Quadranten abgetreten werden müssen.
    • Alle Grenzen, Souveränitätsrechte sowie alles Eigentum an betroffenem Territorium kehren zu ihrem Vorkriegsstatus (ab dem Zeitpunkt, an dem die erste Dominion-Flotte in den Alpha-Quadranten eindrang) zurück.
    • Die Cardassianische Union bleibt weitgehend intakt und unbesetzt, allerdings unter der Bedingung, dass alle territorialen Verluste im Klingonisch-Cardassianischen Krieg bestehen bleiben.
    Der “Vertrag von Bajor” wird 2375 auf DS9 unterzeichnet (Bild: DS9 7×26 © Paramount, 1999).

    Admiral Roos hält bei der Vertragsunterzeichnung eine Rede, in welcher er General Douglas MacArthur zitiert:

    „Vor vierhundert Jahren sprach ein siegreicher General die folgenden Worte nach einem wieder einmal teuer erkauften Krieg: ‘Heute schweigen die Waffen. Eine große Tragödie ist beendet. Wir haben die Bitterkeit der Niederlage und den Jubel des Triumphes erfahren. Und aus beidem haben wir gelernt, dass es keinen Weg zurück gibt. Wir müssen nach vorn gehen, um im Frieden zu bewahren, was wir im Krieg gewonnen haben.‘“

    Admiral Ross nach General Douglas MacArthur (2. September 1945)

    Der Dominion-Krieg ließ 2375 einen in seinen Grundfesten erschütterten Alpha- und Beta-Quadranten zurück. Leider sind sowohl “Star Trek: Nemesis” (2379) als auch die ersten beiden Staffeln von “Star Trek: Picard” (2399-2401) nur geringfügig auf diesen Umstand eingegangen. Laut “Picard”-Season 3-Showrunner Terry Matalas soll der Dominion-Krieg in der dritten Season aber eine etwas prominentere Rolle spielen.

    Schlussbetrachtung

    Der Dominion-Krieg startet als hybrider (kalter) Krieg, ehe er nach rund drei Jahren zu einem heißen Krieg wird, der zunächst „klassisch“ ausgetragen wird. Das heißt, dass sich die Streitmächte staatlicher Entitäten gegenüberstehen und anfangs auch ungefähr gleich schlagkräftig sind (symmetrischer Konflikt). In der Endphase des Krieges kommt dann auch noch ein asymmetrischer Konflikt zwischen den Besatzern (Dominion) und den Besetzten (Cardassianer) hinzu, der sich schlussendlich als Zünglein an der Waage erweist.

    Information

    Dieser Artikel ist eine aktualisierte Version des bereits am 8. Juni 2019 auf TrekZone Network veröffentlichen Artikels Weltenbrand: Das Thema ‘Krieg’ in “Star Trek: Deep Space Nine” – Teil 1: Von großen und kleinen Konflikten.

    Matthias Suzan
    Matthias Suzan
    Seine Leidenschaft für "Star Trek" begann 1994 mit "The Next Generation". Es sind vor allem die anthropologischen, gesellschaftlichen und politischen Themen des Trek-Universums, die ihn faszinieren. Seit 2017 ist Matthias Teil der TZN-Redaktion.

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